Blätter für deutsche und internationale Politik 69 (2024) 4

Titel der Ausgabe 
Blätter für deutsche und internationale Politik 69 (2024) 4

Erschienen
Berlin 2024: Blätter Verlag
Erscheint 
monatlich
Anzahl Seiten
128 S.
Preis
Jahresabo € 93,60; ermäßigt € 74,40; Auslandszuschläge auf Anfrage; Einzelheft € 11,00 (zzgl. Versand)

 

Kontakt

Institution
Blätter für deutsche und internationale Politik
Land
Deutschland
Ort
Berlin
c/o
Blätter-Redaktion Berlin: Anne Britt Arps, Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Steffen Vogel Online-Redaktion: Tessa Penzel Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645
Von
Anne Britt Arps

Liebe Leserinnen und Leser,

In der April-Ausgabe beleuchtet Bernd Ladwig den israelbezogenen Antisemitismus an deutschen Universitäten. Jürgen Trittin plädiert für mehr Sachlichkeit in der Debatte über den israelisch-palästinensischen Konflikt. Simone Schlindwein erinnert an den Völkermord an den Tutsi in Ruanda vor 30 Jahren und seine erschreckende Aktualität. Ramachandra Guha zeigt auf, wie Narendra Modi Indien in ein Hindu-Reich verwandelt und dabei Demokratie und Pluralismus untergräbt. Frederico Füllgraf warnt vor dem großen Einfluss rechtsextremer Verschwörer im brasilianischen Militär und dessen Folgen für Lulas dritte Präsidentschaft. Und Tim Engartner und Michael Schedelik, erklären, warum der Boom der Privatschulen keinen Ausweg aus der bildungspolitischen Misere hierzulande bietet.

Weitere Themen im April: Im Nebel des Wahlkampfs: Friedenskanzler Schröder-Scholz?, Generationenkapital: Der Staat als Zocker, Kitas in der Krise, Wirtschaft in Gefahr, Von der Nordsee ins All: Europas neue Weltraumkolonie?, Krieg im Sudan: Der Hunger der Millionen, Jordanien: Die neue Wut auf den Westen, Russland: Sie wollten den Faschismus. Und sie haben ihn bekommen, Justiz ohne Integrität? Von den Widersprüchen der internationalen Gerichtsbarkeit, Für eine finanzpolitische Zeitenwende, Kant im Krieg u.v.m.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/april

Inhaltsverzeichnis

KURZGEFASST

Bernd Ladwig: Furchtbare Vereinfacher. Zum israelbezogenen Antisemitismus an deutschen Universitäten, S. 43-49

Anfang Februar wurde ein jüdischer Student der FU Berlin von einem offenbar propalästinensischen Kommilitonen zusammengeschlagen. Die Unileitung reagierte nicht angemessen, kritisiert der FU-Politikprofessor Bernd Ladwig. Er sieht im Drang nach moralischer Eindeutigkeit eine wichtige Ursache für den an den Unis verbreiteten israelbezogenen Antisemitismus

Jürgen Trittin: Empörungskultur und Kunstfreiheit. Warum nicht jede scharfe Kritik an Israel antisemitisch ist, S. 50-54

Die einseitigen israelkritischen Aussagen auf der diesjährigen Berlinale haben im Nachhinein für große Entrüstung gesorgt. Doch diese Reaktionen sind wenig hilfreich, argumentiert der Grünen-Politiker Jürgen Trittin. Statt aufgeregter Empörung bedürfe es der sachlichen Debatte.

Simone Schlindwein: Die Aktualität des Grauens: 30 Jahre Völkermord in Ruanda, S. 55-62

Im April 1994 begann der Genozid an den Tutsi in Ruanda. Bis heute sind die Spuren der Verbrechen deutlich sichtbar. Doch bei der Aufarbeitung werde das Land von der Welt im Stich gelassen, so die Afrika-Korrespondentin Simone Schlindwein. Schlimmer noch: Den Tutsi droht erneut Gefahr.

Gerd Hankel: Justiz ohne Integrität? Von den Widersprüchen der internationalen Gerichtsbarkeit, S. 63-68

Die jüngste Völkermord-Klage Südafrikas gegen Israel zeigt schlaglichtartig, wie umstritten internationale Gerichtsbarkeit ist. Dahinter steht ein größeres Problem, wie der Völkerrechtler Gerd Hankel an weiteren Beispielen zeigt: Der Ausgang der Verfahren hängt oft von nationalen Interessen ab.

Oleg Orlow: Sie wollten den Faschismus. Und sie haben ihn bekommen, S. 69-72

Mit dem Ukrainekrieg hat sich das Putinregime auch im Inneren radikalisiert: Es sei nun offen faschistisch, so der inzwischen inhaftierte russische Menschenrechtler Oleg Orlow. Zugleich markiert der Krieg einen kritischen Moment für das Regime: Ein Sieg würde Putins Herrschaft festigen.

