"Jüdischer Buchbesitz als Raubgut“ - Zweites Hannoversches Symposium

Ort
Hannover
Veranstaltungsort
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek
Veranstalter
Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek und Stiftung Preußischer Kulturbesitz, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Datum
10.05.2005 - 11.05.2005
Bewerbungsschluss
31.03.2005
Von
Uwe Hartmann

In der Nachfolge des Symposiums „Jüdischer Buchbesitz als Raubgut“ vom November 2002 laden die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek — Niedersächsische Landesbibliothek und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zum Zweiten Hannoverschen Symposium „Jüdischer Buchbesitz als Raubgut“ ein. Der Fokus des zweitätigen Symposiums zielt besonders auf den internationalen Austausch und die Koordination der Suche nach geraubtem Kulturgut im Sinne der WASHINGTONER GRUNDSÄTZE.

Fachleute aus dem europäischen Ausland, aus Israel und den USA werden gemeinsam mit deutschen Bibliothekaren und Wissenschaftlern neue Forschungen zu Strukturen, Akteuren und Opfern des nationalsozialistischen Bücherraubes diskutieren sowie Erfahrungen und Ergebnisse bei der Suche nach den geraubten Büchern und den Eigentümern dieser Bücher vorstellen.

Es gilt eine Zwischenbilanz zu der Leitfrage Wo stehen wir sieben Jahre nach der WASHINGTONER KONFERENZ und zwei Jahre nach dem HANNOVERSCHEN APPELL zu ziehen. Dabei sollen neue Ansätze für die Forschung zu Raub und Restitution der Bücher wie für den praktischen Umgang mit den geraubten Büchern erörtert werden.

Programm

Montag, 9. Mai 2005

17.00 Uhr Diavortrag im Rahmen der Ausstellung AUF TRANSPORT. Deutsche Stationen ‘sichergestellter’ jüdischer und freimaurerischer Bibliotheken aus Frankreich und den Niederlanden (1940-1949):
Das Institut zur Erforschung der Judenfrage in Hungen, Oberhessen (1943-1945)
(Frits J. Hoogewoud, Bibliotheca Rosenthaliana, Universiteitsbibliotheek Amsterdam)

Dienstag, 10. Mai 2005

10.00 Uhr Eröffnung
Dr. Georg Ruppelt, Direktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek, Hannover
Prof. Dr. phil h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Berlin
Ministerialdirigend Günter Winands, Gruppenleiter bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bonn

10.30 Uhr „So habe ich eines seiner Gehäuse, dessen Bausteine Bücher sind…“ Bedeutungen von Buch und Schrift in der jüdischen Tradition
(Liliana Ruth Feierstein, Buenos Aires, z. Zt. Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

10.50 Uhr Eine Brücke aus Papier: Jüdische Antworten auf die Zerstörung
(Liliana Furmann/Liliana Ruth Feierstein, Buenos Aires, z. Zt. American Jewish Joint Distribution Committee in Deutschland, Freiburg / Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)

11.10 Uhr Kaffeepause

Teil 1 - Der Raub der Bücher in Deutschland und im europäischen Ausland

Moderation: Dr. Verena Dohm, Universität Göttingen, Seminar für mittlere und neuere Geschichte

11.30 Uhr Die Bibliothek der Großen Synagoge in Warschau und das Schicksal der Bücher im Warschauer Ghetto
(Prof. Dr. Andrzej Mezynski, Warschau)

11.50 Uhr Bücherraub am Balkan – Die Nationalbibliothek Wien und der Belgrader Verleger Geca Kon
(Christina Köstner, Österreichische Nationalbibliothek, Wien)

12.10 Uhr Hermann Gerstner (1903-1993) – ein schriftstellernder Bibliothekar als Ariseur?
(Dr. Paul Dannhauer/Dr. Stephan Kellner, Bayerische Staatsbibliothek, München)

12.30 Uhr Diskussion

13.00 Uhr Mittagspause

Moderation: Dr. Ines Katenhusen, Universität Hannover, European Studies

14.15 Uhr Staatssekratär Dr. Josef Lange - Grußwort des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur

14.30 Uhr Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg und französische jüdische Buchsammlungen
(Dr. Sem C. Sutter, University of Chicago Library, Chicago)

14.50 Uhr Search for the Jewish community library of Rome, looted in 1943
(Dario Tedeschi, Italian Commission responsible for the recovery of the bibliographic heritage of the Jewish Community in Rome, Rom)

15.10 Uhr Das Dokumentationszentrum für Kulturgutverluste der Opfer des Zweiten Weltkrieges, Prag und die Suche nach den vermissten Büchern
(Renata Kostalova/Ondrej Vlk, Centrum pro dokumentaci majetkovych prevodu kulturnich ostatku obeti druhe svetove valky, Prag

15.30 Uhr Beschlagnahme und Verbleib jüdischer Bibliotheken in Deutschland vor und nach dem Novemberpogrom 1938
(Werner Schroeder, Oldenburg)

15.50 Uhr Verloren 1933: Bibliothek und Archiv des Institut für Sexualwissenschaft in Berlin
(Dr. Angela Graf, Gerd Bucerius Bibliothek und Sammlung Buchkunst im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg)

