Wider das Vergessen! Dezentrales Gedenken in Niedersachsen und seine Vernetzung

Ort
Papenburg
Veranstalter
Historisch-Ökologische Bildungsstätte Papenburg
Datum
16.02.2018 - 18.02.2018
Von
Anna-Lena Többen

Bis Ende der 1980er Jahre galt die Gedenkstätte Bergen-Belsen als zentrale Gedenkstätte des Landes Niedersachsen. Daneben waren jedoch bereits an zahlreichen Orten aus bürgerschaftlichem Engagement heraus Initiativen entstanden, die schließlich zur erfolgreichen Einrichtung von Gedenkstätten und Dokumentationszentren zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und deren Opfer führten. Daneben beschäftigten sich regionale Initiativen, Geschichtswerkstätten oder Schulen mit der Erforschung regionaler Aspekte und leisteten dezentrale Erinnerungsarbeit, oft noch gegen Widerstände aus Politik und Gesellschaft. Inzwischen haben sich unterschiedlichste Formen der Gedenk- und Erinnerungsarbeit entwickelt. Auch wenn Kontroversen um die Umbenennungen von Straßen, Plätzen, öffentlichen Gebäuden oder derzeit (wieder) Bundeswehrkasernen immer noch heftig geführt werden, hat die lokale Gedenkkultur ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Hier sei beispielhaft nur das in den 1990er Jahren entstandene Projekt „Stolpersteine“ des Künstlers Günter Demnig erwähnt, das längst internationale Dimensionen erreicht hat. Mit der Vielzahl dezentraler Gedenkorte entstanden auch Vernetzungen, so im Jahr 2000 durch die Gründung der Interessengemeinschaft niedersächsischer Gedenkstätten und Initiativen zur Erinnerung an die NS-Verbrechen. Wir wollen uns in diesem Seminar mit neueren Beispielen dezentralen Gedenkens an Orten in Niedersachsen beschäftigen. Weiterhin soll dargestellt werden, wie auf nationaler und regionaler Ebene Vernetzungen einer vielfältigen Gedenk- und Erinnerungsarbeit entstanden sind.

Programm

Freitag, 16. Februar 2018

bis 17.00 Uhr Anreise

17.00 Uhr – 18.00 Uhr
Begrüßung und Vorstellung der Referent/innen und Teilnehmenden

19.00 Uhr - 21.30 Uhr
Das „FORUM der LAGs“. Perspektiven und Möglichkeiten eines bundesweiten Zusammenschlusses der kleinen und mittleren Gedenkstätten in Deutschland
Referent: Andreas Ehresmann

Samstag, 17. Februar 2018

09.00 Uhr – 10.30 Uhr
Das Netzwerk Erinnerung + Zukunft in der Region Hannover e.V.
Referent: Horst Dralle

11.00 Uhr – 12.30 Uhr
Topografi e der Erinnerung – Gedenken und Erinnern in Südniedersachsen. Ein regionales Erinnerungsnetzwerk der KZ-Gedenkstätte Moringen
Referent: Arne Droldner

14.30 Uhr – 18.00 Uhr
Neue Formen des Gedenkens an historischen Orten der Emslandlager: Börgermoor, Neusustrum, Oberlangen, Fullen – Ortsbesichtigungen (Busexkursion)
Referent: Kurt Buck

Sonntag, 18. Februar 2018

09.00 Uhr – 10.30 Uhr
Die sich Unrecht und Krieg widersetzten - Erinnern an die Opfer der NS-Militärjustiz bleibt Aufgabe
Referent: Günter Knebel

10.45 Uhr – 12.15 Uhr
Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit in niedersächsischen Gedenkstätten und Initiativen - Projektberichte
Moderation: Kurt Buck

12.30 Uhr – 13.15 Uhr
Seminarauswertung
Ende der Veranstaltung

Kontakt

Többen

Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen

anna-lena.toebben@gedenkstaette-esterwegen.de

Zitation
Wider das Vergessen! Dezentrales Gedenken in Niedersachsen und seine Vernetzung, 16.02.2018 – 18.02.2018 Papenburg, in: H-Soz-Kult, 22.12.2017, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36015>.
Redaktion
Veröffentlicht am
22.12.2017
Klassifikation
Region
Weitere Informationen
Sprache Beitrag
Land Veranstaltung