Das lange Ende des Ersten Weltkriegs. Europa zwischen gewaltsamer Neuordnung und Nationalstaatsbildung

Ort
Erfurt
Veranstaltungsort
Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Andreasstraße 37a
Veranstalter
Stiftung Ettersberg, Landeszentrale für politische Bildung Thüringen
Datum
21.04.2018
Bewerbungsschluss
16.04.2018
Von
Katharina Schwinde

Mit dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 wurden die Kampfeshandlungen an der Westfront des Ersten Weltkriegs eingestellt. Doch nicht überall war der Krieg damit zu Ende. Der Zerfall des Russischen Imperiums, der Habsburgermonarchie und des Osmanischen Reiches hatte kriegerische Auseinandersetzungen in den Jahren nach dem proklamierten Ende des Ersten Weltkriegs zur Folge. Bürgerkriege, Revolutionen, Grenzkonflikte, Vertreibungen, Pogrome und die Entfesselung ethnischer Konflikte begleiteten im östlichen Europa die Gründung neuer Nationalstaaten. Das Tagesseminar, das die Stiftung Ettersberg gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen veranstaltet, möchte diese Nachfolgekonflikte des Ersten Weltkrieges und den Zerfall der europäischen Imperien betrachten und das Jahr 1918 als historische Zäsur in Frage stellen. Dabei wollen wir einerseits die historischen Ursprünge jener Konflikte und andererseits die unterschiedlichen Wege der Nationalstaatsbildung in den Blick nehmen. Abschließend wollen wir darüber nachdenken, inwieweit der Erste Weltkrieg und seine Nachfolgekonflikte gewohnte Hör- und Sehgewohnheiten verändert haben und als Geburtsstunde neuer Formen von Gewalt anzusehen sind, die konstitutiv für das 20. Jahrhundert als ein ›Zeitalter der Extreme‹ wirkten.

Programm

9.15 Uhr
Begrüßung und Einführung
Franz-Josef Schlichting (Landeszentrale für politische Bildung Thüringen)/Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller (Stiftung Ettersberg)

9.30 Uhr
Kriege und Konflikte als Erbe des Ersten Weltkriegs
Prof. Dr. Robert Gerwarth (Centre for War Studies, University College Dublin)

10.30 Uhr
Deutschland
Dr. Mark Jones (Centre for War Studies, University College Dublin)

11.30 Uhr
Kaffeepause

12.00 Uhr
Polen und die Ukraine
Dr. Jochen Böhler (Imre Kertész Kolleg Jena)

13.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Jugoslawien
Dr. Sabina Ferhadbegović (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

15.00 Uhr
Kaffeepause

15.30 Uhr
Türkei
Dr. Dennis Dierks (Friedrich-Schiller-Universität Jena)

16.30 Uhr
Visuelle und akustische Erinnerungsorte des Ersten Weltkriegs
Prof. Dr. Gerhard Paul (Universität Flensburg)

ca. 17.30 Ende des Tagesseminars & Möglichkeit der Führung durch die Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt

Kontakt

Katharina Schwinde

Stiftung Ettersberg
Jenaer Straße 4, 99425 Weimar
+49 (0)3643/4975-14

schwinde@stiftung-ettersberg.de

Zitation
Das lange Ende des Ersten Weltkriegs. Europa zwischen gewaltsamer Neuordnung und Nationalstaatsbildung, 21.04.2018 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 19.02.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36499>.