Dis/ability History: Grundlagen und Forschungstand

Dis/ability History historisiert Behinderung, fasst sie als soziokulturelle Konstruktion und gesellschaftliche Differenzkategorie. Im Vergleich zu anderen geschichtswissenschaftlichen Zugängen zu Behinderung geht es der Dis/ability History nicht nur um die Art und Weise, wie Gesellschaften mit Menschen verfahren, die als behindert klassifiziert wurden, oder um deren Lebenslagen. Vielmehr blickt Dis/ability History durch die Kategorie Behinderung auf das menschliche Zusammenleben in Gesellschaften und den Umgang mit Unterschieden im Ganzen. Eine Bestandsaufnahme der bisher vorliegenden Studien aus dem deutschsprachigen und angelsächsischen Raum zeigt, wie und mit welchem Erkenntnisgewinn dieses Programm umgesetzt werden kann.

Aufbau:
Was ist und will Dis/ability History?
Wie konzeptionalisiert die Dis/ability History Behinderung?
Was passiert in den historischen Epochen- und Regionaldisziplinen?
Welche Forschungslücken und Konjunkturen zeigen sich?

Abstract

Scholars who historicize disability argue that disability is a social and cultural construction. What it means to be disabled in society is understood through the lens of the social category disability. In contrast to other historiographical approaches dis/ability history does not limit itself to analysing how societies deal with people who qualify as disabled. In fact dis/ability history examines the stages of shared existence in communities in general. Thus, dis/ability history offers new and provocative insights into society and our approaches to diversity. A critical inventory of the existing research in German and English speaking scientific communities highlights this agenda and the new perspectives it provides.

Contents:
Background, Impact and Aims
Historicizing Dis/ability: Approaches and Theories
Dis/ability History of Western and non Western Communities from Ancient Times to the Present
Historiographical gaps and trends

Von
Elsbeth Bösl, Zentralinstitut für die Geschichte der Technik, Technische Universität München

Und jetzt auch noch Behinderung…? Wieso ist es sinnvoll, nach Klasse, Geschlecht und Ethnizität nun auch Behinderung als Analysekategorie in der Geschichtswissenschaft einzuführen? Ist Behinderung nicht vor allem für die Medizin- und die Pädagogikgeschichte von Bedeutung? Die im deutschsprachigen Raum noch wenig etablierte Dis/ability History muss überzeugende Antworten auf derlei Infragestellungen finden, um sich als relevanter und ergebnisstarker Forschungszugang zu beweisen. Dieser Forschungsbericht zeigt anhand einer Bestandsaufnahme der bisher vorliegenden Studien aus dem deutschsprachigen und angelsächsischen Raum, wie das Programm der Dis/ability History umgesetzt werden kann. Dabei wird demonstriert, wo und warum die Dis/ability History neue Perspektiven eröffnet und Ergebnisse liefert, die sich von den bisher dominierenden medizin-, sozial- oder politikgeschichtlichen Zugängen zu Behinderung abheben.

Was ist und will Dis/ability History?
Dis/ability History ist Teil der transdisziplinären Dis/ability Studies. Auf deren theoretischen Grundlagen erschließt sie einen neuen Zugang zu einem Forschungsgegenstand, der bisher primär der Medizin und Medizingeschichte, Psychologie, Rehabilitationswissenschaft und Pädagogik zugeordnet war. Behinderung wird nun historisiert und als kontingent, das heißt als soziohistorische Konstruktion gedacht. Dies drückt sich auch in der von der Soziologin Anne Waldschmidt, einer Begründerin der Dis/ability Studies in Deutschland, bewusst eingeführten optischen Trennung von dis und ability aus.[1]

Der Analysebegriff der Behinderung steht in der Dis/ability History für historische Annahmen über individuelle körperliche, psychische oder mentale Andersheiten. Menschen werden aufgrund solcher tatsächlichen oder angenommenen und zumeist als Defizit gedeuteten Andersheiten in komplexen Benennungsprozessen der soziokulturellen Kategorie ‚behindert’ zugeordnet. In der Regel ist der menschliche Körper der Träger der für diese Wahrnehmungs- und Konstitutionsvorgänge nötigen Informationen. Verkörperte Andersheiten lassen sich somit als Faktoren im historischen Prozess untersuchen. Beeinträchtigungen und Benachteiligungen, die mit der Zuschreibung Behinderung verknüpft sind, zeigen sich bei näherer Betrachtung als Produkte kultureller Werte, Erwartungen und Praktiken wie auch als Ergebnis materieller Kräfte und Barrieren. Wie die Zuordnung zur Kategorie Behinderung verläuft und welche Folgen sie für den Einzelnen und die Gesellschaft hat, hängt vom historischen Kontext ab. Materielle Tatbestände, Kräfte und Barrieren haben zweifellos Anteil an der Konstitution von Behinderung, jedoch stehen hinter jeder Form von Materialität stets wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse. Insofern vereint der Begriff der Behinderung stets eine diskursive und eine materielle Dimension.

Von der Dis/ability History wird Behinderung als Differenzierungskategorie der gesellschaftlichen Ordnung verstanden, die aus diskursiven und sozialen Kräfteverhältnissen herrührt und diese wiederum beeinflusst. Behinderung als Zuschreibung markiert eine gesellschaftlich marginalisierte Position, begründet soziale Ungleichheiten oder dient zu deren Aufrechterhaltung.

Es geht der Dis/ability History nicht nur darum, diskursive und materielle Konstruktionen von Behinderung oder die Lebenslagen von Menschen mit Behinderungen zu erforschen. Vielmehr kann die Analysekategorie Behinderung den Blick auf das menschliche Zusammenleben in Gesellschaften und den Umgang mit Unterschieden erweitern. Behinderung in einen gesamtgesellschaftlichen Kontext zu rücken und nach Wahrnehmungs-, Thematisierungs- und Regulierungsmechanismen zu fragen, verhilft zu einem veränderten Blick auf Phänomene der verkörperten Differenz. Scheinbar naturgegebene Kategorisierungen wie etwa die Dichotomien „behindert/nicht behindert“ oder „gesund/krank“ lassen sich somit relativieren. Das so gewonnene Orientierungswissen kann wiederum helfen, Differenz schätzen zu lernen und das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderungen gleichberechtigt zu gestalten.

Das Fernziel der Dis/ability History ist es, Behinderung als allgemeine Analysekategorie der Historiografie wie Geschlecht oder Ethnizität zu etablieren. Die US-amerikanischen Forscher Paul K. Longmore und Lauri Umansky leiten in einem programmatischen Aufsatz zum ersten englischsprachigen Sammelband ein: „Like Gender, like race, disability must become a standard analytical tool in the historian’s tool chest. That is the goal of the new disability history: to join the social-constructionist insights and interdisciplinarity of cultural studies with solid empirical research as we analyze disability’s past.“[2]

Wer, so die US-amerikanische Historikerin Catherine Kudlick, Behinderung als Analysekategorie in die Geschichtswissenschaft einbringt, egal ob es sich um eine Politikgeschichte, Technik-, Sozial- oder Kulturgeschichte handelt, gelangt zu neuen Sichtweisen auf das bisher Bekannte und Erforschte: […] Anyone interested in subjects as diverse as war, the body, the senses, aging, medicine, beauty, aesthetics, or technology, will find ways of making the familiar refreshingly unfamiliar again.“[3]

Zunächst geht es aber auch darum, neue Geschichten von Behinderung zu schreiben. Die Dis/ability History versucht, sich von den traditionellen Erfolgsgeschichten des wohltätigen Erfindungsreichtums der Medizin und des Sozialstaats zu lösen. Sie entwirft in historischer Tiefe differenzierte Bilder von der Konstruktion von und dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderungen. Sie grenzt sich erstens von der älteren Meistererzählung von der allgegenwärtigen Ausgrenzung passiver Opfer ab, wie sie noch die älteren, prozessorientierten Arbeiten von Sozialwissenschaftlern wie Wolfgang Jantzen, Albert Haaser und Ulrike Schildmann oder auch Walter Fandreys anregende, kritische Sozialgeschichte „Krüppel, Idioten, Irre“ repräsentieren.[4] Zweitens gilt auch der heroisch-biografische Zugang, der vor allem für die Forschung in den USA typisch war, heute als eindimensional. Neue amerikanische Studien distanzieren sich von der biografischen Heldenverehrung, so etwa Kim Nielsens kritisches Buch „The Radical Lives of Helen Keller“. Nielsen porträtiert Helen Keller nicht nur als Jugendliche, sondern als erwachsene Frau, als Suffragette und Sozialistin. Er demonstriert auch wie Helen Keller von Interessenorganisationen instrumentalisiert wurde.[5] Hugh Gallagher hingegen hat in einer bemerkenswerten Studie die Erzählung über Franklin D. Roosevelt modernisiert und seine schwierige Rolle als Identifikationsfigur für Menschen mit Behinderungen thematisiert.[6] Roosevelt gilt als die personifizierte ‚Überwindung’ von Behinderung, als Zeichen des Erfolges ‚trotz’ einer Behinderung. Dies ist in emanzipatorischer Hinsicht grundsätzlich schon problematisch. Schwerer wiegt jedoch, wie Gallagher zeigt, dass Roosevelts Erfolg darauf gründete, dass er die Behinderung mithilfe geschickter Medienkoalitionen stets geschickt verbarg.

