Evangelischer und katholischer Kirchenbau zwischen 1848 und 1938 in den deutschsprachigen Gebieten östlich der Elbe

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Katholische Akademie Berlin
Veranstalter
Berliner Kirchenbauforum
Datum
20.09.2018 - 22.09.2018
Bewerbungsschluss
30.04.2018
Von
Berliner Kirchenbauforum

Vor 170 Jahren wurde auf der Frankfurter Nationalversammlung die religiöse Freiheit und die Gleichheit aller Religionen in der Verfassung konstituiert. Hinsichtlich der christlichen Konfessionen galt fortan zwar eine formale Gleichberechtigung. Diese wurde mit dem 1871 aufkommenden Kulturkampf allerdings für mehrere Jahre stark eingeschränkt beziehungsweise aufgehoben. In Preußen erfolgte durch den Kaiser als Summepiskopat der evangelischen Kirche eine von den Katholiken oft kritisierte Förderung protestantischer Kirchenbauten. Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert konnten allerdings beide Glaubensgemeinschaften einen Bauboom insbesondere in den Ballungszentren verzeichnen – eine Entwicklung, die der Ausbruch des Ersten Weltkrieges jäh beendete. Die anschließende, in der Weimarer Republik vollzogene Trennung von Staat und Kirche mit zunehmenden gesellschaftlichen Entkirchlichungstendenzen bedeuteten für Katholiken und Protestanten neue Herausforderungen, die gegen Ende der 1920er Jahre mithilfe moderner Materialien und Konstruktionen auch in neuartigen architektonischen Lösungen ihren Ausdruck fanden – wenngleich die Zahl der Kirchenneubauten nicht mehr das Vorkriegsniveau erreichte. Diese Entwicklungen wurden durch die mit den Nationalsozialisten aufkommenden ideologischen Konflikte nicht nur behindert, vielmehr bedeutete ihr 1938 erlassenes Verbot zur Errichtung nicht rüstungsrelevanter Neubauten eine Zäsur für die nächsten Jahre.

Mit den zwischen 1848 und 1938 stattfindenden Entwicklungen im evangelischen und katholischen Sakralbau beschäftigt sich die vom 20.9. bis 22.9.2018 stattfindende Tagung des Berliner Kirchenbauforums. Das Forum versteht sich als Netzwerk von Wissenschaftlern (Kunsthistorikern, Historikern, Architekten, Theologen, Stadtplanern usw.), die sich mit historischen und aktuellen Fragen zur Entwicklung des Kirchenbaus auseinandersetzen und ihre Ergebnisse in Form von Vorträgen und Publikationen veröffentlichen.

Die im September 2018 stattfindende Tagung bildet den Auftakt einer Reihe, die in den nächsten Jahren fortgesetzt werden soll. Der geografische Fokus liegt hierbei auf den deutschsprachigen Gebieten östlich der Elbe inklusive der bis 1945 zum Deutschen Reich gehörigen Provinzen im heutigen Polen. Mögliche Themenkomplexe können die dem Kirchenbau zugrundeliegenden theologischen und künstlerischen Konzepte im Wandel der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse oder die bei der Entstehung von Sakralbauten beteiligten Akteure, wie die Kirchen und ihre einzelnen Organe, Architekten oder staatliche Institutionen, und deren Aushandlungsprozesse sein. Weitere thematische Vorschläge sind willkommen. Die einzelnen Panels werden anhand der inhaltlichen Ausrichtung der eingereichten Vorträge gebildet.

Erwünscht sind (kunst-)historische, religions-, sozial- oder kulturgeschichtliche Beiträge, die sich hinsichtlich der übergeordneten Themen mit folgenden beispielhaften Aspekten beschäftigen:

- Stilikonographie, Bau- und Raumtypologie sowie künstlerische Ausstattung
- Relevanz und Wirksamkeit von Formvorgaben, Regulativen und innerkirchlichen Diskursen
- zeitgenössisches Bauwissen und Baumethoden
- Unterschiede zwischen städtischem und ländlichem Kirchenbau
- Unterschiede zwischen katholischem und evangelischem Kirchenbau
- Spektrum sakraler Bauaufgaben: Gemeindezentren, Simultankirchen etc.
- das Verhältnis von Kirche, Staat und Gesellschaft
- die Rolle der Auftraggeber (Landeskirchen, Ordens- und Pfarrgemeinden, Staat)
- die Architekten (Biografien, Werke etc.)
- die Bedeutung der evangelischen und katholischen Vereine zur Förderung des Kirchenbaus
- Theologisch, liturgische Implikationen im Kirchenbau

Interessenten sind eingeladen, ein einseitiges Exposé zu den genannten oder angrenzenden Themen für einen 30-minütigen Vortrag inklusive eines kurzen CV bis 30.4.2018 an team@berlinerkirchenbauforum.de zu senden.

Die Konferenzsprachen sind deutsch und englisch.
Es ist beabsichtigt, die Beiträge anschließend in einem Tagungsband zu veröffentlichen.

Organisation des Berliner Kirchenbauforums:

Stefanie Fink, Kunsthistorikerin, Berlin
Dr. Arvid Hansmann, Kunsthistoriker, Greifswald
Ilka Hausmann, Architektin und Kunsthistorikerin, Leipzig
Konstantin Manthey, Kunsthistoriker und Theologe, Berlin
Christian Ritter, Theologe und Historiker, Berlin
Marina Wesner, Architektin, Berlin

Nähere Informationen zum Berliner Kirchenbauforum: http://berlinerkirchenbauforum.de

Veranstaltungsort: Katholische Akademie, Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin

Anfahrts- und Übernachtungskosten können den Referenten erstattet werden.

Kontakt

team@berlinerkirchenbauforum.de

Katholische Akademie
Hannoversche Straße 5, 10115 Berlin

Zitation
Evangelischer und katholischer Kirchenbau zwischen 1848 und 1938 in den deutschsprachigen Gebieten östlich der Elbe, 20.09.2018 – 22.09.2018 Berlin, in: H-Soz-Kult, 02.03.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-36591>.