Zwischen Genealogie und Genetik. Interdisziplinäre Perspektiven auf die Bedeutung von Vererbung im Kontext der Täuferbewegung

Ort
Oldenburg
Veranstaltungsort
Universität Oldenburg
Veranstalter
Prof. Dr. Mark Schweda & Dr. Merle Weßel Universität Oldenburg, Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften – Department für Versorgungsforschung, Abteilung Ethik in der Medizin Prof. Dr. Angelica Boldt Department für Genetik, Universität Paraná
Datum
06.03.2020
Bewerbungsschluss
02.03.2020
Von
Dr. Merle Weßel

In den täuferischen Kirchen und Gemeinschaften lässt sich ein intensives Interesse an der Geschichte der eigenen Konfessionen nachweisen. Angesichts jahrhundertelanger Verfolgung, Vertreibung und Auswanderungsbewegungen ermöglicht die Genealogie die Rekonstruktion der Herkunftsgeschichte und die historische Herleitung einer kollektiven Identität in Migration und weltweiter Diaspora. Auch die Humangenetik zeigt ein Interesse an täuferischen Gemeinschaften. Genealogische Vorstellungen hatten infolge endogamer Heiratsordnungen sowie historischer Bottleneck-Effekte Auswirkungen auf die biologischen Erbanlagen der Mitglieder der betreffenden Gemeinschaften, etwa in Gestalt gehäuft auftretender Erbkrankheiten. Als so genannte Isolatpopulationen rücken sie verstärkt in den Fokus humangenetischer Forschung und biomedizinischer Interventionen.
Dieser internationale und interdisziplinäre Workshop widmet sich der Bedeutung der Genealogie und Genetik in Täufergemeinschaften. In vergleichenden theologischen, kulturhistorischen, medizinethischen und humangenetischen Perspektiven werden die komplexen Interdependenzen zwischen Genealogie und Genetik diskutiert. Das Ziel ist ein differenzierteres Bild der wechselseitigen Beziehungen zwischen biologischer und kultureller Vererbung, das ein vertieftes Verständnis des zeitgenössischen Täufertums ermöglicht und auch zu einem selbstbestimmten Umgang mit humangenetischen und biomedizinischen Möglichkeiten beitragen kann.

Interessierte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Die Teilnahme ist kostenlos. Es steht eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Um Anmeldung per E-Mail (merle.wessel@uni-oldenburg) bis Montag, den 02.03.2020, wird gebeten.

Programm

Programm:
09.00-9.30
Begrüßung

09.30-10.15
Prof. Dr. Andrea Strübind (Kirchengeschichte und Historische Theologie / Universität Oldenburg) – "Die Macht der Laien" - theologische Perspektiven der pluralen Täuferbewegung

10.15-10.30
Kaffeepause

10.30-11.15
PD Dr. Astrid von Schlachta (Neuere Geschichte / Universität Regensburg; Mennonitische Forschungsstelle) – Die Mennoniten – Identitäten zwischen der reformatorischen Bewegung und der Familienkirche

11.15-12.00
Prof. Dr. Angelica Boldt (Genetik / Universität Paraná) – Geschichte und Genetik der Mennoniten – wie die Vergangenheit die Gegenwart prägt

12.00-12.45
Mittagspause

12.45.13.30
Prof. Dr. Mark Schweda & Dr. Merle Weßel (Ethik in der Medizin / Universität Oldenburg) – Ethische Perspektiven zu humangenetischer Forschung und Wissenschaftskommunikation in Isolatpopulationen

13.30-14.00
Abschlussdiskussion und Ausblick

Kontakt

Dr. Merle Weßel
merle.wessel@uni-oldenburg.de

Zitation
Zwischen Genealogie und Genetik. Interdisziplinäre Perspektiven auf die Bedeutung von Vererbung im Kontext der Täuferbewegung, 06.03.2020 Oldenburg, in: H-Soz-Kult, 14.02.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42529>.