Lehren aus der Geschichte oder historisch verbrämter Alarmismus? Jared Diamonds Thesen über die ökologischen Grundlagen gesellschaftlichen Niedergangs

Der Biologe Jared Diamond hat sich in seinem letzen Werk „Kollaps“ einer der spannendsten Fragen der Menschheitsgeschichte angenommen: Wieso zerstören manche Gesellschaften ihre eigene Lebensgrundlage? Wieso leben etwa die Einwohner der winzigen Pazifikinsel Tikopia seit fast 3000 Jahren in einem stabilen Gleichgewicht mit ihrer Umwelt, während riesige Imperien urplötzlich kollabieren können? Wieso treffen Machthaber gelegentlich Entscheidungen, die geradewegs in den kollektiven Untergang führen? Und schliesslich: Was bedeuten die Lehren aus der Vergangenheit für uns? Wie wird in Zukunft ein nachhaltiges Wirtschaften möglich sein? Oder ist der ökologische Kollaps nicht mehr abzuwenden?

Dieser Aufsatz stellt die wichtigsten Ergebnisse aus Diamonds weithin beachteter, kultur-vergleichender Analyse vor, nimmt die Vorgehensweise des Autors sowie seine zentralen Argumentationsmuster genauer unter die Lupe und fragt nach den Impulsen, die sein Werk für die historische Forschung bietet. Dabei sprechen die Autoren aber auch die Grenzen seines „Globalzugriffes“ an und fragen, ob Diamonds politische Absichten nicht zuweilen sein historisches Erkenntnisinteresse allzu arg überlagern.

Diamond, Jared: Collapse, How Societies Choose to Fail or Succeed, London/New York: Penguin 2005, 576 S., 11 Karten, 42 Abb., kommentierte Bibliographie, Index, £ 9,99. ISBN: 0-670-03337-5; [Dts.: ders.: Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel, Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag 2005, 704 S. gleiche Ausstattung, gebunden 22,90 €. ISBN 978-3-10-013904-7 bzw. Paperback 9,95 €. ISBN 978-3-596-16730-2].



Von
Matthias Gorissen / Jochen Meissner

Lehren aus der Geschichte oder historisch verbrämter Alarmismus?
Jared Diamonds Thesen über die ökologischen Grundlagen gesellschaftlichen Niedergangs

Essay für H-Soz-u-Kult von Matthias Gorissen (siquame@web.de), Delligsen, und Jochen Meissner (meissner@uni-leipzig.de), Leipzig

Zugegeben: Der Mann traut sich was! Jared Diamond ist ein Evolutionsbiologe, der sich auf Vogelpopulationen im Hochland von Neu-Guinea spezialisiert hat. Für seine Forschungen erhielt er eines der seltenen MacArthur-Stipendien (ab 1985), den japanischen Cosmos-Prize und die US-amerikanische National Medal of Science von Bill Clinton. Daneben ist er langjähriger Direktor in der US-amerikanischen Sektion des World Wildlife Fund und Professor für Humangeografie und „Biogeography“ an der University of California, Los Angeles. Doch Diamond, Jahrgang 1937, kann noch mehr: Er schreibt Geschichte im ganz, ganz großen Stil. Schon sein Buch „Arm und Reich“ bzw. „Guns, Germs, and Steel“ (1997/8) trug den wenig bescheidenen Untertitel „Die Schicksale menschlicher Gesellschaften“, und behandelte nicht weniger als die 13.000 Jahre seit dem Ende der letzten Eiszeit. [1] In diesem inzwischen sogar verfilmten Werk vertrat Diamond u. a. die These, dass die Ost-West-Ausdehnung der eurasischen Landmasse besonders günstige ökologische Voraussetzungen für den Transfer technischer Fortschritte zwischen Kulturen bot. Dagegen sei die Weitergabe akkumulierten Wissens, etwa über Feldbau und Viehzucht, wegen der Ost-West-Barrieren des amerikanischen Doppelkontinentes dort schwieriger gewesen. Somit bot Diamond eine originelle, neue Antwort für die alte, gern auf Max Weber zurückgeführte Frage nach dem „Aufstieg des Westens“ bzw. die Frage „Warum Europa?“. Sie mag vielen jüngeren Historikerinnen und Historikern, die sich mit den verschiedenen Regionen „Außereuropas“ bzw. mit Welt- und Globalgeschichte befassen, als weniger drängend erscheinen; Diamond brachte das Buch 1998 jedenfalls den Pulitzer-Preis ein. Seitdem ist er (laut Washington Post) ein „akademischer Superstar“, und jedes neue Buch ist den Massenmedien an sich eine Nachricht wert. Sein hier besprochenes Werk „Kollaps“ wurde unmittelbar nach Erscheinen zur Basis einer Ausstellung am Natural History Museum in San Francisco, und da manchen Leuten Bücher zu schwer und selbst Ausstellungen noch nicht mundgerecht genug sind, hat man die Grundaussagen nochmals in Form kleiner Video-Schnipsel im Internet sozusagen ins MTV-Format gebracht. [2] Auch die deutsche Ausgabe traf sofort auf ein breites und überwiegend positives Medien-Echo, sowie auf wohlwollende Kommentare von namhaften Fachhistorikern in den deutschen Feuilletons. [3] Zudem rückte „Kollaps“ bei der Buchpreisverleihung 2006 von H-Soz-u-Kult unter die Top-Titel, freilich nur in der Residualkategorie für den Rest der Welt. [4]

Diese letzte Tatsache war schließlich auch der äußere Anlass, das Werk hier einer genaueren Betrachtung zu unterziehen, denn die historische Sachbuchproduktion im Bereich der außereuropäischen bzw. der globalen Geschichte im letzten Jahr war eigentlich eindrucksvoll genug. Es hätte interessante Alternativen gegeben. Warum musste sich das Fachpublikum und die kürende Jury von dem Weltuntergangs-Bestseller eines Ornithologen betören lassen? Die Antwort auf diese Frage liegt nur zum Teil in Diamonds Buch und sicher stärker noch in der deutschen Fachstruktur, die auch der HSK-Buchpreis abbildet. Was Diamond zu bieten hat, ist zwar durchaus in der schmalen Nische der Außereuropa- und Globalgeschichte interessant; „Kollaps“ hat jedoch an sich dort ebenso wenig etwas verloren wie, sagen wir, in der Kategorie der Fachbücher zum Mittelalter, mit dem Diamond sich ebenfalls ausführlich beschäftigt. Dies genauer zu erläutern ist das wichtigste Anliegen der nachfolgenden ausführlichen Besprechung: Die Chancen aber auch die Grenzen von Diamonds „Kollaps“ aus der Perspektive des historischen Fachhorizontes aufzuzeigen. Zwei Jahre nach dem Erscheinen des Buches liegen zudem hinreichende Reaktionen aus dem Fachpublikum, aber auch aus der breiteren, historisch interessierten Öffentlichkeit vor, um eine etwas umfassendere Einordnung zu wagen und Diamonds Arbeit besser zu würdigen, als dies kurz nach seiner Veröffentlichung möglich gewesen wäre. Denn die Fragen, die er anspricht, sind ja von unabweisbarer Relevanz: Welchen Beitrag kann historische Forschung zu drängenden politischen Fragen wie der Klimakatastrophe leisten? Haben Gesellschaftszusammenbrüche in der Regel ihre Ursache in selbst verursachten ökologischen Krisen?

