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L'Homme.Z.F.G. 1-2001

Titel der Ausgabe 
L'Homme.Z.F.G. 1-2001
Weiterer Titel 
Soldaten

Herausgeber
Erna Appelt (Innsbruck/Wien), Mineke Bosch (Maastricht), Susanna Burghartz (Basel), Ute Gerhard (Frankfurt), Hanna Hacker (Wien), Christa Ehrmann-Hämmerle (Wien), Waltraud Heindl Wien), Karin Hausen (Berlin), Brigitte Mazohl-Wallnig (Innsbruck/Salzburg), Herta Nagl-Docekal (Wien), Edith Saurer Wien), Regina Schulte (Bochum/Florenz), Claudia Ulbrich (Berlin).
Erschienen
Wien 2001: Böhlau Verlag
Erscheint 
Erscheinungsweise: 2x jährlich
Preis
Einzelheftpreis: € 18,80, Abonnementpreis: € 31

 

Kontakt

Institution
L'Homme. Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft
Land
Austria
c/o
Redaktion: Veronika Siegmund, MA L’HOMME-Redaktion, c/o Institut für Geschichte, Universität Wien, Universitätsring 1, 1010 Wien Österreich Telefon: +43-(0)1-4277-408 13 Fax: +43-(0)1-4277-9408 Verantwortliche Herausgeberin: Christa Hämmerle
Von
Lanzinger, Margareth

Liebe ListenteilnehmerInnen,

soeben ist das neueste Heft von L'Homme. Z.F.G., 12 / 1 (2001), mit dem Schwerpunktthema "Soldaten", herausgegeben von Susanna Burghartz und Christa Haemmerle, erschienen. Im Folgenden finden Sie Inhaltsverzeichnis und Editorial sowie die Abstracts zu den Hauptbeitraegen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt:

Editorial (7-10)

Sandra Mass
Das Trauma des weissen Mannes. Afrikanische Kolonialsoldaten in propagandistischen Texten, 1914-1923 (11-33)

Siegfried Mattl, Noora Sotaniemi
"Kameradschaft". Funktion und Entwicklung eines Dispositivs im Nachkriegsoesterreich (34-50)

Martin Scheutz
"... im Rauben und Saufen allzu gierig". Soldatenbilder in ausgewaehlten Selbstzeugnissen katholischer Geistlicher aus der Zeit des Dreissigjaehrigen Krieges (51-72)

Christine Eifler
Bewaffnet und geschminkt: Zur sozialen und kulturellen Konstruktion des weiblichen Soldaten in Russland und in den USA (73-97)

Elizabeth Harvey
"Man muss bloss einen unerschuetterlichen Willen haben ...". Deutsche Kindergaertnerinnen und der nationalsozialistische ,Volkstumskampf' im ,Distrikt Galizien', 1941-1944 (98-123)

Im Gespraech

Ruth Wodak im Gespraech mit Ruth Beckermann ueber den Film "Jenseits des Krieges" (1996) (124-133)

Aktuelles und Kommentare

Ruth Seifert
"Militaer und Geschlecht" in den deutschen Sozialwissenschaften. Eine Skizzierung der aktuellen Forschungssituation (134-143)

Karen Hagemann
Von Maennern, Frauen und der Militaergeschichte (144-153)

Gunda Barth-Scalmani, Hermann J.W. Kuprian
Der Erste Weltkrieg in den Bergen. Familiaere Erinnerungsspuren - Didaktische Annaeherung - Bilaterale Forschungskooperation (154-159)

Sylka Scholz
Basar der Maennlichkeiten. Erste Tagung des Arbeitskreises fuer interdisziplinaere Maenner- und Geschlechterforschung in Stuttgart-Hohenheim, 1. bis 3. Februar 2001 (160-163)

Birgitta Bader-Zaar
Conflict and Co-operation in Sites of Cultural Co-existence: Perspectives from Women's History. Konferenz der International Federation for Research on the History of Women/Federation Internationale pour la Recherche en Histoire des Femmes in Oslo, 10. bis 12. August 2000 (164-168)

Barbara Luethi, J. Erika von Rautenfeld
"Internationale Frauenuniversitaet - Technik und Kultur" (ifu) an der Universitaet Hannover 15. Juli bis 15. Oktober 2000 (169-172)

