Wertewandel - Prozesse, Strategien und Konflikte in der gebauten Umwelt

Ort
Cottbus
Veranstaltungsort
Mies-Atelier, Lehrgebäude 2 C-D, 1. OG, Zentralcampus, BTU Cottbus-Senftenberg
Veranstalter
DFG-Graduiertenkolleg "Kulturelle und technische Werte historischer Bauten", BTU Cottbus-Senftenberg
Datum
25.09.2019 - 27.09.2019
Bewerbungsschluss
15.05.2019
Von
Albrecht Wiesener

[ENGLISH VERSION BELOW]

Die Einschätzung der gebauten Umwelt unterliegt immer einem Wertungsprozess, der von politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen beeinflusst ist. Das Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“ widmet sich mit dem 5. Querschnittskolloquium an der BTU Cottbus-Senftenberg explizit solch wandelnden Wertzuschreibungen der gebauten Umwelt.
Seit der Antike ist das Aushandeln von Werten Gegenstand der Philosophie und seit dem 19. Jahrhundert werden vor dem Hintergrund der Kapitalisierung der modernen Welt Wertetheorien explizit diskutiert. Allgemein können Werte als etwas bezeichnet werden, das „aus verschiedenen Gründen aus der Wirklichkeit hervorgehoben wird und als wünschenswert und notwendig für den auftritt, der die Wertung vornimmt“ . Werte bestimmen das menschliche Handeln, das immer zukunftsorientiert und somit mit Unsicherheit behaftet ist. Wertungen ermöglichen es, die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu überbrücken. Insbesondere Planungsprozesse sind beständig mit Wertungen verbunden, da sie zukunftsorientiert sind und bei den erforderlichen Entscheidungsprozessen immer auf Werte zurückgegriffen werden muss. Zugleich liegen dem Erhalt oder der Weiterentwicklung baulicher Gefüge tradierte Denkmuster und lange verinnerlichte Wertesysteme zu Grunde. Phänomene des Wertewandels lassen sich sowohl bei Neuplanungen als auch Umbau, Instandsetzung und Ertüchtigung beobachten.
Im Rahmen des Querschnittskolloquiums sollen Prozesse der Wertaneignung, der Wertverinnerlichung und der (individuellen) Wertentstehung an konkreten Beispielen aus Bau- und Planungsgeschichte diskutiert werden. Diese Prozesse können von der Antike bis in die Gegenwart reichen und sollen interdisziplinären Betrachtungsweise unterzogen werden. Dabei sind vor allem die Disziplinen Archäologie, Architektur, Baugeschichte und Bauforschung, Bautechnikgeschichte, Denkmalpflege, Ingenieurwissenschaften, Kunstgeschichte, raumbezogene Sozialwissenschaften, Stadt- und Regionalplanung angesprochen. PHÄNOMENE, PROZESSE, STRATEGIEN und KONFLIKTE von Wertewandel in der gebauten Umwelt sollen unter anderem mit Hilfe der folgenden Fragen diskutiert werden:
- Sind es Werte, die sich wandeln, oder sind es die Wertzuschreibungen?
- Durch welche historischen, sozialen, politischen und ökonomischen Einflüsse oder wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse werden die gesellschaftlichen Übereinkünfte darüber, was wertvoll ist, verändert?
- Welche Prozesse und Dynamiken sind bei Werteverschiebungen zu beobachten?
- Wie ist das Spannungsverhältnis zwischen individuellem und gesellschaftlichem Wertewandel zu beschreiben?
- Welche Rolle spielen einzelne Akteure (Subjekte und Objekte) und Vermittlungsinstrumente im Prozess des Wertewandels?
- Auf welche Weise nutzen Interessens- und Meinungsgruppen Strategien und Instrumente, um einen jeweils intendierten Wertewandel voranzubringen?
- Wie wird mit konfligierenden Werten umgegangen?
- Bedeuten Kompromisse in einer Wertzuweisung immer einerseits eine Entwertung und andererseits eine Aufwertung, oder besteht auch die Möglichkeit eines Win-Win-Wertes?
Wir freuen uns über Abstracts in Deutsch oder Englisch für Vorträge (max. 20 min), die zu den skizzierten Themenfeldern Stellung beziehen. Bitte senden Sie Ihr Abstract (max. 2.500 Zeichen) zusammen mit einem kurzen CV (max. 500 Zeichen) bis zum 15.5.2019 an: dfg-graduiertenkolleg-1913@b-tu.de.
Die Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt bis spätestens 1.7.2019. Reise- und Aufenthaltskosten können für die Referentinnen und Referenten des Querschnittskolloquiums übernommen werden. Eine Publikation der Ergebnisse ist in der Schriftenreihe des DFG-Graduiertenkollegs im Birkhäuser-Verlag für 2020 geplant.