Schließlich wollen wir alle wissen, warum Gesellschaften überleben oder untergehen. Man denkt sofort an Rom und Angkor Wat, an Darfur und Somalia, an Treibhausgase und steigende Meeresspiegel. Was wird aus Venedig und den Malediven werden? Zumindest für Diamond liegt die Relevanz des Themas auf der Hand: „Zum ersten Mal in der Geschichte droht die Gefahr eines weltweiten Niedergangs. Zum ersten Mal haben wir aber auch die Gelegenheit, schnell aus Entwicklungen zu lernen, die sich irgendwo auf der Welt in anderen Gesellschaften abspielen, aber auch aus dem, was sich dort irgendwann in der Vergangenheit ereignet hat. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben.“ (S. 23). Nach dem Aufstieg, wie in „Arm und Reich“, hat Diamond sich mit „Kollaps“ also dem Niedergang zugewandt; oder genauer: Er fragt nach den Bedingungen, die manche Gesellschaften zusammenbrechen, andere jedoch auch massive Krisen überleben lassen. Erst bei näherem Hinsehen erweist sich freilich, dass Diamond diese interessante Rahmenfragestellung weitgehend auf einen Krisentyp reduziert, nämlich den Ökozid. Der englische Untertitel unterstreicht, dass Menschen äußeren Kräften nicht hilflos ausgeliefert sind – sie können wählen, ob sie überleben oder untergehen. Und da kaum eine Gesellschaft sich bewusst für den Untergang entscheiden wird, ist es vorwiegend auf falsche Entscheidungen in der Vergangenheit zurückzuführen, wenn es doch zum Kollaps kommt.

Das vielleicht Eindrucksvollste an diesem Buch ist die Konsequenz, mit der es unter souveräner Missachtung klassischer Disziplinengrenzen und disziplinärer wie regionalwissenschaftlicher Arbeitsteilung seine Fragestellungen verfolgt: sein globaler Zugriff im geographischen Sinne – sein universaler Zugriff mit Blick auf die berücksichtigten akademischen Disziplinen. Mit gleicher Strenge verfolgt Diamond einen systematisch-vergleichenden Ansatz, der bei ihm allerdings, anders als bei den vergleichenden Historikern, aus den Naturwissenschaften abgeleitet ist. [5] Und obwohl er dabei tief in die Archäologie, Ethnologie, Ethnohistorie, Mediävistik, in die neuzeitliche und gar die Zeitgeschichte eintaucht, treibt ihn dabei kein antiquarisches Interesse an „der“ menschlichen Geschichte, sondern sein ganz und gar aus der Gegenwart abgeleitetes Interesse: Aus der vergleichenden Untersuchung bereits erfolgter und vermiedener Zusammenbrüche menschlicher Gesellschaften will er Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich in Gegenwart und Zukunft ähnliche Katastrophen abwenden lassen. Diese Zielsetzung bestimmt die Struktur des Buches: Der vergleichenden Untersuchung von Gesellschaften früherer Zeiten (Teil 2) folgt eine ähnliche gelagerte Analyse von Gesellschaften der Gegenwart (Teil 3) und schließlich ein Abschnitt über „Praktische Lehren“, die aus dem Vorhergesagten gezogen werden können (Teil 4). In den Anmerkungen überschreitet Diamond zuweilen die Grenze zur Ratgeberliteratur, denn dort behandelt er abschließend ausführlich die Frage „Was kann ich als Einzelner tun, um etwas zu bewirken?“ (S. 555ff). Nicht nur an dieser Stelle offenbart das Buch eine merkwürdige Ambivalenz: Zwar verfolgt er konsequent seine Fragestellung über Disziplinen- und Ländergrenzen hinweg. Doch driftet er zugleich immer wieder ins anekdotisch-persönliche ab und verliert zuweilen seinen Gegenstand über der Vielzahl der Beispiele aus den Augen.

Diamond selbst beschreibt die Grundstruktur seines Buches in anschaulichen Begriffen so: „Das Ganze ähnelt einer Boa constrictor, die zwei große Schafe verschluckt hat.“ (S. 19). Damit spielt er darauf an, dass zwei seiner Teilstudien im Umfang gegenüber den Übrigen aus dem Rahmen fallen: nämlich die einleitenden rund fünfzig Seiten über Montana und die drei Kapitel mit insgesamt über hundert Seiten zur Geschichte der Wikinger. Insgesamt besteht „Kollaps“ aus einem Prolog und 16 Einzelkapiteln, die ungleich über die vier verschiedenen Teile streuen. Hinzu kommt ein ausführlicher Anmerkungsapparat mit weiterführenden Lektüreempfehlungen und zum Teil mehrseitigen Exkursen zu jenen Kulturen, die er glaubte, im eigentlichen Text nun wirklich nur noch um den Preis der Zerfahrenheit unterbringen zu können. Es ist also ein außerordentlich breit angelegtes Buch, das fast die ganze Welt umspannt: Diamond springt von den Rocky Mountains zu kleinen Pazifikinseln, von Mittelamerika nach Grönland, von China nach Australien. Das macht den zur soliden Quellenarbeit erzogenen und in Bezug auf die Reichweite seiner Schlussfolgerungen stets vorsichtigen Historiker natürlich zunächst einmal skeptisch. Deswegen ist es bei einem Werk solcher Reichweite sicher unangemessen, überzogene Detailkrittelei anzubringen, weil ein einzelner Autor natürlich nur ein begrenztes Detailwissen über die zahlreichen Kulturen anhäufen und berücksichtigen kann. Wir gestehen Diamond also durchaus zu, dass nicht jeder Kritikpunkt im Detail sein größeres Argument aushebelt. Das wäre schlichtweg unfair. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wie überzeugend die zugrunde liegenden Detailstudien sind – die wir hier nur punktuell überprüfen können – und welche Probleme sie aus intimerer Fachkenntnis offenbaren. Angesichts der glasklaren politischen Botschaft, die dem verzweigten Diamondschen Vergleichsunternehmen zu Grunde liegt, muss man natürlich auch fragen, ob der Autor tatsächlich Lehren aus der Vergangenheit zieht, oder ob er archäologischen und historischen Daten eine ihm genehme Interpretation überstülpt. Steht die politische Rhetorik im Vordergrund, oder können Diamonds Analysen auch historisch überzeugen?

In der Einleitung definiert der Autor den „Zusammenbruch“ einer Gesellschaft als „einen drastischen Rückgang der Bevölkerungszahl und/oder der politisch-wirtschaftlich-sozialen Komplexität, der sich auf ein größeres Gebiet erstreckt und längere Zeit andauert“ (S. 3). Er isoliert fünf Faktoren, die zu diesem Phänomen führen können: vom Menschen herbeigeführte Umweltschäden, Klimaveränderungen (früher außerhalb menschlicher Kontrolle), feindliche Nachbarn (vorhanden oder nicht vorhanden), freundliche Handelspartner (vorhanden oder nicht vorhanden) und schließlich die etwas schwammige Kategorie der „Reaktion einer Gesellschaft auf ihre Umweltprobleme“ (S. 11).

