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Jalta 2 (2018), 4

Titel der Ausgabe 
Jalta 2 (2018), 4
Weiterer Titel 
Gegenwartsbewältigung

Herausgeber
Micha Brumlik / Marina Chernivsky / Max Czollek / Hannah Peaceman / Anna Schapiro / Lea Wohl von Haselberg
Erschienen
Berlin 2018: Neofelis Verlag
Erscheint 
halbjährlich im Frühjahr und im Herbst
ISBN
978-3-95808-217-5
Anzahl Seiten
170 S.
Preis
16 €

 

Kontakt

Institution
Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart
Land
Deutschland
c/o
Neofelis Verlag, Kuglerstr. 59, 10439 Berlin Kontakt: jalta@neofelis-verlag.de <mailto:jalta@neofelis-verlag.de> Vertrieb / Abo: vertrieb@neofelis-verlag.de <mailto:vertrieb@neofelis-verlag.de>
Von
Ermel, Annika

Nach einer langen Phase der Verdrängung ist Deutschland nun ‚Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung‘ und hat das ‚dunkle Kapitel‘ seiner Geschichte erfolgreich in das Masternarrativ einer vereinigten bundesrepublikanischen Identität integriert. Mit der heutigen Erinnerungskultur ist zugleich ein Ort geschaffen, an dem über gegenwärtigen Antisemitismus und Rassismus diskutiert wird, als fänden sie in luftleeren Räumen statt. Wir leben in einer Gegenwart, in der das Gedenken an die Shoah zwar Staatsräson ist, selbstbestimmte Erinnerung aber erkämpft werden muss. In der Opfergruppen vergessen und diskriminiert werden. In der die Vergangenheit instrumentalisiert wird, um Migranten auszugrenzen. Vor diesem Hintergrund sind Jüdinnen und Juden mit der Erwartung einer deutschen Dominanzgesellschaft konfrontiert, den sonderbaren deutschen Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit zu bestätigen. Jüdisch-deutsche sowie innerjüdische Widersprüche können nicht thematisiert werden, Kontinuitäten rechter und antisemitischer Gewalt bleiben unbenannt.

Wie aber wirkt die Vergangenheit in die Gegenwart hinein? Wer erinnert sich (nicht) und wer wird (nicht) erinnert? Inwiefern kann von einem kollektiven Gedächtnis gesprochen werden, wenn es um die Entlastung der deutschen Tätergesellschaft geht, die sich jüdischer und migrantischer Positionen lediglich bedient, um die eigene Gutwerdung zu inszenieren? Auf welche Weise liegt in dem Konzept postmigrantischer Gesellschaften die Chance für eine Intervention?

Inhaltsverzeichnis

1 / א (NACH) JALTA

Salome und der Kopf des Propheten.
Zum 90. Geburtstag von Susan Taubes
Christina Pareigis

Yalta: A Talmudic Novel
Ruhama Weiss

Begegnungen mit Jalta I–VII
Ruby Kelev

Ein Plädoyer für die Sichtbarkeit!
Oder die Verstecke von gestern sind die Bühnen von morgen
Ina Rosenthal

2 / ב GEGENWARTSBEWÄLTIGUNG

Selbstbilder in der postnationalsozialistischen Gegenwart
Astrid Messerschmidt

Die Geschichten einer Familie.
Heimat in Zeiten von Wandel, Umbrüchen und Migration
Kübra Gümüşay

Danke, Moderne!
Frederek Musall

Doing Memory und rechte Gewalt.
Erinnern und Vergessen als Praxis und Ausgangspunkt für postmigrantisches Zusammenleben
Tanja Thomas /Fabian Virchow

Empathische Solidarität
Gegenwartsbewältigung als Emanzipation
Deniz Utlu

„Don’t you call me…!“
Interventionen im deutschen Theater
Azadeh Sharifi

Einen Schlussstrich ziehen?
Ein Chat über den Umgang mit unterschiedlichen Familienvergangenheiten
Susanna Harms /Tanja Kinzel

Lalki z Majdanka.
Puppen aus Majdanek
Tal Schwartz

Vom Zionismus zur großen Gereiztheit
Micha Brumlik

Historische Bildung zum Nationalsozialismus und der Shoah.
Entwicklungslinien, Herausforderungen und Chancen
Elke Gryglewski

Zwischen den Generationen
Marina Chernivsky

(Un)Geliebte Erbschaften.
Gedenken im Kontext transgenerationaler Verstrickung
Tom David Uhlig

3 / ג JUDEN UND …

Juden und reisende Puppen.
Quer durch die Bundesrepublik
Shlomit Tulgan

Juden und Sex
Barbara Steiner

Juden und Witze mit Bart
Darja Klingenberg

4 / ד VERGESSEN, ÜBERSEHEN, VERDRÄNGT

Ja, ein Vorbild: Jeanette Wolff!
Micha Brumlik

Fragments of Memory.
A Multimedia Project in Response to Debora Vogel and Her Hometown of Lviv, a Microcosm of Europe’s Turbulent 20th Century
Asya Gefter

Von einer fast vergessenen Rettung und zwei wiedergefundenen Stühlen.
Zu Igal Avidans Mod Helmy
Sharon Adler

5 / ה STREITBARES

„Bei uns doch nicht“.
Abschottung und Abhängigkeitsstrukturen als begünstigende Faktoren für sexuelle Ausbeutung und sexuellen Missbrauch in jüdischen Gemeinschaften
Jonas Fegert

„Wir müssen das Ganze in den Blick nehmen“.
Interview mit Michal Schwartze zum Thema Antisemitismus und Schule
Hannah Peaceman

Abbildungsverzeichnis
Impressum

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Redaktion
Veröffentlicht am
25.01.2019
Beiträger