Volksabstimmungen, Selbstbestimmung und Minderheitsrechte

Ort
Berlin
Veranstalter
Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Datum
19.06.2019
Bewerbungsschluss
26.07.2019
Von
Małgorzata Popiołek-Roßkamp

Das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften bittet um Einsendung von Artikelvorschlägen für die 13. Folge des in deutscher Sprache publizierten wissenschaftlichen Jahrbuchs Historie, das den Rechten nationaler und ethnischer Minderheiten gewidmet ist und im Jahr 2020 online erscheint. Thematischer Ausgangspunkt des Jahrbuchs ist der sogenannte Kleine Vertrag von Versailles, dessen Unterzeichnung sich 2019 zum hundertsten Mal jährt. Dieser Vertrag war der erste internationale Rechtsakt, der den Schutz nationaler, sprachlicher und religiöser Minderheiten regelte.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs gewannen durch die Notwendigkeit, den neuen Grenzverlauf in Europa festzulegen, Plebiszite über die territoriale Zugehörigkeit an Bedeutung, die über die Staatszugehörigkeit der betroffenen Gebiete entschieden. Ausgehend von den Rechtsvorschriften, die auf die Bildung einer neuen politischen Ordnung nach dem Ende des „Großen Kriegs“ abzielten, wollen wir uns darüber Gedanken machen, wie im Verlauf von hundert Jahren in Europa die Minderheitenfrage behandelt wurde und vor welchen Herausforderungen im Zusammenhang mit dieser Problematik die europäische Gemeinschaft gegenwärtig steht. Auch heute fordern Völker ein Selbstbestimmungsrecht ein, was die kürzlich abgehaltenen Unabhängigkeitsreferenden in Schottland und Katalonien gezeigt haben, aber auch das Referendum auf der Krim im Jahr 2014, das den Anschluss der Halbinsel an die Russische Föderation legitimieren sollte.

Die Artikelvorschläge können strikt historische Themen umfassen wie den Verlauf und die Konsequenzen von Referenden, die Geschichte der Minderheitsrechte, auch Reflexionen über die Definition des Begriffs „nationale und ethnische Minderheiten“ oder Gesetzentwürfe für deren Selbstbestimmung. Wir sind ebenfalls offen für Texte zu Formen des Schutzes und der Unterstützung von Minderheiten auf unterschiedlichen Ebenen, unter anderem der kulturellen und religiösen Autonomie. Ein wichtiges Problem ist auch die Politik in Bezug auf Minderheiten und Regionen, die sowohl von staatlichen als auch von supranationalen Strukturen, darunter der Europäischen Union, verfolgt wird.

Wir bitten um Einsendung der Textvorschläge bis zum 26.07.2019 in Form von Abstracts mit einem Umfang von bis zu 300 Wörtern, einer Kurzbiografie sowie Keywords an:
lukasz.jasinski@cbh.pan.pl

Es können nur Vorschläge noch nicht publizierter Artikel berücksichtigt werden. Bitte senden Sie die Abstracts auf Polnisch oder Deutsch ein. In Ausnahmefällen kann eine Publikation auf Englisch in Frage kommen. Das Einsendedatum für die vollständigen Artikel ist der 30.09.2019. Alle Artikel unterliegen einem Peer-Review-Prozess.

Link zur letzten Ausgabe: http://journals.pan.pl/dlibra/journal/129518

Kontakt

Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften

Małgorzata Popiołek-Roßkamp
malgorzata.popiolek@cbh.pan.pl

Zitation
Volksabstimmungen, Selbstbestimmung und Minderheitsrechte, 19.06.2019 Berlin, in: H-Soz-Kult, 21.06.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-40619>.
Redaktion
Veröffentlicht am
21.06.2019
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