Russlanddeutsche in einem vergleichenden Kontext. Neue Perspektiven der Forschung / Russian Germans in a Comparative Context. New Research Perspectives

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund In den Ministergärten 10 10117 Berlin
Veranstalter
Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg); Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien der Universität Osnabrück Nordost-Institut – Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN) e.V. (Lüneburg)
Datum
17.11.2015 - 19.11.2015
Bewerbungsschluss
31.10.2015
Von
Anja Wilhelmi

Deutsche haben die Geschichte des Russländischen Reiches, der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten über Jahrhunderte mitgeprägt. Sie waren nicht nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen deutschsprachigen Regionen eingewandert, sondern lebten auch in weit entfernten Siedlungsgebieten voneinander getrennt, entwickelten sich in konfessioneller, wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht unterschiedlich. Dennoch werden die Russlanddeutschen vielfach als abgeschlossene und einheitliche Gruppe gesehen. Rund 2,4 Millionen von ihnen sind seit 1950 als (Spät)aussiedler/innen nach Deutschland eingewandert. Russlanddeutsche sind somit integraler Bestandteil sowohl deutscher als auch (post-)sowjetischer Geschichte und Gegenwart. Die Tagung ist einem transnationalen und verfl echtungsgeschichtlichen Ansatz verpfl ichtet und basiert auf einem Verständnis der Russlanddeutschen als Mitglieder globaler Netzwerke, die durch den geographischen Bezug auf Deutschland wie auf die Staaten der GUS gekennzeichnet sind. Die Geschichte der Russlanddeutschen wird in diesem Kontext zu der anderer Minderheiten im Russländischen Reich und der Sowjetunion ebenso in Beziehung gesetzt wie zu anderen Diaspora- und Einwanderergruppen in der Bundesrepublik Deutschland. Entsprechend ist die Tagung strukturiert: Überlegungen zu russlanddeutschen Identitätsbildungen werden Perspektiven der Migrationsforschung sowie vergleichende Forschungsfragen zu den Russlanddeutschen zur Seite gestellt.

Mit freundlicher Unterstützung der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Programm

DIENSTAG - 17. NOVEMBER 2015 (VORABEND)
Am Vorabend (17.11.2015, 18.00 Uhr) findet folgende Veranstaltung statt: „Herzlich willkommen // Teilhabe aus Tradition“. Ein Abend der Landesvertretung Niedersachsen in Kooperation mit dem Museum Friedland im Rahmen ihres Jahresprogramms „inspektionen // teilhabe_n“. Filmpräsentation von „Friedland“ der Regisseurin Frauke Sandig. Eine Koproduktion der Deutschen Welle mit dem NDR.

MITTWOCH - 18. NOVEMBER 2015

bis 9:30 Uhr
Anreise und Registrierung

9:30 Uhr
Eröffnung und Einführung durch die Veranstalter
Joachim Tauber (Lüneburg)
Jannis Panagiotidis (Osnabrück)
Hans-Christian Petersen (Oldenburg)

SEKTION 1 – IDENTITÄTEN
10:00 Uhr - Eric J. Schmaltz (Oklahoma): What’s in a Name? Russian Germans, German Russians, or Germans from Russia, and the Challenges of Hybrid Identities
10:30 Uhr - Martin Munke (Chemnitz): Zwischen Russland, Deutschland und Amerika. Russlanddeutsche Identitätskonstruktionen im „kurzen“ 20. Jahrhundert am Beispiel von Georg und Gottlieb Leibbrandt

11:00 Uhr - Kaffeepause

11:15 Uhr - Gesine Wallem (Berlin): Legal Categorization and Ethnic Identification. An Ethnographic Analysis of Russian German Identity Constructions
11:45 Uhr - Kommentar: Dittmar Dahlmann (Bonn)

12:00 Uhr - Diskussion
13:00 Uhr - Mittagspause

SEKTION 2 – MIGRATION
14:30 Uhr - John Eicher (Iowa): Comparative Narratives: Russlanddeutsche Migration Stories
15:00 Uhr - Markus Kaiser/Michael Schönhuth (Bonn/Trier): Einmal Deutschland und wieder zurück. Umkehrstrategien von (Spät-)Aussiedlern im Kontext sich wandelnder Migrationsregime

15:30 Uhr - Kaffeepause

15:45 Uhr - René Kreichauf (Weimar): Das Siedlungsverhalten von Spätaussiedler/innen in ostdeutschen Kleinstädten
16:15 Uhr - Kommentar: Leo Lucassen (Amsterdam/
Leiden)

16:30 Uhr - Diskussion
17:30 Uhr - Pause

19:00 Uhr
Grußwort:
Staatssekretär Michael Rüter, Bevollmächtigter des Landes Niedersachsen beim Bund

Podiumsdiskussion: Normalfall Migration?
Alina Bronsky (Schriftstellerin, Berlin)
Viktor Krieger (Historiker, Heidelberg)
Jochen Oltmer (Migrationsforscher, Osnabrück)
Moderation: Ulla Lachauer (Journalistin u. Autorin, Stuttgart)

DONNERSTAG, 19.11.2015

SEKTION 3 – VERGLEICH
9:00 Uhr - James Casteel (Ottawa): Transcultural Memories and Diasporic Identities among Russian German and Jewish Migrants from the former Soviet Union to Germany
9:30 Uhr - Nikita Pivovarov (Moskau): A Lost Opportunity: The Politics of the CPSU Central Committee with regard to “Soviet Germans” and Crimean Tatars (1987– 1991)

10:00 Uhr - Kaffeepause

10:15 Uhr - Anna Sosna-Schubert (Osnabrück): Deutsche Spätaussiedler und polnische Repatrianten – „Alte Nachbarn“ aus Kasachstan. Ein Beispiel der deutsch-polnischen Koexistenz in der Diaspora
10:45 Uhr - Kommentar: Dietmar Neutatz (Freiburg)

11:00 Uhr - Diskussion
12:00 Uhr

Konferenzbeobachtung:
Katrin Boeckh (Regensburg), Anke Hilbrenner (Bonn/ Bremen), Dmytro Myeshkov (Freiburg)

Zitation
Russlanddeutsche in einem vergleichenden Kontext. Neue Perspektiven der Forschung / Russian Germans in a Comparative Context. New Research Perspectives, 17.11.2015 – 19.11.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 18.10.2015, <www.hsozkult.de/event/id/termine-29218>.
Redaktion
Veröffentlicht am
18.10.2015
Beiträger