„Wie man sieht“. Zur Didaktik von Harun Farocki

Ort
Siegen
Veranstaltungsort
Universität Siegen, Raum US-S 002, Obergraben 25, 57072 Siegen
Veranstalter
Anne Röhl (Kunstgeschichte); Philipp Goll (Germanistik/Medienwissenschaft)
Datum
31.01.2020 - 01.02.2020
Von
Philipp Goll

„Lehrer“, „Mentor der Berliner Schüler“, „unwissender Lehrmeister“ – die Beschreibungen des Filmemachers und Autors Harun Farocki als jemand, von dem sich lernen lässt, sind vielfältig. Solche Beschreibungen sind nicht aus der Luft gegriffen. Tatsächlich lehrte Farocki seit den 1980ern an verschiedenen Universitäten und Akademien (dffb, University of California in Berkeley, Akademie der bildenden Künste Wien). Andererseits stehen sie in Konflikt mit Farockis Selbstverständnis als Lernendem, da er sich selbst als „Schulabbrecher“ bezeichnete und immer wieder emphatisch von der eigenen autodidaktischen Ausbildung sprach.
Der Aspekt des Didaktischen bei Farocki ist punktuell immer wieder beobachtet worden. Der Workshop „Wie man sieht“. Zur Didaktik von Harun Farocki möchte die Möglichkeit zur Diskussion der Beobachtungen bieten. Dabei soll auch der eingangs erwähnte Widerspruch zum Thema gemacht werden. Besondere Berücksichtigung sollen darüber hinaus die Orte der Ausbildung finden, wie es im Zusammenhang mit der Cinephilie etwa das Kino darstellt. Analog zu Farockis Kritik an Lehr- und Vermittlungspraktiken, die einer autoritären oder wissensökonomischen Logik folgen, möchten wir nach der Art der Didaktik fragen, und wie sie in den filmischen Verfahren manifest wird – von den frühen Filmen, die sich der Wissensvermittlung widmeten (wie die Beiträge für die Sesamstraße 1973), zu Filmen, die u.a. bildbasierte Wissensproduktion selbst zum Thema machen (etwa „Wie man sieht“, 1986).

Programm

15:00
PHILIPP GOLL, ANNE RÖHL (Siegen)
Einführung

15:15
VOLKER PANTENBURG (Berlin)
Einfachheit ohne Vereinfachung. Didaktik, Autodidaktik, Antididaktik bei Harun Farocki

16:00 Kaffeepause

16:15
FREDERIC PONTEN (Regensburg): „Absicht, ethnographische Filme über die Bundesrepublik
[zu] drehen.“ Harun Farockis Filme „Die Schulung“ und „Die Umschulung“

EVA-MARIA GILLICH (Bielefeld):
Wiederholung, Feedback, Variation. Harun Farockis Archiv filmischer Ausdrücke

Moderation: ANNE RÖHL (Siegen)

18:00 Abendvortrag
CHRISTA BLÜMLINGER (Paris)
Pädagogiken des Sichtbaren

Moderation: JOSEPH IMORDE (Siegen)

19:00 Empfang

20:00 Film und Vortrag
INGEMO ENGSTRÖM (Hamburg/Paris)
Aufbruch ins Meta-Fiktionale in „Erzählen“ und weiteren Filmen von Harun Farocki

Moderation: PHILIPP GOLL (Siegen)

1. Februar 2020

9:15 Kaffee

9:30
LENNART KRAUSS (Karlsruhe)
„Aber was wird aus einem Charakter, der mit Fernsehdraufzooms aufwächst?“ Harun Farocki im Kontext von Film- und Kunstpädagogik

MICHAEL BAUTE (Berlin)
Verhältnisse bestimmen. HFs Unterrichten

Moderation: INA SCHEFFLER (Siegen)

11:00 Kaffeepause

11:15
LÉA KUHN (München)
Zeigen zeigen. Harun Farockis „Stilleben“

ERHARD SCHÜTTPELZ (Siegen)
Professional Vision bei Harun Farocki und Charles Goodwin, oder: Wie zeigt man anderen, dass sie nicht sehen, was Profis sehen?

Moderation: GEORG STANITZEK (Siegen)

12:45 Abschluss

Die Veranstaltung ist öffentlich, die Plätze sind aber begrenzt. Um Anmeldung zum Empfang wird bis 20. Januar 2020 gebeten.

Kontakt:
Universität Siegen
Philipp Goll, Germanistik/Medienwissenschaft
goll@locatingmedia.uni-siegen.de
Anne Röhl, Kunstgeschichte
roehl@kunst.uni-siegen.de

Kontakt

Philipp Goll

Universität Siegen

goll@locatingmedia.uni-siegen.de

Zitation
„Wie man sieht“. Zur Didaktik von Harun Farocki, 31.01.2020 – 01.02.2020 Siegen, in: H-Soz-Kult, 22.01.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42228>.