Diamond ist sich bewusst, dass seine fünf dargestellten Faktoren in sehr unterschiedlichen Konstellationen und Gewichtungen auftreten können. Er betont, dass keine bekannte Gesellschaft ausschließlich aufgrund ihrer Umweltprobleme zusammengebrochen sei (S. 11) und nennt eine Reihe von Fallbeispielen, in denen Umweltprobleme offenbar überhaupt keine Rolle spielten (S. 15). Weniger deutlich kommt heraus, dass sein fünfteiliges Schema eine Reihe von Faktoren nicht erfassen kann – etwa Seuchen oder Bürgerkriege. Doch Diamond ignoriert zusätzliche Faktoren und widerspenstige Fallbeispiele, und grenzt stattdessen sein Thema ein. Der vollständige Titel des Buches lautet nun: „Gesellschaftszusammenbrüche mit ökologischer Komponente, in manchen Fällen auch unter Beteiligung von Klimawandel, feindseligen Nachbarn, freundlichen Handelspartnern und Fragen der gesellschaftlichen Reaktion“ (S. 15). Da dies aber den Verkaufszahlen wohl eher abträglich gewesen wäre, hätte der Verlag sicher Einwände dagegen gehabt, dies auch auf das Titelblatt zu setzen.

Der erste Teil der langen Abhandlung besteht aus einem einzigen Kapitel über den US-amerikanischen Bundesstaat Montana. Warum Montana? Nun, Diamond liebt Montana. Er verbringt dort oft seinen Sommerurlaub. Er hat dort viele Freunde. Er ist mit der Region und ihren Problemen gut vertraut. Natürlich steht Montana nicht kurz vor dem Kollaps – es ist einfach nur eine periphere Region innerhalb der USA, die es trotz ihrer Probleme irgendwie schafft, ein fragiles ökonomisches und ökologisches Gleichgewicht zu erhalten. Daher, so Diamond, biete Montana eine „ideale Fallstudie“ für „den Anfang eines Buches über Umweltprobleme in Vergangenheit und Gegenwart“ (S. 32). Ob Montana nun langfristig überleben oder untergehen wird, erfährt man in diesem Kapitel natürlich nicht. Aber man kann nun schon vermuten, dass es davon abhängt, wie die Gesellschaft Montanas auf ihre Umwelt-Probleme reagiert.

Auf der Suche nach dem verlorenen Thema wendet sich Diamond im zweiten Teil in insgesamt acht Kapiteln Gesellschaften früherer Zeiten zu – eine lange Autopsie kollabierter Kulturen, die mit einem kürzeren, aber freundlicheren Blick auf die Überlebenden endet. Den Auftakt macht die Osterinsel, für ihn das Paradebeispiel für einen Ökozid: ein überschaubares Eiland im Pazifik von nur 171 Quadratkilometern, und gleichzeitig so entlegen, dass seine polynesische Bevölkerung über Jahrhunderte völlig von der Außenwelt abgeschnitten war. Ideale Laborbedingungen für den Biologen Diamond, der den Niedergang dieser Kultur als Metapher für Prozesse sieht, die heute auf globaler Ebene wirksam sind. Seine Beschreibung entspricht dem geläufigen Schema von Aufstieg und Fall einer einzigen Gesellschaft: Erste Besiedlung, landwirtschaftliche Expansion, rasches Bevölkerungswachstum, zunehmende soziale Komplexität und Statusrivalität zwischen einzelnen Gruppen, die sich in einzigartigen Kulturleistungen wie der Errichtung der berühmten Steinstatuen spiegelt. Doch die Osterinsel war nicht nur abgeschiedener, sondern auch ökologisch empfindlicher als die zahllosen Inseln, die die Polynesier davor besiedelt hatten. Ungebremstes Bevölkerungswachstum führte zu Artensterben, völliger Entwaldung der Insel, zu erhöhter Bodenerosion und Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge. Noch vor dem ersten Kontakt mit den Europäern, so Diamond, zerbrach die Kultur der Insulaner an einem hemmungslosen Kampf um schwindende Ressourcen – an Bürgerkriegen, Krisenkulten, Hungersnöten und zunehmendem Kannibalismus. Die Osterinsel ist in seinen Augen „das eindeutigste Beispiel“ für eine Gesellschaft, die sich durch übermäßigen Raubbau an der Natur selbst zugrunde gerichtet hat (S. 119).

Diamond bespricht noch weitere Pazifikinseln, den Niedergang der Anasazi im Chaco Canyon, und schließlich den Zusammenbruch der klassischen Maya-Kultur in Mittelamerika. Hier trifft er erstmals auf eine nach Millionen zählende Bevölkerung und auf eine stark geschichtete Gesellschaft mit komplexen politischen Institutionen. Als Gegengewicht zu den überschaubaren Inseln und den kleinen Kolonien der Wikinger ist dies durchaus vom Autor gewünscht, doch gleichzeitig trifft er hier auf ein boomendes Forschungsfeld mit einer kaum noch überschaubaren Masse an Fachliteratur – und muss sich mehr und mehr auf Kenntnisse aus zweiter oder dritter Hand verlassen. Sein "Schnellkurs in Maya-Geschichte" (S. 166ff.) offenbart dann auch zahlreiche Fehler im Detail, die nicht gerade als Belege für gründliche Recherche gelten können: Diamond spricht von den "ersten Städten der Olmeken um 1200 v.Chr." (ibd.), auch wenn diese Gesellschaft über keine urbanen Zentren verfügte. "Alle erhaltenen schriftlichen Zeugnisse der alten Maya, insgesamt rund 15000 Inschriften, befinden sich auf Stein oder Keramik (...)" (ibd.) – doch es gibt auch Inschriften auf Holz, Knochen, Muscheln, Höhlenwänden oder Wandgemälden. Konsequenterweise werden die berühmten Wandgemälde von Bonampak (mit Inschriften) dann im Tafelteil als "Vasenmalerei" bezeichnet – auch wenn jedem Betrachter klar sein wird, dass diese Formen unmöglich auf eine Vase passen können. Und schließlich datiert man den Niedergang von Chichén Itzá bereits seit geraumer Zeit in die Mitte des 11. statt des 13. Jahrhunderts.