Forum

Ayse Durakbasa, Necla Akgoekce
UEberblick ueber die Frauengeschichte in der Tuerkei (173-179)

Rezensionen

Christa Haemmerle
Barbara Hey, Cecile Huber, Karin M. Schmidlechner in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle fuer Frauenforschung und Frauenstudien Hg., Krieg: Geschlecht und Gewalt

Thomas Kuehne
Klaus Latzel, Deutsche Soldaten - nationalsozialistischer Krieg? Kriegserlebnis - Kriegserfahrung 1939-1945 Klara Loeffler, Zurechtgerueckt. Der Zweite Weltkrieg als biographischer Stoff

Nikola Langreiter
J. A. Mangan Hg., Superman Supreme. Fascist Body as Political Icon - Global Fascism

Benjamin Ziemann
Joanna Bourke, An Intimate History of Killing. Face-to-Face Killing in Twentieth-Century Warfare

Birgitta Bader-Zaar
Margaret H. McFadden, Golden Cables of Sympathy. The Transatlantic Sources of Nineteenth-Century Feminism

Maria Diemling
Miriam Gebhardt, Das Familiengedaechtnis. Erinnerung im deutsch-juedischen Buergertum 1890 bis 1932

Sandra Eder
Medien & Zeit. Forum fuer historische Kommunikationsforschung: Frauen und Medien

Margret Friedrich
Elisabeth Dickmann u. Eva Schoeck-Quinteros Hg., Barrieren und Karrieren. Die Anfaenge des Frauenstudiums in Deutschland Franziska Rogger, Der Doktorhut im Besenschrank. Das abenteuerliche Leben der ersten Studentinnen - am Beispiel der Universitaet Bern

Johanna Gehmacher
Dirk Alexander Reder, Frauenbewegung und Nation. Patriotische Frauenvereine in Deutschland im fruehen 19. Jahrhundert (1813-1830)

Ulrike Gleixner
Andrea Griesebner, Konkurrierende Wahrheiten. Malefizprozesse vor dem Landgericht Perchtoldsdorf im 18. Jahrhundert

Margarete Grandner
Susan Ware, Letter to the World. Seven Women Who Shaped the American Century

Andrea Lilienthal
Andrea Nye, The Princess and the Philosopher. Letters of Elisabeth of the Palatine to Rene Descartes

Heidi Niederkofler
Ariadne. Almanach des Archivs der deutschen Frauenbewegung: Das Zwanzigste Jahrhundert. Frauenrechte - Gleichheit - Selbstbestimmung

Gerhard Strohmeier
Monika Imboden, Franziska Meister u. Daniel Kurz Hg., Stadt - Raum - Geschlecht. Beitraege zur Erforschung urbaner Lebensraeume im 19. und 20. Jahrhundert

Annotationen

Ulrike Seiss
Regina Schulte, Die verkehrte Welt des Krieges. Studien zu Geschlecht, Religion und Tod

Margareth Lanzinger
Raffaella Sarti, Vita di casa. Abitare, mangiare, vestire nell'Europa moderna

Abstracts

Anschriften der AutorInnen

Editorial

Die Geschichte der Soldaten steht neuerlich zur Disposition. Sie ist Gegenstand (nicht nur) wissenschaftlicher Debatten und Kontroversen und wird, wie nie zuvor, einer breiten Palette von sozial-, kultur- und mentalitaetsgeschichtlichen oder subjektorientierten, auch disziplinierungstheoretischen Ansaetzen unterzogen. Eine solche "neue Militaergeschichte" zielt nicht zuletzt darauf ab, die lange vorherrschende "Eigengeschichte" des Militaers mit ihren apologetischen Tendenzen endgueltig zu ueberwinden. An deren Stelle treten allmaehlich die Konturen einer differenzierteren Geschichte der toetenden und getoeteten, patriotischen und widerstaendigen, freiwillig eingerueckten oder wehrpflichtigen Soldaten in- und ausserhalb der Kasernen, und das Bemuehen, pauschalisierende Darstellungen ihrer realiter komplexen Militaer- und Kriegserfahrungen im Kontext hegemonialer Erinnerungskulturen ebenso wirksam zu dekonstruieren.

