Postkoloniale Räume, Transnationalität und Erinnerungstopografien

Ort
Hannover
Veranstaltungsort
Historisches Seminar, Im Moore 21, 30167 Hannover
Veranstalter
Historisches Seminar, Afrikanische Geschichte, Universität Hannover, Prof. Dr. Brigitte Reinwald, in Kooperation mit Transformation Studies, Universität Hannover
Datum
26.07.2007 - 27.07.2007
Von
Stefanie Michels

In Anknüpfung an die Debatten um den Begriff des Postkolonialen und seine Implikationen geht es uns in diesem Workshop darum, die Verbindungslinien von postkolonialen Räumen, transnationalen Verschiebungen und (kulturellem) Gedächtnis herauszustellen. Dabei sollen diese drei wissenschaftlichen (und politischen) Kategorien nicht voneinander abgegrenzt werden, vielmehr stehen ihre wechselseitigen Verknüpfungen im Mittelpunkt.
Begreift man Postkolonialität als ein Geflecht unterschiedlichster zeitlicher und räumlicher Macht-Beziehungen, stellt sich die Frage, inwiefern die aktuell diskutierte Kategorie des Transnationalen an diesem Geflecht mitwirkt und dabei Gedächtnis und Erinnerung berührt, verschiebt, bricht und neu zusammensetzt. Was bedeutet dies für die Festlegungen und Abgrenzungen von kommunikativem und kulturellem Gedächtnis? Wie können diese „Arbeitsbegriffe“ überhaupt noch funktionieren, wenn sie mit unterschiedlichen Zeitlichkeiten und Räumlichkeiten verbunden sind?
Der Workshop soll einen ersten Rahmen bieten, diese Fragen zu diskutieren. Daher wollen wir verschiedene Gedächtnismedien, kulturelle Repräsentationen, Akteure und ihre Geschichte(n) auf die jeweilige Sinn- und Bedeutungsgebung hin in den Blick nehmen. Die „verwobenen Geschichten“ – entangled histories –, die – auch über das Moment des Ausschlusses – sowohl individuelle Biografien als auch nationale Historiografien strukturieren und die in kulturellen Repräsentationen vorgestellt werden, sollen im Fokus der Diskussion stehen und die Suche nach Antworten leiten.

Programm

Donnerstag, 26. Juli 2007

11.00 – 12.15 Einführungsphase (Moderation: Alexandra Lübcke/Stefanie Michels)

11.00 Uhr Einführung in Thema und Tag

11.20 Uhr Vorstellungsrunde

11.30 Uhr Arbeitseinheit „Gedächtnis/Erinnerung – transzdisziplinäre Zugänge“ anhand ausgewählter Texte

12.15 Uhr Pause

13.00 Uhr Präsentationsphase (Moderation Alexandra Lübcke/Stefanie Michels)

Die Erinnerung an das Konzentrationslager Bergen-Belsen in Frankreich und Deutschland
(Janine Doerry, Historikerin, Hannover)

Das jüdische Museum in Kapstadt
(Valérie Arato, Kunsthistorikerin, Zürich)

Arbeit am kollektiven Gedächtnis: Erinnerungsorte in Südafrika und Deutschland
(Volker Paulmann, Historiker, Hannover)

Gedächtnis, religiöse Bewegungen und soziale Räume in Afrika
(Friede Ngo Youmba-Batana, Entwicklungssoziologin, Hannover)

Bonamanga – entgrenzte (Familien-) Geschichte
(Stefanie Michels, Afrikanistin/Afrikahistorikerin, Köln)

Denationalisierungen, Deplatzierungen und kulturelles Gedächtnis: transnationale Literaturen als Historiografie
(Alexandra Lübcke, Literatur- /Kulturwissenschaftlerin, Hamburg)

Von Abfall-Wörtern, Klängen und Geistern: auf den Spuren von Erinnerungen in ausgewählten Texten Yoko Tawadas
(Hiltrud Arens, Literaturwissenschaftlerin, Missoula, MT /USA)

Gegen 18.30 Uhr Ende

Freitag, 27. Juli 2007

9.00 Uhr Runder Tisch
Ergebnisse, weiterführende Fragestellungen, Verstetigung der Diskussionen, Ausblick

12.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Kontakt

Alexandra Lübcke (Alexandra-Luebcke@Hamburg.de) und Stefanie Michels (stef_michels@yahoo.de)

Zitation
Postkoloniale Räume, Transnationalität und Erinnerungstopografien, 26.07.2007 – 27.07.2007 Hannover, in: H-Soz-Kult, 12.07.2007, <www.hsozkult.de/event/id/termine-7624>.