Weitaus schwerer als diese Fehler im Detail wiegen seine generelle Charakterisierung der Maya sowie die eklektische Auswahl seiner Fallbeispiele. Höfische Rituale, dynastische Ränkespiele, wechselnde politische Allianzen – all die farbenprächtigen Details, die sich heute aus einer Vielzahl von Bild- und Textdokumenten rekonstruieren lassen, spielen bei Diamond praktisch keine Rolle. Stattdessen legt er "die Maya" unter das Mikroskop und betrachtet sie als eine "Population", ähnlich den von ihm so geliebten Grautauben und Baumkängurus auf Neu-Guinea. Trotz der exzellenten Quellenlage bleiben die Maya merkwürdig blass und eher schräg belichtet. Und man begreift sofort, was Clifford Geertz, der jüngst verstorbene Altmeister kulturwissenschaftlicher Theoriebildung, meinte, als er Diamonds Analysen als "soziologisch dünn" bezeichnete. [6]

Wie auch in anderen Fällen sucht Diamond den Zugang zu einer fremden Kultur über das Verständnis ihrer Umwelt – doch wenn er behauptet, dass noch im blutigen "Krieg der Kasten" im Jahre 1848 "die Maya" den Kampf mit dem Sieg vor den Augen plötzlich abgebrochen hätten, um zu Hause die Maisernte einzubringen (S.166f), dann sitzt er vermutlich einer apokryphen (wenngleich frommen) Legende auf. Zudem arbeitet er differenziert das Problem der Wasserversorgung heraus, das paradoxerweise im relativ trockenen, aber tiefgelegenen Norden (mit Zugang zum Grundwasser) leichter zu lösen war als im feuchteren, aber höher gelegenen Süden des Maya-Tieflands (ohne Zugang zum Grundwasser). Doch die bajos – saisonale Feuchtgebiete, denen man immer wieder eine zentrale Rolle beim Aufstieg wie beim Fall der klassischen Maya-Kultur zugeschrieben hat – werden in Diamonds Rekonstruktion der Umwelt noch nicht einmal erwähnt, obwohl sie im südlichen Tiefland fast die Hälfte der Oberfläche bedecken. Seinem vergleichenden Ansatz folgend, kontrastiert er die zahlreichen kleinen Königreiche der Maya mit den großen Imperien der Inka und Azteken. Die hochproduktive Landwirtschaft der Azteken auf der Basis künstlich angelegter Hochbeete (chinampas), so das Argument, hätte die wirtschaftliche Grundlage für die imperiale Expansion gelegt. Weniger deutlich kommt heraus, dass man ähnliche produktive Hochbeete auch an unterschiedlichen Stellen im Maya-Tiefland entdeckt hat, und dass das aztekische „Imperium“ selbst nur ein lockeres Konglomerat von Stadt-Staaten war, die in Ausdehnung und Struktur den kleinen Königreichen der Maya ähnelten. Wenn es um mehr geht als um kleine, abgegrenzte Pazifikinseln, dann scheitert Diamond offenbar schon in seinem ureigensten Kompetenzbereich – an der Darstellung der Mensch-Umwelt-Beziehungen.

Diamond konzentriert sich bei den Maya auf das gut dokumentierte Fallbeispiel der Ruinenstätte Copán im heutigen Honduras. Hier erzählt er wiederum eine Geschichte von ungebremstem Bevölkerungswachstum, Entwaldung, Bodenerosion und Verteilungskampf um schwindende Ressourcen, die sich nahtlos an seine anderen Beispiele (die Anasazi oder die Osterinsel) anfügt. Doch hätte er stattdessen die ebenfalls gut untersuchte, benachbarte Petexbatun-Region besprochen – die bereits um 750 n. Chr. einen rapiden Bevölkerungsverlust aus politisch-militärischen Gründen erlitt, ohne die geringsten Hinweise auf Entwaldung, Bodenerosion oder mangelhafte Ernährung – so hätte sich ein vollkommen anderes Bild vom "Maya-Kollaps" ergeben. Doch politische Prozesse in der end-klassischen Maya-Gesellschaft – territoriale Zersplitterung, intensivierte Kriegsführung, die graduelle Ablösung des Königtums durch dezentrale Herrschaftsformen – erscheinen in Diamonds Analyse meist nur als Epiphänomene, die grundsätzlich auf Umweltprobleme zurückzuführen sind.

So überrascht es auch nicht, wenn der umstrittenen Theorie der "Mega-Dürren" unverhältnismäßig viel Raum eingeräumt wird. Eine Reihe längerer Trockenperioden sollte demnach den Niedergang begleitet und maßgeblich verursacht haben. Doch um den engen chronologischen Zusammenhang zu beweisen, akzeptiert Diamond klaglos die letzten bekannten Inschriften in einzelnen Zentren als Zeitmarken für den (vorwiegend demographisch definierten) Niedergang (S. 174f) – nachdem er am Beispiel Copán schon selbst gezeigt hat, dass dies nicht zulässig ist. Nach und nach drängt sich der Eindruck auf, dass hier jemand ein abgekartetes Spiel zugunsten einer vorgefertigten These betreibt.

Im Einklang mit der neueren Forschung betont Diamond, dass der "Maya-Kollaps“ kein homogenes Phänomen war, dass einfache monokausale Erklärungsmodelle nicht greifen, dass dieser Prozess in einzelnen Unterregionen sehr unterschiedlich ablief, und somit auch regional auf unterschiedliche Faktorenkonstellationen zurückzuführen sein könnte. Doch Diamond macht sich die Sache einfach und abstrahiert von seinem zentralen Fallbeispiel – einer einzigen Stadt im äußersten Süden des Maya-Gebietes. Er identifiziert für die gesamte Region eine Kombination von fünf Faktoren (Überbevölkerung, Entwaldung und Bodenerosion, intensivierte Kriege, Dürren, sowie die Kurzsichtigkeit der politischen Führung), die den Zusammenbruch herbeigeführt haben sollen. Ideologische Faktoren – unter Experten immer wieder heftig diskutiert – bleiben unberücksichtigt. Doch warum blieben einzelne Zentren durchgängig bis zur spanischen Eroberung besiedelt? Warum erlebten andere gerade zur Zeit der schlimmsten Dürren einen beispiellosen Wachstumsschub – nur um dann urplötzlich aufgegeben zu werden, als ihre Rivalen längst am Boden lagen und das Klima wieder feuchter geworden war? Diamond hebt zu recht hervor, dass es immer wieder zu lokal begrenzten Zusammenbrüchen im Maya-Gebiet gekommen war. Doch den zentralen Fragen weicht er aus: Warum blieb der Kollaps im 9. Jahrhundert nicht auf einzelne Unterregionen beschränkt, und was verhinderte in diesem Fall eine Neubesiedlung des südlichen Tieflands?

Das eigentliche Kernstück des Buches bildet aber dann die schon erwähnte Geschichte der Wikinger. Diamond bietet vor allem zwei Gründe für die hervorgehobene Behandlung gerade dieser Gruppe. Zum einen erlaubten die vorliegenden schriftlichen Berichte einen tieferen Einblick in die spezifischen Entwicklungen als bei den vorher behandelten Fällen von Gesellschaftszusammenbrüchen, wo man sich viel stärker allein auf archäologische Befunde verlassen müsse. Zum anderen und für die Konstruktion erheblicher ist für Diamond freilich, dass die Wikinger-Geschichte trotz vergleichbarer kultureller Ausgangspunkte Beispiele für beide möglichen „Ausgänge“ böte. Ein Überleben und Bewältigen der ökologischen Herausforderung z. B. in Island einerseits; Beispiele für Zusammenbruch in Grönland und Amerika andererseits. Das letzte Kapitel des zweiten Teils über die Gesellschaften der Vergangenheit erzählt dann drei weitere Erfolgsgeschichten, wie Diamond sie auch in der isländischen Geschichte verortet: Tikopia, das Hochland Neuguineas und das Japan der Tokugawazeit.

