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Blätter für deutsche und internationale Politik 66 (2021), 9

Titel der Ausgabe 
Blätter für deutsche und internationale Politik 66 (2021), 9

Herausgeber
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erschienen
Berlin 2021: Blätter Verlag
Erscheint 
monaltlich
Anzahl Seiten
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro (zzgl. Versand)

 

Kontakt

Institution
Blätter für deutsche und internationale Politik
Land
Deutschland
c/o
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645
Von
Anne Britt Arps

Liebe Leserinnen und Leser,

Die September-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 1. September 2021.

In der September-Ausgabe analysiert der Historiker Bernd Greiner die Gründe für das verheerende Scheitern der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Die Publizistin Naomi Klein legt dar, wie die die Klimakatastrophen unsere Sicherheitsillusion zerstören. »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas erkennt eine Pflicht des Staates zum Lebensschutz in der pandemischen Ausnahmesituation. Der Philosoph Roberto Esposito zeigt, warum wir von der nationalen Immunität zur globalen Kommunität gelangen müssen. Und die Soziologen Nicole Mayer-Ahuja und Oliver Nachtwey plädieren für eine massive Aufwertung systemrelevanter Arbeit.

Weitere Themen im September: Das Erbe der Merkel-Ära: Aus Krise wird Katastrophe, Klimawandel und Artensterben: Die globale Zwillingskrise, Die Sturzflut als Exempel, Pegasus oder: Der Angriff auf die Schwachstellen, Polen und Ungarn: Mit EU-Sanktionen die Demokratie retten?, Putins Staatsräson: Der Feind steht im Westen, China: Das rote Silicon Valley, Kuba: Macht Not reformerisch? u.v.m.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Inhaltsverzeichnis

Artikel

Bernd Greiner: »Nine Eleven«, Afghanistan, Irak: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts, S. 43-52

Die dramatischen Bilder des Abzugs der USA und ihrer Verbündeten aus Afghanistan belegen vor allem eines: Zwanzig Jahre nach dem 11. September 2001 ist nicht nur der War on Terror gescheitert, sondern geht auch das amerikanische Jahrhundert zu Ende, so der Historiker Bernd Greiner. Anstatt dies anzuerkennen, hält auch US-Präsident Joe Biden am hegemonialen Anspruch seines Landes fest – und verspielt damit die Chance auf eine kooperative Weltordnung.

Roberto Esposito: Alle oder keiner. Warum wir von der nationalen Immunität zur globalen Kommunität gelangen müssen, S. 53-63

Trotz aller nationalen Anstrengungen zur Bekämpfung des Coronavirus wird in der Pandemie immer deutlicher: Kein Teil der Welt kann sich al-lein aus der Schlinge ziehen. Die globale Bekämpfung des Virus ist das Gebot der Stunde, analysiert der Philosoph Roberto Esposito. Erst wenn die Weltgemeinschaft vollständig immunisiert ist, sind wir wirklich sicher.

Jürgen Habermas: Corona und der Schutz des Lebens. Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation, S. 65-78

Die deutsche Diskussion über den richtigen Kurs der Pandemiebekämpfung wird durch die scharfe Kontroverse zwischen den Verteidigern strikter Vorbeugungsmaßnahmen und den Fürsprechern eines libertären Öffnungskurses beherrscht, so »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas. Tatsächlich darf der demokratische Rechtsstaat in der pandemischen Ausnahmesituation die Solidarität seiner Bürger erzwingen. Mehr noch: Er hat eine Pflicht zum Lebensschutz seiner Bürger.

Naomi Klein: Unser Sommer des Feuers und der Fluten. Die Klimakatastrophe und das Ende unserer Sicherheitsillusion, S. 79-84

Lange wähnte sich der globale Norden sicher vor den Folgen des menschengemachten Klimawandels. Doch spätestens seit den verheerenden Bränden und Fluten dieses Sommers entpuppt sich dieser Glaube als Illusion, so die Autorin Naomi Klein. Denn nun reift auch in den reichen Ländern allmählich die bittere Erkenntnis, dass bei einer ungebremsten Erwärmung des Planeten kein Ort sicher sein wird.

Michael Müller, Jörg Sommer: Die Sturzflut als Exempel. Wie wir endlich vom Wissen zum Handeln kommen, S. 85-92

Die Flutkatastrophe offenbart einmal mehr die klimapolitische Untätigkeit der Bundesregierung. Doch die Kluft zwischen Wissen und Handeln zieht sich schon seit Jahrzehnten durch globale wie nationale Klimapolitik, so die Umweltschützer Michael Müller und Jörg Sommer. Damit es in Zukunft nicht zu Klimakriegen kommt, sind fundamental neuartige Konzepte nötig.

