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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 119 (2016), 1+2

Titel der Ausgabe 
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 119 (2016), 1+2
Weiterer Titel 

Herausgeber
Für den Verein für Volkskunde herausgegeben von Timo Heimerdinger, Konrad Köstlin, Johanna Rolshoven, Brigitta Schmidt-Lauber
Erschienen
Wien 2016: Selbstverlag
Erscheint 
2 Doppelnummern pro Jahr (Heft 1+2, Heft 3+4)
Anzahl Seiten
180 S.
Preis
€ 19,-

 

Kontakt

Institution
Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Land
Deutschland
c/o
Anschriften der Redaktion _Aufsätze, Mitteilungen und Chronik:_ Birgit Johler, Verein für Volkskunde, c/o Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, A-1080 Wien; _Rezensionen:_ Herbert Nikitsch, Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Hanuschgasse 3, A-1010 Wien Johann Verhovsek, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Attemsgasse 25/I, A-8010 Graz
Von
Johler, Birgit

Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, LXX/119, Heft 1+2, 2016

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

ABHANDLUNGEN (peer reviewed)

Thomas Thiemeyer, Sammlung verpflichtet. Wie das Wiener Museum für Angewandte Kunst 1993 sein Depot neu zur Geltung brachte, S. 3–40.

Ove Sutter, Alltagsverstand. Zu einem hegemonietheoretischen Verständnis alltäglicher Sichtweisen und Deutungen, S. 41–70.

MITTEILUNG

Herbert Nikitsch, »Volkskunde für Jedermann« & Adolf Mais. Zwei fachgeschichtliche Assoziationen, S. 73–91.

NEUERDINGS

Nora Witzmann, »Industrie und Glück« – ein Tarockspiel aus Wien, S. 95–110.

CHRONIK DER VOLKSKUNDE

Jahresbericht Verein für Volkskunde und Österreichisches Museum für Volkskunde 2015 (Matthias Beitl), S. 113–120.

»Dimensionen des Politischen«. Internationale Tagung für Kulturanthropologie, Europäische Ethnologie und Volkskunde (Alexandra Rabensteiner und Raffaela Sulzner), S. 121–128.

8. Jahresmitgliederversammlung des Vereins netzwerk mode textil mit Begleitprogramm (Annina Forster), S. 129–134.

»Wir und die Anderen«. Ausstellung des Ungarndeutschen Museums in Tata (Konrad Köstlin), S. 135–137.

Tamás Hofer 1929–2016 (Konrad Köstlin), S. 137–141.

LITERATUR DER VOLKSKUNDE

Thomas Schindler: Handwerkszeug und bäuerliches Arbeitsgerät in Franken. Bestandskatalog des Fränkischen Freilandmuseums Bad Windsheim (Helmut Sperber), S. 145–149.

Ingo Schneider, Martin Sexl (Hg.): Das Unbehagen an der Kultur (Jens Wietschorke), S. 150–156.

Novák László Ferenc: A Három Város néprajza (Volkskunde der drei Städte) (Balázs Németh), S. 156–159.

Rodney Harrison: Heritage (Konrad Köstlin), S. 159–162.

Geoff Stahl (Hg.): Poor But Sexy. Reflections on Berlin Scenes (Bianca Ludewig), S. 163–166.

Eingelangte Literatur (Hermann Hummer), S. 167–175.
Internationale Zeitschriftenschau (Hermann Hummer), S. 176–178.
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren, S. 179.
Impressum, S. 180.

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ABSTRACTS

Thomas Thiemeyer:
Sammlung verpflichtet. Wie das Wiener Museum für Angewandte Kunst 1993 sein Depot neu zur Geltung brachte / Committed to the Collection. How the Vienna Museum of Applied Arts turned its depot into a feature in 1993

Das Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK) zeigte von 1993 bis 2013 einen Teil seiner Bestände als Studiensammlung. Im deutschsprachigen Raum war es damit eines der ersten Museen, das ein in Kanada und den USA etabliertes Format nutzte. Dieses Format nenne ich Depotausstellung. Depotausstellungen sind Museumspräsentationen, die besonders viele Dinge zeigen, die sie (zunächst) nicht erklären, sondern als großes Schaubild in Räumen präsentieren. Diese Schauräume sollen optisch und/oder erkenntnistheoretisch dem Depot ähneln.

