"Es hat also jede Sache ihren Gesichtspunct ...". Neue Blicke auf Justus Möser (1710-1974)

Ort
Osnabrück
Veranstaltungsort
Schloss Osnabrück, Aula, Neuer Graben, 49074 Osnabrück
Veranstalter
Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V.; in Kooperation mit dem Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit der Universität Osnabrück
Datum
14.03.2019 - 16.03.2019
Bewerbungsschluss
15.02.2019
Von
Ulrich Winzer

Wie kaum ein anderer hat Justus Möser auf umfassende Weise die Kultur, Geschichte und Gesellschaft besonders Osnabrücks und des Osnabrücker Landes beobachtet, geschildert und der Nachwelt vermittelt – und dies in höchster Anschaulichkeit. Daneben war er während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch in politischer Hinsicht eine der entscheidenden Persönlichkeiten des Fürstbistums Osnabrück. Möser stellt somit eine Ausnahmegröße in der Geschichte des ehemaligen Hochstifts dar. Nicht zuletzt die Würdigung als „der herrliche Justus Möser“ durch Goethe bezeugt das hohe Ansehen, das der Aufklärer darüber hinaus auch außerhalb seines heimischen Territoriums genoss.
Mösers 300. Geburtstag im Jahr 2020 wird daher zum Anlass genommen, sich dem Staatsmann, Juristen und äußerst produktiven Publizisten erneut zu widmen, die zentralen Aspekte seiner Person und seines Schaffens zu beleuchten sowie den gegenwärtigen Forschungsstand zu diskutieren und zu ergänzen. Über die reine Fachwissenschaft hinaus sollen damit zugleich neue Impulse für die Wahrnehmung dieser Persönlichkeit und ihres Wirkens gegeben werden.

Programm

Tagungsprogramm

Donnerstag, 14. März 2019
11.00 Uhr Ankunft der Tagungsgäste – Begrüßungskaffee
11.30 Uhr Begrüßung und Grußworte: Universität Osnabrück, Land
Niedersachsen, Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V.
11.45 Uhr Prof. Dr. Peter Nitschke, Vechta: Politische Theorie der Vormoderne und Justus Möser – oder: Über die beschränkte Freiheit
12.30 Uhr Dr. Gerd van den Heuvel, Hannover: Justus Möser und die Französische Revolution
13.15 Uhr Mittagspause
14.15 Uhr Dr. Heinrich Schepers, Haren/Ems: Justus Möser zwischen Osnabrück, Hannover, England und Wien
15.00 Uhr Prof. Dr. Christoph Rass, Osnabrück: Bewegung in einer kleinen Welt? Justus Möser als Denker eines frühneuzeitlichen Migrationsregimes
15.45 Uhr Roman Schoenen, Bad Honnef: Justus Mösers Menschenbild – Zwischen Aufklärung und Ständepolitik
16.30 Uhr Kaffeepause
17.00 Uhr Dr. Hermann Queckenstedt, Osnabrück: „das Volk belehren und mit Gründen überzeugen.“ Katholische Aufklärung zur Zeit Mösers
17.45 Uhr Nadeshda Domke, Osnabrück: Politische Kommunikation und Aushandlungsstrategien von Herrschaft. Justus Möser und das Jubiläum 1772
18.30 Uhr Abendimbiss
20.00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag - Prof. Dr. Steffen Martus, Berlin: Politische Stimmungen. Justus Mösers Analyse der ‚Staatsmoden‘

Freitag, 15. März 2019
9.00 Uhr Prof. Dr. Heike Düselder, Lüneburg: Semantik der Ökonomie bei Justus Möser und seinen Zeitgenossen
9.45 Uhr Prof. Dr. Alexander Dietz, Hannover: Wirtschaftsethik und regionale Identität bei Justus Möser
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Dr. Annika Schmitt, Osnabrück: Justus Möser und die Landwirtschaft im Hochstift Osnabrück (1765-1790)
11.45 Uhr Ulrich Tapper, Emsdetten: Justus Möser und das Handwerk am mikroanalytischen Beispiel des Wannenmacherhandwerks
12.30 Uhr Mittagsimbiss
13.30 Uhr Prof. Dr. Hansjörg Küster, Hannover: Justus Möser als Betrachter der Landschaft
14.15 Uhr Dr. Michael Schimek, Cloppenburg: Justus Möser und die Volkskunde: Eine wissenschaftshistorische Annäherung
15.00 Uhr Prof. Dr. Daniel Purdy, Philadelphia: Justus Möser zu Mode und „nationaler Kleidung“
15.45 Uhr Kaffeepause
16.15 Uhr Prof. Dr. Holger Böning, Bremen: Intelligenzblätter und Medienlandschaft zur Zeit Justus Mösers
17.00 Uhr Dr. Winfried Siebers, Osnabrück: Der Essayist Justus Möser
17.45 Uhr Dr. Frank Stückemann, Soest-Meiningen: Möser, Schwager und Benzler als Volksaufklärer des Luthertums im nordöstlichen Westfalen. Zur Entstehung und Zusammenarbeit der Intelligenzblätter in Minden, Osnabrück und Lemgo zwischen 1756 und 1784
18.30 Uhr Abendimbiss

Samstag, 16. März 2019
9.00 Uhr Dr. Frans Willem Lantink, Utrecht: Justus Möser - Historiograph und Ideologe ‚zwischen den Zeiten‘
9.45 Uhr Dr. Christine van den Heuvel, Hannover: Justus Mösers „Kleine Welt“ – Aspekte politischer Memoria nach 1794
10.30 Uhr Dr. Thorsten Heese, Osnabrück: Der ‚inszenierte‘ Justus Möser. Zur visuell-räumlichen Rezeption einer ‚bedeutenden Persönlichkeit‘
11.15 Uhr Kaffeepause
11.45 Uhr Martin Siemsen M. A., Osnabrück: Die Briefe der Jenny von Voigts
12.30 Uhr Brigitte Erker, Weimar: Kommunikationsstrukturen im Badeort Pyrmont. Justus Möser und die praktizierte Brunnenfreiheit
13.15 Uhr Zusammenfassung/Schlussdiskussion
13.45 Uhr Imbiss – anschließend Ende der Tagung

Kontakt

Ulrich Winzer
Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V., Schloss Iburg - Hofapotheke
49186 Bad Iburg
05403 / 7 24 55-0
05403 / 7 24 55 -10

winzer@lvosl.de

Zitation
"Es hat also jede Sache ihren Gesichtspunct ...". Neue Blicke auf Justus Möser (1710-1974), 14.03.2019 – 16.03.2019 Osnabrück, in: H-Soz-Kult, 10.01.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-39129>.