Papsturkundenforschung zwischen internationaler Vernetzung und Digitalisierung. Neue Zugangsweisen zur europäischen Schriftgeschichte

Ort
München
Veranstaltungsort
Historisches Kolleg, Kaulbachstr. 15
Veranstalter
Institut für historische Grundwissenschaften und Medienkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München; in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen (Projekt "Schrift und Zeichen") und dem Historischen Kolleg München
Datum
24.03.2014 - 25.03.2014
Bewerbungsschluss
14.03.2014
Von
Historische Grundwissenschaften München

In der Erforschung der Geschichte des Papsttums gewinnen europäische Perspektiven gegenüber nationalen Sicht- und Herangehensweisen immer stärker an Gewicht. Zugleich lassen die ausgedehnten Digitalisierungsmaßnahmen der jüngeren Zeit eine intensive Vernetzung europäischer Forschungsinstitutionen möglich und erstrebenswert erscheinen. Das europaweite Zusammenwachsen der historischen Forschung führt zu einer nachhaltigen Erweiterung der Forschungsfragen, aber auch zu neuen Problemen.

Durch die rasch fortschreitende Digitalisierung in geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsdisziplinen werden deren Strukturen und Methoden schneller, effektiver und moderner. Zwar wird der Integration von EDV-basierten Arbeits- und Analyse-Instrumenten vielfach noch immer mit Skepsis begegnet; andererseits lässt sich aber eine hohe Erwartungshaltung gegenüber digitalen Werkzeugen konstatieren. Nicht zuletzt zeigt sich eine große Diskrepanz zwischen den aktuellen technischen Möglichkeiten der EDV und den methodischen Anforderungen der Geisteswissenschaften.

Ziel der Tagung ist es daher, international führende Forscher aus den Bereichen Mittelalterliche Geschichte, Historische Grundwissenschaften und Automatische Mustererkennung zusammenzuführen, um über Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren, welche die zunehmende europäische Vernetzung, die Digitalisierung und die wachsende Kooperation unterschiedlicher Forschungsdisziplinen für die Forschung an mittelalterlichen Papsturkunden bedeuten.

Programm

Montag, 24. März 2013

12.30 Ankunft der Teilnehmer und Gäste / Registrierung

13:00 Grußworte

13:15 Irmgard Fees (München): Thematische Einführung: Papsturkunden und päpstliche Schriftlichkeit als „Schlüssel zur Kulturgeschichte Europas“

13:35 Viktoria Trenkle (Erlangen): Das BMBF-Projekt Schrift und Zeichen. Neue Instrumente und Perspektiven in der Erforschung hochmittelalterlicher Papsturkunden.

Sektion I: Digitale Papsturkundenforschung mit besonderem Schwerpunkt auf Paläographie

14.00 Vincent Christlein (Erlangen): Automatic Writer Identification in Medieval Papal Charters

14.45 Benedikt Hotz / Benjamin Schönfeld (München): Computergestützte Beobachtungen zur Schriftentwicklung in Papsturkunden des Hochmittelalters - neue Instrumente in praxi angewandt

15.30 Petros Samara (Groningen): Digital paleography - advantages and limitations of a promising discipline

16.30 Kaffeepause

16.45 Antonella Ambrosio (Neapel): Paleographic research on digitized charters in southern Italy: experiences and desiderata

17.30 Georg Vogeler (Graz): Die Text Encoding Initiative (TEI) als Werkzeug des Editors - Erfahrungen und Desiderate

19.00 Abendvortrag: Klaus Herbers (Erlangen): Wächst zusammen, was zusammen gehört? Transnationale Papsturkundenforschung und Kooperation der Wissenschaftsdisziplinen als Beispiel für europäische Zusammenarbeit

Dienstag, 25. März 2014

Sektion II: (Digitale) Papsturkundenforschung mit besonderem Schwerpunkt auf Diplomatik

9.00 Andreas Meyer (Marburg): Neue Zugänge zur Schriftlichkeit im Hochmittelalter: Veränderte Perspektiven durch digital verfügbare Papsturkundenbilder?

9.45 Harald Müller (Aachen): Digitale Editionen und Papsturkundenforschung in Frankreich - Arbeitsstand, Erfahrungen, Desiderate

10.30 Kaffeepause

10.45 Thorsten Schlauwitz (Erlangen): Papsturkundenforschung in Spanien. Verfahren, Ergebnisse und deren Präsentation im digitalen Zeitalter

11.30 Jochen Johrendt (Wuppertal): Papsturkundenforschung in Italien: Chancen und Grenzen der Digitalisierung

12.15 Frank Bischoff (Düsseldorf): Vernetzte Archive. Perspektiven des digitalen Zugangs zu archivalischen Quellen

13.00 Abschlussdiskussion

14.30 Epigraphische Führung durch den Münchner Liebfrauendom (Franz-Albrecht Bornschlegel, München)

Kontakt

Benedikt Hotz und Benjamin Schönfeld
Historisches Seminar der LMU
Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
Geschwister-Scholl-Platz 1
80539 München

GHW@lrz.uni-muenchen.de

Zitation
Papsturkundenforschung zwischen internationaler Vernetzung und Digitalisierung. Neue Zugangsweisen zur europäischen Schriftgeschichte, 24.03.2014 – 25.03.2014 München, in: H-Soz-Kult, 17.01.2014, <www.hsozkult.de/event/id/termine-23883>.
Redaktion
Veröffentlicht am
17.01.2014
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