Kontrapunkt-Traditionen

Ort
Wien
Veranstaltungsort
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Veranstalter
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien; Hochschule für Musik und Theater Rostock; Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Datum
18.11.2020 - 20.11.2020
Bewerbungsschluss
10.05.2020
Von
Yvonne Wasserloos

In Kooperation der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Dr. Patrick Boenke), der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Prof. Dr. Birger Petersen) sowie der Hochschule für Musik und Theater Rostock (Prof. Dr. Yvonne Wasserloos) ist eine Tagungsreihe unter dem Titel „Kontrapunkt-Traditionen“ in Vorbereitung. Die Veranstaltungen wollen sich dem Thema in drei Schritten nähern. Als Ausgangspunkt werden generelle und tiefgreifende Veränderungen im Wissenschafts- und Kunstverständnis der sogenannten Sattelzeit in den Blick genommen, um die Rolle des musikalischen Phänomens Kontrapunkt im ausgehenden 18. Jahrhundert vor dem Hintergrund eines sich wandelnden Bildungsbegriffs sowie der zeitgenössischen Kompositionslehre zu diskutieren.

Desweiteren werden in den Folgeveranstaltungen in Mainz im Sommersemester 2021 und in Rostock im Wintersemester 2021/22 die Geschichte von musikalischen Ausbildungsinstiutionen sowie Prozesse der Internationalisierung und des inner- und außereuropäischen Bildungs- und Kulturtransfers fokussiert.

Für die Auftaktveranstaltung in Wien (18.-20.11.2020) werden Vorschläge für Referate zu folgenden Themenbereichen erbeten:
- Beiträge, welche die Kontrapunktlehre des 18. Jahrhunderts kulturhistorisch zu verorten versuchen. Gefragt werden könnte etwa nach Kontexten von (oder für) Johann Joseph Fux‘ berühmten Traktat Gradus ad Parnassum in Verbindung auch zu Aspekten seiner facettenreichen Rezeptionsgeschichte. Vielversprechend erscheint zudem die Beleuchtung allgemeiner kulturhistorischer Veränderungen in der von Reinhart Koselleck so bezeichneten ›Sattelzeit‹, die mitunter auch Auswirkungen auf die Vermittlung und Lehre von Kontrapunkt gezeitigt haben dürften. Und ebenso wichtig wäre zu untersuchen, inwiefern das Avancieren musiktheoretischer Inhalte zum Gegenstand universitärer Auseinandersetzungen auf die Aufgaben des Kontrapunktes im Kontext der zeitgenössischen Kompositionslehre zurückgewirkt hat.
- Beiträge, welche die Aneignung, Adaption und pädagogische Aufbereitung des Kontrapunktes Fuxscher Prägung im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert in Einzelstudien (etwa am Beispiel von Thomas Attwoods Kompositionsunterricht bei Mozart, Beethovens Kontrapunktstudien bei Albrechtsberger oder auch Schumanns Auseinandersetzung mit Cherubini) bzw. auch in einer übergreifenden Perspektive erörtern und kontextualisieren.
- Beiträge, welche die Beziehung zwischen der Kontrapunktlehre des 18. Jahrhunderts und der neu aufblühenden Lehre vom ›reinen‹ Satz als Fundament der späteren Harmonielehre unter entwicklungsgeschichtlichen wie auch ästhetischen Gesichtspunkten erhellen.
- Beiträge, welche die Fugenlehre des 18. Jahrhunderts als Spezialgebiet der Kompositionslehre historisch wie auch kompositionsästhetisch in ihrer Beziehung zur Kontrapunkt- und Melodielehre des 18. Jahrhunderts verorten.
- Beiträge, welche den am Wiener Konservatorium gelehrten Kontrapunkt in der Zeit des Wirkens von Simon Sechter bis Richard Stöhr kontextualisieren und in Beziehung zur älteren Kontrapunktlehre des 18. Jahrhunderts setzen. Die Beiträge zu diesem Themenbereich verstehen sich bereits als Auftakt zum Mainzer Symposium, welches einen Schwerpunkt auf die Kontrapunktlehren an den Konservatorien im deutschen Raum setzen wird.

Kontakt

Patrick Boenke

Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

boenke@mdw.ac.at

Zitation
Kontrapunkt-Traditionen, 18.11.2020 – 20.11.2020 Wien, in: H-Soz-Kult, 01.04.2020, <www.hsozkult.de/event/id/termine-42825>.