Hobsbawm, Newton und Jazz

Ort
Mainz
Veranstaltungsort
Jakob Welder-Weg 18 (Philosophicum), Hörsaal der Abteilung Musikwissenschaft (Raum 01-153).
Veranstalter
Forschungsprojekt „Musik und Jugendkulturen“ am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft – Abteilung Musikwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Arbeitsbereich Zeitgeschichte des Historischen Seminars der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Datum
15.11.2013 - 16.11.2013
Von
Andreas Linsenmann

Sein Name steht für brillante Begriffsprägungen und luzide, trennscharfe Analysen: Der 2012 im Alter von 95 Jahren verstorbene Wirtschafts- und Sozialhistoriker Eric J. Hobsbawm war zweifellos einer der wirkmächtigsten Historiker des von ihm in viel zitierter Diktion als „Zeitalter der Extreme“ charakterisierten 20. Jahrhunderts.
Weit weniger bekannt als der Ertrag seiner historiographischen Arbeit ist, dass sich Hobsbawm zeitlebens mit Jazz beschäftigte – sowohl als ästhetisches wie als soziokulturelles, politisches und allgemein historisches Phänomen. Bereits 1959 hat er unter dem Pseudonym Francis Newton eine bis heute analytisch und methodisch frappierend aktuelle Monographie zum Thema publiziert: „The Jazz Scene“.
Dieser Teil von Hobsbawms Werk soll multiperspektivisch in den Blick genommen werden, wobei „The Jazz Scene“ im Zentrum steht. Die Studie hat, wie Peter Burke konstatiert, „nie die Wirkung auf die akademische Welt“ erreicht, „die es eigentlich verdient hätte“ (Was ist Kulturgeschichte, Bonn 2005, S. 31). Burke ordnet „The Jazz Scene“ als frühen innovativen Beitrag im Kontext der Hinwendung akademischer Historiker zur populären Kultur ein. Viele Aspekte des Ansatzes weisen weit voraus. So etwa der bereits im Titel exponierte Terminus „scene“, der eine zentrale Rolle in Subkulturtheorien der 1970er- und 1980er-Jahre spielte.
Ziel der Tagung ist es, Hobsbawms Pionierstudie unter verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren. Starkes Gewicht hat auch die Frage nach dem Erklärungspotenzial der Hobsbawmschen Ansätze für aktuelle Problemstellungen.

Programm

Freitag, 15. November 2013

19.00 Uhr Führung durch das Jazz-Institut Darmstadt (Dr. Wolfgang Knauer)

20.30 Uhr Konzert im Jazz-Institut Darmstadt: JazzTalk 098 Hazel Leach & PLoTS, Simin Tander (vocals), Laia Genc (piano), Tessa Zoutendijk (vliolin), Esmée Olthuis (saxophone)

Samstag, 16. November 2013

9.00 Uhr Begrüßung und Einführung

Sektion I
Moderation: Dr. Jörg Heuser (Mainz)

9.30 Uhr Prof. Dr. Anton Pelinka (Budapest): Hobsbawm: Marxismus, Amerika-Kritik und Jazz

10.30 Uhr Martin Niederauer, Dipl. Soz. (Frankfurt a.M.): Jazz zwischen Herrschaft und Befreiung

11.30 Uhr Dr. Daniel Schläppi (Bern): Hobsbawm reloaded. Oder wie sich Francis Newton der improvisierten Musik des beginnenden 21. Jahrhunderts hätte annähern können.

Sektion II
Moderation: Julia Neupert (SWR2 Redaktion Neue Musik/Jazz)

14.30 Uhr Dr. Wolfram Knauer (Darmstadt): „Red, White and Blue“ oder „Black, Brown and Beige“ – Zum Verhältnis zwischen Jazz und Politik in den USA des 20sten Jahrhunderts

15.30 Uhr Viola Rühse M.A. (Krems): Eric Hobsbawms und Theodor W. Adornos Auseinandersetzung mit Jazz

16.30 Uhr Dr. Christian Broecking (Berlin): Zur Konstruktion des Schwarzen: Die Adorno-Berendt-Kontroverse, Hobsbawms Zuhälter und Marcuses Rebellen

17.30 Uhr Abschlussdiskussion

20.30 Uhr Konzert im M8-Live-club/Jazz-Initiative Mainz: CENTER-trio (Hannover) - crossover jazz piano trio - Eike Wulfmeier (piano), Andreas Edelmann (bass), Lizzy Scharnofske (drums)

Kontakt

Dr. Andreas Linsenmann
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
FB 07 - Historisches Seminar - Arbeitsbereich Zeitgeschichte
Jakob Welder-Weg 18 (Philosophicum) -D-55128 Mainz

Fon: +49-(0)6131-3927106
Fax: +49-(0)6131-3927115
E-Mail: linsenmann@uni-mainz.de

Zitation
Hobsbawm, Newton und Jazz, 15.11.2013 – 16.11.2013 Mainz, in: H-Soz-Kult, 29.10.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-23313>.
Redaktion
Veröffentlicht am
29.10.2013