Fußball im Kaiserreich in Niedersachsen und Norddeutschland

Ort
Hannover
Veranstaltungsort
Hannover
Veranstalter
Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte (NISH)
Datum
20.03.2020 - 21.03.2020
Bewerbungsschluss
30.11.2019
Von
apl.Prof. Dr.Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe

Wenngleich die Geschichte des Fußballs in den letzten Jahrzehnten umfangreich erforscht wurde, ist über die Frühzeit von seinen Anfängen als unscharf zu trennende Mischform Rugby/Association Football bis zum Beginn der ersten großen Blütezeit als Volkssport in den 1920er Jahren nur punktuell etwas erforscht.
Über britische Einflüsse kam der Fußball auch nach Norddeutschland/Niedersachsen und entwickelte sich in den 1900er Jahren lokal unterschiedlich. Sowohl die sozialen Strukturen als auch die mögliche Nähe zu weltoffenen Metropolen waren dabei wirksam. Konflikte mit der Turnbewegung, Widerstand und/oder Unterstützung durch die Schulen und die Akzeptanz durch die lokale Presse waren oft entscheidend dafür, welchen Weg der Fußball gehen konnte.
Mit dem Aufbau einer Ligaspielpyramdide entstand ein geregelter Spielbetrieb, der die Mannschaften bei ihren Auswärtsspielen vor logistische Herausforderungen stellte. Mit Hilfe von Gönnern sowie Eintrittsgeldern auf umzäunten Sportplätzen gelang es, die notwendigen finanziellen Mittel zu generieren. Zugleich separierte sich ein ambitionierter Spitzenfußball, kam es zu Spielerwechseln, indem kapitalkräftige Vereine Akteure abwarben, begann eine erste Professionalisierung. Vereinseigene Stadionanlagen wurden errichtet, um die zahlungskräftige Klientel anzulocken. Auch ging der Ausbau des Spielbetriebes über die regionalen und selbst nationalen Grenzen hinaus. 1903 wurde erstmals um einen Deutschen Meister gespielt, 1908 begann der Kronprinzenpokal und ebenfalls 1908 trug der DFB sein erstes Länderspiel aus.
Vereine reisten zu Gastspielen ins Ausland oder empfingen Gäste aus dem Ausland. Wirtschaft, Werbung und Geschäftsleute entdeckten den Fußball; Behörden forderten eine „Lustbarkeitssteuer“. Durch den Besuch von Adeligen oder hohen Militärs bei Fußballspielen fand der Sport gesellschaftliche Akzeptanz und konnte sich auch in Kleinstädten und sogar dem ländlichen Raum allmählich ausbreiten. Fußball wurde Teil des kulturellen Alltags und Volkssport.
Anhand von regionalen norddeutschen / niedersächsischen Beispielen, aber auch von regional übergreifenden Entwicklungszusammenhängen, soll die Genese und Entwicklung des Fußballs bis zur Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg untersucht werden.

Abstracts für Vorträge mit einem max. Umfang von 4.000 Zeichen werden bis zum 30. November 2019 erbeten an das Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte e.V. Hannover (NISH), Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10,
30169 Hannover, apl. Prof. Dr. Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe, Tel.:
0511-1268-5060, E-Mail: info@nish.de

Kontakt

apl.Prof. Dr.Dr. Bernd Wedemeyer-Kolwe

Niedersächsisches Institut für Sportgeschichte (NISH)
Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg 10, 30169 Hannover
0511-1268 5060

info@nish.de

Zitation
Fußball im Kaiserreich in Niedersachsen und Norddeutschland, 20.03.2020 – 21.03.2020 Hannover, in: H-Soz-Kult, 16.04.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-40075>.
Redaktion
Veröffentlicht am
16.04.2019