Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte (2016), 70

Titel
Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte (2016), 70.
Weitere Titelangaben
Themenheft Zeitgeschichte


Hrsg. v.
Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung
Heft(e)
02
Erschienen
Umfang
73 S.
Preis
11,50
Herausgeber d. Zeitschrift
Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung
Erscheinungsweise
erscheint zweimal jährlich (Mai und November)
Kontakt
Ansprechpartnerin Publikationen: Laura Schibbe <schibbe@addf-kassel.de> Stiftung Archiv der deutschen Frauenbewegung Gottschalkstraße 57 D – 34127 Kassel Tel.: +49 (0)561-989 36 70 Fax: +49 (0)561-989 36 72

Warum ist die Einbeziehung geschlechtergeschichtlicher Fragestellungen wichtig für eine Geschichte der Bundesrepublik? Das vorliegende Heft kann diese Frage natürlich weder erschöpfend behandeln noch abschließend beantworten. Stattdessen haben wir versucht, thematische und methodische Möglichkeiten aufzuzeigen, mit denen das große Forschungsfeld der Zeitgeschichte für geschlechtergeschichtliche Fragestellungen geöffnet werden kann. Vor allem an den ausgedehnten Debatten über die Geschlechterordnung im Untersuchungszeitraum kann abgelesen werden, dass das Geschlecht auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wichtige, wenn auch umstrittene Kategorie gesellschaftlicher Ordnungsvorstellungen darstellte. Dabei bedeutete dieses Sprechen keineswegs notwendigerweise einen tatsächlichen grundlegenden Wandel. Es mochte einen Legitimationsverlust tradierter Ordnungsvorstellungen oder deren Irritation signalisieren; bezieht man aber konkrete gesellschaftliche Praktiken mit ein, zeigt sich allzu oft, dass gerade das Reden über die Geschlechterordnung eher einem zeitgenössisch diagnostizierten Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Norm und ihrer Praxis entsprang. Ob und wie sich dieses Spannungsverhältnis auflöste, lässt sich nur von Fall zu Fall untersuchen. Für eine frauen- und geschlechtergeschichtlich gewendete Zeitgeschichte stellt sich damit das Problem, dass das Koordinatensystem ihrer Analyse sich nicht so ohne weiteres unter die gängigen Interpretamente der Zeitgeschichtsforschung subsumieren lässt. Mit einer Ergänzung oder Korrektur dieser Erzählweisen ist es häufig nicht getan, stattdessen müssen neue Modi des Erzählens gefunden werden.

Das Heft kann über die Homepage des Archivs der deutschen Frauenbewegung bestellt werden: http://www.addf-kassel.de/shop/shop-kategorien/categories/ariadne/products/ariadne-70/

INHALTSVERZEICHNIS

Azziza B. Malanda:
Weiß werden – Weiß sein – Weiß bleiben. Zur Konstruktion von Weißsein am Beispiel der Mütter Schwarzer deutscher Kinder in der frühen Bundesrepublik
S. 10–17

Monique Miggelbrink:
Kühlschrank, Serviertablett, Couchecke, Fernsehmöbel. Geschlechtsspezifische Verbindungen zwischen Akteuren des Wohnensin Westdeutschland um 1950
S. 18–25

Karin Schützeichel:
»Langhaarige Festival-Anhänger« und »Rocker in furchterregendem Aufzug«. Jugendliche Männlichkeitsentwürfe zu Beginn der 1970er Jahre und ihre Repräsentation auf Pop- und Rockfestivals
S. 26–33

Berit Schallner:
Widerspenstige Wissenschaft. Zur Frühgeschichte der historischen Frauenforschung (1973–1978)
S. 34–41

Dokumentation:
Arbeitsmaterialien für das 4. Historikerinnentreffen, Berlin, 23.–25. März 1983
S. 42–43

Christopher Neumaier:
Hohe Wertschätzung, geringe Verbreitung. Der ›neue Vater‹ in Westdeutschland während der 1970er und 1980er Jahre
S. 44–51

Mareen Heying:
Hurenbewegungen und ihr Verhältnis zu Frauenbewegungen. Sichtweisen deutscher und italienischer Prostituiertengruppenin den 1980er und 1990er Jahre
S. 52–59

Dokumentation:

eilige und Huren
S. 60

Zitation
Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte (2016), 70. in: H-Soz-Kult, 20.01.2017, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10148>.
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Redaktion
Veröffentlicht am
20.01.2017