Burgwallforschung im akademischen und öffentlichen Diskurs

Ort
Leipzig
Veranstaltungsort
Polnisches Institut, Markt 10, 04109 Leipzig
Veranstalter
Professur für Ur- und Frühgeschichte am Historischen Seminar der Universität Leipzig
Datum
22.06.2007 - 23.06.2007
Bewerbungsschluss
19.06.2007
Von
Reichenbach, Karin

Im Rahmen des Projektes zur Geschichte der archäologischen Burgwallforschung im 20. Jh. in Sachsen und Ostmitteleuropa wird vom 22. – 23. Juni 2007 ein Kolloquium zum Thema „Burgwallforschung im akademischen und öffentlichen Diskurs im 20. Jahrhundert” veranstaltet. Gemeinsam mit den Rednern und Teilnehmern soll der wissenschaftsgeschichtliche Rahmen des Projektes erweitert werden um his-toriographische Darstellungen benachbarter Disziplinen und um Reflexionen aus der „popularisierten“ Archäologie der Museen.

Seit 2000 laufen an der Leipziger Professur Untersuchungen zur Geschichte der archäo-logischen Burgwallforschung in Sachsen. Inzwischen ist daraus ein umfangreiches Pro-jekt geworden, innerhalb dessen die Burgwallforschungen in Sachsen, Schlesien und Boehmen zwischen 1927 und 1995 beschrieben und miteinander verglichen werden.

Die Burgwallforschung gilt seit dem 19. Jahrhundert als zentrale Quelle für Fragen nach der gesellschaftlichen und politischen Struktur ur- und frühgeschichtlicher Kulturen und hat daher vorrangig zur Rekonstruktion politischer bzw. „völkischer“ Geschichte gedient. Dadurch waren Burgwallforschung und Archäologie immer für die historischen Wissen-schaften von besonderem Interesse.

Es hat sich inzwischen gezeigt, dass die Burgwallforschung ein Untersuchungsgegens-tand ist, der vorzüglich geeignet ist, zum Verständnis der Entwicklung des Faches und damit zu einer modernen Wissenschaftsgeschichte der Archäologie und teilweise auch benachbarter Disziplinen beizutragen.

In drei Sektionen sollen Aspekte der Geschichte der mitteleuropäischen Burgwallfor-schung des 20. Jahrhunderts beleuchtet werden. Der zeitgeschichtliche Rahmen von Ar-chäologie und Geschichtswissenschaften soll anhand von Beiträgen zur Geschichte der Altertumswissenschaft und der Landesgeschichte diskutiert werden. Fachwissenschaftler aus Rumänien, Tschechien, Polen und Deutschland werden in der zweiten Sektion über dortige Forschungstraditionen berichten. In der abschließenden Sektion werden Beispiele für die öffentliche Rezeption von Burgwällen im Vordergrund stehen.

Programm

Freitag, 22. Juni 2007
Tagungsort: Polnisches Institut, Markt 10

13.00
Grußworte:
Prof. Dr. Günther Heydemann, Historisches Seminar der Universität Leipzig
Prof. Dr. Sabine Rieckhoff, Professur für Ur- und Frühgeschichte der Universität Leipzig

Sektion 1: Archäologie und Geschichtswissenschaft im 20. Jh. (Moderation: Ulrike Sommer)
• 13.30 - 14.00 Uhr VOLKER LOSEMANN, Marburg
Bemerkungen zur „Zeitgeschichte der deutschen Geschichtswissenschaft“ im 20. Jahrhundert

• 14.00 – 14.30 Uhr UTA HALLE, Berlin
Archäologen, Ausgrabungen, Interpretationen – 70 Jahre Wissenschaftsgeschichte der Archäologie

• 14.30 – 15.00 Uhr MATTHIAS HARDT, Leipzig
Burgwallforschung und Mediävistik

Kaffeepause

• 16.00 – 16.30 Uhr SUSANNE GRUNWALD und KARIN REICHENBACH, Leipzig
Über Sinn und Nutzen der Wissenschaftsgeschichte in der Archäologie. Eine Bilanz nach zwei Jahren Burgwallprojekt Leipzig

• 16.30-17.00 UHR CRISTINA-GEORGETA ALEXANDRESCU, Bukarest
Die Forschungsgeschichte der Langwälle nördlich der mittleren und unteren Donau

ABENDVORTRAG
19.30 Uhr, Aula „Alte Nikolaischule“, Nikolaikirchhof 2

ACHIM LEUBE, Berlin
Die ostdeutsche Prähistorie in den Jahren 1933-1945

Anschließend kleiner Empfang in der „Alten Nikolaischule“

Samstag, 23. Juni 2007
Polnisches Institut

Sektion 2: Archäologische Burgwallforschung in Mitteleuropa (Moderation: Matthias Hardt)
• 9.30 – 10.00 Uhr MARTIN BARTELHEIM, Berlin
Siedlungsarchäologische Untersuchungen zum Burgwall von Ostro, Kr. Kamenz (Sachsen)

• 10.00 – 10.30 Uhr VLADIMÍR SALAČ, Prag
Oppidaforschung in Tschechien

Kaffeepause

• 11.30 – 12.00 Uhr SŁAWOMIR MOŹDZIOCH, Wrocław
Wishful digging. Burgwallforschung im Rahmen des polnischen Millenium-Projektes

• 12.00 – 12.30 Uhr JAN KLÁPŠTĚ, Prag
Wege und Kreuzwege der Burgwallforschung in Böhmen

Mittagessen 12.30 – 14.00 Uhr

Sektion 3: Wallanlagen als öffentliche Denkmäler (Moderation: Sabine Wolfram)
• 14.00 – 14.30 Uhr ULRIKE SOMMER, London
Burgwälle und Öffentlichkeitsarbeit

• 14.30 – 15.00 Uhr BOGUSŁAW GEDIGA, Wrocław
Biskupin – Rezeptionsgeschichte und Öffentlichkeitsarbeit

Kaffeepause

• 16.00 – 16.30 Uhr DANIEL NÖSLER, Wilhelmshaven
Die Hertesburg und der Orden des Neuen Tempels

• 16.30 – 17.00 Uhr ULF ICKERODT, Hannover
Die räumliche Dimension der Geschichte: Historische Wissensvermittlung am Beispiel des slawischen Burgwalls von Groß Raddusch

Abschlussdiskussion und Resumée

Ende der Tagung vorrausichtlich 18.00 Uhr

Kontakt

Karin Reichenbach

Ritterstr. 14, 04109 Leipzig

0341-97 370 68
0341-97 370 46
reichenbach@uni-leipzig.de

Zitation
Burgwallforschung im akademischen und öffentlichen Diskurs, 22.06.2007 – 23.06.2007 Leipzig, in: H-Soz-Kult, 15.06.2007, <www.hsozkult.de/event/id/termine-7474>.