Eine zusätzliche Erweiterung erfährt der traditionelle biografische Zugang durch die zuletzt in den USA entstehenden Familienbiografien wie sie etwa Penny Richards, Katherine Castles und Janice Brockley in dem Sammelband „Mental Retardation in America. A Historical Reader“ vorgelegt haben.[7] Sie untersuchen die familiären Kontexte, in denen Menschen mit Behinderungen verortet sind. Zudem analysieren sie die Frühgeschichten der Elternorganisationen und markieren damit eine wichtige Forschungsfrage der Dis/ability History: wann und unter welchen Bedingungen begannen Menschen mit Behinderungen und ihre nächsten Angehörigen für sich selbst zu sprechen? Wie brachten sie ihr Verständnis von Behinderung und dem Leben damit in Diskurs und Politik ein? Welche Widerstände hatten sie dabei zu überwinden, welche Koalitionen gingen sie ein?

Von den älteren Erfolgsgeschichten der Medizin und der Wohlfahrtsstaaten grenzen sich wiederum auf besonders gelungene Weise die Arbeiten von Wilfried Rudloff zur Geschichte der deutschen Behindertenpolitik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ab. Rudloff, der auch einen empfehlenswerten programmatischen Aufsatz zur Verankerung der Kategorie Behinderung in der deutschen Zeitgeschichte verfasst hat, analysiert die Entwicklung des Politikfeldes, seine Akteurskonstellationen und thematischen Konjunkturen in den 1950er- bis 1980er-Jahren. Hervorzuheben sind seine Querschnittbeiträge „Rehabilitation und Hilfen für Behinderte“ zu dem von Bundesarchiv und Bundesministerium für Arbeit herausgegebenen, mehrbändigen Werk „Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945.“[8] Aus der Feder von Marcel Boldorf stammen die ebenfalls sehr instruktiven Beiträge zur Geschichte der Behindertenpolitik und Rehabilitation in der DDR im selben Werk.[9] Mit den Beiträgen beider Autoren liegt erstmals handbuchartiges Wissen über die deutsche Behindertenpolitik in beiden deutschen Staaten nach 1945 vor.

Auch unter den Arbeiten zur Geschichten der Sonder- und Heilpädagogik sind es die jüngeren Studien, die die Erfolgs- und Rettungstopoi in der Historiografie von Behinderung kritisch hinterfragen.[10] Selten hingegen gelingt dies in den, ohnehin wenigen wissenschaftlichen Geschichten der Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen. Hervorzuheben ist deshlab hier Philipp Ostens Buch über das Oskar-Helene-Heim in Berlin, „Die Modellanstalt“. Osten analysiert, wie zwischen der Jahrhundertwende und den 1930er-Jahren wissenschaftliche, vor allem orthopädische und heilpädagogische Behinderungsdiskurse in sozialpolitischen Agenden konkretisiert und in einer Spezialeinrichtung institutionalisiert wurden. Er zeichnet zudem die Anfänge der deutschen „Krüppelfürsorge“ nach und historisiert deren Protagonisten.[11]

Menschen mit Behinderungen werden von der Dis/ability History zunehmend als Handelnde und als Subjekte der Geschichte betrachtet und nicht mehr nur als Behandelte untersucht. Hier sind aus der deutschsprachigen Forschung vor allem die Studien von Petra Fuchs „‚Körperbehinderte’ zwischen Selbstaufgabe und Emanzipation: Selbsthilfe – Integration – Aussonderung“ und Malin Büttner „nicht minderwertig, sondern mindersinnig … Der Bann G für Gehörgeschädigte in der Hitler-Jugend“ zu nennen.[12] Beide beziehen sich auf die Phase des Nationalsozialismus und zeigen auf, wie eng das nationalsozialistische Regime Politiken des Nutzbarmachens und der Vernichtung verzahnte. Über ihre Produktivität wurden Kriegsbeschädigte beider Weltkriege, aber auch einzelne Gruppen von Menschen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen partiell in die so genannte „Volksgemeinschaft“ integriert. Ihre gleichgeschalteten Interessenvertretungen wirkten auf komplexe Weise und um den Preis der Auslieferung der als „wertlos“ definierten Gruppen von Menschen an diesem Integrationsprozess mit. In beiden Studien deutet sich an, was weitere Arbeiten zum Nationalsozialismus vertieft untersuchen müssten: Die Verbrechensgeschichte des Nationalsozialismus mit der Kulmination der rassenideologisch motivierten Verfolgung und Ausbeutung von Menschen mit Behinderungen bedeutete offenbar keineswegs einen klaren Bruch mit den Traditionslinien der deutschen Behindertenpolitik der 1910er- und 1920er-Jahre. Die Problemlösungsstrategien der Behindertenpolitik vor 1933 hatten primär daran angesetzt, das körperliche, kognitive oder seelische ‚Funktionieren’ einer Person und ihre Produktivität mittels sozialstaatlicher und arbeitsmarktpolitischer Leistungen den funktionalen Normalitätserwartungen anzupassen. Wesentliche Elemente dieses Zugangs lassen sich im Umgang des NS-Regimes gerade mit Menschen mit angeborenen körperlichen oder Sinnesbehinderungen wiederfinden.

Wie konzeptionalisiert Dis/ability History Behinderung?
Dis/ability History setzt ein soziales oder soziokulturelles Erklärungsmodell von Behinderung an. Im Kontext der britischen Behindertenbewegung entwickelten Forscherinnen und Forscher in den 1970er-Jahren zunächst das Social Model von Behinderung. Hatte das ältere medizinische Modell Behinderung als individuelles körperliches Defizit, primär als Unfähigkeit zu produktiven Erwerbsarbeit gefasst, gilt Behinderung im Social Model als sozial konstituiert. Wie dieser Konstitutionsvorgang jedoch abläuft, wurde und wird kontrovers diskutiert.

Die Dis/ability Studies in Großbritannien prägte lange ein materialistisches Modell, das als Social Oppression Theory beschrieben werden kann. Die Entstehung von Behinderung wird darin auf das kapitalistische Wirtschafts- und Sozialsystem zurückgeführt.[13] Der Soziologe und Altvater der britischen Behindertenbewegung Michael Oliver und der australische Sozialgeograf Brendan Gleeson argumentieren beispielsweise, Behinderung sei im Zuge der Industrialisierung entstanden, weil Menschen mit einer „Schädigung“ zunehmend von der Teilhabe an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen worden seien, da sie unter den Bedingungen der industrialisierten Arbeitswelt nicht mehr in der Lage gewesen seien, ihre Arbeitskraft zu verkaufen.[14] So seien sie ins soziale Abseits geraten, seien nicht mehr an der Güterproduktion beteiligt worden und somit zum sozialen Problem avanciert, dessen Lösung Gesellschaft und Politik in Medikalisierung, Institutionalisierung und Rehabilitation suchten.[15] Mit diesem Erklärungsmodell erweitert sich also der Blick auf die Konsequenzen materieller Barrieren und Nicht-Zugänge. Allerdings ist das Social Model einseitig auf die Sphäre der Erwerbsarbeit beschränkt. Problematisch ist auch, dass das Körperliche als weitgehend unhinterfragte Basis von sozialen Verfahrensweisen angenommen, aber nicht eigens untersucht wurde.

