Zeichen und Symbole - Kleidung zwischen Bild und Realie

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstalter
Exzellenzcluster »Bild Wissen Gestaltung. Ein interdisziplinäres Labor«, Humboldt-Universität zu Berlin
Datum
18.02.2016 - 20.02.2016
Bewerbungsschluss
15.07.2015
Von
Sabine de Günther

Die vestimentären Wissenschaften sind relativ jung und ihre Methoden oszillieren zwischen den Disziplinen der Bild-, Sprach- und Kulturwissenschaft bzw. den empirisch-materialkundlichen Analysen und deren Deutungen. Während Mode in Bild (Malerei, Grafik, Fotografie, Skulptur) und Schrift meist vor dem Hintergrund der Kunst- und Geschichtswissenschaften betrachtet werden, konzentrieren sich die Forschungen am Textil oder Kleiderensemble dagegen auf den Umgang mit technologischen Untersuchungsmethoden. Nicht selten ist festzustellen, dass die unterschiedlichen Erkenntnisinteressen autonome Forschung generieren, Synergien und Synthesebildung jedoch bisweilen auf der Strecke bleiben. Das »Cross-Reading«, das Verzahnen der Quellenlektüre etwa bedarf einer besonderen Gründlichkeit und unterschiedlicher disziplinärer Kenntnisse, die es zu diskutieren gilt. Allen Disziplinen gemeinsam stellt sich die Frage nach der Eingrenzung und Definition der Trias von Bild-Kleidung-Mode. Wir möchten im Rahmen einer multidisziplinär aufgestellten Tagung die Reflektion der angewandten Methoden und damit eine Selbstverortung der Disziplinen forcieren.

Die Schwerpunktsetzungen und Fragestellungen betreffen stets beide Seiten einer Medaille, nämlich die Kleidung als Realie und die Kleidung im Bild. Zwischen diesen Polen wirkt Kleidung als (Körper-) Bild in der Lebenswirklichkeit und im Bild. Um den vestimentären Symbolhaushalt auszuloten, ist die Wissenschaft auf Bild- und Schriftquellen angewiesen. Welche Aussagekraft haben sie in Bezug auf Identifikationsmuster zwischen Distinktion und Anpassung im Rahmen normativer Verhaltenscodices? Und wie wirken sie sich auf die symbolische Bedeutung der Kleidung aus hinsichtlich verschiedener Gesichtspunkte.

Für die Tagung ist eine Sektion zur (Rechts-)Geschichte geplant, für die ReferentInnen gesucht werden. Die Sektion will einen deutlichen Schwerpunkt auch auf geschichtliche und rechtsgeschichtliche Kontexte setzen und die historische Dimension der Bedeutung der Kleidung zwischen Norm und Form ausloten. Kleidervorschriften, Zeremonialbücher und Polizeiordnungen weisen darauf hin, dass das obrigkeitliche Streben nach Normdurchsetzung eine Zunahme und Ausdifferenzierung der Verordnungen und Strafen voraussetzte, die nicht nur die Kleider- und Luxusgesetze betraf, sondern die gesamte Steuerung der Gesellschaft. Unter diesen rechtshistorischen Vorzeichen interessieren Ursache und Wirkung der Kleiderverordnungen.

Programm

Informationen zum Prozedere:
Call for Abstracts: Bitte reichen Sie bis zum 15. Juli 2015 eine aussagekräftige Zusammenfassung (Abstract) Ihres Beitrags ein (Umfang: maximal 3.000 Zeichen).
Kontakt: bwg.zeichen-und-symbole@hu-berlin.de

Kontakt

Sabine de Günther, Philipp Zitzlsperger

Humboldt-Universität zu Berlin

bwg.zeichen-und-symbole@hu-berlin.de

Zitation
Zeichen und Symbole - Kleidung zwischen Bild und Realie, 18.02.2016 – 20.02.2016 Berlin, in: H-Soz-Kult, 24.06.2015, <www.hsozkult.de/event/id/termine-28295>.
Redaktion
Veröffentlicht am
24.06.2015