Die Paradigmen der Geschlechterforschung haben in diesen Prozess der OEffnung und Umschreibung bislang noch relativ selten Eingang gefunden. Das erstaunt, weil gegenwaertig viele Armeen sogar ihre Kampfpositionen fuer Frauen oeffnen und auch das Konstrukt der "friedfertigen Frau" historiographisch laengst einem genaueren Bild der aktiven weiblichen Teilnahme an Krieg und Militaerwesen gewichen ist. Zudem haben feministische Theoretikerinnen seit laengerem darauf verwiesen, dass die Institution des Militaers - und hier insbesondere der Typus der Wehrpflichtarmeen des 19. und 20. Jahrhunderts - zentraler Ort der Herstellung und Aneignung von Geschlecht ist. Doch erst die neuere "Maenner- und Geschlechtergeschichte", die derzeit auch in Deutschland, OEsterreich und der Schweiz an Boden gewinnt, rueckte auch die Maennlichkeit/en der Soldaten in den Vordergrund und motivierte so neue empirische Forschungen von Maennern wie von Frauen.

Das vorliegende Heft "Soldaten" will einen Einblick in dieses sich konstituierende Forschungsfeld geben und dabei auch kritisch nach den viel strapazierten, haeufig genuin mit Krieg und Gewalt verknuepften Maennlichkeit/en von Soldaten fragen. Wie wurde ihr Geschlecht in den militaerischen Diskursen der Kriegs- und Nachkriegszeiten konstruiert, wie in Bezug gesetzt zum staatlich legitimierten Toeten im Krieg? Korrelieren subjektive Sinnstiftungen mit hegemonialen Maennlichkeitsbildern und deren Militarisierung? Wo zeigen sich Widersprueche und Brueche, antagonistische Erinnerungen und Erfahrungen? Und nicht zuletzt: Wie laesst sich die relationale Kategorie "Maennlichkeit" methodisch fassen? Und welche Vorschlaege fuer ihre Anbindung an parallele Konstruktionen von "Weiblichkeit" und die Geschlechterdifferenz werden in der aktuellen Forschung diskutiert?

Die erste Autorin des Heftes, Sandra Mass, hat als Fokus solcher Fragestellungen den Soldatenkoerper gewaehlt. Der zerstueckelte Koerper als Folge des industrialisierten Krieges wird in der Kriegspropaganda des Ersten Weltkrieges gegen den Einsatz von Kolonialtruppen zur Folge des grausamen, unzivilisierten Verhaltens von Kolonialsoldaten umgedeutet. Die Ohnmachtserfahrungen weisser Maenner und ihre Kriegsverletzungen fuehren auch nach dem Krieg in der beispiellos rassistischen Kampagne gegen die Anwesenheit afrikanischer Besatzungssoldaten in Deutschland zu einer enormen symbolischen Verdichtung des Redens ueber Krieg und Maennlichkeit. Zugleich erfindet die Propaganda mittels der Formel von der ,Lustseuche' den Angriff auf den "Volkskoerper" - ein Angriff, in dem die Kolonialsoldaten und die eigenen Frauen gemeinsam zur UEberlebensbedrohung der einheimischen Maenner werden. Mit ihrer Analyse der Zusammenhaenge von rassistischer Kriegs- und Nachkriegspropaganda, traumatisierenden Kriegserfahrungen und Entwuerfen von Maennlichkeitsmodellen gelingt es Sandra Mass, die bisherige Diskussion des Verhaeltnisses von "Volkskoerper" und Frauenkoerper um die Perspektive des Maennerkoerpers zu erweitern.