Der Beitrag will am Beispiel des MAK einen genaueren Blick auf diesen Ansatz werfen und fragt, weshalb das Museum ausgerechnet 1993 zu einer Präsentation als Studiensammlung zurückkehrte bzw. inwiefern sich dieser Studiensammlungsansatz von früheren ähnlichen Präsentationsformen unterschied und wo er diese (unter neuen Vorzeichen) fortsetzte. Die ersten beiden Teile des Beitrags setzen historisch an, fragen nach der Logik der MAK-Sammlungen und nach dem Selbstverständnis dieser Institution während ihrer Gründungszeit. Teil drei widmet sich der MAK-Studiensammlung (1993–2013), bevor am Ende dieses Beispiel in den größeren Kontext der Depotausstellungen der Gegenwart eingeordnet wird.

From 1993 to 2013, the Vienna Museum of Applied Arts (MAK) displayed part of its holdings as a study collection. Within the German-speaking region, this made it one of the first museums to use a format established in Canada and the USA. I call this format a depot exhibition. Depot exhibitions are museum displays that show an especially large number of things without any (initial) explanation, instead presenting them in rooms as large-scale diagrams. The show rooms should have a optical and/or epistemological resemblance to a depot.

Taking the example of the MAK, this article seeks to take a more in-depth look at this approach and asks why the museum returned to a display as study collection in 1993 in particular, and to what extent this approach to the study collection differed from earlier, similar forms of presentation and where it continued these forms (with different intentions). The first two parts of the article take a historical approach to explore the logic behind the MAK collections and how this institution understood itself during its founding period. Part three focuses on the MAK study collection (1993-2013) and concludes by placing this example within the larger context of contemporary depot exhibitions.

Ove Sutter:
Alltagsverstand. Zu einem hegemonietheoretischen Verständnis alltäglicher Sichtweisen und Deutungen / Common Sense. Hegemonic theory and an understanding of common sense perspectives and interpretations

Der Beitrag führt interdisziplinäre Überlegungen und Konzepte zu einem hegemonietheoretischen Verständnis von alltäglichen Sichtweisen und Deutungen zusammen. In einem ersten Schritt wird dieses vor dem Hintergrund von Antonio Gramscis Überlegungen zum Begriff des Alltagsverstands sowie deren interdisziplinärer Rezeption erarbeitet. Im Anschluss werden Parallelen zwischen Gramscis Verständnis von Hegemonie und Alltagsverstand und Michel Foucaults gouvernementalitätstheoretischen Arbeiten aufgezeigt, um es dann mit Pierre Bourdieus Konzept des Alltagsverstands vergleichend zusammenzuführen. Abschließend wird auf Moritz Eges jüngsten Vorschlag zur Formulierung der empirischen Kulturanalyse als "Konjunkturanalyse" im Sinne einer umfassenderen Analyse gesellschaftlicher Prozesse und Formationen eingegangen, der ebenfalls Verbindungen zu den Ansätzen Gramscis herstellt.

The article brings together interdisciplinary reflections and concepts on an understanding of common sense perspectives and interpretations based on the theory of hegemony. A first step will elucidate this understanding by drawing on Antonio Gramsci’s reflections on the concept of common sense and its interdisciplinary reception. The article will go on to highlight parallels between Gramsci’s understanding of hegemony and common sense and Michel Foucault’s works on the theory of governmentality, in order to then set up a comparison with Pierre Bourdieu’s understanding of common sense. Finally, the article will explore Moritz Ege’s recent suggestion that empirical cultural analysis be formulated as ‘conjunctural analysis’ in the sense of a comprehensive analysis of social processes and formations, which also creates links to Gramsci’s approach.

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