Familienflüsterer. Familienunternehmen und ihre Berater

Ort
wird noch bekannt gegeben
Veranstalter
Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V.
Datum
22.11.2019
Bewerbungsschluss
30.06.2019
Von
Justin Rosenstiel

Das 20. Jahrhundert lässt sich mit guten Gründen als „Jahrhundert der Beratung“ (Andreas Vossler) charakterisieren. Das Bedürfnis nach Beratungsangeboten nahm nicht nur in Politik und Gesellschaft, sondern auch in der Wirtschaft fortwährend zu. Das gilt gerade auch für Fa-milienunternehmen. Die Rolle von „Familienflüsterern“ übernahmen zunächst Personen aus dem näheren geschäftlichen Umkreis der Eigentümer. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts konsultierten Unternehmerfamilien in erster Linie loyale Bankiers und Firmenjuristen, um sich in Steuer- und Vermögensfragen, aber auch bei Familienkonflikten beraten zu lassen. Während sich in den USA in den 1920er- und 1930er-Jahren die Beraterbranche professionalisierte und in Deutschland Großunternehmen langsam dazu übergingen, die externen Dienstleistungen der ersten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Anspruch zu nehmen, hielten Familienunternehmen offenkundig bis in die 1960er-Jahre hinein an ihrem eher informell strukturierten Beraternetz fest. Mit dem beschleunigten ökonomischen Strukturwandel in den zwei Jahrzehnten nach dem „Ölpreisschock“ (Internationalisierung der Unternehmen, Liberalisierung der Finanzmärkte, Aufstieg der Dienstleistungsgesellschaft etc.) öffneten sich Familienunternehmen gegenüber Beratungsgesellschaften, die insgesamt einen bemerkenswerte Boom erlebten, ihr Angebot zunehmend ausdifferenzierten und seit der Jahrtausendwende in einem verschärften Wettbe-werb zueinander stehen.

Die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. möchte in der 16. Sitzung ihres Arbeitskrei-ses die vielfältigen Beziehungen zwischen Familienunternehmen zu ihren Beratern in historischer Perspektive beleuchten:

- Wie veränderte sich die Struktur des Beratungsmarktes und der Beraterkreis eines Unter-nehmens im Zeitverlauf?

- Welche Bedeutung hatten die großen ökonomischen Krisen und wichtige gesellschaftli-che Trends wie der Generationenwandel auf die Nachfrage und das Angebot von Bera-tungsleistungen?

- Welche betriebswirtschaftlichen und familiären Krisen überforderten die Eigentümerfa-milie und ließen sich nicht mehr ohne Berater lösen? Seit wann gehört namentlich die Unternehmerfamilie zu den „Beraterobjekten“?

- Veränderten sich die Ansprüche der Familienunternehmen an ihre Berater im Zeitver-lauf? Welche längerfristigen Folgen hatten Kooperationen auf die Corporate Gover-nance eines Unternehmens? Wovon hing der Erfolg und Misserfolg einer Zusammenar-beit im Wesentlichen ab?

Vorschläge zu Referaten, inklusive einer kurzen Angabe zu Ihrer Person (zusammen etwa eine Textseite) schicken Sie bitte als pdf-Dokument per E-Mail bis zum 3. Juni 2019 an die Gesell-schaft für Unternehmensgeschichte e.V., Frau Dr. Andrea H. Schneider-Braunberger: ahschnei-der@unternehmensgeschichte.de.

Kontakt

Dr. Andrea H. Schneider-Braunberger
Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V., Sophienstr. 44, 60487 Frankfurt am Main
+496997203314

ahschneider@unternehmensgeschichte.de

Zitation
Familienflüsterer. Familienunternehmen und ihre Berater, 22.11.2019 wird noch bekannt gegeben, in: H-Soz-Kult, 11.04.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-40007>.