Oliver Eberl: Kant im Krieg. Von der Aktualität des großen Friedensphilosophen zu seinem 300. Geburtstag, S. 73-82

Die Friedensphilosophie Immanuel Kants, der im April vor 300 Jahren geboren wurde, scheint aus der Zeit gefallen. Dem widerspricht der Politikwissenschaftler Oliver Eberl. Kant halte wichtige Lehren für die Einhegung der Gewalt zwischen Staaten bereit – auch mit Blick auf den Ukrainekrieg.

Ramachandra Guha: Modis neues Indien: Von der weltgrößten Demokratie zum Hindu-Reich, S. 83-95

Narendra Modi, der bei der Parlamentswahl im Frühjahr seine Wiederwahl als Premierminister anstrebt, verspricht seinen Anhängern ein nach innen wie außen starkes Indien. Jedoch, so der indische Historiker Ramachandra Guha, untergrabe Modi die eigentliche Stärke des Landes: den Pluralismus.

Frederico Füllgraf: Lula und die Putschisten: Der hohe Preis der Versöhnung, S. 97-106

Von Luiz Inácio „Lula“ da Silvas dritter Präsidentschaft erhofften sich viele eine Stärkung der brasilianischen Demokratie. Doch die Hürden dafür sind hoch, so der langjährige Lateinamerika-Korrespondent Frederico Füllgraf. Noch immer ist der Einfluss der Rechtsextremen groß, besonders im Militär.

Rudolf Hickel: Generationengerechtigkeit statt Schuldenbremse. Für eine finanzpolitische Zeitenwende, S. 107-114

Union und FDP pochen auf die Einhaltung der Schuldenbremse. Doch für eine ökologische Transformation der deutschen Wirtschaft sind mehr öffentliche Investitionen nötig, argumentiert „Blätter“-Mitherausgeber Rudolf Hickel. Er plädiert daher für eine Rückkehr zur „Goldenen Regel“.

Tim Engartner und Michael Schedelik: Die Flucht in die Privatschulen. Wie das Versagen der Bildungspolitik zur sozialen Spaltung führt, S. 115-122

Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder angesichts verheerender Zustände an öffentlichen Schulen auf private. Jedoch böten diese keine Lösung der bildungspolitischen Misere, so die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Michael Schedelik. Privatschulen befriedigten lediglich den Wunsch nach Statussicherung und verstärkten damit die soziale Ungleichheit.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE

Im Nebel des Wahlkampfs: Friedenskanzler Schröder-Scholz? von Albrecht von Lucke, S. 5

Generationenkapital: Der Staat als Zocker von Achim Brunngengräber und Albert Denk, S. 9

Kitas in der Krise, Wirtschaft in Gefahr von Uta Meier-Gräwe, S. 13

Von der Nordsee ins All: Europas neue Weltraumkolonie? von Jennifer Stange, S. 17

Krieg im Sudan: Der Hunger der Millionen von Andreas Bohne, S. 21

Jordanien: Die neue Wut auf den Westen von Edmund Ratka, S. 25

Drohnenterror gegen Rojava: Erdoğans Zermürbungstaktik von Anita Starosta, S. 29

Schweiz: EU-Integration nur mit sozialer Sicherheit von Cédric Wermuth, S. 33

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Furchtbare Vereinfacher: Zum israelbezogenen Antisemitismus an deutschen Universitäten von Bernd Ladwig, S. 43

Empörungskultur und Kunstfreiheit: Warum nicht jede scharfe Kritik an Israel antisemitisch ist von Jürgen Trittin, S. 50

Die Aktualität des Grauens: 30 Jahre Völkermord in Ruanda von Simone Schlindwein, S. 55

Justiz ohne Integrität? Von den Widersprüchen der internationalen Gerichtsbarkeit von Gerd Hankel, S. 63

Sie wollten den Faschismus. Und sie haben ihn bekommen von Oleg Orlow, S. 69

Kant im Krieg. Von der Aktualität des großen Friedensphilosophen zu seinem 300. Geburtstag von Oliver Eberl, S. 73

Modis neues Indien: Von der weltgrößten Demokratie zum Hindu-Reich von Ramachandra Guha, S. 83

Lula und die Putschisten: Der hohe Preis der Versöhnung von Frederico Füllgraf, S. 97

Generationengerechtigkeit statt Schuldenbremse: Für eine finanzpolitische Zeitenwende von Rudolf Hickel, S. 107

Die Flucht in die Privatschulen: Wie das Versagen der Bildungspolitik zur sozialen Spaltung führt von Tim Engartner und Michael Schedelik, S. 115

DEBATTE

Lasst Julian Assange frei! Von Wolfgang Kaleck, S. 37

AUFGESPIESST

Porsche-Klaus und Putin-Pfaden von Jan Kursko, S. 96

BUCH DES MONATS

Putins Krieg gegen die Frauen von Sofi Oskanen, S. 125

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 41

Dokumente, S. 123

Zurückgeblättert, Impressum, Autoren und Autorinnen, S. 128

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