Aufklärung, Bildung, „Histotainment“? – Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute

Ort
Berlin
Veranstaltungsort
FU Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Koserstr. 20, 14195 Berlin
Veranstalter
Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Didaktik der Geschichte/ Prof. Dr. Michele Barricelli Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung, Berlin
Datum
02.03.2007 - 03.03.2007
Bewerbungsschluss
19.02.2007
Von
Julia Hornig

Die Tagung will ein Forum schaffen, auf dem sich Geschichtsdidaktik, Politische Bildung und zeithistorische Forschung in einem interdisziplinären Dialog gegenseitig darüber aufklären, was sie zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Hinblick auf ein zukunftsfähiges historisch-politisches Bewusstsein in unserer Gesellschaft zu leisten vermögen. Zu dem damit umrissenen Problem des lernenden Umgangs mit zeitgeschichtlichen Themen sollen aktuelle akademische Positionen bestimmt, empirische Erkundungen diskutiert und Ansätze aus relevanten Praxisfeldern vorgestellt werden. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Heranwachsende als Lernsubjekte – in Schulen, Jugendbegegnungsstätten, Museen – sowie die weit reichenden Bildungseffekte massenmedialer Angebote in der Gesellschaft (z.B. Zeithistorie in Feuilleton, Fernsehen, Comic).

Es wird ein Tagungsbeitrag von 10 Euro erhoben, der Pausengetränke und ein warmes Mittagessen beinhaltet (vor Ort zu entrichten).
Um Anmeldung per Mail bis zum 19.2.2007 wird gebeten.

Programm

Freitag, 2. März 2007

14.00 Begrüßung:
Sybill De Vito-Egerland (Freie Universität Berlin), Julia Hornig (Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung), Michele Barricelli (Freie Universität Berlin)

14.15–16.15 Zeitgeschichtliches Lernen akademisch

Dr. Jan-Holger Kirsch (ZZF Potsdam):
„Zeitgeschichte als wissenschaftliche Aufklärung“ – Ziele und Probleme

Prof. Dr. Peter Massing (Freie Universität Berlin):
Zeitgeschichte als Rückgrat der Politischen Bildung?

Prof. Dr. Andreas Körber (Universität Hamburg):
Kompetenzmodelle der politischen Bildung. Einige Anmerkungen zur Dimensionalität und Graduierung

- Kaffeepause -

16.45–18.45 Orte zeitgeschichtlichen Lernens

Brigitte Vogel/ Stefan Bresky (Museumspädagogen, Deutsches Historisches Museum, Berlin):
Wie viel Geschichte darf es sein? Zeitgeschichtliches Lernen am Beispiel der Ausstellungsprojekte des Deutschen Historischen Museums

Julia Hornig (Museumspädagogin, BWBS):
Vermittlung von zeitgeschichtlichen Themen in Ausstellungen:
Einsatz multimedialer Lernumgebungen im Willy-Brandt-Haus Lübeck

Prof. Dr. Bettina Alavi (Pädagogische Hochschule Heidelberg):
Zeitgeschichte virtuell: Zur Didaktisierung zeitgeschichtlicher Webangebote am Beispiel der Website www.chronik-der-mauer.de

Annegret Ehmann (Berlin):
Auseinandersetzung mit Auschwitz in beiden deutschen Nachkriegsstaaten am Beispiel von Peter Weiss’ „Die Ermittlung“ – ein DVD-Projekt der BpB mit Unterrichtsmaterialien

- Abendempfang der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung im Rathaus Schöneberg -

Sonnabend, 3. März 2007

9.00–11.00 Massenmediale Inszenierungen von Zeitgeschichte

Prof. Dr. Paul Nolte (Freie Universität Berlin):
Das Ende des Elfenbeinturms? Die Medialisierung der Geschichte aus fachwissenschaftlicher Sicht

Sven Ihden (Dokumentarfilmer, Berlin):
Tauchen im Flachwasser ? Ein Praxisbericht über Stärken, Programmstrukturen und Schwächen zeitgeschichtlicher TV-Dokumentationen

Sven Felix Kellerhoff (Journalist, „Die Welt“/„Berliner Morgenpost“):
„Geschichte muss nicht knallen“. Zwischen Vermittlung und Vereinfachung: Plädoyer für eine Partnerschaft von Geschichtswissenschaft und Geschichtsjournalismus

- Kaffeepause -

11.30–13.15 Zeitgeschichtliches Lernen empirisch

Dr. Carlos Kölbl (Leibniz Universität Hannover):
Auschwitz ist eine Stadt in Polen. Zur Bedeutung der NS-Zeit im Geschichtsbewusstsein junger Migranten

Dr. Sabine Moller (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg):
Eine Fußnote des Geschichtsbewusstseins? Wie Schüler in Westdeutschland Sinn aus der DDR-Geschichte machen

René Mounajed (Georg-August-Universität Göttingen):
„Geht doch rüber!" – Geschichtscomics und Geschichtsunterricht: Erste Ergebnisse einer empirischen Studie

- Mittagessen -

14.00–16.00 Zeitgeschichtliches Lernen praktisch

Martin Lücke (Universität Leipzig):
„... um am Festbeton von Zweigeschlechtlichkeit zu kratzen” - Zeitgeschichte und Gender in didaktischer Perspektive

Kerstin Engelhardt (PraxisBildung e.V., Berlin):
DDR-Geschichte(n) - Der Blick ost-deutscher Jugendlicher auf die DDR. Ein Bericht aus der historisch-politischen Jugendbildung

Arne Lietz (Berlin):
Historisches oder politisches Lernen? Der Völkermord an den Armeniern als Unterrichtsgegenstand

Schlusswort

Kontakt

Prof. Dr. Barricelli, Frau Bold, Frau Busch

FU Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut

030 / 838 - 55650

zeitgeschichte-im-gu@gmx.de

Zitation
Aufklärung, Bildung, „Histotainment“? – Zeitgeschichte in Unterricht und Gesellschaft heute, 02.03.2007 – 03.03.2007 Berlin, in: H-Soz-Kult, 28.01.2007, <www.hsozkult.de/event/id/termine-6660>.
Redaktion
Veröffentlicht am
28.01.2007
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