Archäologen der Handschrift - Wilhelm Dorow und Karl August Varnhagen von Ense

Ort
LVR-LandesMuseum Bonn
Veranstaltungsort
LVR-LandesMuseum Bonn (Bibliothek), Colmantstr. 14–16, 50115 Bonn
Veranstalter
Varnhagen Gesellschaft e. V. in Kooperation mit Freunde und Förderer des LVR-LandesMuseums Bonn Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e. V.
Datum
21.03.2020 - 22.03.2020
Bewerbungsschluss
18.03.2020
Von
Dr. Nikolaus Gatter, Varnhagen Gesellschaft e. V.

Ludwig van Beethoven 250, Karl August Varnhagen von Ense 235, Wilhelm Dorow 230 – diese ungewöhnliche Koinzidenz von Jubiläen hat die Varnhagen Gesellschaft e. V. bewogen, ihre diesjährige Versammlung in Bonn abzuhalten.
Gemeinsam mit den Freunden und Förderern des LVR-LandesMuseums Bonn – Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e. V. soll auf Einladung des LVR-LandesMuseums an Wilhelm Dorow (1790–1845) erinnert werden, den langjährigen Bekannten und publizistischen Mitstreiter Karl Varnhagens von Ense (1785–1858).
Beide nahmen als Freiwillige am Krieg gegen die Vorherrschaft Napoleons in Europa teil, waren im Stab des preußischen Staatskanzlers Hardenberg und wurden Diplomaten; beide veröffentlichten Briefe und schrieben ihre Denkwürdigkeiten. Wilhelm Dorow hat sich um die moderne Archäologie verdient gemacht und wurde Gründer des Museums vaterländischer Altertümer, Vorgänger des heutigen LVR-LandesMuseums Bonn. Auch die Berliner Königlichen Museen und das orientalische Institut in Halle, seinem letzten Wohnort, verdanken ihm viel. Sein Forscherinteresse erstreckte sich ebenso auf keltische Hinterlassenschaften, Hieroglyphen und außereuropäische Kunst.
Im Mittelpunkt der Matinee steht jedoch das gemeinsame Interesse an Autographen, manifestiert in den Heften "Facsimile von Handschriften berühmter Männer und Frauen“, die Dorow 1835–38 im Steindruck – einer damals bahnbrechend neuen Technologie – bei dem Berliner Kunsthändler und Verleger Louis Sachse herausgab. Die erste Lieferung hat Varnhagen in den Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik enthusiastisch begrüßt. Für weitere Hefte erbat Varnhagen im Bekanntenkreis interessante zu faksimilierende Briefe, die ihm beispielsweise Alexander von Humboldt und Johannes Schulze zur Verfügung stellten, und steuerte Kommentare bei. Natürlich durfte auch eine Rahel-Varnhagen-Handschrift nicht fehlen, eine noch nicht im postum erschienenen "Rahel. Ein Buch des Andenkens für ihre Freunde" (Berlin 1833/34) aufgenommene Passage eines Briefs an Karoline von Woltmann.
Auch Beethovens Handschrift findet sich in den Facsimile-Heften, doch hatte Varnhagen den an ihn persönlich gerichteten Beethoven-Brief von 1812 Felix Mendelssohn-Bartholdy geschenkt. Er liegt heute im Archiv des Beethoven-Hauses Bonn. Andere wie einen Brief des Dichters Novalis durfte Dorow seiner Sammlung einverleiben. Erst 1841 ging Varnhagen selbst unter die Autographenjäger und -sammler und trug am Ende Hunderttausende von Lebeszeugnissen zusammen, die heute zum größten Teil in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau aufbewahrt werden. Dorow seinerseits setzte seine Publikationen von Briefen und Briefnachlässen über die Facsimile-Reihe hinaus fort und machte sich u. a. verdient um die Briefschaften des Staatsrechtlers und Hegel-Schülers Eduard Gans.
Die Varnhagen Gesellschaft e. V. tritt dafür ein, dass dieses reiche Erbe nicht in Vergessenheit gerät, sondern erforscht, publiziert und Leser/-innen zur Verfügung gestellt wird. Wir danken den Freunden und Förderern des LVR-LandesMuseums Bonn - Wilhelm-Dorow-Gesellschaft für ihre Gastfreundschaft.
Begleitend zum Colloquium werden einige Autographen und Erstausgaben von Wilhelm Dorow und Karl August Varnhagen gezeigt, sowie auch ein Facsimile-Exemplar, das einen Brief von Alexander von Humboldt an Varnhagen über den Tod seines Bruders Wilhelm von Humboldt im Jahr 1835 im Steindruck wiedergab.

Programm

Samstag, 21. März 2020

10.00
Stadtspazierung zu Erinnerungsorten des 19. Jhds. in Bonn
Treffpunkt: Beethoven-Denkmal, Münsterplatz (vor dem Postamt)
Gäste willkommen

Anschließend treffen sich die Mitglieder der Varnhagen Gesellschaft e.V. in der Kunst- und Ausstellungshalle des Bundes, Helmut-Kohl-Allee 4, 53113 Bonn (13.00), zu einer Einführung in die Ausstellung "Beethoven. Welt. Bürger. Musik."

Sonntag, 22. März 2020

Archäologen der Handschrift:
Karl August Varnhagen von Ense und Wilhelm Dorow

10.30 Begrüßung

11.00
Grußworte
Dr. Gabriele Uelsberg (Direktorin des LVR-LandesMuseums Bonn)
Dr. Norbert Kühn (Vorsitzender der Freunde und Förderer des LVR-LandesMuseums – Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e. V.)
Dr. Nikolaus Gatter (Varnhagen Gesellschaft e. V.)

Kurzvorträge

Dr. Gabriele Uelsberg
Wilhelm Dorow und die Gründung des Museums vaterländischer Alterthümer in Bonn

Dr. Nikolaus Gatter
Varnhagen und Dorow – Freundschaft und Autographensammlung

Kornelia Löhrer
Louis Sachse und die Lithographie als neues Medium

Jörg Petzel
Bruder Medardus und der Pferdefuß oder E.T.A. Hoffmann und Wilhelm Dorow

Renate Sternagel
Wilhelm Dorow und die Kunst von Java

13.00 Empfang

Kooperationspartner:
Freunde und Förderer des LVR-LandesMuseums Bonn –Wilhelm-Dorow-Gesellschaft e. V.
Varnhagen Gesellschaft e. V., Köln
LVR-LandesMuseum Bonn

Wir bitten möglichst um Anmeldung per E-Mail:
veranstaltungen-museumsverbund@lvr.de
gesellschaft@varnhagen.info

Kontakt

Nikolaus Gatter

Varnhagen Gesellschaft, Hausweilerstraße 2, 50968 Köln

0221 16 81 27 18
0221 16 81 27 18
gesellschaft@varnhagen.info

Zitation
Archäologen der Handschrift - Wilhelm Dorow und Karl August Varnhagen von Ense, 21.03.2020 – 22.03.2020 LVR-LandesMuseum Bonn, in: H-Soz-Kult, 25.02.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42624>.