16.10 Uhr Diskussion

16.40 Uhr Pause

Teil 2 - Die Restitution von Büchern nach 1945

Moderation: Stephan Lohr, NDR Kultur

17.10 Uhr The salvaging of Jewish books in Europe after the Holocaust: The efforts of the Hebrew University and University Library – success and failure
(Dr. Dov Schidorsky, Tel Aviv)

17.30 Uhr Vom Dritten Reich bis zum Kalten Krieg: Die Konfiszierung und Restitution der Bibliothek der Jüdischen Gemeinde Hamburg
(Dr. Alice Jankowski, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg)

17.50 Uhr Die Rückführung der Leon Vita Saraval Sammlung
(Nawojka Cieslinska-Lobkowicz, Polen)

18.10 Uhr Diskussion

18.30 Uhr Abschluss des 1. Tages

Mittwoch, 11. Mai 2005

Teil 3 - Auf der Suche nach den Büchern: Werkstattberichte

9.00 Uhr Auswertung einer Fragebogenaktion
(Veronica Albrink, Universitätsbibliothek Bonn/Dr. Bernd Reifenberg, Universitätsbibliothek Marburg)

Gruppe A - Die Suche in deutschen Einrichtungen

Moderation: Dr. Carola Schelle-Wolff, Stadtbibliothek Hannover

9.20 Uhr Ein Bestand – viele geraubte Herkünfte
(Dr. Karljosef Kreter, Stadtarchiv Hannover)

9.35 Uhr Erfahrungen der Zentral- und Landesbibliothek Berlin mit so genannten „unsicheren Provenienzen“
(Dr. Annette Gerlach, Zentral- und Landesbibliothek Berlin)

9.50 Uhr Jüdischer Buchbesitz in der Universitätsbibliothek Gießen – Bestandsaufnahme einer Suche
(Dr. Monika Suchan, Universitätsbibliothek Gießen)

10.05 Uhr Diskussion

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Die Suche nach der „Spur der Bücher“ in der Deutschen Bücherei Leipzig
(Jörg Räuber, Deutsche Bücherei Leipzig)

11.15 Uhr Über den Beginn einer systematischen Suche in der Universitätsbibliothek Tübingen
(Peter-Michael Berger, Universitätsbibliothek Tübingen)

11.30 Uhr Diskussion

12.00 Uhr Mittagspause

Gruppe B - Die Suche in deutschen Einrichtungen und im Ausland

9.20 Uhr Neue Erkenntnisse über den Raub von Büchern aus Österreich
(Evelyn Adunka, Wien)

9.35 Uhr Die Bücherverwertungsstelle Wien
(Grit Nitzsche, Großenhain)

9.50 Uhr Der Verkauf der Sammlungen Stefan Zweig und Sigmund Freud
(Oliver Matuschek, Wolfenbüttel)

10.05 Uhr Diskussion

10.30 Uhr Kaffeepause

11.00 Uhr Centre for studies of Holocaust and Religious Minorities in Norway. A new library and documentation centre. The background, activities and plans.
(Ewa Mork, Centre for studies of Holocaust and Religious Minorities in Norway, Oslo)

11.15 Uhr The international research project „Heritage Revealed”
(Ekaterina J. Genieva, The All-Russia State Library for Foreign Literature, Moskau)

11.35 Uhr Diskussion

12.00 Uhr Mittagspause

Teil 4 - Vom Umgang mit den geraubten Büchern heute

Moderation: Stephan Lohr, NDR Kultur

13.15 Uhr Die „Stürmer-Bibliothek“ – ein historischer Exkurs
(Jim Tobias, Nürnberger Institut für NS-Forschung und jüdische Geschichte des 20. Jahrhunderts e.V.)

13.30 Uhr Die Sammlung Israelitische Kultusgemeinde (früher „Stürmer-Bibliothek“) – Strukturen, Provenienzen, Restitutionsbemühungen
(Leibl Rosenberg, Stadtbibliothek Nürnberg)

13.45 Uhr Rückgaben der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
(Dr. Thomas Bürger, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek
Dresden)

14.00 Uhr Erfolglos abgeschlossen: Der Fall Sonntag – oder: was kann geschehen, wenn aus dem Rechercheur ein Ermittler wird
(Christian Mannschatz, Stadtbibliothek Leipzig)

14.15 Uhr Die Sammlung Jellinek-Mercedes in der Stadtbibliothek Essen
(Reinhard Brenner, Stadtbibliothek Essen)

14.30 Uhr Abschlussdiskussion

15.00 Uhr Schluss des Symposiums

Kontakt

Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische
Landesbibliothek
Waterloostr. 8
30169 Hannover

0511/1267-207
Direktion@gwlb.de

Zitation
"Jüdischer Buchbesitz als Raubgut“ - Zweites Hannoversches Symposium, 10.05.2005 – 11.05.2005 Hannover, in: H-Soz-Kult, 22.03.2005, <www.hsozkult.de/event/id/termine-3796>.
Redaktion
Veröffentlicht am
22.03.2005
Beiträger