20. Tagung des Netzwerks ‘Frauen in der Geschichte der Gartenkultur’: Freiräume ! – Frauenräume ? Freiraumentwicklung in der Metropole Hamburg

Ort
Hamburg
Veranstalter
Netzwerk "Frauen in der Geschichte der Gartenkultur", Organisationsteam 2019: Ann-Christin Neugebauer und Kai Haberland, Verlag Grüner Anzeiger, Hamburg; Sabine Nolting, PR für Grün und Kultur, Christine Schatz, M.A., Historikerin
Datum
13.09.2019 - 14.09.2019
Bewerbungsschluss
31.08.2019
Von
Dr. Kirsch-Stracke, Roswitha

Bei der diesjährigen Tagung wird sich der Blick auf die Freiraumentwicklung der Elbmetropole richten, wobei die weibliche Perspektive berücksichtigt und gern auch diskutiert werden soll. Abgesehen von den Künstlerinnen geht es diesmal weniger um die Gestaltenden als vielmehr um die Nutzenden. Doch zunächst schauen wir zurück – auf zwei ihrer Zeit vorausschauende Anlagen und auf die stadtplanerische Weichenstellung für die spätere Entwicklung Hamburger Grünräume – und widmen uns dann der Gegenwart mit der 'Erhaltung des überkommenen Bestands' und 'neuen Parks'. Wohin die Entwicklungen in den nächsten Jahrzehnten gehen sollen, wird ein weiterer Vortrag zeigen.
2006 fand schon einmal eine Netzwerktagung in Hamburg statt. Damals hatte Karin von Behr unter dem Thema 'WasserOrte und Spiegelungen' an die Elbe eingeladen.

Das Netzwerk 'Frauen in der Geschichte der Gartenkultur' ist aus einem von Dr. Gerlinde Volland initiierten gleichnamigen Arbeitskreis hervorgegangen. Zweck ist es, das Wirken von Frauen in der Geschichte der Gartenkultur und der Landschaftsgestaltung sichtbarer zu machen und Gartenthemen aus der Geschlechterperspektive zu betrachten. Die jährliche Tagung dient als Forum für den Austausch und zur Pflege fachlicher und persönlicher Kontakte.

Programm

FREITAG 13.9. - VORTRÄGE

Loki Schmidt Haus, Museum für Nutzpflanzen
Botanischer Garten, Ohnhorststraße 18, 22609 Hamburg
(der Botanische Garten ist geöffnet ab 9.00 Uhr)

9.30 Uhr
Eintreffen der Teilnehmenden

10.00 Uhr
Begrüßung

10.30 Uhr
Hamburg – Freiraumentwicklung  zu  Beginn  des  20.  Jahrhunderts
Klaus  Hoppe, Hamburg, Abteilungsleiter Landschafts- und Freiraumplanung, Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg.
Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die bestimmenden Grundlagen für die bauliche Entwicklung Hamburgs gelegt. Der damals geschaffene Ohlsdorfer Friedhof und der Stadtpark sind nach über einem Jahrhundert immer noch öffentliche Grünanlagen mit Bedeutung für die gesamte Metropole. Vor 100 Jahren entwickelte der damalige Oberbaudirektor Fritz Schumacher aus den topographischen und naturräumlichen Gegebenheiten das sogenannte "Achsen-Konzept" für die Entwicklung der Stadt und die erstrebte Verknüpfung mit dem Umland. Erläutert wird, inwieweit dieses Modell noch heute Gültigkeit hat und sich aktuelle Projekte wie die ‘Landschaftsachse Horner Geest’ oder der 'Lohsepark' in der HafenCity dazu verhalten.

11.30 Uhr
Freiraumentwicklung für  morgen  –  'Natürlich  Hamburg!’'
Susanne Metz, Hamburg, Leiterin des Amtes für Landesplanung und Stadtentwicklung, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg
Verglichen mit den anstehenden Herausforderungen nehmen sich die bisherigen Wandlungen historischer Freiräume marginal aus. Das Projekt 'Friedhof Ohlsdorf 2050' dient dazu, den Erhalt dieser gartenhistorisch bedeutenden Anlage auch bei den veränderten Anforderungen und Ansprüchen sicherzustellen. Als Element der geplanten 'Science City 2040' wird der bald nach dem Ersten Weltkrieg angelegte Altonaer Volkspark Bestandteil eines neuen Quartiers für Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen sein. Wie sehen die jeweiligen Ausgangssituationen aus? Wie ist die Perspektive für die kommenden 20–30 Jahre?

