Sprache und Politik. Innovationen, Instrumentalisierungen und Polarisierung im öffentlichen Diskurs

Ort
Tutzing
Veranstaltungsort
Akademie für Politische Bildung Buchstraße 1, 82327 Tutzing
Veranstalter
Deutsche Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP)
Datum
12.07.2019
Bewerbungsschluss
03.05.2019
Von
Simon Schulze / Natalie Tröller

Graduiertenkonferenz im Rahmen der 37. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Politikwissenschaft (DGfP)

Welche Rolle spielt Sprache in der Politik? Sprache ist Voraussetzung, Bestandteil und Charakteristikum menschlicher Kommunikation und erzeugt Symbole, Rituale, Handlungen und Instrumente. Sie etabliert, stabilisiert und irritiert somit Strukturen, Regeln, Normen und Werte. Für individuelle und kollektive Akteure ist sie dementsprechend Emanzipations-, Macht- und Herrschaftsmittel. Besonders in der Aus-einandersetzung mit aktuell relevanten Gegenständen wie Populismus, Gender oder Postkolonialismus sind diese Erkenntnisse offensichtlich.

Die politikwissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache eröffnet eine Vielzahl von theoretischen, methodischen und empirischen Perspektiven und Fragestellungen. So heben neuere Ansätze wie der Kon-struktivismus, Poststrukturalismus oder die Politische Psychologie den genuinen Stellenwert von politischer Sprache deutlich hervor. Zugleich bleibt sie aber ein traditioneller Kernbestand politikwissen-schaftlicher Forschung und äußert sich in den polity-, policy- und politics-Dimensionen gleichermaßen. Daher ist für alle Teilbereiche der Politikwissenschaft – von der Regierungslehre über die Theorie und Ideengeschichte bis zu den Internationalen Beziehungen – eine Auseinandersetzung mit dem Themen-komplex „Sprache und Politik“ gewinnbringend.

Dieser Call for Papers richtet sich an DoktorandenInnen und PostdoktorandenInnen der Politikwissenschaft und benachbarter Disziplinen. Angesprochen und erwünscht sind Beiträge aus allen Teilgebieten der Politikwissenschaft. Für die Konzeption der Beiträge, ihren Inhalt und die Frage nach einer theoretischen oder eher empirischen Ausrichtung gibt es keine strikten Vorgaben oder Einschränkungen. Vorstellbar sind grundsätzliche, konzeptionelle Arbeiten wie auch konkrete Analysen zur Sprache von politischen und gesellschaftlichen Akteuren sowie ihrer Relevanz in spezifischen Situationen.

Programm

Folgende, miteinander verbundene Themenbereiche können beispielhaft im Rahmen der Konferenz thematisiert werden:

Sprache und Politikwissenschaft: Wie nähern sich die verschiedenen Teildisziplinen der Politikwissenschaft dem Phänomenen Sprache an? Welche Theorien, Konzepte und Modelle stehen zur Verfügung? Welche ontologischen und epistemologischen Fragestellungen gehen damit für die Politikwissenschaft einher? Wo liegen Anknüpfungspunkte zu anderen Wissenschaftsdisziplinen wie der Psychologie, der Linguistik oder der Anthropologie?

Sprache und Methoden: Wie kann politikwissenschaftliche Forschung Erkenntnisse aus benachbarten Disziplinen aufnehmen? Inwieweit können qualitative und quantitative Methoden verwendet bzw. kombiniert werden? Welche Rolle spielen automatisierte Formen der Textverarbeitung und -auswertung? Wie kann der Themenkomplex „Sprache und Politik“ vermessen werden, welche empirischen Ansätze bieten sich an?

Sprache und Akteure: Wie framen Individuen und Kollektive Sprechakte für ihre politischen Ziele und Maßnahmen? Welche Gestaltungsspielräume, Instrumente und Strategien sind erkennbar bzw. erklärbar? Welchen Einfluss haben Faktoren wie Persönlichkeit, politische Kultur und politisches System? Gibt es länder- und kontextübergreifende Trends oder einzelfallbezogene Besonderheiten?

Sprache und Strukturen: Wie wirken sich bestimmte Sprachmuster bei speziellen Ereignissen wie plötzlich auftretenden Krisen aus? Wie offen oder geschlossen sind bestehende Institutionen für Verände-rungen durch Sprache? Welche Resilienzen besitzen diese?

Wir bitten alle Interessentinnen und Interessenten, bis zum 03.05.2019 ein Abstract von max. 500 Wörtern zzgl. einer Draft Structure des vorgeschlagenen Vortrags sowie einen Kurzlebenslauf (1 Seite) per E-Mail an beide Organisatoren zu schicken.

Die DGfP übernimmt die Fahrt- und Unterkunftskosten der Referentinnen und Referenten.

Wir freuen uns über rege Beteiligung!
Simon Schulze und Natalie Tröller

Organisation und Leitung:
Simon Schulze, M.A., Universität Trier (schulzes@uni-trier.de)
Natalie Tröller, M.A., Universität Trier (troeller@uni-trier.de)

Kontakt

Simon Schulze
Universität Trier
Trier
+49 (0)651 201-3352

schulzes@uni-trier.de

Zitation
Sprache und Politik. Innovationen, Instrumentalisierungen und Polarisierung im öffentlichen Diskurs, 12.07.2019 Tutzing, in: H-Soz-Kult, 12.04.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-40022>.
Redaktion
Veröffentlicht am
12.04.2019
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