Metropolenbilder. Inszenierungen von Metropolität in Spätmittelalter und Renaissance (1200-1600)

Ort
Paris
Veranstaltungsort
DHI Paris
Veranstalter
Deutsches Historisches Institut Paris in Zusammenarbeit mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ der Universität Regensburg
Datum
26.11.2018 - 27.11.2018
Bewerbungsschluss
15.05.2018
Von
Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“

Ausschreibung eines Nachwuchsworkshops des Deutschen Historischen Instituts Paris in Zusammenarbeit mit dem DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ der Universität Regensburg

Der Aufstieg von Paris zur größten europäischen Stadt, zum Sitz der französischen Monarchie und zur führenden Universität des Abendlandes spiegelt sich in der zunehmenden Intensität der Diskurse über die Bedeutung der Seine-Stadt wider. In der Blütezeit des 16. Jahrhunderts schreiben sich Topoi wie diejenigen vom unvergleichlichen Paris („Paris sans Pair“) oder von der Weltstadt Paris („Lutetia non urbs, sed orbis“) in zahllose historiographische Texte, Briefe, Tagebücher, Karten und Bilder ein. Der Prozess der Bedeutungszuschreibung oder ‚Metropolisierung‘ beginnt aber schon im 12. Jahrhundert, und damit vor dem enormen Urbanisierungsschub des Spätmittelalters. Das Pariser Selbstbewusstsein, einem besonderen Gemeinwesen anzugehören, ist also nicht bloße Folge des demographischen, wirtschaftlichen und politischen Erfolges der Stadt. Die Diskurse über die Bedeutung moderieren vielmehr die Identitätsbildung als Metropole, aus deren Größe, Macht und Geschichte sich aktuelle politische oder kulturelle Ansprüche ableiten lassen. Ein solcher Prozess findet statt in Fremdzuschreibungen wie in Selbststilisierungen, Vergleichen mit historischen oder aktuellen Metropolen (Athen, Rom) und in der Multimedialität der Inszenierung. Entsprechende Selbstäußerungen können in fundierenden Stadtgeschichten (Gründungsmythen) und im Städtelob (Laus urbium) genauso verortet werden wie in Rechtstexten und Ego-Dokumenten, Ikonographie, Architektur oder herrschaftlichem Handeln.
Mit dieser Perspektive nimmt der geplante Workshop einen Ansatz der modernen Metropolitan Studies auf, nach dem ‘Metropolität’ ein anspruchsvolles soziales Konstrukt ist und die Erhebung eines metropolitanen Geltungsanspruchs zum konstitutiven Merkmal heutiger Metropolen gehört (einführend : http://www.metropolenforschung.de/download/Mieg_The_Metropolis.pdf). Heute investieren Großstädte viel Geld in ihr Marketing, das sie als Metropolen inszeniert. In der Vormoderne waren die medialen, politischen und ökonomischen Bedingungen für die Produktion und Rezeption metropolitaner Ansprüche völlig andere. Ausgehend vom Pariser Beispiel, fragt die geplante Veranstaltung nach Erscheinungsformen, Wirkungen und Unterschieden metropolitaner Inszenierungen in europäischen Großstädten des 13. bis 16. Jahrhunderts.

Der geplante Workshop am Deutschen Historischen Institut in Paris (1,5 Tage) richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, insbesondere Graduierte und Postdocs, deren Arbeiten im oben umrissenen Themenfeld angesiedelt sind. Interdisziplinäre Beiträge sind ausdrücklich erwünscht. Das DFG-Graduiertenkolleg 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ erforscht an der Universität Regensburg die Bedingungen urbaner Zentralität und metropolitaner Bedeutsamkeit im historischen Wandel (www.metropolitaet.ur.de). Als Mitveranstalter steht mit Dr. Boris Bove (Université Paris 8 Saint-Denis) ein profunder Spezialist der Pariser Stadtgeschichte des Mittelalters zur Verfügung.

Bewerbungen richten Sie bitte per Email (pdf) bis zum 15.05.2018 an Sabine.Reichert@geschichte.uni-regensburg.de. Die Bewerbungen sollten eine Skizze des laufenden Forschungsprojektes, ein Vortragsthema (25min) und einen CV enthalten. Für die Präsentation sind Werkstattberichte aus laufenden Arbeiten ausdrücklich erwünscht. Bewerbungen und Präsentationen sind in französischer, deutscher oder englischer Sprache möglich. Die Reisekosten werden aus Mitteln des Deutschen Historischen Instituts Paris und des DFG-Graduiertenkollegs 2337 „Metropolität in der Vormoderne“ der Universität Regensburg getragen.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Jörg Oberste (Universität Regensburg), Prof. Dr. Rolf Große (DHI Paris), Dr. Boris Bove (Université Paris 8 Saint-Denis).

Rückfragen an Joerg.Oberste@web.de.

Kontakt

Prof. Dr. Jörg Oberste
DFG-Graduiertenkolleg 2337 "Metropolität in der Vormoderne" der Universität Regensburg

Kontakt
Dr. Sabine Reichert
sabine.reichert@geschichte.uni-regensburg.de

Zitation
Metropolenbilder. Inszenierungen von Metropolität in Spätmittelalter und Renaissance (1200-1600), 26.11.2018 – 27.11.2018 Paris, in: H-Soz-Kult, 12.02.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36417>.
Redaktion
Veröffentlicht am
12.02.2018