Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 112 (2009), 2

Titel der Ausgabe 
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 112 (2009), 2
Weiterer Titel 

Herausgeber
Für den Verein für Volkskunde herausgegeben von Margot Schindler unter Mitwirkung von Franz Grieshofer und Konrad Köstlin
Erschienen
Wien 2009: Selbstverlag
Erscheint 
4 x jährlich (nur print)
Anzahl Seiten
133 S.
Preis
8,70 (exkl. Versand)

 

Kontakt

Institution
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Land
Deutschland
c/o
Anschriften der Redaktion _Aufsätze, Mitteilungen und Chronik:_ Birgit Johler, Verein für Volkskunde, c/o Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, A-1080 Wien; _Rezensionen:_ Herbert Nikitsch, Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Hanuschgasse 3, A-1010 Wien Johann Verhovsek, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Attemsgasse 25/I, A-8010 Graz
Von
Birgit Johler

Inhaltsverzeichnis

Editorial

ABHANDLUNG
Gunther Hirschfelder, Extreme Wetterereignisse und Klimawandel als Perspektive kulturwissenschaftlicher Forschung, S. 5-25.

Michi Knecht, Der Imperativ, sich zu verbinden. Neue kulturanthropologische Forschungen zu Verwandtschaft in europäischen Gegenwartsgesellschaften, S. 27-51.

Barbara Krug-Richter, Abenteuer Mittelalter? Zur populären Mittelalter-Rezeption in der Gegenwart, S. 53-75.

NEUERDINGS
Das Bad im Schrank (Margot Schindler), 79-83.

CHRONIK DER VOLKSKUNDE
Mittelstadt – Urbanes Leben jenseits der Metropole. Interdisziplinäre Tagung am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
der Universität Göttingen, 2.–3. April 2009 (Jens Wietschorke, Tobias Schweiger), S. 87-90.

Mobilität und Mobilisierung. Arbeit im soziokulturellen, ökonomischen und politischen Wandel. Tagung der Kommission Arbeitskulturen in
der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Institut für Volkskunde/ Europäische Ethnologie, Ludwig-Maximilians-Universität München,
26.–28. März 2009 (Johannes Müske), S. 91-97.

Das Volkskundemuseum als »Sprachlernort« (Katharina Richter-Kovarik), S. 98-102.

Verzeichnis der Schriften von Klaus Beitl 1999–2009, S. 103-109.

LITERATUR DER VOLKSKUNDE
Lucida Luidold, Ulrike Kammerhofer-Aggermann (Hg.): Bräuche im Salzburger Land. Zeitgeist – Lebenskonzepte – Rituale – Trends –
Alternativen. (Dieter Kramer), S. 113-115.

Inge Podbrecky, Rainald Franz (Hg.): Leben mit Loos. (Michaela Haibl), S. 116-119.

Manuela Barth: »Messestadt Riem – Wo München abhebt«. (Martin Jonas), S. 120-122.

Ina-Maria Greverus: Ästhetische Orte und Zeichen. (Ulrike Sladek), S. 122-124.

Eingelangte Literatur (Hermann Hummer), 125-130.

Internationale Zeitschriftenschau (Hermann Hummer), S. 131-132.

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

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Abstracts

Gunther Hirschfelder, Extreme Wetterereignisse und Klimawandel als Perspektive kulturwissenschaftlicher Forschung /
Extreme Weather Phenomena and Climate Change as a Perspective for Cultural Scientific Research

Extreme Wetterereignisse und Klimschwankungen haben Kultur und Alltag vormoderner Gesellschaften maßgeblich geprägt. Innerhalb der Kulturwissenschaften wurde diesem Tatbestand bislang kaum gebührend Rechnung getragen. Der vorliegende Aufsatz weist zunächst auf das enorme Potenzial hin, das eine historisch argumentierende und gleichzeitig auf die Gegenwart gerichtete Kulturanthropologie/Volkskunde bei der Analyse kultureller Interpretationen extremer Wetterereignisse zu eröffnen vermag. Um diese Möglichkeiten nutzen zu können, bedarf es allerdings einer interdisziplinären Klimafolgenforschung. In historischer Perspektive begegnen einander höchst unterschiedliche Strategien der Bewältigung von Extremwetterereignissen, die von einer primär individuellen ökonomischen Herangehensweise bis zur Ausbildung von Superstitionspraxen als kollektive Verhaltensstrategien reichen.

