Emotionalität und Kontroversität in der historisch-politischen Bildungsarbeit

Ort
Potsdam
Veranstalter
Gedenk– und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam Leistikowstraße 1 14469 Potsdam
Datum
08.06.2012
Bewerbungsschluss
01.06.2012
Von
Ines Reich

Das 9. Berlin-Brandenburgische Forum für zeitgeschichtliche Bildung der Arbeitskreise I und II der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten befasst sich in diesem Jahr mit dem Thema „Emotionalität und Kontroversität“. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt des Interesses: Wieviel Emotionalität ist für ein nachhaltiges historisches Lernen notwendig? Wo liegen die Chancen, wo die Gren-zen beim Einsatz von emotional bewegenden Rollenspielen, Rekonstruktionen und Zeitzeugeninterviews in der historisch-politischen Bildungsarbeit? Ist der sogenannte „Beutelsbacher Konsens“ noch zeitgemäß?

Wie in jedem Jahr möchte die Arbeitsgemeinschaft der Ge-denkstätten in Berlin und Brandenburg Gedenkstättenmitar-beiter/innen, Lehrer/innen und weitere Multiplikatoren/innen der Bildungsarbeit in einer ganztägigen Veranstaltung zusam-menbringen, um den Erfahrungsaustausch und wechselseitige Anregungen zu fördern.

Wir möchten Sie herzlich zu dieser aus drei Plenarveranstaltungen und mehreren Workshops bestehenden Veranstaltung einladen.

Eine Veranstaltung mit finanzieller Beteiligung des Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen.

Programm

9:30—11:15 Uhr Einführungsveranstaltung

Begrüßung
Dr. Ines Reich, Leiterin Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

Dr. Martina Münch, Ministerin für Jugend, Bildung und Sport des Landes Brandenburg

Prof. Dr. Günter Morsch und Martin Gutzeit, Vorsitzende der Arbeitskreise I und II der Arbeitsgemeinschaft der Berlin-Brandenburgischen Gedenkstätten

Impuls
BEWEGENDE BILDER? – FILMISCHE REPRÄSENTATIONEN VON GEDENKSTÄTTENBESUCHEN
Elena Demke, LStU Berlin und Elke Gryglewski, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz

Vortrag und Diskussion
MIT ÜBERWÄLTIGENDEM ÜBERWÄLTIGEN? EMOTIONALITÄT UND KONTROVERSITÄT IN DER HISTORISCHEN BILDUNG
Dr. Matthias Heyl, Pädagogischer Leiter Gedenkstätte Ravensbrück

11:30—13:00 Uhr Arbeitsgruppen mit Projektvorstellungen

AG 1 WIEVIEL EMOTION IST ERLAUBT? ROLLENSPIELE, REKONSTRUKTION UND REENACTMENT
Leitung: Dr. Axel Klausmeier, Direktor Stiftung Berliner Mauer

- Elke Gryglewski, Gedenk– und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz:
Studientage zu „Planung und Organisation des Völkermords“ bzw. „Stufen des Vernichtungsprozesses“ – Ein Angebot für die Sekundarstufe I

- Gela Eichhorn, Freie Theaterpädagogin:
Theaterarbeit mit dokumentarischem Material – Komplexes Lernen als eine emotionale Herausforderung für Schüler, Pädagogen und Zuschauer

- Julia Franke, Deutsch-Russisches Museum Berlin Karlshorst:
Emotionalität versus Dokumentation? — zur Umsetzung der neuen Dauerausstellung und dem Umgang mit Besuchererwartungen

AG 2 KONTROVERSITÄT UND CONFLICTING MEMORIES IN DER ZEITGESCHICHTLICHEN BILDUNG: CHANCE ODER WERTERELATIVISMUS?
Leitung: Dr. Insa Eschebach, Leiterin Mahn– und Gedenkstätte Ravensbrück

- Gundula Klein, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland—“Tränenpalast“ am Bahnhof Friedrichstraße:
Auslöser Ausstellung: Besucher diskutieren verschiedene Sichtweisen auf die Geschichte der deutschen Teilung

- Anna Milarch, Petr Huml, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen:
Möglichkeiten des europäischen Gedenkens am Beispiel eines deutsch-tschechischen Projektes in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

- Timon Perabo, Anne Frank Zentrum:
„Kriegskinder—Lebenswege bis heute. Im Dialog zwischen den Generationen lokale Geschichte erkunden