Es lag aufgrund dieser theoretischen Fundierung nahe, dass die britischen Dis/ability Studies vor allem Studien über jene Strukturen hervorbrachten, die aus der Sicht des Social Model Barrieren schufen und Menschen ins Abseits drängten: Arbeitsrecht und -bedingungen, Wohnverhältnisse, Sozialbürokratien und Bildungspolitiken wurden aus sozialwissenschaftlicher und historischer Perspektive untersucht. Doch zeigt beispielsweise Anne Borsays Buch „Dis/ability and Social Policy in Britain since 1750. A History of Exclusion“, dass inzwischen jüngere britische Studien Materialismus und Kulturalismus in einem theoretischen Rahmen geschickt verbinden. Borsay arbeitet dabei unter anderem mit Michel Foucaults Konzept der Disziplinarmacht.[16]

In den USA beteiligten sich die Kulturwissenschaften viel früher als in Großbritannien am Theoriebildungsprozess in den Dis/ability Studies. So entstand in Abwandlung des Social Model das kulturwissenschaftliche oder soziokulturelle Modell von Behinderung. Dieses findet jüngst auch in Deutschland viel Zustimmung. Wer sich aus kulturwissenschaftlicher Perspektive dem Thema nähert, erweitert das soziale Modell um Aspekte der Repräsentation, Erfahrung und Identität. Behinderung wird dann als von kulturellen Ideen und diskursiven Praktiken durchzogen und hervorgebracht verstanden.[17] Umgesetzt hat dies beispielsweise Mary Klages in ihren Buch „Woeful Afflictions. Disability and Sentimentality in Victorian America”. Besonders klar – auch in methodischer Hinsicht – wird dieser Zugang in Carol Poores Kulturgeschichte von Behinderung in Deutschland „Disability in Twentieth-Century German Culture”.[18]

So lässt sich erforschen, wie bestimmte sinnlich wahrnehmbare oder unterstellte Merkmale eines Menschen – verkörperte Andersheiten – in sich wandelnden historischen und kulturellen Kontexten bewertet werden und wie daraus in komplexen Benennungsprozessen die Zuschreibung Behinderung entsteht. Das soziokulturelle Modell erkennt an, dass materielle Barrieren, namentlich auch Produktionsfaktoren, bei dieser Konstitution eine wichtige Rolle spielen. Doch hinter jeder Form von Materialität stehen Ideen, Diskurse und Normierungen.[19] Materielle Hindernisse können Menschen in ihren Lebensvollzügen beschränken. Zu Menschen mit Behinderungen werden sie jedoch erst durch die skizzierten Benennungsprozesse. Ein Teil der kulturwissenschaftlich orientierten Studien ist deshalb auch explizit diskurstheoretisch ausgerichtet.[20]

Gelegentlich äußern Kritiker des sozialen und des soziokulturellen Modells von Behinderung die Sorge, dass die entstehenden Studien zu sehr auf die Analyse von Texten ausgerichtet seien und die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Behinderungen nicht genügend berücksichtigten. Kritiker befürchten auch, dass der menschliche Körper gänzlich in soziokulturelle oder diskursive Vorgänge aufgelöst und seine Materialität entweder geleugnet oder das Körperliche ausgeklammert werden könnte.[21] Diese Befürchtung muss die Dis/ability History ernst nehmen. Das Körperliche zu ignorieren und Behinderung auf das Soziale oder Kulturelle zu reduzieren, birgt in der Tat das Risiko, das Medical Model letztlich unter neuen Vorzeichen zu reproduzieren.

Hilfreich ist hier das Konzept von Embodied Difference oder verkörperter Andersheit. Körper und Behinderung müssen weder als identisch angenommen, noch strikt voneinander getrennt werden. Im Gegenteil, körperliche Andersheiten lassen sich als Faktoren im historischen Prozess greifen. So kann erarbeitet werden, welche Rolle die an Körpern wahrnehmbare Andersheit bei der Konstruktion von Behinderung spielt.[22] Wie das funktioniert, zeigen zum Beispiel die Beiträge in dem von Rosemarie Garland Thomson herausgegebenen Sammelband „Freakery. Cultural Spectacles of the Extraordinary Body”. Die theoretisch von den Queer und Postcolonial Studies zehrende literaturwissenschaftliche Studie von Rachel Adams „Sideshow USA: Freaks and the American Cultural Imagination” demonstriert zudem, dass Konstruktionen von Behinderung stark auf Visualisierungsprozessen beruhen. Dabei gibt es, wie auch Urs Zürcher in seiner Studie zur Entstehung der Teratologie als Wissenschaft zeigt[23], vielfältige und teilweise paradox erscheinende Überträge zwischen wissenschaftlichen und populären Visualisierungen.

Ähnlich wie am Beginn der Geschlechtergeschichte standen in der Dis/ability History Geschichten der ubiquitären Unterdrückung und des ewigen Gegensatzes zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen am Anfang.[24] So entstand zum Beispiel die Theorie von der doppelten Benachteiligung.[25] Die affirmativ-kompensatorischen Geschichten von Behinderung der 1970er- und 1980er-Jahre erinnern stark an die Zeiten der Herstory.[26] Die folgende Dekonstruktion von Behinderung zehrte theoretisch auch aus den Erfahrungen der Geschlechterforschung. Seit den 1990er-Jahren zeigen beispielsweise immer mehr Forscher/innen in den Dis/ability Studies analog zu Joan Scott, dass nicht soziale Unterschiede auf Behinderung beruhen, sondern vielmehr Behinderungskonstruktionen auf wahr- oder angenommenen Unterschieden.[27] Die essentialistischen Dichotomien von „behindert/nicht behindert“, „normal/anders“, „naturhafter Körper/Gesellschaft“ werden zunehmend als diskursive Projekte der Moderne zurückgewiesen. Die Vorstellung von einer vorkulturellen „authentischen“ Körperlichkeit tritt zurück und wird selbst als das Ergebnis gesellschaftlicher Normalisierungsprozesse entlarvt. Dis/ability History will zunehmend wissen, wie Behinderung und gesellschaftliche Hierarchien konstruiert und legitimiert wurden, anstatt nur zu erforschen, was Menschen mit Behinderung von Menschen ohne Behinderungen widerfuhr.

Wie Joan Scott für die Geschlechtergeschichte forderte, Geschlecht als universale Analysekategorie zu etablieren, um etwas über die Gesellschaft zu erfahren, fordert die Dis/ability History dasselbe für die Kategorie Behinderung. Zukünftig wäre zu prüfen, ob nicht auch Joan Scotts jüngste Verlagerung des Geschlechtsbegriffs für die Dis/ability History fruchtbar gemacht werden kann: Sie forderte in einem Beitrag aus dem Jahr 2000, dem Körper bei der Untersuchung der Geschlechtskonstruktionen wieder mehr Geltung zu verschaffen, indem man nach der individuellen Verkörperung von Geschlechtsidentität durch Aneignungsprozesse diskursiver Strukturen und Erfahrungen sucht. Dabei soll davon ausgegangen werden, dass soziale Geschlechtskonstruktionen auf körperlichen Merkmalen beruhen, die aber ihrerseits diskursiv und historisch sind. Scott schlägt somit einen so genannten biokulturellen Zugang vor, der auf seine Übertragbarkeit auf die Dis/ability History hin zu prüfen wäre.[28]

Bedeutende Überträge sind auch von an deren Disziplinen zu erwarten, die sich mit der sozialen und diskursiven Konstruktion von Unterschieden und deren Konkretisierungen befassen – wie etwa die Postcolonial History oder die Race & Ethnicity Studies. Bislang geschieht dies jedoch noch nicht in nennenswerter Weise, zumindest fehlt es noch an Fallstudien, die eine Verknüpfung dieser Zugänge erproben.

Was passiert in den historischen Epochen- und Regionaldisziplinen?
Im englischsprachigen Raum hat die Dis/ability History bereits die Epochen- und Regionaldisziplinen erfasst. Auch im deutschsprachigen Raum ist ein ähnlicher Besetzungsvorgang erkennbar. Hier hilft ein Blick in die bisher vorliegenden Themenhefte und epochen- oder regionenübergreifenden Sammelbände. Den Anfang machten 2001 Paul K. Longmore und Lauri Umansky mit ihrem auf Nordamerika fokussierten Band „The New Disability History“. Sie verbanden eine programmatische Einführung mit Fallbeispielen, die das skizzierte Programm umsetzen. Die in diesem Band veröffentlichten Beiträge konzentrieren sich jedoch noch ganz auf das 19. und 20. Jahrhundert.

Das hingegen 2006 von Teresa Meade und David Serlin herausgegebene Themenheft „Disability and History“ des „Radical History Review“ streut geografisch und zeitlich breiter. Máirtín ó Catháin stellt darin dar, wie blinde Arbeiter im nordirischen Derry der 1920er- und 1930er-Jahre um bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen kämpften. Natalia Molina bringt die Kategorien Rasse und Behinderungen in Verbindung: In den Augen der US-amerikanischen Einwanderungsverwaltung galten mexikanische Einwanderer aufgrund bestimmter unterstellter körperlicher Merkmale als ideale Arbeitskräfte. Behinderungen jedoch durchkreuzten dieses rassistische Stereotyp. Julie Livingstone hingegen zeigt in einem Bericht, dass Beeinträchtigungen in afrikanischen Gesellschaften eher in einem sozialen Netzwerk verortet, als auf eine individuelle Behinderung zurückgeführt wurden. Dies verweist darauf, dass Behinderung oder disability nach dem Verständnis westlicher Gesellschaften in anderen Gesellschaften oft keine Entsprechungen finden. Vier weitere Beiträge zeigen zudem, wie Dis/ability History an Universitäten unterrichtet werden kann und wie sie sich an die breitere Öffentlichkeit vermitteln lässt.[29]

