Bauhauslehrerin Gertrud Grunow (1870-1944) und ihr Umfeld

Ort
Berlin
Veranstalter
Linn Burchert, Institut für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin linn.burchert@hu-berlin.de Gabriele Fecher, Dozentin für Grundlagen Gestaltung, Künstlerische Techniken, Kunstpädagogik und Kreativitätsworkshops fecher@art-i.de
Datum
14.01.2019
Von
Linn Burchert

Für die neue Plattform www.gertrud-grunow.de werden Einträge und Hinweise zur Bauhauslehrerin Gertrud Grunow und zu ihrem Umfeld gesucht. Diese können aus unterschiedlichen Bereichen – Wissenschaft, Journalismus, Literatur, bildende Kunst, Musik, etc. – stammen.
Die Musikpädagogin Gertrud Grunow (1870-1944) lehrte zwischen 1919 und 1924 am Weimarer Bauhaus. Mit ihrer Harmonisierungslehre gestaltete sie maßgeblich die Vorlehre mit. Alle Schülerinnen nahmen am Grunow-Unterricht teil: Dieser sollte sie durch einen neuen Zugang zu Körper und Seele auf die schöpferische Praxis am Bauhaus vorbereiten. Grunows Evaluationen trugen zur Entscheidung bei, welche Schülerinnen an der Schule aufgenommen wurden und seit 1922 wurde Grunow in den offiziellen Dokumenten der Schule sogar als „Formmeister“ geführt. Nach ihrer Zeit am Bauhaus arbeitete sie bis 1933 unter anderem an der Hamburger Universität, wo sie experimentell mit dem Entwicklungspsychologen Heinz Werner zu Wahrnehmung und Synästhesie forschte.
Trotz ihrer außergewöhnlichen Vita ist Grunow bis heute wenig bekannt und erforscht. Aus diesem Grunde haben die Kunstpädagogin Gabriele Fecher und die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Linn Burchert eine Online-Plattform ins Leben gerufen. Die Webseite sowie ein frei verfügbares E-Book geben einen aktuellen Forschungsstand zu Grunow. Die Webseite soll außerdem fortlaufend aktualisiert werden. Hinweise auf Publikationen, Projekte und Veranstaltungen zu Grunow und ihrem Umfeld können dort publik gemacht werden. Auch die Liste der Primär- und Sekundärliteratur wird regelmäßig ergänzt. Für Hinweise sind wir jederzeit sehr dankbar!

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, die weitere Forschung zu Grunow anzuregen. Einige Desiderate seien hier kurz aufgeführt:
- Einbettung Grunows in die Geschichte der Musikpädagogik (Zusammenhang Körper und Musik, Stimmentwicklung): Berliner und Rheinländischer Kontext um 1900
- Bedeutung Grunows für ihre Bauhaus-Schüler*innen und die Werkstätten, z.B.: Weberei: Margarete Willers und Gunta Stölzl; Malerei: Eduard Gillhausen, Werner Gilles und Max Peiffer Watenphul; Tanz und frühe Bauhaus-Bühne: Sara Norden, Lothar Schreyer, Hans Haffenrichter, Friedl Dicker und Franz Singer; Keramik: Margarete Heymann-Loebenstein-Marks; Pädagogik: Alma Siedhoff-Buscher
- Spuren Grunows in der Hamburger Universitätsgeschichte (Philosophisches Institut, Psychologisches Seminar)
- Bezüge Grunows zum Warburg-Institut in Deutschland und London: Gertrud Bing, Alice Bachrach, …
- Einbettung Grunows in die Philosophie-Geschichte: Informationen zur Philosophin Dr. Anni Adler (Assistentin von Carl Gustav Jung) als Grunow-Schülerin; Bezüge Grunow und Ernst Cassirer

Die Kontaktaufnahme für wissenschaftliche und journalistische Beiträge erfolgt an Linn Burchert, linn.burchert@hu-berlin.de. Mit Ihren im weitesten Sinne künstlerischen Projekten wenden Sie sich gern an Gabriele Fecher, fecher@art-i.de.

Zitation
Bauhauslehrerin Gertrud Grunow (1870-1944) und ihr Umfeld, 14.01.2019 Berlin, in: H-Soz-Kult, 11.01.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-39111>.