Leichenpredigten als Medien der Erinnerungskultur im europäischen Kontext. 5. Marburger Personalschriften-Symposion

Ort
Marburg
Veranstaltungsort
Vortragssaal der Universitätsbibliothek Marburg, Wilhelm-Röpke-Straße 4, 35037 Marburg
Veranstalter
Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg; Arbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz
Datum
01.11.2012 - 03.11.2012
Bewerbungsschluss
26.10.2012
Von
Geißler, Daniel

Die 1976 gegründete Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg, eine Arbeitsstelle der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, hat bereits vier internationale Fachtagungen erfolgreich durchgeführt. Deren Ergebnisse wurden in der Reihe „Leichenpredigten als Quelle historischer Wissenschaften“ veröffentlicht. Nachdem ein Jahrzehnt seit der letzten Veranstaltung dieser Reihe vergangen ist, wird die Forschungsstelle für Personalschriften vom 1.-3. November 2012 das 5. Marburger Personalschriften-Symposion veranstalten. Während dieser interdisziplinären Tagung mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Polen, Rumänien, Ungarn, der Schweiz und den USA soll ein Resümee der Forschung an und mit Leichenpredigten in der ersten Dekade des Digitalen Zeitalters gezogen werden. Zugleich sollen – auch im europäischen Kontext – die Perspektiven zur weiteren Erforschung dieser wichtigen biographischen Quellen aufgezeigt werden.

Das Wissensportal zur Personalschriften-Gattung Leichenpredigt, die Website der Forschungsstelle für Personalschriften, informiert unter der Adresse www.personalschriften.de umfassend über Aufbau, Geschichte und Quellenwert dieser Personalschriften. An mehreren multimedial aufbereiteten Leichenpredigten wird ihre hohe Informationsdichte als Quelle historischer Forschung exemplarisch aufgezeigt. In der Artikelserie "Leben in Leichenpredigten" wird jeden Monat eine besonders anschauliche und wissenschaftlich interessante Leichenpredigt vorgestellt. Das seit Jahren am meisten in Anspruch genommene Serviceangebot des Wissensportals Leichenpredigten sind die derzeit sechs, fortlaufend aktualisierten Datenbanken. An erster Stelle steht der Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA). Er enthält mittlerweile Informationen über mehr als 207.000 Leichenpredigten, die sich in Bibliotheken und Archiven des gesamten historischen deutschen Sprachraumes befinden. Diese Datenbank ist in ein Recherchenetz mehrerer biographischer Datenbanken und Portale, zu dem beispielsweise die Deutsche Biographie gehört, eingebunden. Im Thesaurus Locorum (THELO) kann nach historischen Ortsnamen, im Thesaurus Professionum (THEPRO) nach Berufsbezeichnungen der Frühen Neuzeit recherchiert werden. Eine umfangreiche Bibliographie sowie Datenbanken zu den Beständen der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Universitätsbibliothek Wroclaw/Breslau (TBK, SIBRES) runden das äußerst vielfältige Informationsangebot ab.

Programm

Donnerstag, 1. November 2012

14:00 - 14:45 Uhr Begrüßung:
Dr. Hubertus Neuhausen, Direktor der Universitätsbibliothek Marburg

Grußworte:
Prof. Dr. Joachim Schachtner, Vizepräsident für Informations- und Qualitätsmanagement der Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Irene Dingel, Vorsitzende der Kommission für Personalschriften an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz

Prof. Dr. Wilhelm E. Winterhager, Dekan des Fachbereichs Geschichte und Kulturwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg

Einführung:
Dr. Eva-Maria Dickhaut, Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften

14:45 - 15:30 Uhr Prof. Dr. Robert Kolb, St. Louis (USA): „... da jr nicht trawrig seid wie die anderen, die keine hoffnung haben.“ Der Gebrauch der Heiligen Schrift in Leichenpredigten des Wittenberger Kreises

Moderation: Prof. Dr. Marc Lienhard, Strasbourg (Frankreich)

15:30 - 15:45 Uhr Kaffeepause

15:45 - 16:30 Uhr Prof. Dr. Irene Dingel, Mainz: Religion und Politik in fürstlichen Leichenpredigten

16:30 - 17:15 Uhr Dr. Ulrich Niggemann, Marburg: Revolutionäre Memoria im Spiegel der Funeralschriften Wilhelms III. von England

17:15 - 18:00 Uhr Prof. Dr. Martina Schattkowsky, Dresden: Anspruch und Wirklichkeit. Adlige Leichenpredigten im Spiegel der Quellenkritik

Moderation: Prof. Dr. Christoph Kampmann, Marburg

19:00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag:
Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger, Ingolstadt: Wie eine Leichenpredigt den Stein ins Rollen bringt. Der Blasenstein des Nürnberger Pfarrers Johann Saubert (1592-1646)

Der öffentliche Abendvortrag wird in Kooperation mit dem Marburger Geschichtsverein durchgeführt und findet im Landgrafensaal des Hessischen Staatsarchivs Marburg, Friedrichsplatz 15, 35037 Marburg, statt.

