Zeitschrift für Kulturwissenschaften

Ort
Tübingen
Veranstalter
Prof. Dr. Thomas Hauschild
Datum
26.01.2006 - 30.03.2006
Bewerbungsschluss
15.03.2006
Von
Prof. Dr. Thomas Hauschild

Zeitschrift für Kulturwissenschaften gegründet!

Die neu gegründete „Zeitschrift für Kulturwissenschaften“ (Herausgeber: Lutz Musner und Thomas Hauschild) soll Forum für aktuelle Debatten zwischen kulturwissenschaftlich orientierten Fächern sein. Es sollen in erster Linie junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen zu Wort kommen, die aus der Tiefe der Einzeldisziplinen heraus aktuelle Ansätze entwickeln.

Die Zeitschrift wird von Angehörigen der Universitäten und von Forschungseinrichtungen in Wien, Konstanz, Tübingen und Berlin redaktionell betreut. Durch diese überregionale Struktur soll die größtmögliche Vielfalt von Forschungsansätzen und Themenfeldern integriert werden. In den lokalen Redaktionen arbeiten u.a. mit: Aleida Assmann, Hans Belting, Hartmut Böhme, Ulrike Brunotte, Burkhard Gladigow, Daniela Hammer-Tugendhat, Wolfgang Kaschuba, Rolf Lindner, Christoph Wulf.

Die Zeitschrift erscheint im Transcript-Verlag (Bielefeld) im Rhythmus von zwei Heften pro Jahr zu einem Preis von ca 8 Euro. Jedes Heft wird einem Themenschwerpunkt gewidmet. Unabhängig vom jeweiligen Schwerpunkt soll eine aktuelle Debatte dokumentiert werden.

Zeitschrift für Kulturwissenschaften
Heft 1: „Fremde Dinge“

Redaktion: Konstanz – Tübingen
Beauftragte RedakteurInnen:
Michael Frank, Bettina Gockel, Thomas Hauschild, Dorothee Kimmich, Kirsten Mahlke

Die materielle Dimension von Kulturen steht im Mittelpunkt des ersten Heftes der Zeitschrift für Kulturwissenschaften. Wir suchen Vorschläge für Beiträge (in Form von Abstracts bis 30 Zeilen) zum Themenkomplex „Fremde Dinge“ in historischer und systematischer Perspektive, aus denen wir dann eine Auswahl treffen werden. Folgende grundlegende Frage soll zur Orientierung dienen:
Welche Rolle kommt fremden Gegenständen in einer Gesellschaft zu, wie werden sie mit Bedeutung aufgeladen, an Bestehendes und Gewusstes assimiliert oder als fremd markiert? „Fremd“ kann hierbei sowohl „fremden Ursprungs“ als auch „fremd geworden“ bedeuten.

Fremde Ursprünge: Während die meisten kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Kolonialismus und Globalisierung die Verbreitung westlicher Waren und Produkte in den Mittelpunkt stellen, sollen dabei auch die Wege der Dinge in umgekehrter Richtung berücksichtigt werden. Es handelt sich nicht um Transfers von isolierten, sondern von in kulturelle Zusammenhänge eingebundenen Dingen. Wie werden diese importiert oder ersetzt? Welche Namen bekommen sie und in welche Rituale werden sie möglicherweise eingebunden?

Fremd geworden: Funktionen von "besonderen", wertvollen Dingen; Funktion und Bedeutung von "banalen" Dingen; auratische Gegenstände; lebendige Dinge in der Literatur; exotische Waren; Zirkulation von fremden, befremdenden und unheimlichen Dingen.

Kunst und Literatur nehmen neue Beobachtungstechniken z.B. aus Handwerk und Wissenschaft als kreatives und verfremdendes Potential auf: In der Malerei werden Mikroskopie-Effekte nachgeahmt, die aus Unsichtbarem durch Vergrößerung den Dingen neue Gestalt geben. Literatur nährt eine Idee von der Freiheit, Dinge lebendig zu machen. Spektren, Bahnen, Supernovae – mikroskopisch kleines und weit entferntes wird in den Naturwissenschaften beobachtbar gemacht. Verändert die Spurensuche die beobachteten Dinge? Kann die klassische Sprache die hybridisierenden Wechselbeziehungen zwischen Realitäten und Daten noch angemessen beschreiben? Und wo drängen die Dinge und materiellen Realitäten selbst durch alle Wahrnehmungsmuster hindurch und wirken wiederum bestimmend auf Kultur ein?

Das Heft „Fremde Dinge“ soll im Herbst 2006 erscheinen und wird ca. acht 8-12seitige Beiträge (sowie einige kleinere Funde) zu folgenden Themen umfassen:

1. Die Namen der Dinge
Klassifikationen, Phänomenologien, „materielle Kultur“ in den anthropologisch-ethnologischen Fächern

2. Fremde Dinge in Literatur und Kunst
Dinglichkeit des Fremden, seltsame Objekte und schwer klassifizierbare Formen von Materialität in Literatur und Kunst

3. Die Wege der Dinge
Transfer von Dingen seit dem Zeitalter der Entdeckungen. Historische und literaturwissenschaftliche Studien über fremde oder fremd gewordene Dinge

4. Die Spuren der Dinge:
Sichtbarmachung von Realität durch die Materialität von naturwissenschaftlichen, geisteswissenschaftlichen und künstlerischen Praktiken

Sind Sie interessiert? Dann senden Sie bitte einen Vorschlag in Form eines abstracts an: thomas.hauschild@uni-tuebingen.de

Termin für die Abgabe von Vorschlägen
(ca 30 Zeilen):
15. 03. 2006

Termin für die Abgabe der Beiträge:
15. 6. 2006

Kontakt

Thomas Hauschild
thomas.hauschild@uni-tuebingen.de

Zitation
Zeitschrift für Kulturwissenschaften, 26.01.2006 – 30.03.2006 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 02.02.2006, <www.hsozkult.de/event/id/termine-4943>.
Redaktion
Veröffentlicht am
02.02.2006
Klassifikation
Thema
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Sprache Beitrag
Land Veranstaltung