Das 2006 in der Schweiz erschienene Themenheft „Behinderung/Handicap“ der Zeitschrift „Traverse“ erstreckt sich chronologisch von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart und deckt die Schweiz und Deutschland ab. Wir erfahren beispielsweise in dem Aufsatz von Ruth von Bernuth „Über Zwerge, rachitische Ungeheuer und blödsinnige Leute lacht man nicht. Zu Karl Flögels ‚Geschichte der Hofnarren’ von 1789“, dass körperliche oder mentale Andersheiten vor der Aufklärung primär als transzendentales Zeichen gesehen und als solches nicht qualitativ gedeutet wurden.[30] Ein Beitrag der Medizinhistorikerin Iris Ritzmann in diesem Band wie auch deren Monografie „’Sorgenkinder’. Kranke und behinderte Mädchen und Jungen im 18. Jahrhundert“ verweist auf die Möglichkeit, Dis/ability History und Medizingeschichte zu integrieren. Die Autorin untersucht die Kinderheilkunde und Waisenfürsorge in Süddeutschland und der Nordschweiz im 18. Jahrhundert und widerlegt dabei die vor allem von Philippe Ariès[31] verbreitete Sichtweise, dass Kinder mit chronischen Krankheiten und Behinderungen prinzipiell vernachlässigt wurden. Sie belegt, dass Kindern sowohl Zuwendung, als auch Therapie und Pflege zuteil wurden, die gerade die Ressourcen von einkommensschwächeren Familien oft stark belasteten. Ritzmann differenziert allerdings zwischen Kindern, die in ihren Familien aufwuchsen und Kindern, die in Waiseneinrichtungen lebten.[32]

Weitere Studien, wie etwa Martha Lynn Edwards Aufsatz „Constructions of Physical Disability in the Ancient Greek World: The Communitiy Concept” oder Robert Garlands Buch „The Eye of the Beholder. Deformity and Disability in the Graeco-Roman World”[33] zeigen, dass die Kategorie Behinderung ein Produkt der bürgerlichen Gesellschaften in Europa seit der Aufklärung ist. Für frühere Zeitschichten lässt sich auch keine noch so heterogene soziale Gruppe von „Behinderten“ feststellen. Vielmehr gab es zunächst einmal nur vielfältige Formen von verkörperter Andersheit mit jeweils sehr unterschiedlichen Konsequenzen und Nichtkonsequenzen für das Leben von Individuen und Kollektiven. Das kulturwissenschaftliche Modell von Behinderung bietet hier der Analyse der Lebenszusammenhänge von Menschen, die wir gegenwärtig als „behindert“ kategorisieren würden, mehr Spielraum als das traditionelle medizinische Modell von Behinderung.

Neuere Studien brechen mit tradierten Vorstellungen über den Umgang mit verkörperten Andersheiten in den antiken und mittelalterlichen Gesellschaften. Diese reagierten keineswegs durchgängig mit Vernachlässigung, Verstoßung oder Ermordung.[34] Die Bandbreite der familiären und gesellschaftlichen Reaktionen und Verhaltensweisen war sehr viel größer und schloss Sorge und Pflege ebenso ein wie die konkrete Zuweisung sozialer und wirtschaftlicher Funktionen. Aus der Mediävistik, namentlich zum Beispiel aus Irina Meltzers Studie „Disability in Medieval Europe: Physical Impairment in the High Middle Ages, c1100-c1400”, erfahren wir außerdem, dass die Vorstellung, die mittelalterliche Gesellschaft habe in verkörperter Andersheit stets eine Strafe Gottes, eine unerwünschte Abweichung oder unhintergehbares Leid gesehen und darauf entweder ausgrenzend, resignativ oder ignorierend reagiert, eine Verallgemeinerung aus der Retrospektive der bürgerlichen Gesellschaft seit der Aufklärung ist.[35] Rehabilitation, Medikalisierung, Professions- und Disziplinenbildung und das Grand Renfermement hingegen scheinen immer klarer als Produkte des 19. und 20. Jahrhunderts auf.

Welche Forschungslücken und Konjunkturen zeigen sich?
Wo steht die Dis/ability History gegenwärtig? Forschungslücken sind unschwer zu markieren, so überschaubar ist das Feld der Dis/ability History vor allem im deutschsprachigen Raum. Das mag an Berührungsängsten liegen oder daran, dass Menschen, die mit Behinderungen leben und ein emanzipatorisches Interesse daran haben, Behinderung wissenschaftlich zu bearbeiten, an der Historiografie noch wenig Anteil haben.[36]

Was speziell die deutsche Zeitgeschichte betrifft, ist annehmen, dass das Thema Behinderung gedanklich so eng mit dem Nationalsozialismus verbunden wird, dass sich Forschungsprojekte primär auf die Verfolgung von Menschen mit Behinderungen und den Krankenmord im Nationalsozialismus konzentrieren, wenngleich diese insgesamt in der Holocaust-Forschung erst spät umfassend thematisiert wurden.[37] Noch immer wissen wir deshalb im Grunde nur über die Menschen Bescheid, die zu Opfern der NS-Verbrechen wurden. Über die weitaus größeren Gruppen von Menschen, die mit Behinderungen unterschiedlicher Art und Ursache lebten und im Nationalsozialismus einer paradoxen Kombination von verschiedengradigen Formen der Diskriminierung und zumindest partieller Eingliederung in die „Volksgemeinschaft“ ausgesetzt waren, wissen wir wenig. Gerade über ihre individuellen und kollektiven Handlungsspielräume und ihren Alltag sind wir kaum informiert.

Bezüglich der jüngeren Zeitgeschichte sind die Kenntnisse über die deutsche Emanzipationsbewegung und ihre internationalen Verflechtungen gering. Die existierenden Studien zur britischen und amerikanischen Emanzipationsbewegung machen jedoch deutlich, welches Forschungspotential hier liegt.[38] Untersucht werden könnten Befruchtungen durch Kontakte zum organisierten Protest im angelsächsischen Ausland sowie die Verankerung der Emanzipationsbewegung im gesamtgesellschaftlichen Aufbruch der 1960er- und 1970er-Jahre. Hier sind beispielsweise Ergebnisse zu erwarten, die unser Bild von den Bürgerbewegungen der 1970er- und 1980er-Jahre wesentlich erweitern und einen Beitrag zur Protestgeschichte der Bundesrepublik leisten würden. Von besonderem Interesse ist auch die Formierung der ostdeutschen Behindertenbewegung zur Wendezeit.

Weiterhin fehlt es an Arbeiten, die Behinderung und andere soziostrukturelle Kategorien, vor allem Geschlecht, konsequent miteinander in Beziehung setzen.[39] Der Ansatz der Intersektionalität wird hier gegenwärtig erprobt.[40] Auch das Verhältnis von Behinderung und Erwerbsarbeit ist letztlich nur in Ansätzen geklärt, obwohl die Dis/ability History bei der Dekonstruktion von Behinderung immer wieder darauf verweist. Die Arbeits- und Arbeitergeschichte hat sich weder im englisch- noch im deutschsprachigen Raum bisher in nennenswerter Weise mit Behinderung beschäftigt. Dabei gibt es, das zeigt ein Aufsatz von John Williams-Searle über Arbeitsunfallopfer beim amerikanischen Eisenbahnbau, eine komplexe Verknüpfung von Kapitalismus, Risiko, Geschlecht und Behinderung zu untersuchen.[41]

Der Themenbereich Arbeit und Behinderung wäre auch aus technikgeschichtlicher Perspektive zu erforschen. Arbeitsschutzmaßnahmen, aber auch Arbeitsplatzzurichtungen und technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen könnten hier in den Blick kommen. Prothetik, Epithetik und Mobilitätstechnologien markieren weitere Forschungsfelder. Sie wären auf die Praktiken der medizinisch-technischen Normalisierung von Körpern zu befragen. Medizinisch-naturwissenschaftliche Messverfahren, aber auch die Fallfotografie wiederum müssten vertieft auf ihre Funktion bei der Definition von Behinderung als Normabweichung untersucht werden. In einigen wenigen an der sozialen Konstruktion von Technik interessierten Studien zeigt sich bereits, dass Techniken und Kategoriebildungen in einem wechselseitigen und relativen Verhältnis zueinander stehen. Arbeiten zur Implantationstechnologie und ästhetischen Chirurgie gehen der soziokulturellen Dimensionen der Verknüpfung von menschlichem Körper und Technologie nach, konkreter, den Wegen, auf denen Technologien zur Bedeutung und zur Erfahrung von Körpern mit Behinderungen beitragen.[42]