Bevor wir dem Buchaufbau weiter folgen, schauen wir uns aber das Beispiel der Wikinger noch einmal genauer an, weil ihre Koloniegründungen im Nord-Atlantik hervorragend den vergleichenden Ansatz illustrieren, den Diamond vertritt: sechs verschiedene Regionen, sechs verschiedene Bedingungen, auf die ein und dieselbe Gesellschaft trifft. Wie Schachfiguren stellt Diamond seine normannischen Kolonisten auf – und der Ausgang des Experiments bleibt weitgehend offen. Shetland-, Faröer- und Orkney-Inseln konnten problemlos besiedelt werden (mit Hilfe der landwirtschaftlichen Methoden, die aus dem Mutterland ohnehin schon bekannt waren). Island mit seiner nach außen so robusten, im Inneren jedoch sehr fragilen Ökologie erwies sich als schwieriger. Neufundland/Labrador – das war einfach zu weit weg; schwer zugänglich, voller widerspenstiger Ureinwohner (die Diamond als „ökologische Variable“ klassifiziert). Der äußerste Nordosten des amerikanischen Doppel-Kontinents blieb für die Wikinger eine Region, in der man sehr gut dringend benötigtes Brenn- und Bau-Holz schlagen konnte, die jedoch nicht dauerhaft besiedelbar war. Interessanter war Grönland, wo sich kleine Siedlungen der Wikinger einige Jahrhunderte halten konnten. Am Ende, so Diamond, scheiterten die Wikinger in Grönland nicht einfach nur an wechselnden Klima-Bedingungen oder an einer „kleinen Eiszeit“. Sie scheiterten ebenso am Gefühl ihrer eigenen kulturellen Überlegenheit – an ihrer eigenen Unfähigkeit, technologische Innovationen von den abschätzig betrachteten Inuit zu übernehmen. Angesichts wandelnder Umweltbedingungen überlebten am Ende die Inuit auf Grönland – und nicht die Wikinger. Das Festhalten an überkommenen Vorstellungen führte also im Falle Grönlands in den Kollaps.

Aber Diamond bleibt hier nicht stehen. Seine individualisierenden Vergleiche am Beispiel der Wikinger führen ihn im Falle Islands zu dem genau entgegengesetzten Ergebnis: hier ist es gerade das konservative Festhalten an tradierten Kultureinstellungen, das dort das Überleben langfristig sicherte, auch wenn die unterschiedlichen Umweltbedingungen zum Ursprungsland zu Modifikationen in den Ernährungsgewohnheiten und in der landwirtschaftlichen Praxis zwangen (S. 254f). Diamond führt also einen durchaus gelungenen, individualisierenden Vergleich durch, der für jede der sechs verschiedenen Wikinger-Kolonien die spezifischen Ursachen für deren Überleben oder Untergang herausarbeitet. In dieser differenzierten Analyse weist er meisterhaft die Stärken der vergleichenden Methode nach. Dies gelingt nicht zuletzt, weil er an dieser Stelle strikt bei seinem Thema bleibt. Problematischer wird es dagegen bei Diamonds Übergang vom individualisierenden zum universalisierenden Vergleich. [7] Lassen sich von diesen Ergebnissen aus der komparativen Betrachtung verschiedener Wikingersiedlungen tatsächlich jene weitreichenden Schlussfolgerungen ableiten, die die politische Agenda des Gesamtwerks bestimmen? Gehen diese beiden sich mindestens partiell widersprechenden Ansprüche – methodischer, wertfreier Vergleich hier, politische Zielsetzung da – wirklich so lückenlos und spielend ineinander über, wie Diamond suggeriert?

Schauen wir erst einmal weiter: Der 3. Teil des Buches („Gesellschaften von heute“) umfasst vier Kapitel. Da ist zunächst die Katastrophe des Völkermordes von Ruanda, die Diamond bei aller Differenzierung wesentlich im Bevölkerungswachstum verursacht sieht. Unter Rückgriff auf die Arbeit der belgischen Soziologen Catherine André und Jean-Philippe Plateau gelingt es ihm hier durchaus, die gängige Interpretation in Frage zu stellen, welche die plötzliche Eruption von Gewalt im Jahre 1994 lediglich in der Feindschaft zwischen zwei ethnischen Gruppen (Hutu und Tutsi) verwurzelt sah.

Dann kommt wieder eine Insel: Hispaniola in der Karibik – durch eine politische Grenze quasi in der Mitte geteilt. Sie beheimatet zwei sehr unterschiedliche Staaten, nämlich die relativ wohlhabende Dominikanische Republik im Osten, und im Westen Haiti, das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Der Gegensatz ist frappierend: Das Pro-Kopf-Einkommen der Dominikaner ist fünfmal so hoch wie das der Haitianer. Die sorgsam geschützten Wälder bedecken noch 28 Prozent des Territoriums der Dominikanischen Republik, während der westliche Teil der Insel – Haiti – fast vollkommen kahl geschlagen ist. Schauen wir auch hier noch einmal genauer hin, weil sich auch hier wieder tiefere Einblicke in Diamonds Arbeitsweise gewinnen lassen.

Nach einer kurzen Geschichte der Insel, die gezwungen ist, die 500 Jahre von der Landung Kolumbus’ bis zur Gegenwart auf nicht einmal sechs Seiten abzuhandeln, arbeitet er die für ihn zentralen Unterschiede zwischen den beiden Staaten heraus. Neben den umweltspezifischen hebt Diamond schließlich entscheidende soziale und politische Unterschiede hervor: 1. Der „accident“ (S. 339), dass Haiti französische Kolonie gewesen sei, habe dort zur Entwicklung einer intensiven, auf Sklavenarbeit basierenden Plantagenwirtschaft geführt, während die spanische Kolonialherrschaft den eigenen östlichen Inselteil vernachlässigt habe. 2. Die spanisch-sprachige Bevölkerung mit überwiegend europäischem Hintergrund habe mehr europäische Immigranten und Investoren angezogen als die überwiegend afroamerikanische kreolsprachige Bevölkerung Haitis. 3. Habe die haitianische Revolution zur Konsequenz gehabt, dass die Haitianer kleine Landbesitzer geworden seien, die vorwiegend für den Eigenbedarf bzw. den heimischen Markt und keine „cash-crops“ für den Weltmarkt produzieren. 4. Hätte der Diktator Trujillo im 20. Jahrhundert für die Dominikanische Republik ein auf Industrialisierung und Modernisierung setzendes Entwicklungsmodell verfolgt, während Duvalier, als sein Haitianisches Pendant, eben dies nicht getan habe. 5. Schließlich habe die Dominikanische Republik insbesondere dank des Engagements des dominikanischen Politikers Balaguer in den letzten 40 Jahren große Anstrengung für den Waldschutz unternommen, während sich die Waldschutzsituation in Haiti im gleichen Zeitraum weiter verschlechtert habe. Dann diskutiert Diamond ausführlich die Frage, wie es zur Auseinanderentwicklung in Sachen Waldschutz kam, behandelt dabei aber ganz einseitig die politischen Entwicklungen in der Dominikanischen Republik und reduziert die vielen Gründe letztlich auf einen Entscheidenden: das außerordentliche persönliche Engagement Joaquín Balaguers, der die politische Landschaft der Dominikanischen Republik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders prägte. Schließlich behandelt Diamond die Zukunftsaussichten der beiden Länder. Die von Haiti sind „hoffnungslos“ (S. 354), die der Dominikanischen Republik gefährdet, aber noch gestaltbar - unter anderem dann, wenn es ihr gelänge, mitzuhelfen, dass Haiti wieder auf die Beine komme.

