Medium Buch – Wolfenbütteler interdisziplinäre Forschungen 2019

Ort
Wolfenbüttel
Veranstalter
Wolfenbütteler Arbeitskreis für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte
Datum
25.01.2019
Bewerbungsschluss
25.01.2019
Von
Ute Schneider

Die traditionsreichen Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte erscheinen ab 2019 in neuem Format. Unter dem neuen Titel Medium Buch – Wolfenbütteler interdisziplinäre Forschungen wird zukünftig ein Heft pro Jahrgang erscheinen. Herausgegeben wird die neue Zeitschrift wie ihre Vorgängerin vom Wolfenbütteler Arbeitskreis für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte.
Für das Heft 2019 werden praxeologische Studien zur historischen Buchforschung gesucht, die die Varianten des Buchgebrauchs in historischer Perspektive thematisieren. In den letzten Jahren ist in Abgrenzung zur Erforschung struktureller Kommunikations- und Handlungsprozesse in den Kulturwissenschaften von den Fragestellungen der Ethnologie ausgehend die Forschung zur materiellen Kultur und den daraus resultierenden sozialen Praktiken stark fortgeschritten. Das Medium Buch eignet sich als Untersuchungsgegenstand für die Praxisforschung besonders, weil Form, Funktion und Bedeutung seiner medialen Eigenschaften stark durch seine Materialität bedingt sind. Buchgebrauch ist sozial überformt und wird durch unterschiedliche Kulturtechniken geregelt, von denen das Lesen zwar in der Regel eine grundlegende Voraussetzung des Gebrauchs ist, jedoch durch vielfältige weitere Umgangsformen überlagert wird. Das Buch als Materialobjekt und Auslöser sozialer Praktiken war in historischer Perspektive und ist auch heute noch fest in körperlich, räumlich und zeitlich determinierte Gewohnheiten und Routinen eingebunden. Sinn und Form dieser Praktiken im Umgang mit dem Buch orientieren sich einerseits an seiner Materialität und seiner Sozialität und damit an den Wertzuschreibungen an das Buch. Andererseits sind Praktiken durch die Position des Buchs im epochenspezifischen Medienkontext determiniert. Beiträge zu diesem facettenreichen Themenkomplex können beispielsweise folgende Fragestellungen zugrunde liegen:
- Welche Funktionen und Leistungen wurden dem Medium Buch in spezifischen Nutzungskontexten zugeschrieben?
- Welche sozialen Praktiken im Umgang mit dem Buch wurden wann etabliert und welche sind tradiert?
- Welche Räume, Zeiten und Prozesse bedingen den Buchgebrauch?
- Wie erzwingt die Objekt-Materialität einen bestimmten Umgang mit dem Medium?
- In welchen medialen Kontexten findet Buchkommunikation statt?
- Inwiefern sind ritualisierte oder habitualisierte Rezeptionsgewohnheiten nachweisbar?

Willkommen sind insbesondere quellengesättigte Fallbeispiele und/oder theoriebasierte Zugriffe aus der Buchwissenschaft, der Bibliothekswissenschaft, der Wissenschaftsgeschichte, der Mediengeschichte, der Kommunikationswissenschaft, der Literaturwissenschaft, der Kulturanthropologie oder der Kunstgeschichte.

Die Herausgeber bitten um ein kurzes Abstract von ca. 450-500 Wörtern und eine Kurzvita von ca. 250 Zeichen bis zum 25. Januar 2019 an feuerstein@hab.de und uschneid@uni-mainz.de. Eine Entscheidung über die Aufnahme der Beiträge erfolgt spätestens zum 22. Februar. Redaktionsschluss für die Beiträge ist der 30. Juni 2019.

Kontakt

Ute Prof. Dr. Schneider

Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien / Buchwissenschaft

uschneid@uni-mainz.de

Zitation
Medium Buch – Wolfenbütteler interdisziplinäre Forschungen 2019, 25.01.2019 Wolfenbüttel, in: H-Soz-Kult, 07.12.2018, <www.hsozkult.de/event/id/termine-38904>.