Neben diesen Lücken zeichnen sich gegenwärtig auch regelrechte Konjunkturen ab. Besonders auffällig ist das große Interesse für Kriegsbeschädigung. Sicherlich sind nicht alle der zahlreichen medizin- und sozialpolitikgeschichtlichen, erfahrungs- und kulturgeschichtlichen Studien der Dis/ability History zuzuordnen, weil sie beispielsweise Behinderung nicht dekonstruieren. Doch gibt es auch solche Untersuchungen, unter denen hier der Aufsatz von Maren Möhring „Kriegsversehrte Körper. Zur Bedeutung der Sichtbarkeit von Behinderung“ hervorgehoben sei. Sie untersucht am Beispiel der deutschen FKK-Bewegung, wie die Körper der kriegsbeschädigten Männer wahrgenommen wurden. Dabei legt sie dar, welche Bedeutung Blick und Sichtbarkeit für die Konstitution des „behinderten Körpers“ hatten.[43] Bedauerlich ist, dass Kriegsbeschädigung bisher vor allem für die Phase des Ersten Weltkriegs und die Zwischenkriegszeit erforscht wird, erfreulich hingegen, dass dies mit Blick auf verschiedene Staaten geschieht.[44]

Häufig erscheinen Spezialgeschichten, die eine bestimmte Form von verkörperter Andersheit oder Behinderung oder eine bestimmte Gruppe von Menschen in den Mittelpunkt rücken. Ganz besonders gilt dies für die Geschichte der Menschen mit Hörbehinderungen[45] und hier wiederum vor allem für die amerikanische Forschung. Dort bildet die Deaf History bereits eine Art Subgenre der Dis/ability History. An ihren Ergebnissen und an den teils kontrovers geführten Forschungsdebatten wird deutlich, dass die in der Deaf Community verankerte Deaf History und die Dis/ability History nicht ineinander aufgehen. Die Deaf Community in den USA sieht sich vielmehr als sprachliche Minderheit, nicht als Gruppe von Menschen mit Behinderungen und möchte sich als solche auch nicht in der Forschung wieder finden.

Forschungskontroversen dieser Art, aber auch die Formierung von Themenfeldern lassen sich derzeit am besten an den Beiträgen zum Netzwerk H-Disability ablesen.[46]

Das Forschungsfeld der Dis/ability History bietet noch viele Chancen. Es besteht sowohl Raum für Grundlagenforschung als auch für Untersuchungen, die der Anwendung in der universitären oder außeruniversitären Lehre dienen wollen. „Große Erzählungen“ sind ebenso gefragt wie Spezialstudien unter kultur- und diskurs-, politik- und organisationsgeschichtlichem, sozial- oder wissenschaftsgeschichtlichem sowie kunstgeschichtlichem Ansatz. Besonders für die Erprobung jüngerer Zugänge und Sichtweisen wie dem Spatial oder dem Iconic Turn scheint sich das Feld zu eignen. Ob sich dabei ein kohärentes Disziplinenverständnis ähnlich der Geschlechtergeschichte entwickeln wird, ist zweitrangig. Entscheidend ist, was die Dis/ability History den traditionellen Zugängen zu Behinderung entgegensetzt und was sie vor allem in die Sozialstaats- und Medizingeschichte einbringt: ein Verständnis von Behinderung als soziokultureller Kategorie, die zu historisieren ist.

