Zivilisationsbruch und Gesellschaftskontinuität. Die Ambivalenz des menschenmöglichen im 20. Jahrhundert

Ort
Dresden
Veranstaltungsort
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Lingnerplatz 1, 01069 Dresden
Veranstalter
Hamburger Institut für Sozialforschung, Stiftung Deutsches Hygiene-Museum, Dresden
Datum
27.10.2006 - 28.10.2006
Von
Dr. Regine Klose-Wolf

Die Tagung nimmt das 20. Jahrhundert in seiner grundlegenden Ambivalenz von mörderischem Totalitarismus auf der einen und demokratischer Zivilität auf der anderen Seite in den Blick. Anders als in den geläufigen Erzählungen dieses “Jahrhunderts der Extreme “ wird nicht nur der Verfall einer bürgerlichen Gesellschaft hin zu diktatorischen Regimen von Makrokriminalität zum Thema gemacht, sondern auch das überraschende Lernen hin zu Demokratie und Zivilität, für das das Datum "1945" steht.

Modellfall ist Deutschland: Menschenmöglich war nicht nur der Völkermord, nicht nur in vielerlei Hinsicht Gleichgültigkeit und Rohheit gegenüber den Überlebenden, sondern gleichzeitig auch kollektive Sensibilität für Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine vollständige Geschichte des 20. Jahrhunderts wird die Unwahrscheinlichkeit oder Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung zum Bösen wie einer Hinwendung zum Guten begreif en müssen. Diese gedankliche Ambivalenzforderung soll im Zentrum der Tagung stehen, die die Sonderausstellung des United States Holocaust Memorial Museums im Deutschen Hygiene-Museum "Tödliche Medizin. Rassenwahn im Nationalsozialismus" (12. Oktober 2006 bis 24. Juni 2007) begleitet.

Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. Heinz Bude und
Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma,
Hamburger Institut für Sozialforschung

Programm

Programm

Freitag, 27. Oktober
10.15 Uhr
Begrüßung: Klaus Vogel, (Direktor Deutsches Hygiene-Museum, Dresden)

10.30 – 12.00
1933/1945 Zäsuren zum Bösen und zum Guten
Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma, Hamburg
Prof. Dr. Karl- Siegbert Rehberg, Dresden

12.30 – 14.00
Das Fortleben der Toten im Weitermachen der Davongekommenen
Prof. Dr. Heinz Bude, Hamburg/Kassel
Prof. Dr. Michael Geyer, Chicago (USA)

15.00 – 16.30
Die Wiederkehr des Tötens und Mordens
Prof. Dr. Bernd Greiner, Hamburg
Dr. Wolfgang Kraushaar, Hamburg

17.00 – 18.30
Von der Volksgemeinschaft zum Gesellschaftskollektiv
PD Dr. Ulrich Bielefeld, Hamburg/Darmstadt
Prof. Dr. Michael Wildt, Hamburger/Hannover

Samstag, 28. Oktober
9.30 – 11.00
Reichweiten des Erinnerns
Dr. Ulrike Jureit, Hamburger/Lüneburg
Prof. Dr. Shingo Shimada, Düsseldorf

11.30 – 13.00
Wandlungen im Biographischen
Prof. Dr. Claus Leggewie, Gießen/z. Zt. Wien
Dr. Klaus Naumann, Hamburg

13.00
Schlusswort

Teilnahmegebühr:
20 Euro, ermäßigt 15 Euro
(einschließlich Pausenverpflegung und Ausstellungseintritt)

Anmeldungen zur Tagung im Tagungszentrum unter:
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum
Tel.: 0351 4846 856
Fax: 0351 4846 594

tagungszentrum@dhmd.de

Bitte beachten Sie, dass es nur ein begrenztes Platzkontingent gibt.

Die Anmeldung wird wirksam mit der Überweisung der Teilnahmegebühr auf das Konto 3150010607 der Stiftung Deutsches Hygiene-Museum bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (BLZ 850 503 00), Stichwort "Tagung Oktober 2006".

Kontakt

Dr. Regine Klose-Wolf,
Hamburger Institut für Sozialfroschung,
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Mittelweg 36, 20148 Hamburg
040-41 40 97 12
040-41 40 97 11
presse@his-online.de

Stiftung Deutsches Hygiene-Museum
Tagungszentrum
Lingnerplatz 1
01069 Dresden
0351-4846 856
0351-4846 594
tagungszentrum@dhmd.de

Zitation
Zivilisationsbruch und Gesellschaftskontinuität. Die Ambivalenz des menschenmöglichen im 20. Jahrhundert, 27.10.2006 – 28.10.2006 Dresden, in: H-Soz-Kult, 21.07.2006, <www.hsozkult.de/event/id/termine-5789>.