Bei der Gegenüberstellung, die Diamond vornimmt, fällt auf, dass die Schilderung der Verhältnisse in der Dominikanischen Republik wesentlich detailreicher - man möchte sagen, mehr von innen her - erfolgt, und man entwickelt einen Verdacht, welche der beiden Teile der Insel er einer intensiveren Betrachtung unterzogen hat. Einen Verdacht, den Diamond inzwischen selbst bestätigt hat: In zwei Interviews stellt er seine Arbeitsweise genau am Beispiel des Kapitels dar, das wir hier genauer betrachten. Er sei selbst niemals in Haiti gewesen. Sein Freund John Terborgh habe ihn auf den Vergleich gebracht und mit Informationen versorgt, wen er für detailliertere Informationen über die Insel kontaktieren sollte. Außerdem habe er seine Vortragsreisen genutzt, um weitere Informationen zu sammeln und sei so mit Spezialisten für die Dominikanische Republik wie Richard Turits und Jim Robinson in Kontakt gekommen. Schließlich habe er die Dominikanische Republik zusammen mit Richard Turits besucht, erste Entwürfe geschrieben und später nach seiner Rückkehr durch vertiefende Lektüre die Grundlagen für seinen Text gelegt, den er schließlich an etwa zehn Dominikaner (also an keinen Haitianer?) zur kritischen Lektüre versandt habe. „So that’s how it works: a mixture of talking to people, visiting places myself if possible, and then reading books and articles.“ [8] – eine Vorgehensweise also, die eher für Journalisten als für Wissenschaftler üblich ist. Kann es sein, dass die krassen Gegensätze, die Diamond zwischen den beiden Ländern zeichnet, zumindest nicht allein den krass entgegengesetzten Wirklichkeiten, sondern auch dieser grundlegenden Waffenungleichheit auf der Ebene seiner Materialgrundlage geschuldet sind? Jedenfalls erfahren wir aus Diamonds Gegenüberstellung nichts darüber, an welchen Stellen es in der haitianischen Geschichte alternative Abzweigungen gegeben hätte, die zu anderen Ergebnissen hätten führen können. Schließlich wird auch Diamond nicht behaupten wollen, dass die Bäume nun im Westen wachsen würden, während sich dafür die Dominikanische Republik in eine Wüste verwandelt hätte, wäre Balaguer als Haitianer und nicht auf der östlichen Inselhälfte geboren worden.

An sich ist natürlich die Ungleichheit der Quellenlage auch bei historischen Vergleichen eher die Regel als die Ausnahme. Was Diamond aber fehlt, ist eine explizite Reflexion genau dieses Umstandes und der Konsequenzen, die das für die Reichweite seiner Aussagen haben muss. Diamond begrenzt also das Risiko nicht, dass die abgeleiteten Unterschiede tatsächlich solche zwischen den beiden Ländern und nicht einfach solche sind, die in der Materialbasis begründet liegen. Ein Beispiel: Dass Diamond an dieser Stelle die Rolle Balaguers so stark betont, hat etwas mit der Funktion zu tun, die er seinem Beispiel Hispaniola im Gesamtwerk zuschreibt - er will zeigen, dass das Engagement eines Einzelnen die entscheidende Differenz ausmachen kann und damit dem Vorwurf begegnen, er huldige einem simplen Umweltdeterminismus (S. 333). Dabei übersieht man rasch, dass Diamond die Geschichte Hispaniolas vermutlich anders erzählen würde, ginge es ihm an dieser Stelle nicht in erster Linie darum, seinen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auf S. 340 findet sich ein verräterischer Satz, der so gar nicht zu der seitenmäßig in diesem Abschnitt viel stärker betonten politischen Geschichte als Schlüssel für die großen Waldvorkommen der heutigen Dominikanischen Republik im Gegensatz zur Verwüstung Haitis passen will: „Hohe Bevölkerungsdichte und geringere Niederschlagsmengen waren die wichtigsten Gründe, warum Wälder und Bodenfruchtbarkeit auf der haitianischen Seite schneller verloren gingen.“ Vorher hatte Diamond bereits festgestellt, dass Haiti „zu den am stärksten überbevölkerten Länder der Neuen Welt“ gehöre. Schon 2005 hatte der amerikanische Wissenschaftsjournalist Ronald Bailey darauf hingewiesen, dass sich das alte Malthus-Argument wie ein roter Faden durch Diamonds Buch ziehe. [9] Trifft es aber im Falle Haitis? Bailey weist das als „simplistic analysis“ zurück, die einer Überprüfung nicht standhalte. Hätte Diamond einen Blick auf eine Nachbarinsel geworfen, wäre das sofort deutlich geworden: Puerto Ricos Bevölkerungsdichte liegt höher (429 Einw./qkm) als die Haitis (293 Einw./qkm), trotzdem verfügt Puerto Rico über fast den gleichen Prozentanteil an bewaldeten Flächen wie die Dominikanische Republik.

Runter von der Insel, zurück zum Buch: Diamond verhandelt jetzt in jeweils eigenen Kapiteln die Umweltprobleme zunächst Chinas und dann Australiens. In diesen beiden Abschnitten wird auch die grundlegende Sinnbildung des Buches immer expliziter: Einerseits wachsen die Umweltprobleme, und es wird immer schwieriger, sich eine Lösung für diese Probleme vorstellen zu können; andererseits werden diese Probleme auch immer klarer wahrgenommen und beachtliche Anstrengungen für ein Umlenken unternommen. Das Buch würde freilich von seinem appellativen Charakter einiges einbüßen, wenn Diamond eine Prognose abgeben würde. Stattdessen hält er den Ausgang bewusst offen: „Einerseits entwickeln sich die Umweltprobleme in Australien wie auf der ganzen Welt mit exponentieller Geschwindigkeit. Andererseits verläuft auch die Entwicklung des Umweltbewusstseins in der Öffentlichkeit sowie der privaten und staatlichen Gegenmaßnahmen ebenfalls exponentiell. Welches Pferd wird das Rennen gewinnen? Viele Leser dieses Buches sind jung genug und werden noch erleben, wie es ausgeht.“ (S. 416).

