Krisen als Normalität? Wahrnehmungen und Reaktionen seit 1945. 11. Potsdamer DoktorandInnenforum zur Zeitgeschichte

Ort
Potsdam
Veranstaltungsort
ZZF Potsdam, Am neuen Markt 9d, Potsdam
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Datum
16.01.2014 - 17.01.2014
Bewerbungsschluss
31.12.2013
Von
Potsdamer Doktorandenforum

11. Potsdamer DoktorandInnenforum zur Zeitgeschichte
Krisen als Normalität?
Wahrnehmungen und Reaktionen seit 1945

Veranstaltet vom Zentrum für Zeithistorische Forschung
Termin: 16. – 17. Januar 2014
Ort: Potsdam, Am neuen Markt 9d, großer Seminarraum

Der Begriff der Krise erscheint allgegenwärtig, seine inhaltliche Bestimmung fällt jedoch schwer. Unterschiedliche Deutungen dessen, was als Krise auszumachen ist, verweisen auf den relationalen Charakter und die diskursive Verfassung von Krisen. Zudem machen sie sowohl kollektive als auch individuelle Wahrnehmungen und Praktiken einer Zeit verflochten fassbar. Krisen erscheinen zwar als Ausnahmephänomene, aber zugleich sind sie Teil gesellschaftlicher Normalität und konstruieren Annahmen über Normalität.

Auf dem ZZF-DoktorandInnenforum 2014 wird das Spannungsverhältnis unterschiedlicher Wahrnehmungen und Reaktionen auf Krisen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt stehen. Anhand der Vorträge werden aktuelle politik-, wirtschafts-, sozial- und kulturhistorische Perspektiven diskutiert. Sowohl die Konstruktion von Dringlichkeiten und Bedrohungsszenarien, als auch die individuelle und gesellschaftliche Verarbeitung von Krisenereignissen sind hierbei Gegenstand.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind herzlich eingeladen, sich bis zum 31. Dezember 2013 bei den OrganisatorInnen anzumelden.

Jens Beckmann, Ariane Brill, Sina Fabian, Christiane Mende
Zentrum für Zeithistorische Forschung
Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
doktorandenforum@zzf-pdm.de
<http://www.zzf-pdm.de>

Programm

Donnerstag, 16. Januar 2014

13.00 Anmeldung

13.30 Uhr Begrüßung und Eröffnungsvortrag:
Katja Patzel-Mattern (Heidelberg): Industriekatastrophen und die Ordnung der Moderne

15.30 Uhr Panel I – Konstruktionen von und Reaktionen auf Wirtschaftskrisen

Kristoffer Klammer (Bielefeld): Die öffentliche Konstruktion der Wirtschaftskrisen 1966/67 und 1973ff. - Semantische Unterschiede und strukturelle Analogien

Jonathan Voges (Hannover): Boom in der Krise? Do it yourself und die Krisenphänomene der 1970er Jahre

Carolin Philipp (Kassel/Athen): Aktivistische Krisenwahrnehmungen an Europas Peripherie

Kommentar: Anne Sudrow (Potsdam)
Moderation: Christiane Mende

17.45 Uhr Panel II – Krisenphänomene in der Populärkultur
Nils Meise (Konstanz): Müssen wir uns auf eine Zombie-Apokalypse vorbereiten? Krisen als fiktionale Erzählungen mit realen Folgen

Florian Lipp (Hamburg): „Westliche Krisenkultur" und "sozialistische Kultur" in der Krise: Punk, New Wave und Rockmusik-Diskurse im letzten Jahrzehnt der DDR-Diktatur

Kommentar: Thomas Lindenberger (Potsdam)
Moderation: Ariane Brill (Potsdam)

Freitag, 17. Januar 2014

09.00 Uhr Panel III – Humanitäre Krisen und ihre Folgen
Johannes Stollhof (Tübingen): „Ein Millionen-Volk wird ausgehungert“ – Die Hungerkatastrophe in Biafra zwischen 1967 und 1970 in der Wahrnehmung des deutschen Katholizismus

Katja Doose (Tübingen): Das Erdbeben von Armenien 1988 – Der Versuch auf Krisen mit Krisen zu reagieren

Kommentar: Frank Bösch
Moderation: Ariane Brill

10:45 Uhr Panel IV – Geschichtsbewusstsein in der Krise
Steffen Henne (Marburg): Posthistoire now! Die Krise des historischen Bewusstseins in der Bundesrepublik der 1980er Jahre

Julia Roos (Bamberg): Das Museum zwischen Musentempel, Identitätsanker, Lernort und Freizeit-Center - Analyse eines Krisendiskurses der 1960er und 1970er Jahre

Kommentar: Kathrin Kollmeier (Potsdam)
Moderation: Sina Fabian

13.15 Uhr Panel V – Krise und gesellschaftlicher Wandel
Eneia Dragomir (Zürich): „Bestandeskrise“, militärische Tauglichkeit und menschliche Ressourcen. Konstruktion und Zirkulation einer Krise des Schweizer Militärs in den 1970er und 1980er Jahren

Almuth Ebke (Mannheim): „A union under threat“ – Schottischer Nationalismus und die „Krise“ des United Kingdom

Martin Deuerlein (Tübingen): Sozialistische Normalisierung oder ständige Krise? Die
Sowjetunion in den 1970er Jahren

Kommentar: Rüdiger Hachtmann (Potsdam)
Moderation: Jens Beckmann (Potsdam)

15.45 Uhr Abschlussdiskussion
Kontakt

Zitation
Krisen als Normalität? Wahrnehmungen und Reaktionen seit 1945. 11. Potsdamer DoktorandInnenforum zur Zeitgeschichte, 16.01.2014 – 17.01.2014 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 05.12.2013, <www.hsozkult.de/event/id/termine-23675>.
Redaktion
Veröffentlicht am
05.12.2013
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Epoche(n)
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Sprache Beitrag
Land Veranstaltung