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Valuating the built environment is always part of a process of valuation influenced by political, economic and social circumstances. With the fifth interdisciplinary colloquium at BTU Cottbus-Senftenberg, the Research Training Group 1913 Cultural and Technological Significance of Historic Buildings will focus specifically on the changing valuation of the built environment.
Ever since antiquity, negotiating values has been part of philosophy and, with the advent of capitalisation of the modern world, theories of valuation have been discussed explicitly since the 19th century. Generally, values can be defined as something, which “for various reasons is being singled out from reality and presents itself as desireable and necessary for him, who valuates” .
Values direct human behaviour, which is always oriented towards the future and therefore imbued with uncertainty. Valuation bridges the gap between knowledge and action. Planning processes in particular are always linked to valuation, because they are directed towards the future and values are fundamental for the necessary decision making processes. At the same time, preservation and adaptation of built structures are based on long-existing patterns of thinking and deeply ingrained value systems. Phenomena of shifting values can be observed when planning from scratch, when changing existing structures, during renovation and structural reinforcement.
At the interdisciplinary colloquium, processes of value appropriation, value internalisation and the (individual) formation of values will be discussed using specific examples from construction and planning history. These processes can range from antiquity to the present time and should be discussed using an interdisciplinary approach. The colloquium would like to specifically engage disciplines such as archeology, architecture, construction history, architectural conservation, engineering, art history, sociology of space, urban and regional planning.

The research interest of the conference regarding PHENOMENA, PROCESSES, STRATEGIES, and CONFLICTS in value shift in the built environment are outlined by the following cross-disciplinary questions:

- Is it values that are shifting or rather value attributions?
- Which historic, social, political, and economical influences or scientific findings change the societal consensus about what is valuable?
- What are the processes and dynamics evident in value shifts?
- How can the tension between individual and societal shifts in values be described?
- What are the roles taken on by different agents (subjects and objects) and mediating instruments in the process of shifting values?
- How do interest and opinion groups use strategies and instruments to affect a change in values?
- How are conflicting values being dealt with?
- Do compromises in value attributions always mean a de-valuation on the one side and an up-valuation on the other or is there scope for a win-win value?

We welcome abstracts in German or English for presentations (max. 20 minutes long), commenting on the issues described. Please submit your abstract (max. 2500 characters) with a short CV (max. 500 charac-ters) by 15 May 2019 to dfg-graduiertenkolleg-1913@b-tu.de .
We will let you know by 1 July 2019 whether your application has been successful. Travel and accommodation expenses can be covered by us for all speakers of the conference. Conference findings are going to be published by Birkhäuser in 2020 as part of the Research Training Group’s publication series Kulturelle und technische Werte historischer Bauten.

Kontakt

Albrecht Wiesener
DFG-Graduiertenkolleg "Kulturelle und technische Werte historischer Bauten" BTU Cottbus-Senftenberg
0355-694915

albrecht.wiesener@b-tu.de

Zitation
Wertewandel - Prozesse, Strategien und Konflikte in der gebauten Umwelt, 25.09.2019 – 27.09.2019 Cottbus, in: H-Soz-Kult, 13.03.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-39715>.
Redaktion
Veröffentlicht am
13.03.2019
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Land Veranstaltung