Dieses Zitat bildet zugleich den Übergang von der Analyse zur praktischen Nutzanwendung. Seine Schlussfolgerungen fasst Diamond in Kapitel 14 zusammen, dem ersten von Dreien, die den abschließenden 4. Teil seines Buches bilden. Hier unterscheidet er zwischen vier Gruppen von Problemen, die zu Fehlentscheidungen führen: 1. Mangelnde Voraussicht, die sich immer dann einstelle, wenn ein Problem neu oder nicht mehr erinnerbar sei; 2. Wahrnehmungsdefizite, die in mangelnden Messverfahren, der Langsamkeit der Veränderung, mangelndem Problembewusstsein aufgrund zu großer Entfernung der Entscheidungsträger oder der „Landschaftsvergesslichkeit“ der ihre Umwelt verändernden Generationen begründet seien; 3. Mangelndes Bemühen um eine Lösung, das Eliten besonders dann vermissen lassen würden, wenn sie sich von den Folgen ihrer Handlungen für die Gesamtgesellschaft abschotten zu können glaubten; und 4. schließlich Diamonds tragischste Kategorie, das Scheitern von Lösungsbemühungen, wenn sie zu schwach oder zu teuer seien, zu spät kämen oder es eben einfach keine Lösung gäbe. Manchmal trügen aber auch gerade die Lösungsbemühungen zu einer Verschärfung des Ausgangsproblems bei.

Insgesamt betrachtet wird man Diamond eins nicht absprechen können: es handelt sich um Historie im eigentlichen Wortsinn – er fragt danach, was wir aus der Erforschung der Vergangenheit für die Gegenwart lernen können. Er hat nicht das geringste Interesse an antiquarischem oder exemplarischem Geschichtsgebrauch – er will einfach nur wissen, ob die Geschichtsforschung zur Lösung von Gegenwartsproblemen beitragen kann; und wenn ja, wie sie dies am besten leisten kann. Und das Gegenwartsproblem, das Diamond seit der Geburt seiner Kinder beschäftigt, ist nicht versteckt, sondern offen gelegt; ist nicht umständlich aus historiografischen Debatten hergeleitet, sondern „very down to earth“ und klar lebensweltlich begründet.

Doch im Verlauf von mehreren hundert Seiten entwickelt sich diese Stärke des Buches auch mehr und mehr zu seiner größten Schwäche: Die politische Zielsetzung in der Gegenwart, der moralisch aufgeladene Diskurs treten mehr und mehr in den Vordergrund und verdrängen die kritische Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Am Ende, so scheint es, kommt Diamond in seiner Selbstgewissheit ganz ohne Recherche aus: Er fragt einfach zwei fiktive Gegner nach ihrer Meinung. Ein weltfremder Ökologe, der keine Ahnung von Politik hat, soll die am schlimmsten ökologisch belasteten Staaten der Erde aufzählen; ein „Politiker aus einem Industrieland, der nichts über Umwelt und Bevölkerungsprobleme weiß“ (S. 515), dagegen die wichtigsten politischen Krisenherde. Und siehe da: Die Listen sind identisch! Damit auch wirklich jeder die Grundaussage des Buches versteht – den postulierten Zusammenhang zwischen ökologischen und politischen Krisen – zeigen zwei identische Karten das Ergebnis: eine Serie hässlicher schwarzer Flecken, die sich rings um den Indischen Ozean zieht. Kein Wort über das Niger-Delta, über Kolumbien, über die ökologischen Probleme von Diamonds Heimatstadt Los Angeles (die er anschaulich schildert), oder über die sozialen und ethnischen Konflikte in dieser Stadt (die er weitgehend verschweigt). Wie sähe die Liste aus, wenn man Politiker und Ökologen in Bangladesch befragt? Wer ist denn die größte Dreckschleuder der Welt (in CO2-Emissionen gemessen), und wessen Regierung stemmt sich gegen das Kyoto-Protokoll? Und schließlich: Ist die gegenwärtige Krise Afghanistans allen Ernstes auf Umweltprobleme zurückzuführen, oder auf den ungebremsten Zusammenprall politischer und religiöser Ideologien?

Diamond, so scheint es, demontiert sich mit solchen Aussagen selbst. Er hasst die Bush-Regierung, doch er vermeidet sorgsam den offenen Konflikt, der ihn um die Möglichkeit zur Einflussnahme bringen würde. Leider ist er nicht ganz so besorgt, wenn es um seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit geht, die ihn zur politischen Einflussnahme befähigt. Inzwischen ist genug Zeit vergangen, um eine vorsichtige Prognose über den Einfluss zu wagen, den Diamonds Buch auf die Wissenschaft ausüben wird: Schon „Guns, Germs, and Steel“ traf auf ein breites öffentliches Interesse – während dagegen die Rezeption in Fachkreisen, freundlich formuliert, noch ganz am Anfang steht. Isolierte, wenngleich engagierte „Rufe zu den Waffen“ verhallten weitgehend ungehört: Nur wenige Fachhistoriker griffen bislang Diamonds Anregungen auf. [10] In einer hochgradig spezialisierten akademischen Welt hat jede(r) etwas über Diamonds Darstellung von seiner/ihrer Region oder Epoche zu meckern (die Rezensenten nicht ausgenommen). Allzu leicht gerät dabei aus dem Blickfeld, wie wichtig die Mediatoren und die großen Synthesen für den Fortgang der Wissenschaft sind. Diese Rolle füllt Jared Diamond mit Bravour. Wer von uns hätte sich schon getraut, ein derartig weitgespanntes Buch zu schreiben?

Doch trotzdem: In eben dieser Welt erscheinen Diamonds zeitgemäße Betrachtungen oft oberflächlich und können nicht mehr wirklich überzeugen. Es ist bezeichnend, dass eines seiner zentralen Fallbeispiele – die moralisierende Fabel vom „ökologischen Selbstmord“ der Osterinsel – inzwischen selbst kurz vor dem Kollaps steht. Unmittelbar nach Erscheinen seines Werkes musste sich Diamond bereits den Vorwurf gefallen lassen, er habe damit lediglich ein anderes Verbrechen vertuscht: Den Genozid durch westliche Gesellschaften, die durch eingeschleppte Seuchen, erbarmungslose Sklavenjagd, Deportationen und ökonomische Ausbeutung die einheimische Bevölkerung bis 1872 auf ganze 111 Personen reduzierten. [11] Zur Diamonds Verteidigung lässt sich anführen, dass er selbst diese Ereignisse im Buch durchaus anspricht, der Vertuschungsvorwurf also wenig angebracht erscheint (S.110ff). In der Tat fragwürdig geworden ist allerdings die Bedeutung, die er diesen Ereignissen zumisst, betrachtet er sie doch lediglich als den letzten vernichtenden Schlag gegen eine ohnehin sterbende Kultur. Neue Grabungsergebnisse legen inzwischen ein ganz anderes Bild von den Vorgängen auf der Osterinsel nahe: Demnach erfolgte die erste Besiedlung durch den Menschen etwa 300 Jahre später als ursprünglich angenommen. Die Entwaldung der Insel begann sofort (um 1200 n. Chr.) und nicht erst nach einer längeren Epoche des Bevölkerungswachstums. Verantwortlich waren die unabsichtlich eingeschleppten Ratten, die an den Nüssen der einheimischen Palmen-Arten nagten und so den Reproduktions-Zyklus der Bäume unterbrachen. Selbst auf einer teilweise entwaldeten Insel blieb die Einwohnerzahl von Rapa Nui jedoch stabil – der demographische Kollaps war also weniger auf die Entwaldung, als vielmehr auf den späteren Kontakt mit Europäern zurückzuführen. [12] Auch wenn diese Daten Diamond noch gar nicht vorlagen, so stimmt die kurze Verfallszeit seiner Erkenntnisse doch jedenfalls skeptisch. Vor allem aber verwandeln sie die Osterinsel von einem Paradebeispiel für den Beleg seiner These vom Ökozid, zu einem Hinweis darauf, dass Gesellschaftszusammenbrüche in vielen Fällen eben nicht vorrangig ökologisch zu erklären sind.

