1 Doktorandenstip. "Reisen als epistemisches Konzept" (Univ. Trier)

1 Doktorandenstip. "Reisen als epistemisches Konzept" (Univ. Trier)

Institution
Historisch-Kulturwissenschaftliches Forschungszentrum, Universität Trier
Ort
Trier
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.07.2014 - 20.06.2015
Bewerbungsschluss
28.05.2014
Von
Prof. Dr. Martin Przybilski, HKFZ Trier

Im Rahmen der vom Land Rheinland-Pfalz geförderten Forschungsinitiative ist am Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum (HKFZ) Trier voraussichtlich zum 01. Juli 2014 ein Doktorandenstipendium zu vergeben.

Das Stipendium ist vorbehaltlich der Zuweisung der Mittel zunächst auf ein Jahr befristet, in dessen Verlauf entweder eine anderweitige Förderung eingeworben oder nach dessen Ablauf eine Verlängerung des Stipendiums um weitere 12 Monate sowie eine Abschlussfinanzierung bis maximal Dezember 2016 beantragt werden können. Eine Verlängerung des Stipendiums setzt eine positive Evaluierung durch das HKFZ voraus. Ferner ist eine Verlängerung abhängig von der allgemeinen Zuweisung der Mittel.

Die beteiligten Fachgebiete, in denen die Möglichkeit zur Promotion besteht, sind Anglistik, Germanistik, Geschichte, Japanologie, Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Romanistik, Sinologie.

Gefördert werden im Rahmen des HKFZ Trier interdisziplinäre, kulturhistorische Untersuchungen zum Thema Wissensräume. Reisen als epistemisches Konzept.

Das Historisch-Kulturwissenschaftliche Forschungszentrum (HKFZ) Trier bündelt Forschungsaktivitäten mit einer historischen Ausrichtung aus verschiedenen kulturwissenschaftlichen Disziplinen.
Das historische Forschungsinteresse geht von der Überlegung aus, dass Beiträge zum Verständnis und zur Gestaltung aktueller gesellschaftlicher Strukturen nur auf der Grundlage systematischer Untersuchungen ihrer historischen Wurzeln geleistet werden können. Das Zentrum fördert eine arbeitsteilige inter- und transdisziplinäre Forschung, um so zu Ergebnissen zu kommen, die mit der konventionellen individuellen und einzelwissenschaftlichen Forschungstätigkeit in den Historischen Kulturwissenschaften nicht zu erzielen sind. Die Zusammenarbeit der beteiligten Forschungsprojekte und Fächer erfolgt aufgrund methodischer oder inhaltlicher Verknüpfungen im Sinne des formulierten inter- und transdisziplinären Anspruchs. Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Zentrums zur Verfügung: http://www.hkfz.uni-trier.de

Das Forschungsprogramm „Reisen als epistemisches Konzept“ bindet die kulturelle Konstruktion und die epistemische Bedeutung von Grenzen an die konkrete Figur der Reise. Wurde die Kulturtechnik des Reisens bislang in erster Linie im Zusammenhang mit Kulturkontakten, (post-)kolonialen Prozessen und politischen Praktiken untersucht, soll sie nun erstmals als spezifisches Verfahren der Wissensproduktion konzeptualisiert und in historischer Tiefenperspektive erschlossen werden. Im Fokus steht das Zusammenspiel theoretischer, technischer, sozialer und ästhetischer Voraussetzungen und Traditionslinien des Reisens, durch welche die Begegnung mit dem – immer auch geschlechtsspezifisch und ethnisch definierten – Anderen und Neuen reglementiert wird, die aber auch selbst im Zuge des Reisens neu ausgehandelt werden.