Im anschliessenden Beitrag fragen Siegfried Mattl und Noora Sotaniemi nach der maennlich-soldatischen Erinnerungskultur und deren Maennlichkeits-Konstruktionen am Beispiel der oesterreichischen Gebirgsjaeger im Finnlandkrieg von 1941 bis 1944. Deren Bannung des Koerpergedaechtnisses zeigt sich exemplarisch im Muster der Verraeumlichung der Kriegserfahrung als Reise und Passage. Als typisch fuer die Bearbeitung der Finnland-Erfahrungen erweisen sich die am Ideal des Einzelkampfes orientierte Rede vom "indianischen Krieg" und der Exotismus der finnischen "Lottas", wie die Mitarbeiterinnen der dortigen Frauenhilfsorganisation hiessen. Seit Mitte der 50er Jahre setzte in OEsterreich eine Traditionsbildung ein, die das Konzept der Kameradschaft zu einer Entpolitisierung des Krieges nutzte. Diese gelang den am Finnlandkrieg Beteiligten zum einen ueber die Stilisierung von Natur und Klima, zum anderen ueber die Konstruktion von Kameradschaft als organischer Wertegemeinschaft, die auf der gemeinsamen Erfahrung der Grenzueberschreitung des Subjektes aufbaute.

Dass der Analyse subjektiver Quellen unterschiedlichster Provenienz in der "neuen Militaergeschichte" ein grosser Stellenwert zukommt, demonstriert auch Martin Scheutz. Er untersucht anhand ausgewaehlter Selbstzeugnisse von geistlichen Maennern und Frauen das zeitgenoessische Soldatenbild des Dreissigjaehrigen Krieges. Dabei geht es ihm darum, wenigstens ansatzweise das monochrome Soldatenbild des mordenden Mannes zu ueberwinden. Stehen auf der einen Seite negative, oft stark sexualisierte Zuschreibungen, so finden sich - wohl nicht zufaellig in geistlichen Selbstzeugnissen - in der Rolle der Salva Guardia auch Ansaetze zu einer positiveren und differenzierteren Sicht. Im Unterschied zum Soldatenbild, fuer das die Stereotype klar dominieren, zeigen die Selbstzeugnisse der maennlichen und weiblichen Geistlichen, dass diese durch den Krieg zu Modifikationen ihrer Rollenbilder gezwungen wurden. Deutlich wird zudem, dass Gewalt gegen (geistliche) Maenner erwaehnt werden konnte, waehrend Gewalt gegen (geistliche) Frauen als Leerstelle tabuisiert werden musste.

Der Heftschwerpunkt schliesst mit einem Beitrag, der in die Gegenwart fuehrt, konkret zur heute viel diskutierten Figur des ,weiblichen Soldaten' - oder zur ,Soldatin' als gleichgestelltem Pendant? Christine Eifler nimmt die aktuelle militaerische Einbeziehung von Frauen zum Ausgangspunkt der Frage nach den Implikationen unter dem Aspekt der Gleichberechtigung: Die Vergeschlechtlichung der militaerischen Profession gerate so jedenfalls unter Druck und stelle die staatlich legitime Gewaltausuebung als besonderes Privileg der Maenner ebenso in Frage wie die Schutzmetapher beziehungsweise den Opferstatus der Frauen; biologisierende und differenzbetonende Legitimationsstrategien wuerden dadurch an Wirkungskraft verlieren. Am Beispiel der russischen und der US-amerikanischen Armeen analysiert die Autorin vergleichend die sehr verschiedenen kulturellen Aushandlungsprozesse um die oeffentliche Anerkennung der Soldatinnen, deren widerspruechliche symbolische Vereinnahmungen sie zurueck bis zum Zweiten Weltkrieg verfolgt. Dabei werden auch Integrationsprobleme dargestellt, die vom erschwerten Zugang zu Kampfpositionen ueber die Festschreibung auf weiblich konnotierte Rollen und Aufgaben bis hin zur Sexualisierung und sexueller Gewalt reichen.

Auch der offene Beitrag dieses Heftes handelt vom Krieg, naemlich vom Zweiten Weltkrieg. Elizabeth Harvey veranschaulicht, wie im damaligen ,Distrikt Galizien' der NS?Vernichtungskrieg seit 1941 Schritt fuer Schritt geplant und exekutiert worden ist. An der Umsetzung des vorbereitenden ,Volkstumskampfes' hatten auch deutsche Kindergaertnerinnen teil, die dort eingesetzt waren, solange die Wehrmacht das Gebiet militaerisch ,sicherte'. Harvey analysiert minutioes das Selbstverstaendnis und die Motivationen dieser Frauen. Sie uebten zwar eine "typisch weibliche Taetigkeit" gemaess der ihnen in der NS?Geschlechterideologie zugestandenen Berufsmoeglichkeiten aus, fungierten im Rahmen der ,Besatzungsherrschaft' aber gleichzeitig als einflussreiche und selbstbewusste Frauen des lokalen oeffentlichen Lebens, die bis zuletzt ,durchhielten'. Der Beitrag behandelt daher abschliessend die Frage, inwieweit die untersuchten Kindergaertnerinnen als Zeuginnen, Komplizinnen und Mittaeterinnen der moerderischen NS?Besatzungspolitik anzusehen sind.