Freitag, 2. November 2012

09:00 - 09:45 Uhr Dominik Motz, Kassel: Memoria im Duodezformat. Funeraldrucke als Medien dynastischer Erinnerung im Haus Waldeck und Pyrmont

09:45 - 10:30 Uhr Dr. Jill Bepler, Wolfenbüttel: Fürstinnenbibliotheken in Leichenpredigten – Leichenpredigten in Fürstinnenbibliotheken

Moderation: Prof. Dr. Cornelia Niekus Moore, Fairfax (USA)

10:30 - 11:00 Uhr Kaffeepause

11:00 - 11:45 Uhr PD Dr. Marion Kobelt-Groch, Hamburg: Das eigene Kind zu Grabe getragen. Väter und Mütter als Mitgestalter von Leichenpredigten

11:45 - 12:30 Uhr Dr. Alexander Kästner, Dresden: Tragisch, kläglich, jämmerlich. Überlegungen zu Erzählung und Deutung merkwürdiger Todesfälle in Leichenpredigten

Moderation: Prof. Dr. Gerhard Müller, Erlangen

12:30 - 14:30 Uhr Mittagspause

14:30 - 15:15 Uhr Dr. Kalina Mróz-Jabłecka, Wrocław (Polen): Die weiblichen Lebenswelten in den Leichenpredigten und Abdankungen der Breslauer Stadtelite der Barockzeit

15:15 - 16:00 Uhr Dr. Jörg Witzel, Marburg: Frauen präsentieren ihre Lebensgeschichte – Weibliche Autobiographien in Leichenpredigten

Moderation: Dr. Seraina Plotke, Basel (Schweiz)

16:00 - 16:30 Uhr Kaffeepause

16:30 - 17:15 Uhr Dr. Eva Bender, Marburg: Thüringische Prinzen auf Reisen im 17. Jahrhundert

17:15 - 18:00 Uhr Prof. Dr. Detlef Haberland, Oldenburg: Leichenpredigten auf Forschungsreisende zwischen Ost und West

Moderation: Prof. Dr. Holger Th. Gräf, Marburg

18:00 - 18:45 Uhr Michael Schütterle, Rudolstadt: Die Leichenpredigten des Rudolstädter Erstdruckers Kaspar Freyschmidt 1663 bis 1676

Moderation: Dr. Uwe Bredehorn, Marburg

19:30 Uhr Gemeinsames Abendessen mit anschließendem Umtrunk in der Forschungsstelle für Personalschriften

Samstag, 3. November 2012

09:00 - 10:30 Uhr Präsentation des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Kooperationsprojektes „AEDit Frühe Neuzeit“ mit Beiträgen von Robin Pack, Marburg, und Matthias Schulz, Berlin

10:30 - 11:00 Uhr OCR-Einsatz bei Funeralschriften: Ergebnisse des Pilotprojektes der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. Ein Bericht von Maria Federbusch, Berlin

Moderation: Dr. Eva-Maria Dickhaut, Marburg

11:00 - 11:15 Uhr Kaffeepause

11:15 - 12:00 Uhr Dr. Dana Dogaru, Sibiu (Rumänien): Leichenpredigten im Bestand der Hermannstädter Archive

12:00 - 12:45 Uhr Dr. Tünde Katona, Szeged (Ungarn): Deutschsprachige Leichenpredigten aus der Zips

12:45 - 13:00 Uhr Kaffeepause

13:00 - 13:45 Uhr Dr. Gerhard Schiller, Jelenia Gòra (Polen): Zu den Lebensläufen in Leichenpredigten auf Hirschberger Schleierherren

Moderation: Prof. Dr. Ursula Braasch-Schwersmann, Marburg

13:45 - 14:00 Uhr Dr. Eva-Maria Dickhaut, Marburg: Resümee und Ausblick

Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben.

Unterkunft:
Wenn Sie eine Unterkunft in Marburg benötigen, wenden Sie sich bitte an:
Marburg Tourismus und Marketing GmbH
Pilgrimstein 26
35037 Marburg
Tel.: 06421 / 9912 – 0
Fax: 06421 / 9912 - 12
E-Mail: mtm@marburg.de
www.marburg.de/mtm

Kontakt

Dr. Eva-Maria Dickhaut

Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften
Biegenstraße 36, 35037 Marburg
06421 / 2 82 31 62
06421 / 2 82 45 01

dickhaut@staff.uni-marburg.de

Zitation
Leichenpredigten als Medien der Erinnerungskultur im europäischen Kontext. 5. Marburger Personalschriften-Symposion, 01.11.2012 – 03.11.2012 Marburg, in: H-Soz-Kult, 20.09.2012, <www.hsozkult.de/event/id/termine-20004>.