Mit diesen vier Dimensionen des Reisens ist auch das methodische Gerüst des Forschungsprogramms umrissen. Zunächst kann die Reise selbst als theoretisches Konzept verstanden werden, das etwa in Form der Pilger-, Bildungs-, Entdeckungs- oder Forschungsreise innerhalb eines historischen Wissenssystems verortet und mit anderen Feldern des Wissens vernetzt ist. Zugleich wird dieses Wissen jedoch durch Reisen in Bewegung gesetzt, durch empirische Funde legitimiert oder widerlegt und in komplexen Austausch- und Überschreibungsprozessen ständig neu formiert. Zweitens kann die epistemische Reise als Zusammenschluss mehrerer Raum- und Wissenspraktiken gefasst werden, wobei Techniken der Datenerhebung wie Sammeln, Messen, Kartographieren, Notieren oder Fotografieren ebenso in den Vordergrund treten wie die apparativen Bedingungen des Reisens. Die konkreten Praktiken der Wissenserzeugung lassen dabei ein „Laboratorium des Reisens“ entstehen, das bestimmte Arten epistemischer Objekte erzeugt. Drittens sind Planung und Ablauf von Reisen ebenso wie die Entscheidung darüber, was nach der Rückkehr als Wissensbestand in den kulturellen Diskurs eingespeist wird, Ergebnisse sozialer Aushandlungsprozesse, die etwa im Falle der großen frühneuzeitlichen Entdeckungsreisen bis heute anhalten. Die Reise kann somit als ein Medienereignis begriffen werden, das sich im Diskurs immer von neuem wiederholt. Epistemische Relevanz gewinnt die Reise dabei viertens durch Formen der Ästhetisierung oder Narrativierung, welche auch in naturwissenschaftlichen Kontexten die Wissensgenese erst ermöglichen.

Prozedere für die Bewerbung
Folgende Unterlagen sind einzureichen:
- Lebenslauf mit detaillierter Darlegung des wissenschaftlichen Werdegangs
- Kopien der Abschlusszeugnisse von Schulen und Hochschulen
- Exposé für ein Forschungsvorhaben, aus dem der Bezug zum Thema des HKFZ ersichtlich sein soll (ca. 10-15 S. inklusive Zeitplan).

Das Exposé sollte sich an folgender Gliederung orientieren:
1. Einleitung
2. Stand der Forschung
3. Eigene Vorarbeiten
4. Fragestellung der Forschungsarbeit
5. Arbeitsplan mit Zeitplan
6. Zitierte Literatur

Höhe des Stipendiums
Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich EUR 1.100,-. StipendiatInnen, die mindestens ein Kind zu versorgen haben, erhalten zusätzlich einen Kinderzuschlag. Dieser Zuschlag beträgt Euro 150,- für das erste Kind und erhöht sich für jedes weitere Kind um Euro 50,- Euro. Als Kinder gelten auch die in § 2 Abs. 1 des Bundeskindergeldgesetzes bezeichneten Personen.

Die/der Stipendiat/in muss sich verpflichten, keine Nebenerwerbstätigkeit aufzunehmen, an den Aktivitäten des HKFZ teilzunehmen sowie mehrere Zwischenberichte und einen Abschlussbericht zu erstellen. Wohnsitznahme in Trier ist erforderlich.

Bewerbungen mit Lebenslauf, Zeugniskopien, ev. Schriftenverzeichnis richten Sie bitte in Briefform sowie in digitaler Ausfertigung bis zum 28.05.2014 an die Geschäftsstelle:

HKFZ Trier
Universität Trier
DM-Gebäude 311
D-54286 Trier
hkfz@uni-trier.de

Wir bitten, Bewerbungsunterlagen nicht in Mappen oder Hüllen und auch nur als unbeglaubigte Kopie vorzulegen, da die Unterlagen nicht zurückgesandt werden; sie werden nach Abschluss des Auswahlverfahrens vernichtet.

Weitere Informationen können auch bei der Geschäftsstelle des HKFZ eingeholt werden (0651/ 201–2318 bzw. –4218; E-Mail: hkfz@uni-trier.de)

Redaktion
Veröffentlicht am
09.05.2014
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