12.30–14.00 Uhr
Mittagspause

14.00 Uhr
Freiraumnutzung  unter  weiblichen  Aspekten
Prof. Dr.-Ing. Grit  Hottenträger, Darmstadt, Professur für Gesellschaft, Freiraumplanung und Geschichte der Gartenarchitektur, Institut für Freiraumentwicklung Geisenheim
In den besonderen Fokus genommen werden die Nutzerinnen von Freiräumen. Dabei kann von einer homogenen Gruppe gar nicht ausgegangen werden, denn naturgemäß sind die Bedürfnisse und Ansprüche sehr divers. Mädchen und Frauen unterschiedlichen Alters, aber genauso auch durch verschiedene Traditionen geprägte Nutzerinnen – wie Migrantinnen es sein können – sind differenziert zu betrachten. Was erwarten sie jeweils von Freiräumen und was können diese jetzt und in Zukunft leisten?

14.45 Uhr
Von Kinderspiel,  Klatsch  und  sozialer  Kontrolle:  Der Spielplatz  als  Indikator  der  Gesellschaft  (seit  der  Nachkriegszeit)
Dr.  Darijana  Hahn, Hamburg, freie Kulturwissenschaftlerin
Sind Spielplätze so, wie Kinder spielen wollen oder nicht vielmehr, wie Kinder spielen sollen? Und braucht es überhaupt gestaltete Spielorte oder sind freie Spielräume, unbeobachtete Freiflächen, gar Brachflächen nicht viel attraktiver? Und wie geht es eigentlich den Erwachsenen, den Müttern und Vätern, auf dem Spielplatz? Fragen, deren widersprüchliche Antworten auf die Befindlichkeit der Gesellschaft verweisen.

15.30–16.15 Uhr
Kaffeepause

16.15 Uhr
Künstlerinnen  und  ihre  Arbeiten  für  Hamburger  Grünanlagen
Anke  Tröster M.A., Hamburg, freie Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt Gartenkunst

Kunstwerke unter freiem Himmel sind allen zugänglich, sprechen jedoch jeden einzeln und ganz persönlich an. Mitten im öffentlichen Raum wird eine sinnliche Begegnung mit einem Objekt und einem kreativen Geist möglich. Am Beispiel einiger Künstlerinnen soll die Frage aufgeworfen werden, ob es spezifisch weibliche Positionen und Blickwinkel gibt.

17.00 Uhr
Kurze Erläuterung des Exkursionstages durch die Organisationsleitung;
Abschluß und Ausblick auf die Tagung 2020
Dr. Roswitha Kirsch-Stracke, Hannover

17.30 Uhr
Ende des Vortragsprogramms

19.00 Uhr
Treffen zum Gedankenaustausch und gemeinsamen Abendessen bei ‘fux & ganz’ in Hamburg-Altona, Bodenstedtstraße 16

SAMSTAG, 14.9. - EXKURSION

10.00 Uhr
Treffen der Tagungsteilnehmenden auf dem Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbütteler Straße 756, 22337 Hamburg;

10.30 Uhr
Rundfahrt  und  Führung  per  Bus  durch  den  Parkfriedhof  und  zu  den  Arealen  mit  zukünftig  neuer  Nutzung;     
Weiterfahrt  zum  Hamburger  Stadtpark  in  Winterhude  mit  kurzer  Führung;
Hafen City  Lohsepark  mit  Führung.

14.00 Uhr
Abschluß mit Ankunft ZOB (bahnhofsnah)
Tagungsausklang im Museum für Kunst und Gewerbe (Destille) mit Imbiss möglich

Kontakt

Ann-Christin Neugebauer
Baumkamp 56
22299 Hamburg

Telefon: 040-519164
E-Mail: Netzwerktagung.Hamburg@web.de

Zitation
20. Tagung des Netzwerks ‘Frauen in der Geschichte der Gartenkultur’: Freiräume ! – Frauenräume ? Freiraumentwicklung in der Metropole Hamburg, 13.09.2019 – 14.09.2019 Hamburg, in: H-Soz-Kult, 11.07.2019, <www.hsozkult.de/event/id/termine-40770>.