Summerschool / Workshop zu Hansequellen

Ort
Lübeck
Veranstaltungsort
Europäisches Hansemuseum, An der Untertrave 1, 23552 Lübeck
Veranstalter
Europäisches Hansemuseum Lübeck, Forschungsstelle für die Geschichte der Hanse und des Ostsseraums, Universität Mannheim, Europa-Universität Flensburg
Datum
23.07.2018 - 27.07.2018
Bewerbungsschluss
01.07.2018
Von
Franziska Evers

Seit dem 12. Jahrhundert spannen Kaufleute aus dem niederdeutschen Sprachgebiet über politische Grenzen hinweg ein weitreichendes Handelsnetz. Im Ostseeraum dominieren sie im Mittelalter die Märkte, im Westen erstreckt sich ihr Handelsgebiet bis England und an die französische Atlantikküste, im Süden sind sie in den Küstenstädten Spaniens, Portugals und Italiens präsent.

Neben dem gegenseitigen Vertrauen und einer gleichen Rechtskultur verbindet die niederdeutschen Kaufleute vor allem ihre gemeinsame
Sprache. Führende Schriftsprache des Fernhandels ist in den Regionen an der südlichen Nord- und Ostseeküste bis Ende des 16. Jahrhunderts Mittelniederdeutsch. Der Sprach- und Kulturtransfer der Hanse wird durch eine Vielzahl mittelniederdeutscher Wörter belegt, die in die skandinavischen Sprachen übernommen wurden.

In einem dreitägigen Intensiv-Workshop sollen an Praxisbeispielen folgende Fragen beantwortet werden: Was sind die Besonderheiten des Mittelniederdeutschen? Wie kann man es verstehen? Wie funktioniert die Grammatik? Zugleich soll das Mittelniederdeutsche aber nicht losgelöst von seinem historischen Trägermaterial, also von Texten, Retabeln, Objekten etc., betrachtet werden. Daher bietet der Workshop auch konsequente paläographische Übung sowie Einführungen in den Umgang mit materiellen Überlieferungszeugnissen
und mittelalterlicher Kunst. Die Organisatoren sind überzeugt, dass nur im Zusammenspiel dieser Disziplinen die Hansekultur des Mittelalters und der frühen Neuzeit angemessen erfasst werden kann.

Programm

Montag, 23. Juli 2018
15:00 Begrüßung, Führung durch das EHM
17:00 gegenseitiges Kennenlernen der TeilnehmerInnen und Hintergründe
18:00 Öffentlicher Abendvortrag

Dienstag, 24. Juli 2018: Norm und Narrativ
09:00 Führung durch die Stadtbibliothek Lübeck
10:00 Lübisches Recht und städtische Ordnung
12:30 zur freien Verfügung/Mittagspause
14:00 Chronistik
17:00 zur freien Verfügung/Abendessen
19:00 ein Stündchen über’m Tellerrand, Teil 1: materielle Kultur

Mittwoch, 25. Juli 2018: Geld und Geistliches
9:00 Führung durch das Archiv der Hansestadt Lübeck
11:00 Bruderschaften; Kirche; Orden, Testamente und Stiftungen
13:00 zur freien Verfügung/Mittagspause
14:30 Hanse: Blockaden, Privilegien, Kontorsordungen
17:00 zur freien Verfügung/Abendessen
19:00 ein Stündchen über’m Tellerrand, Teil 2: Ikonographie

Donnerstag, 26. Juli 2018: Hansisches und Allzu-Hansisches
10:00 Altäre lesen: praktische Einführung in Ikonographie und niederdeutsche Epigraphik (im St. Annen-Museum)
12:30 zur freien Verfügung/Mittagspause
14:00 Hanserezesse und Beiüberlieferung
18:00 gemeinsames Abschlussabendessen im EHM

Freitag, 27. Juli 2018
9:00 Werkstatt: vom Original zur zweisprachigen Edition
12:30 Abschlusssitzung und Abreise

Kontakt

Prof. Dr. Hiram Kümper

Universität Mannheim
Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit H
Tel (+49) 0621/181-1330

hiram.kuemper@uni-mannheim.de

Zitation
Summerschool / Workshop zu Hansequellen, 23.07.2018 – 27.07.2018 Lübeck, in: H-Soz-Kult, 17.04.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-37028>.
Redaktion
Veröffentlicht am
17.04.2018