Michael E. Mann: Anpassung ist nicht genug. Gegen die Propaganda von der technischen Beherrschbarkeit der Klimakrise (Teil II), S. 93-98

Technische Lösungen zur Beherrschbarkeit der Klimakrise stehen hoch im Kurs. Doch sie verschleiern das eigentliche Problem: die Verbrennung fossiler Energieträger, warnt der Klimawissenschaftler Michael E. Mann. Echte Lösungen wird es nur ohne die fossile Industrie geben.

Manfred Quiring: Putins Staatsräson: Der Feind steht im Westen, S. 99-104

Vor der Dumawahl im September verschärft die russische Führung ihren autoritären Kurs gegenüber Oppositionellen und westlichen Einflüssen. Damit aber setzt sie um, was die jüngst von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete neue Sicherheitsdoktrin fordert, so der Journalist Manfred Quiring. Diese erhebt das Feindbild des Westens zur Staatsräson.

Timo Daum: Das rote Silicon Valley: Chinas digitaler Realsozialismus, S. 105-112

Die KP Chinas hält weiter an der zentralen Steuerung der Wirtschaft mittels Fünfjahresplänen fest. Zugleich jedoch fördert sie einen privat-wirtschaftlichen Digitalsektor, so der Physiker Timo Daum. Ob sie diese Gegensätze dauerhaft vereinbaren kann, bleibt eine offene Frage.

Nicole Mayer-Ahuja, Oliver Nachtwey: Leistung, die sich nicht lohnt. Wie Arbeit in der Kohl-Schröder-Merkel-Ära entwertet wurde, S. 113-120

In der Pandemie offenbarte sich auf schonungslose Weise, wie gering systemrelevante Arbeit entlohnt wird. Das aber ist nicht allein Ergebnis von 16 Jahren Angela Merkel, sondern Ausdruck einer längerfristigen Entwicklung, so die Soziolog*innen Nicole Mayer-Ahuja und Oliver Nachtwey. Dem gelte es, wirtschaftliche Bürgerrechte entgegenzusetzen.

KOMMENTARE

Das Erbe der Merkel-Ära: Aus Krise wird Katastrophe von Albrecht von Lucke, S. 5

Klimawandel und Artensterben: Die globale Zwillingskrise von Benjamin von Brackel, S. 9

Jubiläum im Allzeittief: 50 Jahre BAföG von Andreas Keller, S. 13

Pegasus oder: Der Angriff auf die Schwachstellen von Daniel Leisegang, S. 17

Polen und Ungarn: Mit EU-Sanktionen die Demokratie retten? von Steffen Vogel, S. 21

Alexander Lukaschenko: Diktatur in den Untergang? von Silvia Stöber, S. 25

Kuba: Macht Not reformerisch? von Bert Hoffmann, S. 29

DEBATTE

Mehr Staatsschulden wagen – aber auch mehr Steuern! von Rudolf Hickel, S. 33

KOLUMNE

Afghanistan: Blutiger Irrweg von Jeffrey D. Sachs, S. 39

AUFGESPIESST

Currywurst statt Peenemünde von Jan Kursko, S. 64

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

»Nine Eleven«, Afghanistan, Irak: Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts von Bernd Greiner, S. 43

Alle oder keiner. Warum wir von der nationalen Immunität zur globalen Kommunität gelangen müssen von Roberto Esposito, S. 53

Corona und der Schutz des Lebens. Zur Grundrechtsdebatte in der pandemischen Ausnahmesituation von Jürgen Habermas, S. 65

Unser Sommer des Feuers und der Fluten. Die Klimakatastrophe und das Ende unserer Sicherheitsillusion von Naomi Klein, S. 79

Die Sturzflut als Exempel. Wie wir endlich vom Wissen zum Handeln kommen von Michael Müller und Jörg Sommer, S. 85

Anpassung ist nicht genug. Gegen die Propaganda von der technischen Beherrschbarkeit der Klimakrise (Teil II) von Michael E. Mann, S. 93

Putins Staatsräson: Der Feind steht im Westen von Manfred Quiring, S. 99

Das rote Silicon Valley: Chinas digitaler Realsozialismus von Timo Daum, S. 105

Leistung, die sich nicht lohnt. Wie Arbeit in der Kohl-Schröder-Merkel-Ära entwertet wurde von Nicole Mayer-Ahuja und Oliver Nachtwey, S. 113

BUCH DES MONATS

Im Weltenbrand von Achim Engelberg, S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 45

Dokumente, S. 124

Chronik des Monats Juli 2021, S. 125

Zurückgeblättert, S. 128

Impressum und Autoren, S. 128

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Redaktion
Veröffentlicht am
06.09.2021
Klassifikation
Thema
Weitere Informationen
Sprache Beitrag
Bestandsnachweise 0006-4416