Der 'Zug über Berge' während des Mittelalters. Neue Perspektiven der Erforschung mittelalterlicher Romzüge

Ort
Trier
Veranstaltungsort
Universität Trier, Räume B 16 / B 19
Veranstalter
Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrums Trier; PD Dr. Christian Jörg (Trier/Saarbrücken); JProf. Dr. Christoph Dartmann (Münster/Vechta)
Datum
12.10.2012 - 13.10.2012
Von
Christoph Dartmann (Münster/Vechta)

Der Zug über die Berge nach Italien gehört seit dem 10. Jahrhundert zu den besonders spektakulären Ereignissen in der Geschichte des ostfränkisch-deutschen Reichs. Zur Erlangung der Kaiserkrone, aber auch zur Präsentsetzung ihrer Herrschaft im italischen Reich machten sich die Könige mit großem Gefolge auf den Weg über die Alpen. Die Mediävistik hat seit dem 19. Jahrhundert die Romzüge vor allem für die Zeit zwischen den Ottonen und Staufern intensiv diskutiert. Im Fokus standen dabei zunächst die äußeren Abläufe, die Bewertung einer vermeintlichen ‚Italienpolitik‘ sowie das Verhältnis zwischen Königen und Päpsten. Die Tagung verfolgt das Ziel, dieses klassische Thema der Reichsgeschichte aus neuen Perspektiven aufzugreifen. Aktuelle Ansätze der Mittelalterforschung – einer praxeologisch ausgerichteten Kulturgeschichte mit ausgeprägtem Interesse an Kulturkontakten und Transferphänomenen, an einer neu gefassten Diplomatik sowie an vormodernen Erinnerungskulturen – versprechen ein vertieftes Verständnis zentraler Momente mittelalterlicher Königs- und Kaiserherrschaft.

Programm

Freitag, 12. Oktober 2012

Begrüßung und Einführung (10.00-10.45 Uhr)
PROF. DR. MARTIN PRZYBILSKI (Sprecher des HKFZ Trier)
JPROF. DR. CHRISTOPH DARTMANN (Vechta) / PD DR. CHRISTIAN JÖRG (Trier/Saarbrücken)

Sektion I: Italien im Reich der ottonisch-salischen Zeit (10.45-12.15 Uhr)
DR. GIOVANNI ISABELLA (Bologna): La legittimazione del potere imperiale di Ottone I nelle fonti italiche del X secolo

PROF. DR. WOLFGANG HUSCHNER (Leipzig): Ottonisch-frühsalische Diplome für italienische Destinatäre im Kontext der Empfängerüberlieferung

Sektion II: Kommunen, Kaisertum und „Italienpolitik“ im hohen Mittelalter (14.30-16 Uhr)
JPROF. DR. CHRISTOPH DARTMANN (Vechta): Reichsherrschaft? Zum Eingreifen der Staufer in die regionale Politik des kommunalen Italiens

DR. JOHANNES BERNWIESER (Marburg): Heimlichkeit und Herrschaft: Heinrich VI. in der Lombardei

Sektion III: Rom und die Romzüge. Die ewige Stadt als Bezugspunkt und Konfliktzentrum (16.30-18 Uhr)
PROF. DR. JOCHEN JOHREND (Wuppertal): Rom bleibt Rom! Der Romzug der hochmittelalterlichen Kaiser aus der Sicht der Römer

PD DR. JÖRG SCHWARZ (München): Aufladungen – Inszenierungen – Wandlungen. Romzug und Romaufenthalt Ludwigs des Bayern 1327-1330

Samstag, 13. Oktober 2012

Sektion IV: Transalpine Bezüge und Weiterwirken. Rahmenbedingungen des späten Mittelalters (9.30-12.15 Uhr)
PD DR. CHRISTIAN JÖRG (Trier/Saarbrücken): Unterstützung aus dem nordalpinen Reichsgebiet. Organisatorische Rahmenbedingungen und städtische Interessenkoordination im Umfeld der 'Romzughilfe' während des Spätmittelalters

SIMON LIENING (Trier): "... das man unserm herren dem Roemischen kúnige dienen wolte úber berg gen Lamparthen". Zur Straßburger Interessenvertretung und Informationsbeschaffung im Kontext des Romzugs König Ruprechts

DR. CHRISTOPH WEBER (Braunschweig): Der Romzug als europäischer Erinnerungsort im späteren Mittelalter

12.15 Uhr Zusammenfassung und Abschlussdiskussion

Kontakt

Christian Jörg

Universität Trier, Mittelalterliche Geschichte, 54286 Trier

0651/201-3286

joergc@uni-trier.de

Zitation
Der 'Zug über Berge' während des Mittelalters. Neue Perspektiven der Erforschung mittelalterlicher Romzüge, 12.10.2012 – 13.10.2012 Trier, in: H-Soz-Kult, 11.09.2012, <www.hsozkult.de/event/id/termine-19948>.
Redaktion
Veröffentlicht am
11.09.2012
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