Die Rubriken "Im Gespraech" und "Aktuelles und Kommentare" fuehren manche dieser Schwerpunkte fort. Das gilt besonders fuer ein in gekuerzter Form gedrucktes Gespraech zwischen der Filmemacherin Ruth Beckermann und der Soziolinguistin Ruth Wodak, in dem, ausgehend vom Film "Jenseits des Krieges", noch einmal der NS?Vernichtungskrieg drastisch vor Augen gefuehrt wird - als ein Krieg, der in den Erinnerungen der inzwischen alt gewordenen ehemaligen Wehrmachtssoldaten noch immer als ,normaler Krieg' von der Shoah und anderen Kriegsverbrechen abgespalten wird. Weiters haben wir die Militaersoziologin Ruth Seifert und die Historikerin Karen Hagemann dazu eingeladen, aus ihrer jeweiligen Sicht eine erste Bilanz der seit den fruehen 90er Jahren begonnenen Diskussionen um die Zusammenhaenge von Militaer, Krieg und Geschlecht innerhalb ihrer Disziplinen zu ziehen. Das Resuemee faellt vorsichtig und durchaus ambivalent aus - und zeugt dennoch davon, dass es in Deutschland in Ansaetzen bereits gelungen ist, etablierte militaerische Forschungseinrichtungen und ?vereinigungen zur Militaergeschichte einer feministischen Kritik zu unterziehen. Das waere auch fuer andere Laender wuenschenswert.

Zuletzt bleibt darauf hinzuweisen, dass L'Homme. Z.F.G. in Zukunft konsequenter als zuvor die Diskussion mit der Frauen- und Geschlechtergeschichte in Ost- und Suedosteuropa fuehren will. Ayse Durakbasa und Necla Akgoekce leisten dazu im neugeschaffenen "Forum" einen ersten Beitrag mit einem UEberblick ueber die Frauengeschichte in der Tuerkei; die Serie wird fortgesetzt.

Susanna Burghartz und Christa Haemmerle

ABSTRACTS

Christine Eifler, Soldiers with Arms and Lipstick: The Social and Cultural Construction of the Female Soldier in the United States and Russia

In recent years, women have become an official part of the military in most Nato countries and Eastern Europe. This development went hand in hand with changes in the social and legal status of the military, which will be discussed in the first part of this paper. The official discourse legitimating the opening of the military for women in the West was professional equality and equal rights. Including women produces pressure to rebuild not only the organizational culture but the military construction of gender in general.

The second part deals with the negotiations of gender that are underway in the American and Russian military after women have been admitted. The two countries have the highest percentage of women in their militaries (about 15%). However, he (re-)construction of gender associated with the inclusion of women in the military is radically different in those two countries. In both countries women were involved in military functions in wars that were of high significance for the nation in the 20th century. However, in the US the military was opened for women on a wider scope not before the abolition of the draft and the creation of an all-volunteer force in the late 70ies. In Russia, gender changes in the army were initiated in the early 90ies when old regulations excluding women were abolished. The third part of the paper deals with the status quo of the inclusion of women in the two nations and the specific ways of "doing gender" in the two militaries. The military gender discourse in Russia is characterized by a derogatory feminization of women which in turn throws light on the crisis of national and military masculinity in Russia. In the USA, the construction of the professional woman soldier is the main discourse accompanying the inclusion of women.

