Papsttum und Politik

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
Hiroshimastr. 17
Veranstalter
Friedrich-Ebert-Stiftung
Datum
16.02.2006
Von
Tobias Mörschel

Zur Beerdigung von Papst Johannes Paul II. fanden sich neben Millionen Gläubigen und zahllosen Religionsführern fast 200 Staats- und Regierungschefs in Rom ein. Diese historisch einmalige große Präsenz weltlicher Vertreter bei der Beisetzung eines Kirchenoberhauptes zeigt, dass dem römischen Pontifex – obgleich er einem lediglich 0,44 km2 großen Staat mit nicht einmal 1000 Bewohnern vorsteht – auch in der politischen Hemisphäre eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt.

Ist die über eine Milliarde Mitglieder zählende katholische Kirche mit ihrem Papst an der Spitze durch global prayer zu einem global player geworden? Sind dies die Divisionen des Papstes, nach denen einst Stalin fragte, und mittels derer Rom heute nicht nur in Fragen der Religion, Ethik und Moral, sondern auch der Gesellschafts- und Sozialpolitik sowie auf dem Feld der internationalen Beziehungen eine (allzu?) einflussreiche Rolle einnimmt?

Auf unserer Tagung möchten wir nach den Voraussetzungen und Funktionsweisen päpstlicher Macht in der Gegenwart fragen und das Verhältnis von „Papsttum und Politik“ genauer ausleuchten. Hierbei stehen Roms ambivalente Rolle als ein Wegbereiter und zugleich Gegner der Moderne, seine komplexe Beziehung zu Staat und Staatlichkeit, seine virtuose Inszenierungskunst sowie sein Beitrag zum interreligiösen Dialog im Zentrum der Überlegungen. Und schließlich: Wie ist es um den Einfluss Roms und der katholischen Kirche auf die deutsche Politik bestellt, jetzt, da ein Deutscher auf dem Stuhl Petri sitzt und wir angeblich alle Papst sind?

Programm

09.15 – 09.30
Begrüßung und Einführung in die Tagung
Dr. Tobias Mörschel, Friedrich-Ebert-Stiftung

09.30 – 10.30
Ist das Papsttum schuld an der Moderne?
Prof. Dr. Wolfgang Reinhard, Freiburg

Diskussion
Dr. Tobias Mörschel

10.30 – 10.45 Kaffeepause

10.45 – 12.15
„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ – Papsttum und Staatsgewalt
PD Dr. Birgit Emich, Freiburg

Sind Barbaren heilsfähig? Oder: Das Bild, das sich das Papsttum von den Deutschen macht(e)
Prof. Dr. Volker Reinhardt, Fribourg

Diskussion
Dr. Günther Wassilowsky, Münster

12.15 – 13.15 Mittagspause

13.15 – 14.45
Die Kraft der alten Hüte. Päpstliche Politik und ihre bildliche Inszenierung
Prof. Dr. Horst Bredekamp, Berlin

Die Divisionen des Papstes. Römische Weltpolitik im Zeitalter der Globalisierung
Prof. Dr. Otto Kallscheuer, Berlin

Diskussion
Dr. Susanna Schmidt, Berlin

14.45 – 15.15 Kaffeepause

15.15 – 16.45
Kampf der Religionen? Papsttum und interreligiöser Dialog
Dr. Thomas Roddey, Dortmund

Wider die „Diktatur des Relativismus“. Roms Aufstand gegen die Moderne
Matthias Drobinski, München

Diskussion
Dr. Johannes Kandel, FES

16.45 Ende der Veranstaltung

Kontakt

Tobias Mörschel

Friedrich-Ebert-Stiftung
Hiroshimastr. 17
10785 Berlin

030-26935913
030-26935952
Tobias.Moerschel@fes.de

Zitation
Papsttum und Politik, 16.02.2006 Berlin, in: H-Soz-Kult, 27.01.2006, <www.hsozkult.de/event/id/termine-4933>.
Redaktion
Veröffentlicht am
27.01.2006
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