2 Doktorandenstip. "Wissensräume" (Univ. Trier)

2 Doktorandenstip. "Wissensräume" (Univ. Trier)

Institution
Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum, Universität Trier
Ort
Trier
Land
Deutschland
Bewerbungsschluss
01.06.2008
Von
Prof. Dr. Claudine Moulin

Im Rahmen der vom Land Rheinland-Pfalz geförderten neuen Forschungsinitiative sind am Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum (HKFZ) Trier vorbehaltlich der Zuweisung der Mittel zum 1. Juli 2008 (oder später) zwei Doktorandenstipendien für die Dauer von maximal drei Jahren zu vergeben.

Die Stipendien sind zunächst auf ein Jahr beschränkt, in dessen Verlauf entweder eine Förderung durch eine Stiftung eingeworben oder eine zweijährige Verlängerung durch das HKFZ nach entsprechender positiver Evaluierung beantragt werden kann.

Die beteiligten Fachgebiete, in denen Promotionsmöglichkeit besteht, sind Germanistik, Geschichte, Jiddistik, Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Philosophie und Romanistik.

Das Historisch-Kulturwissenschaftliche Forschungszentrum (HKFZ) wurde im Herbst 2005 als gemeinsame Forschungseinrichtung der beiden rheinland-pfälzischen Universitäten Mainz und Trier gegründet. Das Zentrum bündelt Forschungsaktivitäten mit einer historischen Ausrichtung aus verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen. Das historische Forschungsinteresse geht von der Überlegung aus, dass Beiträge zum Verständnis und zur Gestaltung aktueller gesellschaftlicher Strukturen nur auf der Grundlage systematischer Untersuchungen ihrer historischen Wurzeln geleistet werden können. Das Zentrum fördert eine arbeitsteilige inter- und transdisziplinäre Forschung, um so zu Ergebnissen zu kommen, die mit der konventionellen individuellen und einzelwissenschaftlichen Forschungstätigkeit in den Historischen Kulturwissenschaften nicht zu erzielen sind. Die Zusammenarbeit der beteiligten Forschungsprojekte und Fächer erfolgt aufgrund methodischer oder inhaltlicher Verknüpfungen im Sinne des formulierten inter- und transdisziplinären Anspruchs.

Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Zentrums zur Verfügung: www.hkfz.info

Gefördert werden im Rahmen des HKFZ Trier interdisziplinäre, kulturhistorische Untersuchungen zum Thema „Wissensräume“.

Besondere Schwerpunkte bilden dabei folgende Arbeitsbereiche, in deren Rahmen die Promotionen angesiedelt sein sollen:

- Wissensraum Stadt
In den Städten des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit pflegte man den Umgang mit zwei Wissensformen: dem praktischen Handlungswissen und dem gelehrten Bildungswissen. Die beiden Wissensformen hatten ihre spezifischen Räume – Kirchen- und Stadtschulen einerseits, Universitäten, Bibliotheken, Intellektuellenzirkel andererseits. Die Rezeption, Aneignung und Anwendung der beiden Wissensformen kennzeichnete die Lebenswelten der Stadtbürger und der in Städten lebenden Intellektuellen. Die Projekte in dieser Abteilung betreffen insbesondere die historische Stadtsprachenforschung, die Literatur in der Stadt sowie die Bereiche der Professionalisierung, der Künstlersozialgeschichte und der visuellen Repräsentation, beispielsweise des höfischen Zeremoniells.

- Medien und Methoden der Konstruktion von Wissensräumen
In diesem Arbeitsbereich werden den grundlegenden Gegebenheiten der Selbstkonstitution von Wissensräumen Rechnung getragen. Anhand von exemplarischen Fällen wird dargestellt, in welcher Hinsicht Kontinua entstehen, die auf einer medialen und methodischen Konstruktion von Räumen des Wissens beruhen. Im Mittelpunkt stehen dabei mithin nicht nur die Erforschung der Genese oder des Inhalts von Wissen, sondern seine Ausbreitung innerhalb eines definierten Raumes (insbesondere etwa die Rolle der Bibliotheken im mittelalterlichen Europa oder aber die Rekonstruktion und Erschließung mittelalterlicher Bibliotheken).

- Technik und Wissensraum
Der Arbeitsbereich umfasst insbesondere anwendungsorientierte Teilprojekte, in denen Wissensräume mit den Mitteln moderner Technologien konstruiert und damit neue Forschungsinstrumente generiert werden (etwa im Bereich der EDV-Philologie, der Quellenedition und Quellenerschließung).

- Wissensraum Kommunikation: Kulturelle Praktiken, Tradition und Wandel
Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht zum einen das objektsprachliche, in der Sprache selbst tradierte Wissen über die historisch erwachsenen Strukturen einer Sprache, die Besonderheiten ihrer Verwendung im gesellschaftlichen Diskurs und unterschiedlichen Textsorten sowie die soziokulturelle Dynamik ihrer Veränderungen. Einen besonderen Schwerpunkt der Untersuchungen bildet das metasprachliche Wissen über eine Sprache, das in den älteren grammatikographischen und lexikographischen Werken enthalten ist. Die systematische Erschließung des metasprachlichen Wissens aus kulturhistorischer Perspektive sowie die Analyse der Unterschiede und der Gemeinsamkeiten der Kodifizierungsprozesse im gesamteuropäischen Kontext stehen bis jetzt in großen Teilen aus. Somit wird aufgezeigt, wie in Texten unterschiedlicher Textsorten Wissensräume über Sprache und ihre Verwendungsmöglichkeiten entstehen, die weit mehr als den herkömmlichen geographischen Raumbegriff betreffen.

Prozedere für die Bewerbung
Folgende Unterlagen sind einzureichen:
- Lebenslauf mit detaillierter Darlegung des wissenschaftlichen Werdegangs
- Kopien der Abschlusszeugnisse von Schulen und Hochschulen
- Exposé für ein Forschungsvorhaben, aus dem der Bezug zum Thema des HKFZ ersichtlich sein soll (ca. 10-15 S. inklusive Zeitplan)
Das Exposé sollte sich an folgender Gliederung orientieren:
1. Einleitung,
2. Stand der Forschung,
3. Eigene Vorarbeiten,
4. Fragestellung der Forschungsarbeit,
5. Arbeitsplan mit Zeitplan,
6. Zitierte Literatur.

Höhe des Stipendiums
Die Höhe des Promotionsstipendiums beträgt monatlich EUR 1100,-.
Durch die Annahme des Stipendiums verpflichtet sich die Stipendiatin/der Stipendiat keine Nebenerwerbstätigkeit aufzunehmen, an den Aktivitäten des HKFZ teilzunehmen sowie mehrere Zwischenberichte und einen Abschlussbericht zu erstellen. Wohnsitznahme in Trier ist erforderlich.

Bewerbungen per Post sind bis zum 1.06.2008 zu richten an die Sprecherin des HKFZ Trier, Prof. Dr. Claudine Moulin, Universität Trier, Fachbereich II/ Germanistik, D-54286-Trier
Weitere Informationen können auch bei Frau Kathrin Geldermans eingeholt werden (Geschäftsführung HKFZ Trier, 0651/ 201 – 2318; E-Mail: trier@hkfz.info)

Redaktion
Veröffentlicht am
13.05.2008
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