Extreme weather phenomena and climate change have decisively influenced the culture and everyday life of pre-modern societies. To date, this circumstance has received little attention in the cultural sciences. There is an enormous potential for the analysis of the cultural interpretation of extreme weather phenomena available to cultural anthropologists/ethnologists who consider both the past and the present in their work. However, interdisciplinary climate impact research is necessary in order to take advantage of these possibilities. From a historical perspective this paper points out the convergence of very different strategies for coping with extreme weather phenomena, strategies that range from a primary individual economic approach to the evolution of superstitious practices as collective behavioral strategies.

Michi Knecht, Der Imperativ, sich zu verbinden. Neue kulturanthropologische Forschungen zu Verwandtschaft in europäischen Gegenwartsgesellschaften /
The Need to Connect. New Cultural Anthropological Investigations on Kinship in Today’s European Societies

Einer bis in die 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts hinein verbreiteten Metaerzählung zu Folge haben Relevanz, Präsenz und Funktionen von Verwandtschaft jenseits der Kernfamilie in Europa kontinuierlich abgenommen. Der Beitrag rekonstruiert das Aufbrechen dieser Lehrmeinung und diskutiert neue Fragestellungen zu Verwandtschaft im Kontext von Wissenschaft, Technologie und Transnationalisierung. Ethnographische Beispiele für eine Ausweitung von Verwandtschaftsnetzwerken in Gegenwartsgesellschaften werden im Kontext einer Ethnologie des Kontemporären diskutiert.

According to a metanarrative that was widespread well into the 90s of the 20th century the relevance, presence, and functions of kinship beyond the nuclear family have been steadily decreasing in Europe. This paper reconstructs the shattering of this doctrine and discusses new perspectives on kinship in the context of science, technology, and transnationalization. Moreover, ethnographic examples for an extension of kinship networks in today’s societies shall be discussed in the context of an anthropology of the contemporary.

Barbara Krug-Richter, Abenteuer Mittelalter? – Zur populären Mittelalter-Rezeption in der Gegenwart /
A Medieval Adventure? – On Popular Medieval Reception Today
Das Mittelalter ist „in“. Seit Jahren inszenieren Burgen und Schlösser, aber auch Städte in ganz Europa kommerzielle Events wie Mittelaltermärkte, Ritterturniere und ähnliches. Mittelalterliches wird auch – mehr oder weniger populär aufbereitet – regelmäßig in Funk und Fernsehen präsentiert. Daneben existiert eine seit Jahren wachsende Szene sogenannter Mittelalter-Aktivisten, die das „Leben wie im Mittelalter“ als äußerst zeit- und kostenintensives Hobby betreiben. Der vorliegende Beitrag skizziert zum einen die Hintergründe dieser populären Begeisterung für eine nur vermeintlich finstere historische Epoche. Er fragt darüber hinaus danach, warum es ausgerechnet das Mittelalter ist, das im ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhundert für derart viele Menschen eine Projektionsfläche für Ideen und Fantasien bietet.

The Middle Ages are “in”. For years, not only fortresses and castles but cities throughout Europe have organized commercial events like Medieval markets and jousting tournaments. Popular versions of medieval folklore are also broadcast regularly on television and the radio. In addition, a growing community of so-called medieval activists practice “living like in the Middle Ages” as a time-consuming and cost-intensive hobby. This paper describes the background of this popular enthusiasm for an age only reputed to be a dark chapter in history and examines why of all periods this epoch serves as a projection surface for the ideas and fantasies of people at the end of the 20th and beginning of the 21st centuries.

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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
ISSN AU ISSN 0029-9668

Anschriften der Redaktion:

Aufsätze, Mitteilungen, Chronik
Birgit Johler, Verein für Volkskunde/Österreichisches Museum für Volkskunde, Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15-19, A-1080 Wien

Rezensionen
Michaela Haibl, Herbert Nikitsch, Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Hanuschgasse 3, A-1010 Wien

Homepage: http://www.volkskundemuseum.at
Bezug: verein@volkskundemuseum.at

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Redaktion
Veröffentlicht am
27.07.2009
Beiträger
Klassifikation
Region(en)
Weitere Informationen
Sprache Beitrag
Bestandsnachweise AU ISSN 0029-9668