(Historische) Entwicklung historischen Erzählens und Lernens

Ort
Hiddensee
Veranstaltungsort
Biologische Station Hiddensee, 18565 Kloster
Veranstalter
Arbeitsbereich Fachdidaktik des Historischen Instituts der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald / Körber-Stiftung
Datum
16.05.2014 - 17.05.2014
Bewerbungsschluss
21.04.2014
Von
Martin Buchsteiner; Martin Nitsche

Historisches Denken und Lernen äußert sich durch das Narrativieren vergangener Zeiterfahrungen. Narrative Kompetenz – in den diskutierten Modellen oft unterschiedlich bezeichnet – ist sowohl Ziel als auch Ausgangspunkt der Geschichtsvermittlung.

Wie kompetent Schüler_innen allerdings historisch erzählen können und wie sich Narrative Kompetenz verbessern lässt, gerät in der Disziplin immer stärker in den Fokus. Dabei lassen sich verschiedene Ansätze beobachten. Zum einen wurde auf theoretischer Ebene versucht, Formen und Sinnbildungen historischen Erzählens (u. a. Rüsen) zu beschreiben und daraus unterrichtspragmatische Folgerungen abzuleiten (u. a. Pandel). Zum anderen finden sich empirische Ansätze, die durch qualitative (u. a. Barricelli, Hartung, Schönemann) und quantitative (u. a. das HITCH-Projekt) Verfahren das historische Erzählen Jugendlicher erfassen wollen.

Die Tagung will sich sowohl theoretisch als auch praktisch dem „Geschichte(n)erzählen“ Jugendlicher in geschichtsdidaktischer und interdisziplinärer Perspektive nähern. Sie möchte dabei sowohl einen breiten Überblick zu Trends, Konzepten und Herausforderung geben als auch verschiedene Ansätze in der Diskussion zwischen Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen zusammenzuführen.
Darüber hinaus sollen geschichtsdidaktische Potentiale des Archivs zum Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ausgelotet werden. Trotz der Aufmerksamkeit für verschiedene Wettbewerbsthemen und Einflüsse auf regionale Kontroversen und kommunikative Impulse für die bundesweite Öffentlichkeit, ist der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten bislang kaum in den Blick der Forschung geraten. Die dort lagernden Arbeiten Jugendlicher versprechen jedoch reichhaltiges Material für empirische Forschungen zum historischen Erzählen und Lernen.

Um eine Anmeldung zur Tagung wird bis zum 21.04.2014 gebeten.
Tagungsgebühren werden nicht erhoben.

Programm

Freitag, 16. Mai 2014

12.00: kleiner Imbiss

12.30: Begrüßung durch die Veranstalter

12.45-13.30: Keynote: Bodo v. Borries (Universität Hamburg): Geschichte von Geschichtslernen und Geschichtsunterricht (seit 1945)

Kaffeepause

Theoretische Erkundungen
Leitung: Martin Lücke (FU Berlin)

13.45-14.30: Lars Deile (FU Berlin): Auf dem Weg zu einer Ästhetik historischen Lernens

14.30-15.15: Michele Barricelli (Universität Hannover): Erzählen, narrative Kompetenz und shared memories. Zur Bedeutung fachbezogener Aufgabenformaten für ein diversitätssensibles historisches Lernen

Kaffeepause

Empirische Erkundungen I
Leitung: Michele Barricelli (Universität Hannover)

15.30-16.15: Britta Wehen-Behrens (Universität Oldenburg): „Learning by Viewing“? Auswirkungen der Analyse des Spielfilms „Schicksalsjahre“ auf narrative Kompetenz und Vorstellungen von Schülerinnen und Schülern

16.15-17.00: Alina Bothe (Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg)/ Christina Brüning (PH Freiburg): Historisches Erzählen mit digitalen Zeugnissen Überlebender der Shoah

Kaffeepause

Empirische Erkundungen II
Leitung: Bodo v. Borries (Universität Hamburg)

17.15-18:00: Björn Onken (Uni Duisburg-Essen): Überlegungen zur Rolle von Verfassertexten in Schulbüchern bei der Förderung narrativer Kompetenz

18.00-18.45: Martin Nitsche (PH der FHNW): „jeder Mensch konstruiert sich … eine historische Welt“: Einflüsse von Überzeugungen einer Geschichtslehrperson auf den Unterricht – ein Werkstattbericht

19.00 Gemeinsames Abendessen

Samstag, 17. Mai 2014

Pragmatische Erkundungen zur Migrationsgesellschaft
Leitung: Martin Buchsteiner (Universität Greifswald)

9.00-9.45: Martin Lücke (FU Berlin): Migrationsgeschichten erzählen

9.45 bis 10.30: Sven Günther (Universität Bielefeld): Zwischen (historischen) Welten – Narrative von Schülern im Geschichtsunterricht an Deutschen Auslandsschulen

Kaffeepause

Pragmatische Erkundungen zur historischen Projektarbeit
Leitung: Martin Nitsche (PH der FHNW)

10.45-11.30: Bernd Körte-Braun (FU Berlin): Lebensgeschichtliche Video-Interviews mit Überlebenden des Holocaust: Selbst-Narrative auf dem Schneidetisch

11.30-12.15: Martin Buchsteiner (Universität Greifswald): Wir konstruieren Geschichte. Ein Unterrichtsversuch zur historischen Narration und Wahrnehmung des Rekonstruktionscharakters von Geschichte durch die Erarbeitung kleiner Filmbeiträge zur 1848er Revolution in Rostock in der Klassenstufe 11

Mittagspause

13.30-14.15: Franz Jungbluth (Körber-Stiftung Hamburg): Das Archiv der Körber-Stiftung. »Gedächtnis der Nation« oder Fundgrube für didaktische Forschung?

14.15-14.45: Abschlussdiskussion

Kontakt

Martin Buchsteiner

Universität Greifswald, Historisches Institut, Arbeitsbereich Fachdidaktik, Rubenowstraße 2
0384/863318

martin.buchsteiner@uni-greifswald.de

Zitation
(Historische) Entwicklung historischen Erzählens und Lernens, 16.05.2014 – 17.05.2014 Hiddensee, in: H-Soz-Kult, 06.04.2014, <www.hsozkult.de/event/id/termine-24635>.
Redaktion
Veröffentlicht am
06.04.2014
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