Elizabeth Harvey, "One just needs an unshakeable will ...": German Kindergarten Teachers and the National Socialist 'Ethnic Struggle' in 'District Galicia', 1941-1944

This article investigates the role of German women sent from the 'Old Reich' during the Second World War to 'District Galicia' in the General Government as kindergarten teachers for ethnic German children. It explores their role in the context of the National Socialist 'ethnic struggle' ('Volkstumskampf') in wartime Poland that sought to expand, consolidate and privilege the German population while systematically killing the Jews and repressing and persecuting other 'aliens' ('Fremdvoelkische'). It asks what function women played in relation to the occupation regime generally, and how they responded to their tasks. Based on reports and material relating to around forty kindergartens that were in operation between 1941 and 1944, the article demonstrates that professional ambition and an eagerness for adventure motivated at least some of the women involved. Some found the work frustrating and lonely; others seem to have revelled in their successes in equipping and running a kindergarten and in the position of authority they could enjoy as 'Reich Germans' in occupied Poland. The article also considers the extent to which the regime's brutal treatment of the non-German population was reflected in the reports kindergarten teachers wrote about their daily routine working with ethnic German children and their families, and argues that women - for instance by knowingly using goods taken from the deported Jews - were to some degree complicit in policies to exploit and plunder the Jewish population.

Sandra Mass, The Trauma of the White Man. African Colonial Soldiers in Propagandistic Texts, 1914-1923

With the entry of African colonial soldiers in European wars, German soldiers found themselves faced with new interpretational frameworks of their war experiences. The construction of these soldiers in World War I as 'racial inferior', 'sexually insatiable' and 'highly efficient' also included the image that their way of waging war would be contradictory to European standards of war; that is less civilized and more savage. After the war, the threat of the Black man appeared again in the German propaganda movement against the so-called "Black Horror on the Rhine". Contemporary propagandist texts during and after the war ascribed the trauma experienced by all soldiers in the First World War to the presence of African men on the battle field.

The colonial soldiers became a mirror for the dismembered male body. Ensuing attempts, however, to reconstruct the white man's body failed: the propagandist texts that lashed out against the colonial soldiers could not restore an intact picture of the body, because the spectre of the "Black Man" continued to haunt white soldiers' battles with their war experiences.

Siegfried Mattl, Noora Sotaniemi, "Kameradschaft". Role and Development of a Key Signifier in Post-War Austria

"Kameradschaft" is a key signifier of post-war society in Germany and Austria. Federations of Veterans, which played a major role in constructing politics as well as public discourses, claimed special human qualities for their clientele to regain power in a postfascist state. By using oral history interviews with Austrian veterans from the war in Finland (June 1941 - August 1944), the article stresses the argument, that "Kameradschaft" has to be conceived as a metapolitical strategy. This concept worked both as an instrument to reintegrate eccentric war-times experiences, as to reinstall male power in a crisis of patriarchal family structure.

Martin Scheutz, "... too greedy upon robbing and boozing" - Soldiers in Self-Testimonies of Male and Female Ecclesiastics during the Thirty Years War

Nine German self-testimonies written by Catholic monks, nuns, and priests in the 17th century form the base of this article on the reception of soldiers in the Thirty Years War in the south of Germany. In their writings not only hostile but also allied soldiers are described as an alarming threat to religious communities, as undisciplined and sexually overactive bands accompanied by whores. A slightly positive reception of soldiers is only to be observed in connection with the salva guardia, which was originally assigned to protect the monastries, but in practice disturbed ordinary religious life and moreover devastated the monastries. Soldiers were seen as God's visitation in the self-testimonies. They therefore ultimately reinforced the true path of the Roman Catholics, which is also to be observed in connection with several descriptions of Mother-of-God-miracles occurring in the presence of the soldiers. The authors usually distinguished ordinary and higher ranking soldiers, whom they expected to conduct themselves better. The self-testimonies differentiated allied and hostile troupes more clearly the further the scene of war was away. In a case of danger the male ecclesiastics could react more independently to intrusions by soldiers than the stronger disciplined nuns; nuns seemed to be more helpless - a consequence of their female role, their dependence on the male clergy but also their stricter seclusion. The war in front of the monastry's portal questioned the own gender-conception of each male and female author: Nuns noted the model of women who personally defended their home positively in their writings; monks even performed as soldiers when they tried to save their monastry - another male role.

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Redaktion
Veröffentlicht am
30.08.2001
Klassifikation
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Region(en)
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Sprache Beitrag
Bestandsnachweise 1016-362X