Anmerkungen:
[1] So vertreten beispielsweise in der Sektion „Dis/ability in History – Behinderung in der Geschichte: Soziale Ungleichheiten revisited“ des Deutschen Historikertags 2008 (Elsbeth Bösl/Anne Klein/Anne Waldschmidt).
[2] Zur Programmatik der Dis/ability History vgl. Paul K. Longmore / Lauri Umansky, Disability History: From the Margins to the Mainstream, in: Dies. (Hrsg.), The New Disability History. American Perspectives, New York 2001, S. 1-29. Zur Programmatik vgl. außerdem Susan Burch / Ian Sutherland, Who’s not yet here? American Disability History, in: Radical History Review 94 (2006), S. 127-147; Rosemarie Garland Thomson, Andere Geschichten, in: Petra Lutz u.a. (Hrsg. für die Aktion Mensch und die Stiftung Deutsches Hygiene-Museum), Der [im-]perfekte Mensch. Metamorphosen von Normalität und Abweichung, Köln 2003, S. 418-424; Wilfried Rudloff, Überlegungen zur Geschichte der bundesdeutschen Behindertenpolitik, in: Zeitschrift für Sozialreform 49,6 (2003), S. 863-886; Anne Waldschmidt, Soziales Problem oder kulturelle Differenz? Zur Geschichte von „Behinderung“ aus der Sicht der „Disability Studies“, in: Urs Germann u.a. (Hrsg.), Behinderung – Handicap. Traverse, 39, 3 (2006) (Sonderheft), S. 31-46; Longmore / Umansky, Disability History, S. 15.
[3] Catherine Kudlick, Disability History: Why We Need Another “Other”, in: American Historical Review 108,3 (2003), S. 763-793, Zitat S. 767.
[4] Vgl. zur Ausgrenzungserzählung z.B. Wolfgang Jantzen, Sozialisation und Behinderung. Studien zu sozialwissenschaftlichen Grundfragen der Behindertenpädagogik, Gießen 1974; Ders., Sozialgeschichte des Behindertenbetreuungswesens, München 1982; Walter Fandrey, Krüppel, Idioten, Irre. Zur Sozialgeschichte behinderter Menschen in Deutschland, Stuttgart 1990; Erwin Reichmann-Rohr, Geschichte und Formen der Aussonderung behinderter Menschen, in: Behindertenpädagogik 25,2 (1986), S. 114-122; Ders., Formen der Ausgrenzung in historischer Sicht, in: Hans Eberwein (Hrsg.), Behinderte und Nichtbehinderte lernen gemeinsam. Handbuch der Integrationspädagogik, 3. Aufl. Weinheim 1994, S. 33-39; Albert Haaser, Entwicklungslinien und gesellschaftliche Bedingungen der Behindertenpolitik in Deutschland. Zur Sozialgeschichte und Soziologie der Rehabilitation, Univ. Diss. Konstanz 1975; Ulrike Schildmann, Zur politischen und ökonomischen Funktion der beruflichen Rehabilitation Behinderter in der BRD und West-Berlin, Rheinstetten-Neu 1977; Dies., Lebensbedingungen behinderter Frauen. Aspekte ihrer gesellschaftlichen Unterdrückung, Giessen 1983; Udo Sierck, Arbeit ist die beste Medizin. Zur Geschichte der Rehabilitationspolitik, Hamburg 1992. Als Beispiele der „Rettungserzählung“ und des Narrativ vom erfinderisch-wohltätigen Sozialstaat vgl. Uta Krukowska, Kriegsversehrte. Allgemeine Lebensbedingungen und medizinische Versorgung deutscher Versehrter nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in der Britischen Besatzungszone Deutschlands dargestellt am Beispiel Hamburgs, Hamburg 2006; Hans Stadler, Von der 'Krüppelfürsorge' zur Rehabilitation bei Körperbehinderung. Zur Entwicklung unter medizinischem, pädagogischem und berufsethischem Aspekt, in: Zeitschrift für Heilpädagogik 52,3 (2001), S. 99-106; Udo Wilken, Zur Geschichte von Einstellungsdeterminanten gegenüber Körperbehinderten, in: Rehabilitation 23,2 (1984), S. 81-83; Hans Joachim Fichtner, Von der Krüppelfürsorge zur Rehabilitation Körperbehinderter, in: Rehabilitation 24,3 (1985), S. 113-115; Hermann Kehrings, Die Geschichte des Verbandes katholischer Einrichtungen und Dienste für körperbehinderte Menschen, in: Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (Hrsg.), Am Leben teilhaben. Dokumentation 100 Jahre Gründungsjubiläum VKELG-CBP, Bundesfachverband der katholischen Behindertenhilfe und Psychiatrie 1905 bis 2005. Bd. 2: Die Fachverbände und Bundesarbeitsgemeinschaften in der Behindertenhilfe und Psychiatrie der Caritas von 1945 bis 2005, Freiburg im Breisgau 2005, S. 16-28; Klaus-Dieter Thomann / Kurt-Alphons Jochheim, Rehabilitation und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland – gestern und heute, in: Herbert Rische (Hrsg.), Selbstbestimmung in der Rehabilitation. Chancen und Grenzen. 33. Kongress der Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation Behinderter e. V., 13.-15.10.1999 in Berlin, Ulm 2000, S. 27-42; Rudolf Lotze, Von der 'Krüppelfürsorge' zur Rehabilitation von Menschen mit Behinderungen. 90 Jahre Deutsche Vereinigung für die Rehabilitation Behinderter e.V., Heidelberg 1999; differenzierter Klaus-Dieter Thomann, Das behinderte Kind. 'Krüppelfürsorge' und Orthopädie in Deutschland 1886-1920, Stuttgart 1995; Ders., Von der Entstehung der Orthopädie bis zur Gründung großer orthopädischer Heilanstalten, in: Ders. (Hrsg.), Tradition und Fortschritt in der Orthopädie. Historische Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie 1985 in Frankfurt am Main, Stuttgart 1985, S. 9-53. Vgl. zur Kritik an beiden reduktionistischen Perspektiven z.B. Judith Hollenweger, Behindert, arm und ausgeschlossen. Bilder und Denkfiguren im internationalen Diskurs zur Lage behinderter Menschen, in: Günther Cloerkes (Hrsg.), Wie man behindert wird. Texte zur Konstruktion einer sozialen Rolle und zur Lebenssituation betroffener Menschen, Heidelberg 2003, S. 141-164, hier S. 142.
[5] Kim Nielsen, The Radical Lives of Helen Keller, New York 2004.
[6] Hugh Gallagher, FDR’s Splendid Deception, Arlington 1994.
[7] Penny Richards, „Beside her Sat her Idiot Child“: Families and Developmental Disability in Mid-Nineteenth-Century America, in: Steven Noll / James W. Trent (Hrsg.), Mental Retardation in America: A Historical Reader, New York 2004, S. 65-86; Katherine Castles, „Nice, Average Americans“. Postwar Parents’ Groups and the Defense of the Normal Familiy, in: Ebd., S. 351-370; Janice Brockley, Rearing the Child who Never Grew: Ideologies of Parenting and Intellectual Disability in American History, in: Ebd., S. 130-164. Vgl. auch Hannah Joyner, From Pity to Pride, Washington 2004.
[8] Zur Programmatik der Dis/ability History vgl. Rudloff, Überlegungen zur Geschichte der bundesdeutschen Behindertenpolitik. Des Weiteren Ders., Im Souterrain des Sozialstaates: Neuere Forschungen zur Geschichte von Fürsorge und Wohlfahrtspflege im 20. Jahrhundert, in: Archiv für Sozialgeschichte 42 (2002), S. 474-520; Ders., Sozialstaat, Randgruppen und bundesrepublikanische Gesellschaft. Umbrüche und Entwicklungen in den sechziger und frühen siebziger Jahren, in: Franz-Werner Kersting (Hrsg.), Psychiatriereform als Gesellschaftsreform. Die Hypothek des Nationalsozialismus und der Aufbruch der sechziger Jahre, Paderborn 2003, S. 181-219; Ders., Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung / Bundesarchiv (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 3: 1949-1957 Bundesrepublik Deutschland. Bewältigung der Kriegsfolgen, Rückkehr zur sozialpolitischen Normalität. Bandhrsg.: Günther Schulz, Baden-Baden 2005, S. 516-557; Ders., Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Dies. (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 4: 1957-1966 Bundesrepublik Deutschland. Sozialpolitik im Zeichen des erreichten Wohlstandes. Bandhrsg.: Michael Ruck / Marcel Boldorf, Baden-Baden 2007, S. 463-502; Ders. Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Dies. (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 5: 1966-1974 Bundesrepublik Deutschland. Eine Zeit vielfältigen Aufbruchs, Bandhrsg.: Hans Günter Hockerts, Baden-Baden 2006, S. 557-591; Ders. / Ferdinand Schliehe, Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Dies. (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 6: 1974-1982 Bundesrepublik Deutschland. Neue Herausforderungen, wachsende Unsicherheiten. Bandhrsg.: Martin H. Geyer, Baden-Baden 2008, S. 584-604.
[9] Marcel Boldorf, Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung / Bundesarchiv (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 8: 1949-1961 Deutsche Demokratische Republik. Im Zeichen des Aufbaus des Sozialismus. Bandverantwortliche: Dierk Hoffmann / Michael Schwartz, Baden-Baden 2004, S. 453-474; Ders., Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Dies. (Hrsg.), Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. Bd. 9 Deutsche Demokratische Republik. Politische Stabilisierung und wirtschaftliche Mobilisierung. Bandverantwortlicher: Christoph Kleßmann, Baden-Baden 2006, S. 450-469.
[10] Sieglind Ellger-Rüttgardt, Historische Aspekte der gemeinsamen Bildung behinderter und nichtbehinderter Kinder und Jugendlicher, in: Die Sonderschule 40,6 (1995), S. 421-435; Ingeborg Thümmel, Sozial- und Ideengeschichte der Schule für Geistigbehinderte im 20. Jahrhundert. Zentrale Entwicklungslinien zwischen Ausgrenzung und Partizipation, Weinheim 2003; Irmgard Schnell, Geschichte schulischer Integration. Gemeinsames Lernen von SchülerInnen mit und ohne Behinderung in der BRD seit 1970, Weinheim 2003; Elmar Tenorth, Bildsamkeit und Behinderung – Anspruch, Wirksamkeit und Selbstdestruktion einer Idee, in: Lutz Raphael / Elmar Tenorth (Hrsg.), Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Beiträge für eine erneuerte Geistesgeschichte, München 2006, S. 496-520.
[11] Philipp Osten: Die Modellanstalt. Über den Aufbau einer „modernen Krüppelfürsorge“ 1905 bis 1933, Frankfurt am Main 2004.
[12] Petra Fuchs, ‚Körperbehinderte’ zwischen Selbstaufgabe und Emanzipation: Selbsthilfe – Integration – Aussonderung. Weinheim 2001; Malin Büttner, „Nicht minderwertig, sondern mindersinnig …“ Der Bann G für Gehörgeschädigte in der Hitler-Jugend, Frankfurt am Main 2005.
[13] Vgl. Michael Oliver, The Politics of Disablement. A Sociological approach, London / New York 1990, v.a. das Kapitel „Disability and the Rise of Capitalism“ und S. 69-70; Ders. Understanding Disability. From Theory to Practice, London 1996; Mark Priestley, Worum geht es bei den Disability Studies. Eine britische Sichtweise, in: Anne Waldschmidt (Hrsg.), Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies. Tagungsdokumentation, Kassel 2003, S. 23-35, hier S. 26-27, 31; Paul Abberley, Work, Utopia and Impairment, in: Len Barton (Hrsg.), Disability and Society: Emerging Issues and Insights, London 1996, S. 61-79, hier S. 63, 76; die materialistischen Disability Studies resümieren Carol Thomas, Theorien der Behinderung. Schlüsselkonzepte, Themen und Personen, in: Jan Weisser / Cornelia Renggli (Hrsg.), Disability Studies. Ein Lesebuch, Luzern 2004, S. 31-55, hier S. 33-34 und Colin Barnes u.a., Exploring Disability. A Sociological Introduction, Cambridge 1999, v.a. S. 30.
[14] Vgl. Oliver, Politics, S. 69-70; Brendan Gleeson J., Disability Studies: A Historical Materialist View, in: Disability and Society 12,2 (1997), S. 179-202, v.a. S. 194-196.
[15] Michael Oliver, A Sociology of Disability or a Disabilist Sociology?, in: Barton (Hrsg.), Disability and Society, S. 18-42, hier v.a. S. 33; Abberley, Work, S. 61-79.
[16] Anne Borsay, Disability and Social Policy in Britain since 1750. A History of Exclusion, Basingstoke 2005.
[17] Vgl. Anja Tervooren, Differenz anders gesehen: Studien zu Behinderung, in: Vierteljahrsschrift für Heilpädagogik und ihre Nachbargebiete 69,3 (2000), S. 316-319, hier S. 317.
