Stolpersteine – eine europäische Erinnerungsform zwischen Intervention und Anerkennung - Stumbling Stones – a European form of remembrance between intervention and recognition

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Veranstalter
Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
Datum
14.06.2018 - 15.06.2018
Bewerbungsschluss
31.01.2018
Von
Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin

-- Englisch version below --

Stolpersteine – eine europäische Erinnerungsform zwischen Intervention und Anerkennung

Das Erinnerungsprojekt Stolpersteine gibt es seit mehr als 20 Jahren. Angefangen hat es als eine kleine künstlerische Intervention im öffentlichen Raum, bei welcher der Künstler Gunter Demnig vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten an die im Nationalsozialismus verfolgten Menschen mit 10x10cm großen Messingplatten, auf denen der Name des Opfers und die Verfolgungsdaten zu lesen sind, erinnern wollte.
Zu Beginn ließ sich dieses Projekt oftmals nur ohne offizielle Genehmigung oder gegen große Widerstände durchsetzen. Im Laufe der Zeit jedoch gewann es an Zuspruch und zählt nun zu den in der deutschen Gesellschaft am stärksten verankerten Erinnerungsprojekten.
Gunter Demnig und sein Team erhielten nicht nur zahlreiche Ehrungen und erfahren immer mehr offiziellen Rückhalt, sondern werden auch von einer breiten Bewegung von Ehrenamtlichen unterstützt. Und dies nicht nur in Deutschland – mittlerweile werden Stolpersteine in fast allen von der deutschen Wehrmacht besetzten Ländern verlegt.
Im Zentrum der Konferenz steht der Austausch über die erinnerungs- und geschichtspolitische Entwicklung dieses Kunstprojektes sowie die Verortung des Projektes Stolpersteine in europäischen Erinnerungskulturen. Wir freuen uns über Vortragsvorschläge zu folgenden Themenbereichen:

1) Stolpersteine werden mittlerweile in mehr als 20 europäischen Ländern verlegt. Was sagt dies über die verschiedenen europäischen Erinnerungskulturen aus – gibt es möglicherweise Gemeinsamkeiten?
Wo werden Unterschiede in der erinnerungspolitischen Verankerung des Projekts festgestellt?

2) Welches sind die Motive, Stolpersteine verlegen zu lassen und/oder sich an dem Projekt zu beteiligen und wandeln sich diese abhängig von Generationen? Nehmen Stolpersteine eine gesellschaftliche wie persönliche Entlastungsfunktion ein? Entfalten sie eine „heilende Wirkung“ für die Nachkommen von Verfolgten? Wie verändert das Projekt Stolpersteine das Bild Deutschlands im Ausland?

3) Die Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und auch die Stolpersteine gehören mittlerweile zum gesellschaftlichen und politischen Selbstverständnis der Mehrheit der Bevölkerung der BRD, doch wie spiegeln sich in diesem Projekt erinnerungspolitische Leerstellen wider?

Die Tagung wird von der Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin realisiert. Sie ist Teil des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. Die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin setzt das Stolpersteinprojekt in Berlin um und koordiniert zum einen die ehrenamtlichen Bezirksinitiativen. Zum anderen hat sie Bücher und pädagogisches Begleitmaterial veröffentlicht und eine Ausstellung zu dem Stolpersteinprojekt in Berlin konzipiert. Des Weiteren organisiert sie regelmäßig Veranstaltungen zu erinnerungspolitischen Themen in der Stadt.

Die Konferenz wird in deutscher und in englischer Sprache stattfinden und richtet sich an Interessierte der erinnerungs- und geschichtspolitischen Forschung. Fächerübergreifende Ansätze sind willkommen. Die Veröffentlichung eines Tagungsbandes ist geplant. Wir bemühen uns um eine Erstattung von Reise- und Übernachtungskosten. Da die Tagung im Anschluss an Stolperstein-Verlegungen in Berlin geplant ist, wird Gunter Demnig bei der Eröffnung ein Grußwort sprechen.

