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Religion und Gesellschaft in Ost und West (2021), 2

Titel der Ausgabe 
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2021), 2
Weiterer Titel 
Neue Machtverhältnisse im Südkaukasus – Armenien und Aserbaidschan nach dem zweiten Karabach-Krieg

Herausgeber
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erschienen
Zürich 2021: Selbstverlag
Erscheint 
monatlich
Anzahl Seiten
32 S.
Preis
EUR 10.- / CHF 12.- zzgl. Versandkosten

 

Kontakt

Institution
Religion und Gesellschaft in Ost und West (RGOW)
Land
Switzerland
c/o
Institut G2W Bederstr. 76 CH-8002 Zürich
Von
Zwahlen, Regula

Am 27. September 2020 ist der zweite Karabach-Krieg ausgebrochen. Mit massiver militärischer Unterstützung der Türkei startete Aserbaidschan eine Offensive und eroberte Teile von Berg-Karabach sowie umliegende aserbaidschanische Gebiete, die seit dem ersten Karabach-Krieg (1992– 1994) unter armenischer Kontrolle gestanden hatten. Nach 44 Tagen musste Armenien in ein von Russland vermitteltes Waffenstillstandsabkommen einwilligen. Diese dramatischen Ereignisse und die daraus resultierende veränderte politische Situation in der Region sind Anlass, in dieser Ausgabe Armenien und Aserbaidschan näher in den Blick zu nehmen. Nach den gravierenden Umwälzungen und einem friedlichen Machtwechsel in Armenien von 2018 und trotz der eher statisch wirkenden autoritären Herrschaft in Aserbaidschan stehen beide Staaten vor schwierigen sozialen und geopolitischen Herausforderungen.

Inhaltsverzeichnis

IM FOKUS

Stefan Kube: Porfirije (Perić) zum neuen serbischen Patriarchen gewählt
Mit der Wahl von Porfirije (Perić) zum Patriarchen erhält die Serbische Orthodoxe Kirche ein relativ junges Kirchenoberhaupt. Ökumenisch könnte er als Brückenbauer fungieren. Die größte Herausforderung ist das Verhältnis zur immer autoritäreren Staatsmacht.

ARMENIEN UND ASERBAIDSCHAN

Vicken Cheterian: Der zweite Karabach-Krieg und seine Folgen
Den zweiten Karabach-Krieg hat Aserbaidschan aufgrund massiver militärischer Aufrüstung und direkter türkischer Hilfe gewonnen. Das von Russland vermittelte Waffenstillstandsabkommen bedeutet eine schwere Niederlage für Armenien und hat das Land in eine innenpolitische Krise gestürzt. Das autoritäre Regime in Aserbaidschan ist zwar durch den siegreichen Krieg gestärkt worden, doch muss es sich schwierigen sozialen, religions- und geopolitischen Herausforderungen stellen.

Naira Harutyunyan: Die Situation der Flüchtlinge aus Berg-Karabach in Armenien
Während des jüngsten Krieges flohen fast 90 000 Menschen aus Berg-Karabach nach Armenien. Ein Großteil der Geflohenen ist mittlerweile zurückgekehrt, doch 30 000 Vertriebene befinden sich noch immer in Armenien. Neben staatlichen und kirchlichen Stellen kümmern sich zahlreiche NGOs um deren Belange und versuchen den Menschen Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.

Richard Giragosian: Der Niedergang von Armeniens postrevolutionärer Euphorie
Die Niederlage im Karabach-Krieg hat Armenien in eine innenpolitische Krise gestürzt und die Regierung, insbesondere Ministerpräsident Paschinjan, in Bedrängnis gebracht. Nun werden auch Probleme sichtbar, welche die Regierung nach der Samtenen Revolution zu zögerlich oder gar nicht angegangen ist. Zugleich ist die internationale Gemeinschaft gefordert, die Gewaltpolitik in der Region nicht hinzunehmen und so einen gefährlichen Präzedenzfall zu schaffen.

Harutyun G. Harutyunyan: Armenische Kirche und Staat nach dem zweiten Karabach-Krieg
Die Kirchenleitung der Armenischen Apostolischen Kirche hat sich nach dem Karabach-Krieg klar von Ministerpräsident Nikol Paschinjan distanziert und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Dagegen schwieg sie zu den Manipulationen des 2018 gestürzten alten Regimes. Die Samtene Revolution strahlte auch auf die Kirche aus und ließ Kritik an der Kirchenführung laut werden.

Hrayr Jebejian: Evangelische Kirche in Armenien und weltweite Diaspora
Die Armenisch-Evangelische Kirche blickt auf eine 175-jährige Geschichte zurück, in der sie immer wieder Opfer staatlicher Verfolgung wurde. Unterstützung erfuhr die Kirche seitens der weltweiten armenischen Diaspora, die auch den Wiederaufbau der Kirche nach 1991 vorantrieb. Der jüngste Krieg hat das kirchliche Leben in Berg-Karabach empfindlich getroffen.

Altay Goyushov: Eigenheiten des politischen Systems in Aserbaidschan
Unter der Herrschaft der Aliyevs ist das politische System in Aserbaidschan in den letzten Jahrzehnten immer autoritärer geworden. Parlament und Justiz sind weitgehend machtlos und befinden sich auf Linie der Regierung. Dennoch gibt es immer wieder Proteste gegen den Autoritarismus. Der Krieg um Berg-Karabach hat jedoch zu einer Konsolidierung des Regimes beigetragen.

Tsypylma Darieva: Aserbaidschans religiöse Landschaft und seine Religionspolitik
Aserbaidschan ist ein mehrheitlich muslimisches Land, doch zeichnet es sich durch eine vielfältige Religionslandschaft aus. Die staatliche Religionspolitik lässt einerseits ein gewisses Maß an ethnischer und religiöser Pluralität zu, andererseits ist sie in den letzten Jahren zunehmend restriktiver geworden, insbesondere was die Ausübung religiöser Praktiken im öffentlichen Raum betrifft.

Heino Meessen, Olga Nadenenko, Ashot Khoetsyan: Forschungskooperationen in der Kaukasus-Region und in Belarus
Im Südkaukasus und seit jüngstem auch in Belarus pflegt das Center for Development and Environment (CDE) der Universität Bern Forschungskooperationen mit Universitäten, um angewandte Nachhaltigkeitsforschung zu fördern. Zentral ist dabei die Umsetzung konkreter Projekte vor Ort in Zusammenarbeit mit lokalen NGOs und Behörden, um die Energieeffizienz und die Wasserversorgung in abgelegenen Regionen zu verbessern.

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