[18] Mary Klages, Woeful Afflictions. Disability and Sentimentality in Victorian America, Philadephia 1999; Carol Poore, Disability in Twentieth-Century German Culture, Ann Arbor 2007. Dazu Elsbeth Bösl: Rezension zu: Poore, Carol: Disability in Twentieth-Century German Culture, Ann Arbor 2007, in: H-Soz-u-Kult, 23.09.2008, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-3-187> (08.06.2009).
[19] Vgl. Garland Thomson, Andere Geschichten, S. 421; Thomas, Theorien, S. 46; Waldschmidt, Behinderung, S. 13, 20.
[20] Vgl. z.B. Walburga Freitag, Contergan. Eine genealogische Studie des Zusammenhangs wissenschaftlicher Diskurse und biographischer Erfahrungen, Münster 2005; Elizabeth C. Hamilton, From Social Welfare to Civil Rights. The Representation of Disability in Twentieth-Century German Literature, in: David T. Mitchell / Sharon L. Snyder (Hrsg.), The Body and Physical Difference. Discourses of Disability, Ann Arbor 1997, S. 223-239.
[21] Vgl. Claudia Franziska Bruner, KörperSpuren. Zur Dekonstruktion von Körper und Behinderung in biographischen Erzählungen von Frauen, Bielefeld 2005, S. 81-82.
[22] Vgl. Anja Tervooren, Phantasmen der (Un-)Verletzlichkeit. Körper und Behinderung, in: Petra Lutz u.a. (Hrsg. für die Aktion Mensch und die Stiftung Deutsches Hygiene-Museum), Der [im-]perfekte Mensch, S. 280-292, hier S. 282.
[23] Rosemarie Garland Thomson (Hrsg.), Freakery. Cultural Spectacles of the Extraordinary Body, New York 1996; Rachel Adams, Sideshow U.S.A. Freaks and the American Cultural Imagination, Chicago 2001; Urs Zürcher, Monster oder Laune der Natur. Medizin und die Lehre von den Missbildungen 1780-1914, Frankfurt am Main 2004; dazu Elsbeth Bösl: Rezension zu Zürcher, Urs: Monster oder Laune der Natur: Medizin und die Lehre von den Missbildungen 1780–1914, Frankfurt [u.a.] 2004, in: Archiv für Sozialgeschichte 46 (2006), URL: <library.fes.de/fulltext/afs/htmrez/80741.htm> (08.06.2009); Michael Hagner, Monstrositäten haben eine Geschichte, in: Ders. (Hrsg.), Der falsche Körper. Beiträge zu einer Geschichte der Monstrositäten, Göttingen 1995, S. 7-20; Anja Tervooren, Freak-Shows und Körperinszenierungen. Kulturelle Konstruktionen von Behinderung, in: Behindertenpädagogik 41 (2002), S. 173-184; zu massenmedialen Repräsentationen von Behinderung vgl. John Schuchman, Hollywood Speaks: Deafness and the Film Entertainment Industry, Urbana 1988; Martin F. Norden, The Cinema of Isolation: A History of Physical Disability in the Movies, New Brunswick 1994; Martin S. Pernick, The Black Stork: Eugenics and the Death of „Defective“ Babies in American Medicine and Motion Pictures since 1915, New York 1996; Christian Mürner, Medien- und Kulturgeschichte behinderter Menschen. Sensationslust und Selbstbestimmung, Weinheim 2003.
[24] So auch Longmore / Umansky, Disability History, S. 15-16
[25] Für die USA vgl. beispielsweise Joseph P. Shapiro, No Pity: People with Disabilities Forging a New Civil Rights Movement, New York 1994; Frances A. Koestler, Unseen Minority. A Social History of Blindness in the United States, New York 1976; Felicia Mode Alexander / Jack Gannon, Deaf Heritage. A Narrative History of Deaf America, Silver Springs 1981; Harlan Lane, The Mask of Benevolence. Disabling the Deaf Community, New York 1992.
[26] Vgl. beispielsweise Renate Bridenthal / Claudia Koontz (Hrsg.), Becoming Visible: Women in European History, Boston 1977.
[27] Joan Scott, Gender as a Useful Category of Historical Analysis, in: Dies. (Hrsg.), Gender and the Politics of History, New York 1998, S. 28-50.
[28] Joan Scott, Die Zukunft von Gender. Fantasien zur Jahrtausendwende, in: Claudia Honegger / Caroline Arni (Hrsg.), Gender – die Tücken einer Kategorie. Joan W. Scott, Geschichte und Politik, Zürich 2001, S. 39-63.
[29] Longmore / Umansky, Disability History, darin z.B. Douglas C. Baynton, Disability and the Justification of Inequality in American History, S. 33-57 sowie Brad Byrom, A Pupil and a Patient: Hospital-Schools in Progressive America, S. 133-156; Máirtín ó Catháin, “Blind, But Not to the Hard Facts of Life”: The Blind Workers’ Struggle in Derry, 1928-1940, in: Radical History Review 94 (2006), S. 9-21; Natalia Molina, Medicalizing the Mexican: Immigration, Race, and Disability in the Early-Twentieth-Century United States, in: Ebd., S. 22-37; Julie Livingston, Insights from an African History of Disability, in: Ebd., S. 111-126.
[30] Ruth von Bernuth, Über Zwerge, rachitische Ungeheuer und blödsinnige Leute lacht man nicht. Zu Karl Flögels „Geschichte der Hofnarren“ von 1789, in: Urs Germann u.a. (Hrsg.), Behinderung – Handicap. Traverse, 39, 3 (2006) (Sonderheft), S. 61-72; Dies., Aus den Wunderkammern in die Irrenanstalten – Natürliche Hofnarren in Mittelalter und früher Neuzeit, in: Waldschmidt (Hrsg.), Kulturwissenschaftliche Perspektiven, S. 49-62.
[31] Philippe Ariès, Geschichte der Kindheit, 16. Aufl. München 2007.
[32] Iris Ritzmann, „Sorgenkinder“. Kranke und behinderte Mädchen und Jungen im 18. Jahrhundert, Wien 2008; Dies., „Die der Welt und sich selbst zur Last sind”. Behinderte Kinder und Jugendliche in der Frühen Neuzeit, in: Urs Germann u.a. (Hrsg.), Behinderung – Handicap. Traverse, 39, 3 (2006) (Sonderheft), S. 73-86.
[33] Martha Lynn Edwards, d.i. Martha Lynn Rose, Constructions of Physical Disability in the Ancient Greek World: The Communitiy Concept, in: David T. Mitchell / Sharon L. Snyder (Hrsg.), The Body and Physical Difference. Discourses of Disability, Ann Arbor 1997, S. 35-50; Robert Garland, The Eye of the Beholder. Deformity and Disability in the Graeco-Roman World, Ithaca 1995.
[34] So noch Fandrey, Krüppel, Idioten, Irre.
[35] Irina Metzler, Disability in Medieval Europe: Physical Impairment in the High Middle Ages, c1100-c1400, London 2006.
[36] Vgl. Gudrun Hopf, Berührungsängste mit Behinderung? Konstruktionen des Andersseins als Forschungsthema, in: Historische Anthropologie 10,1 (2002), S. 107-114, hier S. 107-109; Longmore / Umansky, Disability History, S. 6, 9.
[37] Vgl. die grundlegenden Studien von Gisela Bock, Zwangssterilisation im Nationalsozialismus. Studien zur Rassenpolitik und Frauenpolitik, Opladen 1986; Hans-Walter Schmuhl, Rassenhygiene, Nationalsozialismus, Euthanasie. Von der Verhütung zur Vernichtung „lebensunwerten“ Lebens 1890-1945, Göttingen 1992.
[38] Jane Campbell / Michael Oliver, Disability Politics. Understanding our Past, Changing our Future, London 1996; Duane F. Stroman, The Disability Rights Movement. From Deinstitutionalization to Self-determination, Lanham 2003; James I. Charlton, Nothing about Us Without Us. Disability Oppression and Empowerment, Berkeley 1998; Doris Zames Fleischer / Frieda Zames, The Disability Rights Movement. From Charity to Confrontation, Philadelphia 2001; Richard K. Scotch, From Good Will to Civil Rights. Transforming Federal Disability Policy, Philadelphia 2001; Sharon Barnartt / Richard K. Scotch, Disability Protests: Contentious Politics 1970-1999, Washington 2001; Susan Burch, Signs of Resistance. American Deaf Cultural History, 1900 to World War II, New York 2002.
[39] Mariama Kaba, Quelle place pour une perspective genre dans la „Disability History“? Histoire du corps des femmes et des hommes à travers le handicap, in: Urs Germann u.a. (Hrsg.), Behinderung – Handicap. Traverse, 39, 3 (2006) (Sonderheft), S. 47-60, hier S. 54.
[40] Vgl. z.B. Heike Raab, Intersektionalität in den Disability Studies. Zur Interdependenz von Behinderung, Heteronormativität und Geschlecht, in: Anne Waldschmidt / Werner Schneider (Hrsg.), Disability Studies, Kultursoziologie und Soziologie der Behinderung. Erkundungen in einem neuen Forschungsfeld, Bielefeld 2007, S. 127-148.
[41] John Williams-Searle, „Cold Charity: Manhood, Brotherhood, and the Transformation of Disability 1870-1900, in: Paul K. Longmore / Lauri Umansky, The New Disability History: American Perspectives, New York 2001, S. 157-186. Perspektiven eröffnet auch Sarah F. Rose, Labour Historians and the Challenge of Disability, in: Labour 2,1 (2005), S. 27-54.
[42] Katherine Ott u.a. (Hrsg.), Artificial Parts, Practical Lives. Modern Histories of Prosthetics, New York 2002; Barbara Orland, Wo hören Körper auf und fängt Technik an? Historische Anmerkungen zu posthumanistischen Problemen, in: Dies. (Hrsg.), Artifizielle Körper – lebendige Technik. Technische Modellierungen des Körpers in historischer Perspektive, Zürich 2005, S. 9-42; Deborah Lupton / Wendy Seymour, Technology, Selfhood and Physical Disability, in: Social Science and Medicine 50,12 (2000), S. 1851-1862; Eva Horn, Prothesen. Der Mensch im Lichte des Maschinenbaus, in: Annette Keck / Nicolas Pethes (Hrsg.), Mediale Anatomien. Menschenbilder als Medienprojektionen, Bielefeld 2001, S. 193-209, 441-446; Matt Price, Lives and Limbs, in: Stanford Electronic Humanities Review, Bd. 5/Supplement: Cultural and Technological Incubations of Fascism, <http://www.stanford.edu/group/SHR/5-supp/text/price.html> 19.4.2005, [o. Pag.] (08.06.2009).
[43] Maren Möhring, Kriegsversehrte Körper. Zur Bedeutung der Sichtbarkeit von Behinderung, in: Anne Waldschmidt / Werner Schneider (Hrsg.), Disability Studies, S. 175-197.
[44] Vgl. als Auswahl: Joanna Bourke, Dismembering the Male. Men’s Bodies, Britain and the Great War, London 1996; Deborah Cohen, Will to Work: Disabled Veterans in Britain and Germany, in: David Gerber (Hrsg.), Disabled Veterans in History, Ann Arbor 2000, S. 295-321; James M. Diehl, Change and Continuity in the Treatment of German Kriegsopfer, in: Robert G. Moeller (Hrsg.), West Germany under Construction: Politics, Society, and Culture in the Adenauer Era, Ann Arbor 1997, S. 93-108; David Gerber, Introduction: Finding Disabled Veterans in History, in: Gerber (Hrsg.), Disabled Veterans in History, S. 1-51; Eva Horn, Der Krüppel. Maßnahme und Medien zur Wiederherstellung des versehrten Leibes in der Weimarer Republik, in: Dietmar Schmidt (Hrsg.), KörperTopoi. Sagbarkeit – Sichtbarkeit – Wissen, Weimar 2002, S. 109-136; Sabine Kienitz, ‚Als Helden gefeiert – als Krüppel vergessen’. Kriegsinvaliden im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik, in: Dietrich von Beyrau (Hrsg.), Der Krieg in religiösen und nationalen Deutungen der Neuzeit, Tübingen 2001, S. 217-237; Dies., Das Ende der Männlichkeit? Zur symbolischen Re-Maskulinisierung der Kriegskrüppel im Ersten Weltkrieg, in: Christel Köhle-Henzinger u.a. (Hrsg.), Männlich. Weiblich. Zur Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Kultur. 31. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde in Marburg 1997, Münster 1999, S. 181-189; Dies., Der Krieg der Invaliden. Helden-Bilder und Männlichkeitskonstruktionen nach dem Ersten Weltkrieg, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 60,2 (2001), S. 367-402; Seth Koven, Remembering and Dismemberment: Crippled Children, Wounded Soldiers, and the Great War in Great Britain, in: American Historical Review 99,5 (1994), S. 1167-1202; Robert Weldon Whalen, Bitter Wounds. German Victims of the Great War. 1914-1939, Ithaca, NY 1984.
[45] Vgl. z.B. Christian Hannen, Von der Fürsorge zur Barrierefreiheit. Die Hamburger Gehörlosenbewegung 1875-2005, Seedorf 2006.
[46] Vgl. <http://www.h-net.org/~disabil/> (08.06.2009).

