Johannn August Röbling - vom preußischen Baukondukteur zum Konstrukteur der Brooklyn Bridge - Ingenieurbau zwischen Kunst und Wissenschaft

Ort
Potsdam
Veranstaltungsort
, Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG), Alter Markt, Anfahrt über Werner-Seelenbinder-Straße
Veranstalter
Fachhochschule Potsdam Prof. Dr. phil. A. Kahlow Lehrstuhl für Konstruktions- und Bautechnikgeschichte
Datum
09.06.2006 - 10.06.2006
Bewerbungsschluss
09.06.2006
Von
Werner, Göran

Die Tagung der Fachhochschule Potsdam ist dem 200. Geburtstag Johann August Röblings am 12. Juni 2006 gewidmet. Sie wendet sich einerseits an historisch interessierte Ingenieure, Tragwerksplaner und Architekten, andererseits aber auch an Denkmalpfleger und Kunsthistoriker. Tagungsort werden die Räumlichkeiten des „Kutschstalls“ am Neuen Markt und der Fachhochschule Potsdam sein. Die im „Kutschstall“ (Haus der Brandenburg-Preußischen Geschichte) geplante Ausstellung „Schinkel – Künstler. Preuße. Brandenburger“ bietet einen spannungsreichen Bezugspunkt zum Schaffen des Brückenbauingenieurs Röbling, dem Konstrukteur der Brooklyn Brücke in New York.

An zwei Tagen werden in Vorträgen und Diskussionen nicht nur die Röblingschen Leistungen im Hängebrückenbau gewürdigt, sondern daran anknüpfend auch andere Themen der Geschichte des Ingenieurbaus und der Baukonstruktion im 19. und 20. Jahrhundert behandelt. Ausgehend von Röblings Schaffen soll die Tätigkeit des Konstruierens im Mittelpunkt stehen.
Den ersten Schwerpunkt bilden die Person Röblings und die historische Analyse der Entwicklung des Ingenieurbaus, insbesondere des Hängebrückenbaus. Das widersprüchliche Verhältnis von Entwurf und Nachweis, von Material und Formgebung, von Konstruktion und Belastung wird in seiner geschichtlichen Veränderung betrachtet. Die für einen guten Ingenieurentwurf erforderlichen Techniken sind bei Röbling in fast einzigartiger Weise mit der Fähigkeit verknüpft, sich in das Verhalten der Konstruktion einzufühlen. Die Überzeugung, dass nicht nur quantitative, sondern ganz wesentlich auch qualitative Faktoren für das Gelingen seiner fast immer neuartigen Konstruktion wesentlich sind, hat ihn maßgeblich geprägt. Für seinen Erfolg waren seine außerordentlichen zeichnerischen Fähigkeiten ebenso wie seine technologischen Erfahrungen bei der Drahtseilherstellung entscheidend. Die Frage, welche Veränderungen die Tätigkeit des Konstruierens erfahren hat, welche Vorteile, aber auch Defizite dabei zu verzeichnen sind, läßt Schlußfolgerungen für die Gegenwart zu.
Der Anteil des Ingenieurbaus an der Entstehung der Moderne ist außerordentlich hoch. Während die architektonische Qualität oft Gegenstand breiter Diskussion ist, gibt es bei der Bewertung der Qualität historischer Konstruktionen große Unsicherheiten. Dabei geht es um weit mehr, als um die Kenntnis von Sachinformationen, die bei Erhaltungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen benötigt werden. Die Kenntnis der Arbeit vergangener Ingenieurgenerationen führt zur Wertschätzung und zum Verstehen heutiger Ingenieurarbeit.

Programm

Freitag, 9. Juni 2006
200 Jahre Röbling: Ingenieurbau als Kultur-geschichte. Biographische Annäherungen

10.00 Begrüßung durch Johannes Vielhaber, Prorektor der Fachhochschule Potsdam
10.15 Andreas Kahlow (FH Potsdam): Röbling als Konstrukteur
10.45 Eberhard Grunsky (Landeskonservator i.R., Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster): Die Entdeckung des ersten Brückenentwurfes von Röbling
11.15 Kaffeepause
11.30 Nele Güntheroth (Stiftung Stadtmuseum Berlin): Röblings Weg zum Baumeister
12.30 Donald Sayenga (Wire Association International, Guilford, Connecticut, USA): Wire and Construction

Bauwerk – Tragwerk – Tragsystem. Die Geschichte der Konstruktion in der Spanne von Entwurf, Nachweis und Umsetzung

14.30 Werner Lorenz (BTU Cottbus): Archäologie des Konstruierens – Detailkulturen im Eisenbau um 1840
15.00 Göran Werner (FH Potsdam): Zur Geschichte von Röblings Niagara - Brücke
15.30 Kaffeepause
16.00 Martin Trautz (RWTH Aachen): Ingenieurbau zwischen Holz und Eisen
16.30 Mike Schlaich (TU Berlin): Seilgestützte Brücken seit Röbling. Rückblicke und Ausblicke
17.00 Diskussion
18.00 Empfang im HBPG „Kutschstall“ bzw. im „Schaufenster“ der Fachhochschule Potsdam

Sonnabend, 10. Juni 2006
Historische Konstruktionen und ihre Probleme

09.00 Berthold Burkhardt (TU Braunschweig): Eisenkonstruktionen im Geschoßbau – Konstruktion und Erhaltung
09.30 Holger Eggemann (Prof. Hegger + Partner Ingenieure, Aachen) und Karl-Eugen Kurrer (Verlag Ernst und Sohn, Berlin): Zur internationalen Verbreitung des Systems Melan von 1892 bis heute
10.00 Kaffeepause
10.30 Ludwig Stein (Professional Engineer, NSPE; New York USA): Die Sanierung der Brooklyn Bridge in den 1950er und 1980er Jahren
11.00 Eberhard Pelke (Hessisches Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen): Leistungsfähiger Konkurrent – die Entwicklung der Schrägseilbrücken
11.30 Kaffeepause mit Imbiß.

Die Nachmittagssitzung ist frei für die Öffentlichkeit.
Ingenieurbauwerke: Erhalt – Ersatz – Identität

12.30 Matthias Baxmann (Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege): Brücken in Brandenburg: Kulturgut versus normativer Nutzungszeit – ein unauflöslicher Widerspruch?
13.00 Thomas Klähne (Klähne und Bauchspieß Beratende Ingenieure im Bauwesen GmbH, Berlin)/ Henry Ripke (Henry Ripke Architekten, Berlin): Ein neuer Brückenzug über die Alte und Neue Fahrt in Potsdam – Konstruktion und Ästhetik
13.30 Podiumsdiskussion.

Im Anschluß Ausstellungsrundgang im HBPG
“Schinkel: Künstler – Preuße – Brandenburger“

Kontakt

Göran Werner

Fachhochschule Potsdam, Pappelallee 8-9, 14469 Potsdam

0331-5801301/ -1331
0331-5801399
g.werner@fh-potsdam.de

Zitation
Johannn August Röbling - vom preußischen Baukondukteur zum Konstrukteur der Brooklyn Bridge - Ingenieurbau zwischen Kunst und Wissenschaft, 09.06.2006 – 10.06.2006 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 16.05.2006, <www.hsozkult.de/event/id/termine-5471>.