Beziehungen und Netzwerke zwischen Deutschland, Ostmittel- und Südosteuropa im Protestantismus vom 16. bis 20. Jahrhundert

Ort
München
Veranstaltungsort
Raum 226, Historisches Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München, Schellingstraße 12, 80799 München
Veranstalter
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) in Kooperation mit dem Internationalen Graduiertenkolleg „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München
Datum
19.07.2018 - 20.07.2018
Bewerbungsschluss
30.06.2018
Von
Angela Ilic

Das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS) veranstaltet in Kooperation mit dem Internationalen Graduiertenkolleg „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München einen zweitägigen Workshop, der sich dem Einfluss des deutschen Protestantismus und seine Vernetzung zu und in den Ländern Mittel- und Südosteuropas widmet. Dabei werden Mittel- und Südosteuropa nicht als separate Geschichtsregionen betrachtet, sondern als Gebiete, die – obwohl sie im geografischen Sinne am Rande der protestantischen Reformation standen – bereits im 16. Jahrhundert oder durch spätere Migrationswellen, Missionierung oder karitative Arbeit ab dem späten 18. Jahrhundert vom Protestantismus nachhaltig berührt worden waren.

In den keineswegs als homogen zu bezeichnenden evangelischen Kirchenstrukturen schlossen sich nicht nur Vertreter unterschiedlicher Nationen und Sprachen, sondern auch unterschiedlicher evangelischer Konfessionen und Strömungen zusammen. Im Rahmen des Workshops werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern und Disziplinen den vielfältigen und oft in Diasporasituation existierenden Protestantismus epochenübergreifend thematisieren und über die Dynamiken der Koexistenz in unterschiedlichen Mikroregionen reflektieren. Dabei wird eine Bestandsaufnahme der bisherig vorliegenden Untersuchungen und Theorien sowie die Identifizierung von noch aufzuspürenden Forschungsfeldern angestrebt.

Folgende Themen werden u. a. behandelt:
- Die Verbreitung und Verwurzelung der protestantischen Reformation in Mittel- und Südosteuropa;
- konfessionelle sowie sprachliche und nationale Differenzierung unter den Protestanten Mittel- und Südosteuropas;
- die Position und Rolle der Protestanten in den Ländern Mittel- und Südosteuropas inmitten der politischen, sozialen und nationalen Zäsuren des 19. und 20. Jahrhunderts;
- die Entstehung und Pflege persönlicher und institutioneller Beziehungen und Netzwerke zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation beziehungsweise nach Deutschland;
- nationale Agitationen und Rivalitäten, Nationalsozialismus und Faschismus;
- die Herausarbeitung transnationaler Vernetzungen und überregionaler Bezüge sowie Gemeinsamkeiten.

Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch

HINWEIS:
Für Tagesgäste (ohne Inanspruchnahme von Unterkunft und Verpflegung) ist die Teilnahme kostenlos. Um eine Anmeldung bis 30. Juni 2018 wird gebeten.

ANMELDUNG:
Dr. Angela Ilić
Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas
an der Ludwig-Maximilians-Universität München
ilic@ikgs.de

Programm

Donnerstag, 19.07.2018

13:30–14:00
Eröffnung und Grußworte

Einführung, Dr. Angela Ilić, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München

Teil I

14:00–14:45
Ao. Prof. Dr. Sašo Jerše, Historisches Institut, Philosophische Fakultät der Universität Ljubljana: Die slowenische Reformation und das slowenische Kulturgedächtnis

14:45–15:30
Dr. Norbert Friedrich, Vorstand der Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth, Düsseldorf: Die südosteuropäischen Mutterhäuser – ein diakonisches Netzwerk

15:30–16:00
Pause
Teil II

16:00–16:45
Dr. Luka Ilić: Deutsche Spuren in der Reformation in Südosteuropa

16:45–17:30
Dr. Béla Makkai, Institut für Geschichte, Reformierte Gáspár-Károli-Universität Budapest: Religious and National Identity in the Protestant Mission Churches of Slavonia and Fiume in the Dual Monarchy

Freitag, 20.07.2018

Teil III

9:00–9:45
Anna Bischof, Collegium Carolinum, München: Zwischen konfessionellen und nationalen Interessen. Überlegungen zum Engagement des Gustav-Adolf-Vereins in der Slowakei in der Zwischenkriegszeit

9:45–10:30
Dr. Angela Ilić, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München: Das Engagement des Gustav-Adolf-Vereins auf dem Gebiet des heutigen Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Serbien und Slowenien, 1856–1945. Bestandaufnahme und Forschungsdesiderate

10:30–10:45
Pause

Teil IV

10:45–11:30
Prof. Dr. Karl W. Schwarz, Universität Wien: Gerhard May und die evangelische Diaspora im Königreich Jugoslawien

11:30–12:15
Militärsuperintendent PD DDr. Karl-Reinhart Trauner, Österreichisches Bundesheer: Berührungspunkte der Evangelischen Marburgs/Maribors mit Deutschland (1862–1945)

12:15–13:00
Dr. Daniela Simon, „Sonderforschungsbereich 923, Bedrohte Ordnungen“, Universität Tübingen: „Stiefmütterliche Behandlung“ und „Zurücksetzung“. Der Protestantismus im Unabhängigen Staat Kroatien (1941–1945)

13:00–13:15
Abschlussdiskussion

Kontakt

Angela Ilic

Halskestraße 15
81379 München

ilic@ikgs.de

Zitation
Beziehungen und Netzwerke zwischen Deutschland, Ostmittel- und Südosteuropa im Protestantismus vom 16. bis 20. Jahrhundert, 19.07.2018 – 20.07.2018 München, in: H-Soz-Kult, 14.06.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-37563>.