Bibliografie

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Dierk Hoffmann / Michael Schwartz (Hrsg.), 1949-1961. Im Zeichen des Aufbaus des Sozialismus (Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945 8), Baden-Baden 2004. ISBN 378907327X

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Barbara Orland (Hrsg.), Artifizielle Körper - lebendige Technik. Technische Modellierungen des Körpers in historischer Perspektive, Zürich 2005. ISBN 303400690X

Lutz Raphael / Heinz-Elmar Tenorth (Hrsg.), Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Beiträge für eine erneuerte Geistesgeschichte, München 2006. ISBN 9783486577860

Herbert Rische (Hrsg.), Selbstbestimmung in der Rehabilitation; Chancen und Grenzen. 33. Kongreß der Deutschen Vereinigung für die Rehabilitation Behinderter e. V. (DVfR) vom 13. bis 15. Oktober 1999 in Berlin, Ulm 2000. ISBN 978-3895591259

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Dietmar Schmidt (Hrsg.), KörperTopoi. Sagbarkeit - Sichtbarkeit - Wissen, Weimar 2002. ISBN 3897392771

Günther Schulz (Hrsg.), 1949-1957. Bewältigung der Kriegsfolgen, Rückkehr zur sozialpolitischen Normalität (Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945 3), Baden-Baden 2005. ISBN 3789073172

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Jan Weisser / Cornelia Renggli (Hrsg.), Disability studies. Ein Lesebuch, Luzern 2004. ISBN 9783908262527

3 Artikel in Sammelbänden & Zeitschriften
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Douglas C. Baynton, Disability and the Justification of Inequality in American History, in: Paul K. Longmore (Hrsg.), The new disability history, S. 33–57.

Ruth von Bernuth, Aus den Wunderkammern in die Irrenanstalten. Natürliche Hofnarren in Mittelalter und früher Neuzeit, in: Anne Waldschmidt (Hrsg.), Kulturwissenschaftliche Perspektiven der Disability Studies, S. 49–62.

Ruth von Bernuth, Über Zwerge, rachitische Ungeheuer und blödsinnige Leute lacht man nicht. Zu Karl Flögels „Geschichte der Hofnarren“ von 1789, in: Urs Germann u.a. (Hrsg.), Behinderung – Handicap. Traverse, Sonderheft Nr. 3 (2006), S. 61–72. ISBN 978-3-905315-39-4

Marcel Boldorf, Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Dierk Hoffmann / Michael Schwartz (Hrsg.), 1949-1961 (Geschichte der Sozialpolitik 8), S. 453–474.

Marcel Boldorf, Rehabilitation und Hilfen für Behinderte, in: Christoph Kleßmann (Hrsg.), 1961-1971 (Geschichte der Sozialpolitik 9), S. 450–469.

Janice Brockley, Rearing the Child who Never Grew. Ideologies of Parenting and Intellectual Disability in American History, in: Steven Noll / James W. Trent (Hrsg.), Mental retardation in America, S. 130–164.

Susan Burch / Ian Sutherland, Who’s not yet here? American Disability History, in: Radical History Review 94 (2006), S. 127–147.

Brad Byrom, A Pupil and a Patient. Hospital-Schools in Progressive America, in: Paul K. Longmore (Hrsg.), The new disability history, S. 133–156.

Katherine Castles, „Nice, Average Americans“. Postwar Parents’ Groups and the Defense of the Normal Familiy, in: Steven Noll / James W. Trent (Hrsg.), Mental retardation in America, S. 351–370.

Máirtín ó Catháin, "Blind, But Not to the Hard Facts of Life”. The Blind Workers’ Struggle in Derry, 1928-1940, in: Radical History Review 94 (2006), S. 9–21.

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Eva Horn, Prothesen. Der Mensch im Lichte des Maschinenbaus, in: Annette Keck / Nicolas Pethes (Hrsg.), Mediale Anatomien. Menschenbilder als Medienprojektionen, S. 441–446.

Eva Horn, Der Krüppel. Maßnahme und Medien zur Wiederherstellung des versehrten Leibes in der Weimarer Republik, in: Dietmar Schmidt (Hrsg.), KörperTopoi, S. 109–136.

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Sabine Kienitz, ‚Als Helden gefeiert – als Krüppel vergessen’. Kriegsinvaliden im Ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik, in: Dietrich Beyrau (Hrsg.), Der Krieg in religiösen und nationalen Deutungen der Neuzeit, S. 217–237.

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Anja Tervooren, Phantasmen der (Un-)Verletzlichkeit. Körper und Behinderung, in: Petra Lutz (Hrsg.), Der [im-]perfekte Mensch, S. 280–292.

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Rosemarie Garland Thomson, Andere Geschichten, in: Petra Lutz (Hrsg.), Der [im-]perfekte Mensch, S. 418–424.

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Matt Price, Lives and Limbs, 19.04.2005, <http://www.stanford.edu/group/SHR/5-supp/text/price.html> (29.06.2009).

5 Rezensionen
Elsbeth Bösl, Rezension zu Zürcher, Urs: Monster oder Laune der Natur. Medizin und die Lehre von den Missbildungen 1780–1914, in: Archiv für Sozialgeschichte, 08.06.2009, <http://library.fes.de/fulltext/afs/htmrez/80741.htm> (29.06.2009).

Elsbeth Bösl, Rezension zu Poore, Carol: Disability in Twentieth-Century German Culture, in: H-Soz-u-Kult, 23.09.2008, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2008-3-187> (29.06.2009).

6 Literaturberichte
Wilfried Rudloff, Im Souterrain des Sozialstaates. Neuere Forschungen zur Geschichte von Fürsorge und Wohlfahrtspflege im 20. Jahrhundert, in: Archiv für Sozialgeschichte 42 (2002), S. 474–520.

Christian Fröhlich, Behindernde Gesellschaft – Gegenwärtige Entwicklungen in der deutschsprachigen Forschung über Behinderung, in: Sozialwissenschaftliche Literatur Rundschau, 31,56 (2008), S. 71-81.

Zitation
Elsbeth Bösl: Dis/ability History: Grundlagen und Forschungstand, in: H-Soz-Kult, 07.07.2009, <www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-1113>.