- Thomas Kunz, Mahn– und Gedenkstätte Ravensbrück:
„Gruppenheterogenität und Kontroversität“: Erfahrungen mit regionalen Helferworkcamps

AG 3 MULTIPERSPEKTIVITÄT ALS KÖNIGSWEG?
Leitung: Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

- Barbara Schieb, Gedenkstätte Stille Helden/ Gedenkstätte Deutscher Widerstand:
Überleben im Nationalsozialismus: Zum pädadogischen und musealen Umgang mit den „stillen Helfern“ und ihren Schützlingen

- Regina Huber, Christoph Kühn, Jugendmuseum Schöneberg:
Berlin halb und halb: Geschichtslabor an Schulen zur deutsch-deutschen Geschichte nach 1945

- Stefan Boberg, Pädagogische Dienste, Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen:
Verschiedene Sichtweisen auf einen Ort: Über Projekttage für Jugendliche zum Thema „Die Bevölkerung Oranienburgs und das Konzentrationslager Sachsenhausen“

- Carin Eich, Gedenkenstättenlehrerin in der Gedenkstätte für Opfer der politischen Gewalt Potsdam, Carla Ottmann, Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Projektwerkstatt „Lindenstraße 54“ e.V.:
Multiperspektivität in der Zeitzeugenarbeit: „Der steinerne Horizont. Wo in Potsdam die DDR endete“ — ein Filmprojekt der Waldorfschule Potsdam in Kooperation mit der Projektwerk-statt "Lindenstraße 54"

AG 4 ZEITZEUGEN „BEWEGEN“. BIOGRAFISCHE ERINNERUNG IN DER GEDENKSTÄTTENPÄDAGOGISCHEN ARBEIT
Leitung: Dr. Ines Reich, Leiterin Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

- Dr. Barbara Köster, Denkmal für die ermordeten Juden Europas:
Projekttage für Schüler im Videoarchiv der Stiftung — Konzept, Verlauf und Erfahrung

- Elke Weißer, Jugendbildungsstätte Berlin-Konradshöhe e.V.:
Über den Umgang mit biografischen Quellen: Chance und Grenze eines Schülermedien-projekts zum Thema Zwangsarbeit in Berlin

- Karsten Harfst, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen:
Zeitzeugen als Vermittler. Zum pädagogischen Konzept der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

- Sylvia Wähling, Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus:
Baucamps und Begegnung : Konzeption und Projekte der Gedenkstätte im ehemaligen Zuchthaus Cottbus

13:00—14:00 Uhr Mittagspause mit Informationsangeboten
Mittagessen
Angebot: Führung durch das Gefängnisgebäude

14:00—15:30 Uhr Arbeitsgruppen mit Projektvorstellungen
Wiederholung der Arbeitsgruppen vom Vormittag

15:30—16:00 Uhr Kaffeepause

16:00—17:15 Uhr Podiumsdiskussion
SIND ERFAHRUNGEN, DIE AUS DER AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM NATIONALSOZIALISMUS STAMMEN, AUCH FÜR DIE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER SED-DIKTATUR GÜLTIG?

Moderation: Prof. Dr. Günter Morsch, Direktor Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten

Auf dem Podium:
Dieter Dombrowski, MdL, Generalsekretär der CDU Brandenburg

Alice Ströver, Bündnis 90/Die Grünen

Prof. Dr. Rainer Eckert, Direktor des Zeithistorischen Forums Leipzig

Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Professor für Geschichtsdidaktik an der Universität Leipzig

Dr. Thomas Lutz, Leiter des Gedenkstättenreferats Stiftung Topographie des Terrors

17:15 Uhr Ende der Veranstaltung
Angebot: Führung durch das Gefängnisgebäude

Markt der Möglichkeiten:
Gedenkstätten und Institutionen der außerschulischen historischen Bildungsarbeit können nach Anmeldung auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im Besucherinformationszentrum der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam ihre Bildungsangebote präsentieren.

Kontakt

Maria Schultz

Gedenk– und Begegnungsstätte Leistikowstraße Potsdam

schultz@gedenkstaette-leistikowstrasse.de

Zitation
Emotionalität und Kontroversität in der historisch-politischen Bildungsarbeit, 08.06.2012 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 14.05.2012, <www.hsozkult.de/event/id/termine-19219>.
Redaktion
Veröffentlicht am
14.05.2012
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