Der I. Weltkrieg und die belgisch-deutsche Grenzregion. Tagungen zur ostbelgischen Zeitgeschichte II

Ort
Eupen
Veranstaltungsort
Staatsarchiv in Eupen, Kaperberg 2-4, 4700 Eupen (B)
Veranstalter
Arbeitskreis Belgisch-Deutsche Grenzgeschichte; Staatsarchiv in Eupen; mit Unterstützung durch die Université de Liège und das Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschafts-, Sozial- und Technologiegeschichte der RWTH Aachen
Datum
21.09.2013
Von
Dr. René Rohrkamp

Am 4. August 1914 trat der deutsche Reichskanzler Bethmann Hollweg vor den Reichstag und erklärte die Verletzung der belgischen Neutralität aus der Sicht des Deutschen Reiches:

"Meine Herren, wir sind in Notwehr, und Not kennt kein Gebot. Unsere Truppen haben Luxemburg besetzt und vielleicht schon belgisches Gebiet betreten. Meine Herren, das widerspricht den Geboten des Völkerrechts. Die französische Regierung hat zwar in Brüssel erklärt, die Neutralität Belgiens respektieren zu wollen, solange der Gegner sie respektiere. Wir wußten aber, daß Frankreich zum Einfall bereit stand. Frankreich konnte warten, wir aber nicht. [...]"

Diese angebliche Not machte Belgien zum zentralen europäischen Kriegsschauplatz im I. Weltkrieg und führte 1919 zur Abtretung der beiden preußischen Kreise Eupen und Malmedy an Belgien. Die vom Arbeitskreis Deutsch-Belgische Grenzgeschichte veranstaltete zweite Tagung zur ostbelgischen Zeitgeschichte befasst sich mit den Phänomenen und Auswirkungen des I. Weltkriegs im deutsch-belgischen Grenzgebiet, aber auch im belgischen Inland.

Über die Grenzen blicken Vorträge zur nationalen Identität an der belgisch-deutschen Grenze am Beginn des 20. Jahrhundert und zur Transformation des Grenzraumes in den Kriegszustand. Sie führen hin zu Phänomenen des Krieges selbst: der strategischen Bedeutung der Eisenbahnverbindungen für die belgische Armee, den Kämpfen eines belgischen Großverbandes des Heeres und der Entwicklung des Kriegsalltags im besetzten und umkämpften Belgien. Ein Tischgespräch zur heutigen Bedeutung des I. Weltkrieges für die Region beendet die Tagung.

Programm

10:00 Uhr: Begrüßung (Els Herrebout, Staatsarchiv Eupen)

10:15 Uhr: Einleitung (Christoph Brüll, Universität Lüttich und René Rohrkamp, Staatsarchiv Eupen)

10:30 Uhr: Sebastian Scharte (Bonn/D.): Nationale Identitäten im deutsch-belgischen Grenzgebiet am Vorabend des 1. Weltkriegs

11:00 Uhr: Bernd Liemann (Universität Münster/D.): Vom Frieden zum Krieg: der deutsch-belgische Grenzraum im August 1914

11:30 Uhr: Kaffeepause

12:00 Uhr: Christophe Bechet (Universität Lüttich): Les lignes du chemin de fer transfrontalières et leur rôle dans la stratégie militaire belge en 1914

12:30 Uhr: Mittagspause

14:00 Uhr: Tom Simoens (Königliche Militärakademie, Brüssel), La 1ère Division d’Armée 1914/15: les opérations militaires

14:30 Uhr: Luc Vandeweyer (Generalstaatsarchiv, Brüssel), Die Entwicklung des Kriegsalltags in Belgien 1914

15:00 Uhr: Kaffeepause

15:30 Uhr: Rundtischgespräch: „Was kann uns der 1. Weltkrieg heute noch sagen?“

17:00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Tagungssprachen sind Deutsch und Französisch.
Der Eintritt ist frei. Eine telefonische oder schriftliche Anmeldung beim Staatsarchiv in Eupen (+32-87-554377 bzw. staatsarchiv.eupen@arch.be) ist obligatorisch.

Kontakt

Dr. René Rohrkamp
Staatsarchiv in Eupen, Kaperberg 2-4, B-4700 EUPEN
Email: rene.rohrkamp@arch.be

Zitation
Der I. Weltkrieg und die belgisch-deutsche Grenzregion. Tagungen zur ostbelgischen Zeitgeschichte II, 21.09.2013 Eupen, in: H-Soz-Kult, 21.07.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-22423>.
Redaktion
Veröffentlicht am
21.07.2013
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