„Kollaps“ ist ein wichtiges politisches Buch. Ist es aber auch ein bedeutendes historisches Werk? In vier Hinsichten ohne Frage ja: Erstens verfolgt es seine lebensweltlich begründete Frage konsequent, über Disziplinengrenzen hinweg und für ganz unterschiedliche Weltregionen; zweitens sichtet es eine schier unendlich erscheinende Fülle von Material, richtet sie systematisch auf seinen Fluchtpunkt aus und synthetisiert sie schließlich zu einer Gesamtsicht; drittens führt es gelegentlich beispielhaft vor, welche Erkenntnispotenziale im historischen Vergleich liegen; und viertens und nicht zuletzt fasziniert der Autor den Leser immer wieder. Z. B. durch die Art, wie er empirische Einzelbefunde aus den unterschiedlichsten Disziplinen auf sein Rahmenthema rückbindet oder durch die explizit-politische Stellungnahme, für die er historische Forschung fruchtbar macht. Kurz: Das Buch fordert heraus – und es belehrt nicht, ohne zu beleben. In einer Hinsicht jedoch bleibt ein Fragezeichen: Wenn Diamond eins nicht ist, dann ein „cultural broker“, der eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart oder zwischen verschiedenen Kulturen errichtet. Wenn Diamond aus seinen Expeditionen in die verschiedenen Weltregionen und die vielen Historien etwas über die blinden Flecken seiner eigenen ursprünglichen Herangehensweise gelernt haben sollte, so bleibt dieser Teil der Selbstreflexion, die üblicherweise gute historische Arbeiten begleitet, merkwürdig schwach konturiert. So wissen etwa die Maya-Archäologen längst, dass ihre eigenen Szenarien vom Niedergang der untersuchten Gesellschaft eng an die Probleme der untersuchenden Gesellschaft gebunden sind. Je weiter sich die USA in den Vietnam-Krieg verstrickten, desto bedeutender wurde der Faktor „Krieg“ in den Kollaps-Theorien. Die ersten Warnungen des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums und die Energiekrise Mitte der Siebziger schärften den Blick auf Umweltprobleme der klassischen Maya-Kultur. [13] Diese Erkenntnisse fanden längst ihren Eingang in die von Diamond herangezogene Literatur. Doch gleichzeitig ist diese Form der kritischen Selbstpositionierung ihm völlig fremd, wie das bereits zitierte Interview verdeutlicht: „I personally feel that I'm unusual in being unprejudiced. I look at the way it is and I don't have any blinders. On the other hand, since I say that everybody else is prejudiced, I have to be suspicious that there may be some things in some me that are biased.“ [14] Danke, Jared Diamond – ein besseres Schlusswort hätten wir gar nicht finden können.

Anmerkungen:
[1] Diamond, Jared, Guns, Germs and Steel. The Fates of Human Societies, New York, London 1997. [Dts.: ders., Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften. Frankfurt a. M. 1998]. Beispielhaft für die Rezeption dieses Buches in der Historikerzunft vgl. Mitterauer, Michael: Die Landwirtschaft und der „Aufstieg Europas“, Jared Diamonds Thesen als Forschungsimpuls, in: Historische Anthropologie 8 (2000), S. 423-431.
[2] Diamond, Jared: Collapse, How Societies Choose to Fail or Succeed, London/New York: Penguin 2005, 576 S., 11 Karten, 42 Abb., kommentierte Bibliographie, Index, £ 9,99; ders.: Kollaps, Warum Gesellschaften überleben oder untergehen, aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel, Frankfurt a. M.: S. Fischer Verlag 2005, 704 S. gleiche Ausstattung, gebunden 22,90 €. ISBN 978-3-10-013904-7 bzw. Paperback 9,95 €. ISBN 978-3-596-16730-2. (Die nachfolgend zitierten Seitenangaben beruhen auf der genannten amerikanischen Ausgabe). Zur angesprochenen Video-Fassung vgl. http://www.ucla.edu/spotlight/archive/html_2004_2005/fac0505_jared_diamond.html, abgerufen am 5. Juni 2007.
[3] Vgl. Johannes Fried in der Süddeutschen Zeitung vom 15.12.05; Michael Jeismann in der FAZ vom 12.11.2005; Thomas Macho in der NZZ vom 18. Oktober 2005.
[4]http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/forum/index.asp?pn=forum&type=buchpreis&name=ergebnis&bereich=AEG&year=2005EG&year=2005, abgerufen am 5. Juni 2007.
[5] Haupt, Heinz-Gerhard; Kocka, Jürgen, Historischer Vergleich: Methoden, Aufgaben, Probleme. Eine Einführung; in: dies. (Hg.), Geschichte und Vergleich: Ansätze und Ergebnisse international vergleichender Geschichtsschreibung, Frankfurt a. M. 1996, S. 9-45; Kaelble, Hartmut, Der historische Vergleich, eine Einführung zum 19. und 20. Jahrhundert, Frankfurt a. M. 1999.
[6] Geertz, Clifford, Very Bad News. The New York Review of Books 52,5 (2005).
[7] Vgl. Tilly, Charles: Big structures, large processes, huge comparisons, New York 1984; bzw. Kaelble a. a. O., S. 49ff.
[8] Zwei Interviews, die Jared Diamond am 18. März 2005 gegeben hat, s. Laichas, Tom, A Conversation with Jared Diamond, http://worldhistoryconnected.press.uiuc.edu/2.2/laichas.html, abgerufen am 5. Juni 2007.
[9] Bailey, Ronald: Under the Spell of Malthus. Biology doesn’t explain why societies collapse, in: Reason Magazine Aug./Sep. 2005.
[10] Vgl. Townsend, Camilla, Burying the White Gods: New Perspectives on the Conquest of Mexico, in: American Historical Review 108 (2003), S. 659-687, aber auch Mitterauer 2000 a. a. O.
[11] Peiser, Benny, From Genocide to Ecocide. The Rape of Rapa Nui, in: Energy & Environment 16 (2005), S. 513-539.
[12] Hunt, Terry L.; Lipo, Carl P., Late Colonization of Easter Island, in: Science 311 (2006), S. 1603-1606. Hunt, Terry L., Rethinking the Fall of Easter Island, in: American Scientist 94 (2006), S. 412-419.
[13] Wilk, Richard R., The Ancient Maya and the Political Present, in: Journal of Anthropological Research 41 (1985): 307-326.
[14] Zum Nachweis des Zitates siehe Anmerkung 8; Hervorhebung im Original.

Zitation
Matthias Gorissen / Jochen Meissner: Lehren aus der Geschichte oder historisch verbrämter Alarmismus? Jared Diamonds Thesen über die ökologischen Grundlagen gesellschaftlichen Niedergangs, in: H-Soz-Kult, 23.08.2007, <www.hsozkult.de/article/id/artikel-928>.
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Veröffentlicht am
23.08.2007