Wer Ergebnisse seinerihrer Forschung bei der Tagung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, bis zum 31. Januar 2018 eine Kurzbeschreibung (max. 3500 Zeichen) seinesihres Vortrags in Deutsch oder Englisch an info@stolpersteine-berlin.de und einen kurzen Lebenslauf einzusenden. Über die Annahme Ihres Vorschlags informieren wir Sie bis zum 28. Februar 2018.

--English version--

Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
Conference on the 14th and 15th June 2018
Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Stauffenbergstraße 13-14, 10785 Berlin
Deadline: 31st January 2018

Stumbling Stones – a European form of remembrance between intervention and recognition

The Stumbling Stones memorial project has been active for over 20 years now. It started as a small artistic intervention in a public space: by laying brass plaques in the ground in front of specific houses, measuring 10x10cm and bearing the names and dates of persecuted former residents, the artist Gunter Demnig aimed to commemorate the fate of those persecuted during National Socialism. In the beginning the project was often enough realized without official permission or encountered strong opposition. But over time, its popularity grew and it now counts among Germany’s best known and respected memory projects. Gunter Demnig and his team have not only received various honours and, increasingly, official backing, but are also supported by a broad volunteer movement. Their supporters are not only in Germany – in the meantime, Stumbling Stones have been laid in almost all the countries which were occupied by the Wehrmacht.
The conference will focus on an exchange of views concerning the project’s development in terms of commemoration work and its political-historical contribution, and the positioning of the Stumbling Stones project within the European cultures of remembrance. We would like to invite you to send us proposals for keynotes on the following topics:

1) Stumbling Stones are now being laid in more than 20 European countries. What can we learn from this about the different European cultures of remembrance – do similarities exist? Can differences be found in the way the project is established in memory politics?

2) What motivates people to have Stumbling Stones laid and/or to participate in the project? Do their motives vary from generation to generation? Does the Stumbling Stones project serve the purpose of exoneration on a personal as well as a societal level? Can it exert a “healing effect” on the relatives of persecutees? How does the Stumbling Stones project affect the image of Germany abroad?

3) Nowadays, the reappraisal of the history of National Socialism, and thus the Stumbling Stones project, is part of the national identity of the majority of German society, in political as well as social terms. But how are the voids of remembrance politics represented in this project?

The conference is organised by the “Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin”. It is part of the “Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.” and realizes the project within 12 Berlin districts where local groups of voluntaries do the work. The “Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin” publishes books and teaching aids and has designed an exhibition about the Stumbling Stones project. Furthermore, it organises lectures on various topics connected to remembrance politics on a regular basis.

The conference will be held in English and German and welcomes interested scholars of memory studies and historical research to participate. We would explicitly like to encourage transdisciplinary approaches. We plan to publish the conference proceedings and will make contributions towards travel expenses where possible. As the conference will take place after the laying of further Stumbling Stones in Berlin, we are very glad to announce that Gunter Demnig will be able to open the conference in person.

If you are interested in presenting the findings of your research at the conference, please send us an abstract (max. 3500 characters) of your proposed lecture and a short CV in German or English by 31st January 2018 to info@stolpersteine-berlin.de. All letters of acceptance will be sent by 28th February 2018.

Kontakt

Dr. Silvija Kavcic

Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin, Stauffenbergstr. 13-14, 10785 Berlin

0049/30/2639890-14
0049/30/269950-10
kavcic@stolpersteine-berlin.de

Zitation
Stolpersteine – eine europäische Erinnerungsform zwischen Intervention und Anerkennung - Stumbling Stones – a European form of remembrance between intervention and recognition, 14.06.2018 – 15.06.2018 Berlin, in: H-Soz-Kult, 06.12.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-35884>.
Redaktion
Veröffentlicht am
06.12.2017
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